Lehm auf Gasbeton (Ytong)

15.02.2010



Der ein oder andere wird wohl mit dem Kopf schütteln, jedoch würde ich gern einige Innenwände schnell mit Ytong hochmauern.
Kann ich hierbei später trotzdem Lehmputz verwenden, oder beißen sich die Werkstoffe?



Lehm auf Porenbeton



Beide Materialien vertragen sich sehr gut.

Viele Grüße



Halt nur...



...etwas aufpassen, damit der Putz nicht aufbrennt.

Gruß Patrick.



@Patrick



...aufbrennt?



Der Ytong...



...saugt haltt wie ein Schwamm und wird den Lehmputz ohne gehöriges Vornässen oder durch eine Aufbrennsperre das Wasser zu schnell entziehen. Habe bisher noch keinen Lehm verputzt, aber warum soll der Lehmputz da anderen Putzen im Vorteil sein. Kann ich mir nicht vorstellen.
Udo Mühle von Lehmhandwerk hat bestimmt schonmal auf Ytong verputzt wobei ich mir vorstellen könnte, daß er den Stein nicht sonderlich mag, gell Udo), einfach den Guten mal fragen, oder vielleicht gibt Georg noch einen Tip.

Gruß Patrick.



Udo, Georg,



da bin ich ja mal gespannt, wie sie mir das "Aufbrennen" erklären...schätze mal, keiner meldet sich...

Gruß...J.



Kennst...



...du nur das Wort Aufbrennen nicht? Achso, ein Putz brennt auf, wenn der Untergrund ihm das zur Verarbeitung notwendige Wasser zu schnell entzieht. Dadurch reißt der Putz.
Putzerfachgesimpel halt :-).

Gruß Patrick.

P.S.: Machne Putzer nennen ein zu schnelles Abbinden auch Gefrieren, zumindest in meiner Gegend. "Der gefriert dir auf der Kelle"





In jedem Fall muss Ytong gut vorgenässt werden, dann ein Vorspritzt (netzförmig) drauf und dann der Putz, egal welcher, in mindestens in zwei Lagen drüber.

Grüße aus Schönebeck



Lehm auf Poroton



Das mit dem Vornässen sollte man nicht überbewerten.
Nur bei Lehmuntergründen ist ein Vornässen wichtig.
Der Untergrund muß staubfrei sein. Der Lehm haftet auf dem Poroton rein mechanisch und sollte sich gut in den Vertiefungen festkrallen können. Wichtiger ist die erste Lage mit der Kelle anzuwerfen, um eine gute Haftung zu erzielen.
Ein Vorspritzen mit einem Haftgrund ist nicht erforderlich, da der Untergrund gleichmäßig saugend ist.
Bei einem ebenen Untergrund wie Poroton ist ein einlagiger Putz ausreichend.
Ein Aufbrennen geschieht bei Lehmputz nicht. Das Wasser wird nicht wie beim Kalkputz zum Erhärten benötigt und muß ohnehin raus.
Ein Reißen durch einen zu trockenen bzw. zu stark saugenden Untergrund ist nicht zu befürchten.
Das durch den Untergrund entzogene Wasser führt nicht zur Rissbildung, das passiert nur, wenn der Putz von der Oberfläche her schneller trocknet als vom Putzgrund her, also bei zu nassem Untergrund und bei falscher Putzzusammensetzung.

Viele Grüße





Ohne vorzuspritzen verputze ich kein Ytong.
Die Haftung ist auf diesem Werkstoff doch sehr bescheiden.

Herr Böttcher, was sagt die DIN eigentlich dazu (auch für andere Putze)

Grüße aus Schönebeck



Lehm und DIN,



das fehlte noch...





@Jürgen

(auch für andere Putze)

rein Interesse halber. Nach TGL war das nämlich ein muß.

Grüße aus Schönebeck



TGL?



...Technische G. Lehm...?



Lehmputz



Es gibt zur Zeit keine gültige Lehmbau- DIN.
Die alten wurden 1971 als veraltet zurückgezogen.

Ersatzweise werden heute die Lehmbauregeln des Dachverbandes Lehm e.V. als allgemein anerkannte Regel der Technik geführt.
Diese Lehmbauregeln sind 1998 in die Musterliste der technischen Regeln des Instituts für Bautechnik Berlin aufgenommen worden und damit zur bauaufsichtlichen Einführung in den Bundesländern empfohlen.

In den Lehmbauregeln ist die Ausführung von Lehminnenputz unter Punkt4.6.2. nachzulesen.
Da steht u.a.:
"Einlagige Lehmputze werden auf allen maßgerechten Lehm-Untergründen und allen ausreichend griffigen und gleichmäßig saugenden Untergründen des Massivbaues eingesetzt (z.B. Porenbeton, porosierte Ziegel...".

Unter Punkt 4.6.3. Lehmputz steht u.a.:
"Lehmmörtel haben eine hohe Klebkraft..."
"Lehmputz kann nicht aufbrennen"
Und so weiter.

Außerdem kenne ich das Putzen mit Lehm auf Poroton und anderen Untergründen aus eigener Erfahrung.

Viele Grüße



Wie schon



gesagt wurde ist ein Vornässen nicht unbedingt notwendig es sei denn die Verarbeitungszeit soll verlängert werden. Der Untergrung sollte staubfrei sein.

Grüße



Lehmputz



Ich ergänze meinen letzten Beitrag:
Die Lehmbauregeln sind mittlerweile in 11 Bundesländern verbindlich eingeführt worden.

Viele Grüße





Danke, danke Herr Böttcher.

Grüße aus schönebeck