Wie alten lehm aufarbeiten?

03.08.2008 Müller



Hallo und guten Tag,
meine Frage: wie arbeite ich alten Lehm auf, um ihn wieder zu gebrauchen? Trocken zerkleinern(zermahlen, zerstampfen), oder nass versuchen im Mischer??

Der Lehm ist von der Deckenschüttung. Dort soll er auch wieder hin, jedoch mit Hobelspänen "abgemagert".

Danke schon einmal und Grüße aus dem Südharz
Michael



als Deckenschüttung kann der alte Lehm auch ohne



spezielle Aufbereitung verwendet werden. Die Hobelspäne und den alten Lehm einfach Lageweise einarbeiten. Als Abschlußschicht eine ca 2-3 cm feuchte, feine Lehm(putz)mischung auflegen und gut andrücken,damit keine Luftschichten innerhalb des Aufbaus enstehen.Falls der alte Lehm sehr viel Stroh enthält und viele Hobelspäne eingeplant sind, wäre eine fungizid vorbeugende Behandlung mit Kalkhydrat anzuraten.



danke



schon einmal. Mein Problem ist, daß der ausgebaute Lehm "knochenhart" ist. Daher würde ich gern wissen wie man ihn am besten verarbeitbar hinbekommt.

Danke auch für den Hinweis wegen fungizid. Vielleicht werde ich dann auf Blähton umsteigen. Hobelspäne hätte ich nur in den Mengen ohne Probleme beschaffen können.... Oder können Sie mir noch ein paar Hinweise zur Behandlung mit Kalkhydrat geben?

Danke
Michael



Lehm



Hi !

Ja, knochenhart bedeutet Knochenarbeit. Wenn man das Zeug nass in den Mischer schmeisst , muss der auch eine ganze Weile laufen.

Auf einen Haufen werfen, mit einem Dreschflegel bearbeiten oder einem großen Hammer zerstampfen.
Oder in eine Hammermühle oder einen Backenbrecher werfen, aber wer hat sowas schon ;-)

Bedenken, wenn die Schüttung nass eingebracht wird, das sie lange trocknet. Wenn nass, dann jetzt sofort, solange es noch warm ist und man den ganzen Tage Lüften kann.

Karsten



zerhauen Sie den harten Trockenlehm mit dem Hammer.



Außer dem feucht angemischten Lehmputzüberzug würde ich keine unnötige Feuchte in die Decke einbringen. Übrigens.......Blähton saugt sich in der Kugeloberfläche gern mit Wasser voll.



Alter Lehm



Wenn die Deckenschüttung:
- ausgebaut wird,
- durch die Schuttrutsche nach unten fliegt,
- gesiebt wird,
- im Mischer aufbereitet wird,
- wieder hochgetragen wird (früher gabs mal Förderbänder, vielleicht steht noch eins irgendwo in der Nachbarschaft rum),
dürfte nicht mehr viel an Klumpen ganz sein.

Wenn Ihr ihn wirklich ganz fein haben wollt sowie Krach und Staub abkönnt:
Im Freifallmischer mit ein paar runden Feldsteinen oder Kieseln laufen lassen.

Viele Grüße



Nochmals danke,



werde wohl die Hammervariante durchziehen müssen. Vielleicht breite ich es auch auf dem Hof aus und fahre mit der Rüttelplatte drüber.....

Muß nochmal wegen dem evtl. Pilzbefall nachhaken: Ist es richtig das angeratene Kalkhydrat in flüssiger Form dem Mischgut(Lehm + Hobelspäne) beizugeben??

Gruß Michael



Weißkalk wird einfach trocken lageweise eingestreut.



Bringen Sie bitte keine unnötige Feuchtigkeit in die Holzdecke ein.



Das Weißkalkhydrat wird als Pulver lageweise eingestreut.



Bringen Sie bitte keine unnötige Feuchtigkeit in die Decke rein.



Deckenfüllung mit Altlehm...



...bitte nur im trockenen bzw. eventuell gerade noch erdfeuchten (bei Neumaterial!)Zustand einbringen.
Enorm lange Trocknungszeiten!!
Ich hatte einmal probieren lassen, ob sich Rückbaulehm mit einem Schlagschredderer zerkleinern läßt.
Ging fantastisch!!
Doch für professionelle Anwendung war es dann eher ungeeignet (zu kleines Gerät!).
Aber für Eigenleistungsbedarf sicherlich gängig und sicherlich eine gute Lösung.
Und dann einen Rieselschutz vollflächig einbauen und das recycelte Meterial einfüllen.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle



Vielen Dank!



Mit dem Rieselschutz das wird leider nichts, da ich nur die Bereiche um die Balken selbst freigelegt habe, um Bohlen anzubolzen. Der darunterliegende Wohnbereich ist mit einer intakten Lehmdecke versehen.
Mit der geringstmöglichen Feuchtigkeit habe ich verstanden. Parallel erstelle ich gerade Stampflehmwände(Material von T.Schneider) in dem Zimmer, so daß sowieso entsprechend gelüftet werden muß.

Noch eine Frage: nachdem ich im Fußboden die Lehmfüllung eingebracht habe, habe ich noch ca. 6-8 cm Luft zum künftigen Bodenbelag. Mit welchem Dämmstof(leicht) könnte ich diesen zweckmäßig füllen?

Danke Michael



Hanfmatten



Hanfmatten einlegen.
Und wie sieht es mit dem Trittschall aus?


Grüße Udo Mühle



Trittschall



@ Herr Mühle,

fogende Variante werde ich ausführen. Lagerhölzer auf die angebolzten Bohlen. Diese mit Schallschutzdübel(Würth,sind zwar hauptsächlich für Beton, aber ich werde mal einen Versuch starten)befestigt und auf Kokosstreifen oder Mineralwollestreifen gelagert. Abstand der Lagerhölzer= 45cm(Achse). Auf die Lagerhölzer wieder Dämmstreifen und darauf dann 18er OSB(geschliffen) schwimmend.
Ich weiß OSB ist sicher nichts für den Puristen, aber es werden zwei Kinderzimmer und ist auch preislich überschaubar.

Gruß Michael