Lehm und Stroh

28.10.2004



Hallo!
Ich bin im Moment hinter den Heizkörpern am Ausmauern und hätte 2 Fragen dazu.
Wie bekomme ich den alten Lehm zerkleinert? Mit dem Fäustel dauert es mir zu lange.
Habe mir einen Ballen Stroh besorgt und möchte ihn für den Feinputz auf etwa 1 cm lange Stücke schneiden oder ähnl.
Zur Zeit benutze ich einen Flachsschneider dazu.
Hättet Ihr evtl. Ideen dazu?
Freundliche Grüße und Dank im vorraus
Marc





Hallo,
Lehm kann man einsumpfen, einfach in Wasser einweichen, dann zerkleinert der sich von allein!

Versuchs mal mit einem Gartenhäcksler. Strohhäcksel kann man auch als Sackware kaufen.

Viele Grüße

Markus Schwarz





Hallo!
Vielen Dank für die Antwort.
Das Einsumpfen habe ich schon probiert, es bleiben aber immer kleine Klumpen über die für den Feinputz nicht so gut sind. Habe aber Heute Abend den Lehm mit der Flachschaufel zerkleinert und die Steine rausgelesen, dann im Zwangsfallmischer etwas Mischen lassen und will es bis Morgen stehen lassen.
Ich hoffe es funktioniert.
Zum Stroh, Mit dem Gartenhäcksler habe ich es schon probiert und es ging nicht.
Das man es Sackweise Kaufen kann weiss ich aber das Stroh bekomme ich Umsonst und es Wäre mit etwas mehr Aufwand nicht so Tragisch es selber herzustellen. Aber so dauert es mir einfach zu lange.

Ich hätte noch eine Frage,
ich nehme den Lehmstein und Tauche ihn kurz ins Wasser bringe den Lehm auf,werfe den Stein mit Lehm an um diesen an den Balken zu drücken setze die Reihe fertig und Verputze dann. Erst mit grobem Lehm(ganzes Stroh), dann mit feinem Stroh. Ist das in Ordnung oder muss ich den Stein erst noch aufrauhen?
Bin zwar Maurer aber selbst die Arbeitskollegen mit ca. 40 Jahren Berufserfahrung haben das noch nicht gemacht und ich kann mir da keine Info holen.
Viele Grüße
Marc





Alles, was beim Einsumpfen nicht weich wird, sind Steine. Die müssen natürlich raussortiert werden.
Bei der maschinellen aufbereitung macht dies eine große Maschine, welche die Steine auf eine Mindestgröße bricht.

Zur Ausführung:
Bei uns gibt es Praxisseminare zu dem Thema.
www.lehmbau-Sued.de

Viele Grüße
Markus Schwarz



Erfahrungen



Leider dämpfe ich mit meinen Meinungen bzw. eigenen Erfahrung öfters den Eigendrang der Selbstbauer.
Und dies tue ich jetzt hier auch.
Die Meinungen sind so erst einmal okay, doch sollte man wissen und bedenken, daß der alte Lehm über Jahre Abspeicherungen (Schadstoffe, Gerüche etc.!) machte und diese beim Aufmauken nun richtig massiv aktiviert werden (Geruchsbeinträchtigung!). Außerdem vergären die alten organischen Zusätze (Heu, Stroh) sehr schnell und bringen ebenfalls unangenehme Ausgasungen mit sich.
Somit erklärt sich von meiner Seite aus eine Wiederverwendung nur im trockenen zerkleinerten Zustand oder als feinfühlige Beimengung zu Neuwaren.
Ein grobschlächtiger Einsatz bei Neuausfachungen oder groben Reparaturausfüllungen ist auch denkbar, weil danach meistens Neuputze aufgebracht werden.
Wenn trotzdem gemaukt werden soll, dann muß die Masse ständig mit den Händen geknetet und somit der Lehm wiederbelebt werden (Zekleinerung sämtlicher Klümpchen!)
Und was den Feinputzauftrag betrifft, empfehle mich Dir fertige Sackware zu nehmen, denn die wird im Dünnschichtbereich aufgebracht und ist somit auch relativ preiswert.

Fachgrüße zum Lehm vom Lehmbauer.