Lehmausfachung richtig???

30.05.2005



Am Wochenende hab' ich in einem ersten Selbstversuch unseren alten Ausfachungslehm wieder eingesumpft, mit Stroh versetzt, die bestehende Ausfachung gut angefeuchtet und das ganze Zeug im Schweiße meines Angesichts an die Wand geworfen und fest verrieben.....

Wie weiß ich, ob das hält. Nach dem Trocknen gab's ein paar Schwindrisse, aber ich hab' das Gefühl, als hätte ich eine "Schicht" aufgeputzt, die sich genau in der Tiefe wieder löst (kann es relativ leicht wieder rauspulen)

Hat jemand ein Bild für mich, wie's richtig aussehen muss, oder kann man das mit einer Klopfprobe ermitteln. Hätte ich Sand dazugeben müssen??? Kurz gesagt, wie muss es aussehen, damit es richtig ist und auch hält....

Sonnenverbrannte Lehmgrüße Kathrin





Hallo Kathrin,
wenn der Untergrund richtig und gut vorgenäßt war, hält das auch. Wenn draußen 33 oC im Schatten sind, kann es freilich Probleme geben mit dem Anziehen am Untergrund. Trocknen ist wichtig, aber viel zu schnelles Trocknen möglicherweise nicht. (Bin auch kein Lehmbauer.)
Habt Ihr mal irgendwo ein Lehmbauseminar mitgemacht.??
Dabei lern man am meisten.

Gutes Gelingen wünscht
Dietmar



Noch nicht....



Danke Dietmar

Bin noch am Suchen, eins in unserer Nähe... und dann muss es auch noch in den Terminkalender passen ;-(
Aber das werden wir auf jeden Fall dieses Jahr noch in Angriff nehmen... Auf jeden Fall hat's Spaß gemacht, auch wenn's wieder abfällt....Wer ja auch zu schön und zu einfach gewesen....

Liebe Grüße Kathrin



alter strohlehm



Hallo Kathrin,
grundsätzlich verbaue ich meinen alten Lehm auch wieder, nur gebe ich ihm eher Lehm als Stroh dazu.
Wenn deiner sich jetzt so leicht von der Wand lösen lässt, dann ist er keine richtige Verbindung mit dem Untergrund eingegangen.
noch mal runter damit, in die Mischmaschine rein und nochmal mit einem Teil Lehm und einem gelbem Sand etwas nasser (je nasser desto besser läßt er sich verarbeiten, braucht aber auch länger zum trocknen und hat mehr Risse) mischen. Dann beim auffüllen schon bereits bestehender Ausfachungen habe ich bessere Erfahrungen mit verreiben als mit an die Wand werfen. Hierbei auch möglichst von unten her mit dem Aufbau beginnen und erst einmal mit einer dünnen Schicht (2-3 cm). wenn die dann angetrocknet ist (5-7 Tage) kann Schichtweise mit ca. 5 cm Lagen weitergearbeitet werden.
Ach ja, Langstroh könnte auch ein Grund sein das es bei dir schlechter haftet. Nehme für die weiteren Mischungen, je näher du deiner Aufbaudicke kommst gehäckseltes Stroh.
Bei der Verwendung von Langstroh brauchst du im Verhältnis mehr Lehm.
Ansonsten hast du eine gute Mischung wenn 1 Teil Lehm mit 3 Teilen gelbem (2 Teilen Reinsand) Sand und nach Gefühl Häckselstroh, für den Verbund, gemischst wird.
Falls Du aber Zeit hast, kannst Du/Ihr gerne bei mir kostenlos Anschauungsuntericht bekommen.Bin gerade an meiner Werkstatt verschiedene Lehmarbeiten am durchführen.
Gruß
Michael



Würd ich mir gern mal anschaun



Wie gesagt, war nur ein erster Test, wobei ich das Gefühl hatte, je mehr Stroh drin ist, desto besser siehts aus und die Risse sind auch nicht mehr da. Sand hab ich gar keinen reingemacht... (muss ja in der alten Mischung schon gewesen sein) aber dafür richtig feste mit den Fingern verrieben das ganze. Vielleicht muss es ja auch so aussehen wie es jetzt aussieht... ich mach mal ein Foto....Wo kann ich mir denn Dein "Meisterwerk" mal anschaun???



Lehm in Werkstatt



Hallo Kathrin,
wir wohnen in 55767 Leisel(Kreis Birkenfeld)
eMail michael.koch@wald-rlp.de
Schlafmöglichkeit ist vorhanden.
Gruß
Michael



Lehm braucht Zeit und Liebe



Alter Spruch mit Hang zur Wahrheit. So wie ein Lehmhaus einen großen Hut und lange Stiefel haben sollte.

Also wenn Du Lehm ansetzt muß er 1 bis 4 Tage im Wasser stehen (mauken oder wuken heißt das dann), danach entwickelt er seine Klebekräfte und die Adhäsionsfähigkeit ist unübertreffbar.

Gruß
Beatrice