Lehmputz im Bad - wie?

22.01.2012



Hallo,

unser Badezimmer (etwa 26 qm) soll komplett erneuert werden. Sämtliche Fliesen habe ich schon runter.

Nun möchte ich gerne die Nassgebiete fliesen und möglichst alle weiteren Flächen mit Lehm verputzen. Das bedeutet etwa 8 m * 1,20 m Fliesenspiegel und oberhalb davon Lehmputz. Hinter dem Badheizkörper nochmal etwa 2 qm Fliesen bis zur Decke sowie hinter der Dusche 4 qm.

Der vorhandene Zementputz ist auf Kalksandsteinen sowie auf kleinen Flächen einem Blähtonstein aufgetragen und soll mit seiner Stärke von etwa 2 cm ruhig dort drauf bleiben, die neuen Fliesen kommen on top. Keine Sorge, wir haben ein Fachwerkhaus, aber dieser Teil war wohl mal abgebrannt und wurde in Stein neu gebaut...

Dort, wo Lehmputz drauf soll, würde ich die Wände komplett vom Zementputz befreien und komplett Lehm aufputzen, so dass ich - Fliesen eingerechnet - etwa 3 cm Lehmputz benötige.

Ist das sinnvoll? Noch ist überall der Zementputz, vielleicht einfach den Lehm dort drauf?

Wie müsste der Putz aufgebaut sein? Ich dachte an etwa 2,5 cm Stroh-Lehm-Gemisch und einer Feinputzschicht von etwa 5 mm. Woher beziehe ich den Lehm, damit er im feuchten Zustand zwar diesen leichten Lehmgeruch aber nichts moderiges hat? Oder kann man diesen Geruch sogar ganz umgehen?

Muss der Kalkseindstein grundiert werden? Oder einfach ran da?





Hallo,

die Idee ist gut. Lehmputz könnte ich dir liefern.


MfG
Josh Mohwinkel



Hallo Arne



ich schick dir mal ein Bild,oder 2, so hab ich es gelöst, ruf mich einfach an und ich sag dir wie man es machen kann den es ergeben sich sicher noch einige Fragen,
MfG die Lehmschwalbe
Ralf Pawlik



Lehmputz



haftet mechanisch, d. h. der Untergrung muss nicht nur rauh sondern auch entsprechend tragfähig sein um wie angestrebt ca. 45kg/m² zu halten.

Wenn der Altputz tragfähig ist könnten er auch als Untergrung dienen.

Kalkstein muss nicht grundiert werden, er sollte nur staubfrei sein.

Grüße





Hallo Arne,
bin jetzt nicht so der Lehmkrack, habe aber eines über Lehm gelernt, namlich das er eigentlich in Feuchträumen fehl am Platze ist, wegen der Schimmelgefahr und den Zersetzungsprozessen allgemein .
Wenn der Lehm wegen seiner guten Eigenschaften hinsichtlich der Regulationsfähigkeit der Luftfeuchte verwendungfinden soll, würde ich stattdessen Rotkalk verwenden.
Er hat min. genauso gute Luftfeuchte ausgeleichende Eigenschaften und ist hygienisch einfach top !
Wenn es doch Lehm sein muß ( warum auch immer ? ) würde ich ihn steriliesieren ( Kochen ) und auf organisches wie Stroh verzichten.

Mit freundlichem Gruß aus dem schönen Odenwald !

Thomas J. Etzel



Wenn ich mich mit Lehm nicht auskennen,



würde ich auch keine konkreten Aussagen zum Material machen.

Wo lernt man denn, dass Lehm für Feuchträume ungeeignet ist?

Der Dachverband Lehm äußert sich da ganz andres.

Anbei eine Grafik die die Sorption von unseren Lehmbauplatte mit anderen Putzen auch mit Kalkputzen vergleicht. Ich denke die Grafik erklärt sich selbst.

Grüße



Ist es jetzt die neue Mode im Forum, ...



... alles nur noch im Hintergrund auszukungeln?

Da mögen die verehrten Herren aus der Branche doch besser gleich direkt ihre Kunden in Spe anrufen oder per Mail kontaktieren ohne ebendas noch vorher extra im Forum kundzutun. Das hat nämlich keinen Informationswert. Ein öffentliches Forum lebt von offenen Diskussionen. Welchen Lieferanten oder Lehmbauer der geneigte Bauherr sich nachher wirklich aussuchen wird, entscheidet sich doch sowieso auf einer ganz anderen Ebene.



Konklusion ;)



Soll ich das mal auflösen...?

Der Lehm wurde einfach auf den Kalksandstein aufgebracht. Insgesamt etwa die geplanten 3 cm. Es wurde der ProCrea Fertigputz (Ober- und Unterputz gibt es da, der Tipp kam von Ralf Pawlik, danke!!) verwendet. Der hat von Anfang an nicht gestunken, und ich erwarte auch, dass das so bleibt.

Hält alles prima, und der Lehm funktioniert jetzt schon bestens. Jetzt noch die Sumpfkalkfarbe drauf, und es ist fertig. Der Untergrund für die Fliesen wurde mit Maschinenputz verputzt, scheint auch gut geklappt zu haben.