Lehmverputz von Innen im Lehmfachwerk

09.09.2003



Hallo, ich wollte meinen Fachwerk (Lehm-verputzt) von Innen abdämmen.
4 cm dicke Strohmatten wollte ich von Innen an die Wand bringen und dann mit Lehm an die Wand drücken, nach dem Austrocknen wollte ich es fein mit Lehm verputzen.
Wir wollten am Wochende anfangen als ein bekannter kam und uns mitteilte das es unbedingt erforderlich sei eine Dampfsperre oder Dampfstop mit einzubringen. Ein andere zuvor gefragter bekannter sagte das es nicht Nötig sei.
Jetzt sind wir ziemlich verunsichert und haben ersteinmal nichts unternommen.
Weiss irgendjemand Rat ?



Lehmverputz



Hallo Herr Ladehoff,

also soweit ich mittlerweile weiss sind Dampfsperren das schlechteste was sie Ihrem Fachwerk antuen können weil daran Tauwasser entsteht und das Holz permanent durchfeuchtet. Bei Dampfbremsen weiss ich es nicht sooo genau, aber der Effekt könnte auch auftreten. Und vor allem..man bekommt die Anschlüsse nie dauerhaft dicht und dann entstehen dort Feuchtigkeitsnester.
Der Sinn des Wandaufbaus wie sie ihn vorhaben besteht ja darin...das eventuell anfallende Feuchtigkeit durch Tauwasser etc. nach beiden Seiten wieder aus der Wand herausdampfen kann und somit keinen Schaden anrichtet. Der Windschutz ist ja gegeben durch das Schiil. Wir haben den Aufbau ebenfalls...nur das Schilf aussen als Dämmung angebracht und es war im Sommer schon merklich kühler im Haus. Die Häuser wurden ja wie man sieht auch ohne Dampfbremsen/sperren hunderte von Jahre alt ohne Schäden davonzutragen.
Sollte aber ein Experte hier anderer Meinung sein so soll er sie bitte posten!

Mfg
Markus



Bestätigung :-)



Ja, auf keinen Fall eine Dampfsperre oder -bremse anbringen, der Lehm leitet die Feuchtigkeit wieder nach draußen! Wir haben auch so gedämmt und haben ein tolles Raumklima. Grüße Annette (die jetzt schon 2 (!!!) weiße Wände hat ;-))



Lehmverputz



Hallo Herr Ladehoff, finger weg von Dampfbremsen -sperren und ähnlichem. Im Gegenteil, bevor sie die Matten aufkleben sollten alle Altanstriche die Diffusionshemmend wirken entfernen. Auch bei den Farben die sie als Innenanstrich verwenden sollten sie Diffusionsoffene Anstriche wählen. Achten sie auch auf die Ausführung des Fusspunktes, die Matte darf nicht auf Feuchtigkeit ziehende Materialien wie Beton gestellt werden. Die Ausführung können sie auch bei Hier müssen sie eine Bitumenpappe zwischenlegen. Die genaue Ausführung können sie auch unter www.claytec.de bebildert nachlesen. Ihr Haus soll atmen, aber nicht Leben (Pilze,Schimmel). Noch ein kleiner Tipp: Erfahrene Neubauleute sind meist immer irritiert bei alternativen Baumethoden, lassen sie sich nicht davon anstecken. Viel erfolg.



Innenausbau



Die SINROC AG stellt u. a. Baustoffe aus schnell nachwachsenden Rohstoffen (Hanf)her. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind hochwertige Produkte, die durch ihre professionelle Verarbeitung größtmögliche Energieeinsparung bei gleichzeitig behaglichem Wohnklima sichern. Dampfdiffusionsoffen erhalten Sie optimalen sommerlichen Wärmeschutz, den Ihnen herkömmliche Dämmstoffe nicht bieten können. Für Allergiker entstehen wieder lebenswerte Wohnräume und Gesunde schützen sich vor Allergien aus dem Wohnumfeld.
Service: Wir berechnen für Sie die richtige Dämmstoffstärke gegen eine geringe Schutzgebühr, die wir beim Kauf von Produkten vergüten. Schicken Sie uns Ihre Eckdaten oder sprechen Sie uns an.

Für Ihre Isolierungswahl benötigen wir mehr Informationen. Mehr unter sinroc AG





Wenn Sie schon eine Schilfmatte einbauen wollen, so ist diese direkt in Lehmmasse einzudrücken. Besser scheint mir zwei Schilfrohrmatten mit jeweils 2 cm einzubauen und diese jeweils in Lehmmasse eindrücken. Ich persönlich bin nicht mehr ganz von den Schilfmatten überzeugt, da sie nur die Dampfdiffusion zulassen, jedoch nicht den kapillaren Wassertransport. Hinsichtlich der Dampfbremse und -sperren kann ich mich nur vorgeschriebenem anschließen.



Lehmschüttung im Herbst - Schimmelgefahr?



Nachdem Anfang November (hoffentlich) unser neues Dach steht, möchte ich mich dringend an die Dämmung des Bodens zum vom Dachboden, sonst frieren wir uns den A... ab. Alle Wohnräume befinden sich unter dem Dachboden. Es handelt sich um eine 20er Balkendecke, die vom unten verschalt und verputzt ist. Darauf will ich 100er Hanfmatten legen, dann einen Einschub basteln und den Rest mit Holzleichtlehm (700KG/m³) füllen. Nun habe ich Bedenken, dass über Winter die Sache nicht richtig austrocknet und anfängt zu Schimmeln. Andererseits will ich nicht bis zum Sommer verdammt sein, nix weiter auf dem Dachboden zu machen - irgendwann sollen die Kiddies ja mal dort einziehen.
Also: was ist zu beachten wenn man im Herbst eine Lehmschüttung bastelt. Alle Dachfenster auf? Wie lange dauert das eigentlich, bis die Schüttung trocken ist?






Heizen ist um diese Jahreszeit die sicherste Methode. Wo steht den dein Häuschen?
Du willst zum beheizten Raum die Dämmung anordnen und außen den Lehm vorsehen. Ich würde es anders rum machen. Nimm doch lieber massiven Lehm und mehr Dämmung, da kommst du aufs gleiche.
Oder ruf mal an, da lässt sich´s einfacher regeln und lösen was die Verwirklichung deiner Ideen anbetrifft.
0351-8387089
Bis dahin, Michael reisinger



Ihr Problem vom September



Guten Abend, Herr Ladehoff! Habe erst heute (ansonsten zu wenig Zeit) Ihr Problemchen- welches sich zwischenzeitlich hoffentlich zum Guten gelöst hat- auf unserer Plattform gelesen.
Ich bin kein "weißer Uhu auf einem Bein" wie mancher Andere... aber alle Plattformfreunde, welche Ihnen geantwortet haben, haben recht:
Was man nicht tun sollte, ist kräftig heizen!!!
(gilt auch für Ratschläge aus Radebeul!) Die Oberfläche der Lehmstruktur beginnt dann zu reißen. Warum?: Es ist wie mit Holz (bei welchem ich mich sicher auch auskenne)... Was passiert, wenn man einem Menschen einen Plastikbeutel über den Kopf stülpt und am Hals zubindet? Die Antwort kann sich jeder selbst geben. Eine "Verlängerung des Gedankenganges" dazu wäre, daß jegliche Verwendung von Dachpappe, Bitumenbahnen, zwangsgetrocknetem Holz u.a. Frevelhaftigkeiten im Lehmbau (welcher sich in der heuigen Zeit die Ökologie auf die Fahnen schreibt)sich von selbst verbietet. Bauphysikalisch ist es Schizophrenie
und macht nur Konzerne oder Einzelpersonen reich...
Über eine kommunizierende Antwort würde ich mich freuen. Übrigens- wir machen auch Lehmbaulehrgänge (und nicht um etwas zu verkaufen!!!)
Mit Freundlichen Grüßen aus Zittau
(Wiederholung für "Emil")- Sorry!

E. Ulbich



Risse beim Heizen?



Hallo Herr Ulbich,
ging was schief oder warum so gereizt? Heizen beim Lehmbau im September, Oktober sowie in der anderen kalten Jahreszeit halte ich nach wie vor für sehr ratsam. Gerade der Laie haut alles Gesagte in einen Topf und probiert selbst aus. Nicht selten mit „blühendem“ Effekt in der kalten Jahreszeit. Leider war eins meiner Projekte selbst betroffen – wir wurden vom Heizungsbauer zwei Wochen versetzt. Ist schon lange her und die Pilze selten. Wir bauen seit Jahren in fast jedes Haus Lehmputze ein und hatten so weit ich mich zurückerinnern kann keine gravierenden Probleme mit Rissen im Lehmputz. Weder bei Wandheizflächen noch bei Lehmputzen mit organischen Bestandteilen. Bei 95% unserer Objekte sehen wir Wandheizungen vor. Schon aus diesem Grund muss bereits kurz nach dem Herstellen des Unterputzes mit Heizen begonnen werden. Beim Unterputz wird die Heizung kurz auf normale Betriebstemperatur gebracht und dann auf Sparflamme gedreht, beim Oberputz dümpelt sie weiter vor sich hin. Sie dient aber auf jeden Fall dazu, damit die Nässe schnell aus der Wand gebracht werden soll. Wie machen Sie es Herr Ulbich, wenn Sie auf Wandheizflächen putzen? Und welchen Putz verwenden Sie. Eigene Mischung oder fertigen Lehmputz?
Ich denke eher, dass Risse auf Grund schlechter Verarbeitung oder schlecht hergestellter Mischungen liegt. Auch könnten Risse beim nachträglichen Austrocknen der Unterkonstruktion entstehen oder beim erstmaligen Anfahren der Heizung und und und. Es gibt zu viel zu beachten um dies in der Kürze hier darzustellen. Auf jeden Fall Heizen wir – zwar nicht kräftig – aber mit Bedacht in jedes unserer Objekte ein und ohne eine rissige Wand zu hinterlassen. Ich müsste dann wohl persönlich beim Bauherren antanzen um die Schäden zu beheben. Und dazu hätte ich keine Lust und noch weniger Zeit. Risse hatten wir lediglich, als der Bauherr unsere Warnungen in den Wind schlug und fertige großformatige Lehmsteine selbst verbaute. Es entstanden Risse trotz persönlicher Einweisung durch den Hersteller.
PS: Ab nächster Woche beginnen wir bei zwei Objekten, ein Fachwerk und ein Steinhaus (unterschiedliche Oberflächen wie Pläner, Ziegel, Liapor, Holzbalkendecken, Fachwerk...) mit den Lehmputzarbeiten. Und diese Putze werde ich natürlich auch wieder „trocken heizen“. Geht auch gar nicht anders. Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen.

So das war´s erst einmal
freundliche Grüße
Michael Reisinger



jüngste Nachricht



Hallo, Herr Reisiger! Sind Sie zufällig der Architekt, welcher im Schloß Trebsen zu tun hat? Kurz zum ersten Teil Ihrer Antwort: Ich bin weder gereizt, noch ging etwas schief! Was mich nur immer wieder ärgert ist genau das was Sie ansprechen- Bauherren wollen Kosten sparen und möglichst viele Selbstanteile bringen. Ist ja an sich verständlich und legitim- aber es ist mir eben aus diesen Gründen schon einige Male untergekommen, daß diese Auftraggeber sich über meine Empfehlungen und Ratschläge zur praktischen Ausführung hinweggesetzt hatten. Dann war das Geschrei immer groß. Letztlich wird aus Einsparungsgründen Altlehm (geborgen) ohne jegliche Zusätze verwendet (durch den Bauherren!).
Wir Verarbeiten gern Fertigprodukte von CASADOBE und vor allem CLAYTEC. Wenn es gewünscht wird, dann sind wir in der Lage, mittels Zwangsmischer
Altlehm (max. 1/3 d.M.) mit Fertigputzprodukten zu mischen. Funktioniert erfahrungsweise immer.
Nachteilig (wenn überhaupt) ist die Geruchsbelästigung während des Trocknungsprozesses. Bekannterweise wurde ja Kuhmist mit eingemischt. Es riecht dann etwas nach Stall... (das war auch die "naserümpfende Frage" der Lehrer der Jonsdorfer Schule...). Mich hat es nicht gestört- heute ist man des Lobes voll über das Raumklima und die "Haltbarkeit des Lehmputzes". Gegen das "trockenheizen" habe ich also gar nichts- sondern gegen die sog. "Zwangstrocknung"- weil´s eben manchen Leuten zu langsam geht. Es ist nun mal ein Erdbaustoff. Im Übrigen finde ich es persönlich gut, nach funktionierenden Lösungen zu suchen, um in der kalten Jahreszeit trotzdem Baustellen erfolgreich abschließen zu können.
Sie sehen also, ich bin nicht gereizt und bei mir läuft es auch. Mich macht nur die Ahnungslosigkeit
(betrifft natürlich nicht Sie!!!) mancher Lehmbauherren richtig fuchtig...
Mit Freundlichen Grüßen von hier

E. Ulbich





Hallo, um Schärfe erst gar nicht aufkommen zu lassen (weil Lehm so ein friedlicher Baustoff ist!) nur ein kleiner Beitrag eines Lehmbauschülers (mit wachsender Begeisterung): Lehm hat so viele geniale Eigenschaften, und seine Anpassungsfähigkeit ist herausragend. Vor allem gibt es DEN Lehm nicht - die Mischung macht's. Dewegen gibt es sicher kein Patentrezept. Bei Baustoffen, die rein chemisch binden, wie Beton, brauchts keine Wärme zum Trocknen, bei der Trockung durch Verdunstung beim Lehm hilft Wärme schon, wobei zu bedeken ist, dass die Festigkeit im Lehm durch die Ausrichtung der Tonplättchen erzeugt wird - wenn der Lehm zu schnell trocknet, kann es Risse geben. Als wie beim Verarbeiten: Fingerspitzengefühl anwenden!
Günter Flegel



Danke für das Feedback



Ersteinmal vielen Dank für die tollen Tipps.
Ich habe an der Fachwerkwand ( Lehm ), eine Lehmschicht aufgetragen und 4cm dicke Schilfplatten aufgebracht.Es ist jetzt schon ganz gut durchgetrocknet (langsam mit Ofenwärme).
Als nächstes werde ich eine Putzschicht aufbringen, mein bekannter Riet mir zu Jutematten die ich auf die Strohmatten bringen soll.
Ich habe mich aber für die Variante , (mit einen Quast eine dünnflüßige schicht Lehm aufzutragen, dadurch ergibt sich eine bizarre, grobe oberfläche) entschieden.
Der Putzlehm hat dann einen Untergrund auf den er halten kann.
Ich werde das ergebniss hier weiter posten, erstmal Tschüüß und Danke für die tollen Tipps.



Lehm und Stroh



VORSICHT: hier können gravierende Schimmel-Probleme entstehen - unabhängig von der Dampfsperre. Dauert der Trocknungsvorgang des Lehms auf dem Stroh zu lange, dann fägt das Stroh an zu Schimmel, und es sind gravierende gesundheitliche Probleme zu erwarten, da ja gerade vermieden werden solten... Am besten Experten ranlassen



Frage an Herrn Ladehoff: Schilfplatten oder Strohmatten?



Hallo Herr Ladehoff,
wir haben ähnliches vor. Auf die Lehmwandgefache groben Lehmputz, dann in diese Feuchte Lehmschicht Schilfmatten reindrücken und dann diese mit Feinputz verputzen.
Sind Sie inzwischen fertig mit den Wänden? Würde mich freuen, wenn Sie oder auch jemand anderes mir etwas zum Verlauf und Erfolg dieser Technik mitteilen könnten.



@ Laura vom 29.11.03 forum 8387



Hallo Laura,
wäre Nett wenn Du mir deine Email adresse mitteilst,erstmal vorweg:
Wir haben die Fachwerkwand von allen Resten befreit(Tapeten u.s.w) dann haben wir eine Schicht Lehm aufgetragen ( ca. 1Eimer Lehm, 2,5 Eimer Sand und etwas Wasser) es sollte nicht zu Nass sein !
Dann haben wir die Strohmatten ( 1m hoch und 2m breit, 4cm dick, eine gekaufte fertige Matte! )
aufgebrcht und mit Dübeln befestigt (10 cm mit breiten Kopf )dieses haben wir ca. 2 Wochen trocknen lassen, leichte Ofenwärme und geöffnetes Fenster.
Dann haben wir mit einem Quast eine Lehm mische aufgebracht, um die Oberfläche anzu rauhen, man kann auch Jutelappen nehmen.
Dann haben wir eine Mische aus Lehm, sauberen Sand und Wasser aufgetragen und gleich Glattgezogen, ca. 2cm Dick .
Dann die langsame Trocknung Fenster und Ofen...bis jetzt ist alles in Ordnung, keine Risse und auch keine feuchtigkeit.
Wollen wir hoffen das es so bleibt, folgeschäden können wir noch nicht feststellen, ist ja auch gerade Frisch.
Aber wir sind sehr zuverlässig.
Entschuldige für die Schreibweise, bei fragen melde Dich nochmal, wo wohnt ihr denn?
erstmal Tschüß





In meinem Haus ist die Schilfinnendämmung jetzt fertig: zwei jeweils 2 cm dicke Platten wurden mit Tellerdüblen befestigt und satt in reinen Kalkputz gebettet (statt Lehm; ich hatte zuviel Kalkputz gekauft). hat tadellos funktioniert, und bei 250 qm Wandfläche gabs nur etwa 10 qm Verschnitt. Auf die Matten kommt jetzt die Wandheizung, dann wird mit Lehm eingeschlämmt (im Frühjahr) und mehrlagig etwa 3 cm stark mit Lehm verputzt.
Gruß gf
Gruß gf



Lehmputzer gesucht Berlin/Brandenburg



Hallo,

wir bauen gerade ein EFH mit KLB-Steinen. Lt Hersteller dürfte es keine Probleme mit Lehmputz geben. Uns fehlt nur noch eine Fachfirma. Kennt einer ne Firma hier in der Gegend die ihr Handwek versteht und Qualitätsarbeit macht? PLZ 16...

Kann uns jemand weiterhelfen? Vielen Dank schonmal





hallo, wo liegt den 16... genauer, ich kenne da die Firma Rath oder aber die Firma Mühle

viele grüße
Michael Reisinger
(der nicht aus Trebsen komt oder damit was zu tun hat)