Altlehm überputzen? Theorie und Praxis: Fragen

04.07.2010



Hallo Zusammen,
es geht um die Sanierung von 2 Räumen in unserem bauernhaus.Die Sanierung der Wände soll nach Rückbau der rigipskonstruktion mit Lehm erfolgen :-)! Es soll ein Fertigputz (Lehm) zur anwendung kommen. Nach Rücksprache mit 2 Herstellern (C...to; C...tec) habe ich unterschiedliche Antworten auf die gleiche Frage bekommen:Im bestand sind 2 Fachwerkaussenwände mit Altlehm vorhanden (grober für die mit Stroh armierten Balken, darauf Feinputz ca.0,5-1,5 cm mit Strohanteil ca. 0,3 bis 1 cm Faserlänge) - MIT WELCHEM Material KANN EIN NEUER Lehmputz AUF DIESER OBERFLÄCHE AUSGEFÜHRT WERDEN??
ein Hersteller riet, mit Lehmunterputz eine neue Oberfläche zu schaffen, der andere mit Lehmoberputz - jeweils im Anschluß daran die Oberflächenfarbe)
die einschlägigen Fachregeln (auch hier im Forum immer wieder beschworen) warnen davor, 3-Lagige LEHMPUTZAUFBAUTEN auszuführen.
Bin verwirrt/verunsichert - was sagen die Praktiker? Mir ist klar, das eine Ferndiagnose schwierig ist, freue mich trotzdem auf Antwort.





Je nach dem wie Plan der Untergrund ist sind mehr oder weniger Putzaufträge notwendig.
Es spricht nichts gegen den Putzaufbau in mehreren Lagen, wichtig ist hier nur, das jede einzelne Lage vor dem Auftrag der nächsten durchgetrocknet ist.

Grüße aus Schönebeck





danke für die schnelle Reaktion - und womit putzen?
Lehmunter- oder Oberputz?
das mit dem durchtrocknen ist verstanden!
die oberfläche ist "ambivalent! von sehr planeben bis, vor allem in den ecken abplatzungen und natürlich Löcher :-(.Rissbildung in den ecken).

nochmals Danke und Gruß aus Wernigerode
Steffen
p.s. die Meinungen gehen auch etwas auseinander, was die Vorbereitung der durchgetrockneten Oberflächen angeht - Sprühnebel zweimal, bis einquasten - wie sind deine Erfahrungen?





Wie der Name schon sagt, “Unterputz” wenn Sie viel (dicke) ausgleichen müssen,
“Oberputz” für die möglichst einheitlich dicke (besser dünne) Oberlage.

Vornässen ist gut, macht sich auch schöner, muss aber nicht zwangsläufig da Lehm nicht über eine chemische Reaktion aushärtet sondern ausschließlich über die Abgabe von Wasser.

Grüße aus Schönebeck





Danke!!!
mal sehen ob man die Oberfläche durch ordentliches reiben so glatt bekommt, das sich die "trocknungs" - Risse in grenzen halten und direkt darauf gestrichen werden kann - außerdem werde ich versuchen gemäß Herstellerangaben mit einem Auftrag hinzukommen (ca. 2 cm im Durchschnitt)das sollte mit dem "Fetteren" Unterputz möglich sein.

beste Grüße aus dem Harz!
der angehende Praktiker





Man bekommt.

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Grüße aus Schönebeck





Autsch, da fällt mir noch was ein...
"Originalzustand des Lehmunterputz an einer Holzbalkendecke"
so ähnlich (gleicher feiner Oberputz wie an den Wänden)sieht eine meiner decken aus (vorsichtig alten, abbläternden Kalkputz mit einem Spachtel entfernt) hier bekam ich den Rat wieder mehrfach mit Kalk zu "streichen"- nun hab ich Lehmstreichputz bei den herstellern gesehen - ist es vielleicht möglich hier mit lehmstreichputz (z.B. Conlino) zu arbeiten oder wird die Oberflächenspannung im Zeitverlauf dafür sorgen, das selbiger von der Decke fällt?

Gruß
Steffen
p.s. gibts eigentlich hier irgendwo eine "Bakschisch-Ecke"





Nein,
wenn der Kalkoberputz runtergespachtelt wurde muss erstmal ein feiner Oberputz (kein Streichputz) wieder drauf, erst dann streichen.
Hier auf dem Foto ist der Anstrich mit Lehmfarbe erfolgt.

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Grüße aus Schönebeck



Sehr gute Antworten,



da gibt es eigentlich nix hinzuzufügen. Oder vielleicht das Spendenkonto auf der Schönebecker Hausbank?

Konrad Fischer
Handwerksfreund





mmm

hab ich was falsch gemacht??





Herr Baust ich habe Ihnen eine PN geschickt.





@ Herr Fischer:
Sie sind Schuld, dass ich keine zusätzliche Dämmung einbaue :-)
da ich mit Ihrer Formulierungskunst seit Jahren vertraut bin (lesen der Inhalte im inet)und vor allem glaube zu wissen, wie sie über "Umsonst"-Beratung denken - befinde ich mich sozusagen in "Hab Acht" - stellung...

@ Herrn Baust
weiss nicht ob mein letzter Eintrag funzt - deshalb nochmal - Sie haben eine PN.

sommerliche Grüße aus dem Harz
Steffen





und natürlich auch hier eine Entschuldigung an Herrn Struwe...
den ich zu Baust gemacht habe :-(