Lehmputz über Kopf auf Schilfmatten

01.09.2009



Guten Tag,

ich habe vor ein defektes Deckenfach mit einer Claytec-Schilfmattte (unter der Hanfdämmung) auszubessern und diese dann wieder mit Lehm zu verputzen.

Hat jemand Erfahrung mit Putz auf Schilfmatten über Kopf, also z. B. Mischverhältnisse ect?

Mir ist klar das es gerade bei Lehm auch viel auf Versuch und Irrtum ankommt, aber vielleicht gibts ja ein paar nützliche Tipps?

Vielen Dank



Hallo Aulus,



hätte da eine Idee und eine komplette Verarbeitungsrezeptur für Dich auf Lager...gelte seit Anmeldung jedoch als "Lehmspinner", weil Selbermacher, bei mir zuHause funzt es jedoch.

Mein Vorschlag also: Lehm (welche Mischung auch immer) tief in und unter das Putzträgergewebe einbringen, kurz antrocknen lassen, verdichten, dann nach "Gusto" auftragen, am nächsten Morgen nachverdichten...bingo, sieht aus , wie gekauft...;-)



Versuche es einfanch mal!



Das Material ist zu nass wenn es in Tropfen wieder abfällt und zu trocken wenn es als Brocken runterfällt.

Das Verputzen an der Decke ist deutlich schwieriger als an der Wand. Der Putz sollt mit Druck angetragen werden damit sich der Lehm an den Putzträger klammern kann.

Nach dem Auftragen sollte ein Gewebe in den plastischen Putz eigearbeitet werden.

Grüße Gerd



Vorspritz



Eventuell kann auch ein Vorspritz mit eine Lehmschlämme helfen, der völlig durchtrocknen muss. Auf diesem hat der Putz dann eine deutlich höhere Anfangshaftung.
Also eine Variante von Jürgens Vorschlag.



Eine Lehmschlämme,



und auch hier gehen die Meinungen mal wieder auseinander ist nicht hilfreich, auch das Vornässen sollte man lassen.

Grüße



Deckenputz mit Lehm



Die erste Lage dünnflüssig mit fett eingestelltem Lehm anwerfen.
Wenn nach dem Durchtrocknen das Schilf immer noch federt, eine zweite Lage anwerfen, die Nasen nach dem Antrocknen abstoßen.
Wenn dann der Untergrund nicht mehr federt, mit Unterputzmischung die Löcher und Vertiefungen auswerfen,glätten, aufkämmen.
Ein paar Schwindrisse im Vorputz stören nicht, der Putzgrund muss samt Schilf fest und ohne Hohlstellen sein.
Nach dem Trocknen des Unterputzes kann ein Feinputz aufgezogen werden.

Viele Grüße



Dankeschön!



So wie hier beschrieben habe ich mir das gedacht, danke für die Bestätigungen.

Wir machen den Lehmgrundputz auch selber (nur der Feinputz ist gekauft)aus Überzeugung und Kostengründen. Anspritzen fällt auch aus Kostengründen aus, wobei das bei der Decke natürlich schick währe.

So, jetzt gehts ans Werk, mal sehen was draus wird. Wände halten ja schon schön...

p.s. danke für den Tipp mit dem Nachfedern. Ich werde darauf achten!



Meine beste Erfahrung. Lehmputz immer in dünnen Schichten aufziehen.



Hallo.
Ich habe mir das Anwerfen von Lehm schon vor langem abgewöhnt.
Man neigt dazu die Schicht zu dick auszubilden.
Gerade an der Decke immer darauf achten das eine Schicht
max 5mm nicht überschreitet.
Am besten mit einer 100mm Stukkateurspachtel mit leichten Reibbewegungen aufziehen.
Lieber mehrere dünne Schichten als eine Dicke.
Der Lehm trocknet schneller und das Auftreten von Schwindrissen ist geringer, außerdem löst er sich nicht vom Untergrund ab.
Universallehmunterputz von Claytec und am Schluss ein Lehmfeinputz oder Kalkputz ist super.

Viele Grüße Ralf





Danke. Wir lehmen seit geraumer Zeit jetzt an der Decke und haben wohl die richtige Mischung aus werfen und Streichen gefunden. Es wird!



Kurzer Nachtrag..



..zum Thema. Die Küchendecke (und nicht nur die) ist fertig. Nach einigem Herumprobieren, Buch lesen, wieder probieren, Forum lesen... haben wir die richtige Mischung (alles selbergemacht) und die richtige Technik entdeckt mir der wir (meine Frau und ich) super zurecht kommen. Auch plastische Gestaltungen an Ecken sind schön gelungen.

Danke nochmal für die Tipps hier und allen ein frohes Schaffen mit dem wirklich tollen Baustoff Lehm!



Lehmputz



An Ralf Lichtenberg:
"...Ich habe mir das Anwerfen von Lehmputz schon lange abgewöhnt..."
Ich nicht, vor allem bei Deckenputz.
Das Anwerfen hat eine wichtige Funktion:
Durch die kinetische Energie erfolgt eine Verdichtung und eine innige Verzahnung des Putzmaterials mit dem Untergrund.
Dann kann man durch das Anwerfen besser Toleranzen in der Fläche ausgleichen.
Vor allem bei Deckenputz auf sehr rauhen, federnden und unebenen Untergründen wie Schilfmatten oder Lehmwickel ist das Anwerfen unumgänglich.
Der Feinputz kann dann anschließend (am besten mit der Glättkelle bzw. Traufel) aufgezogen werden.

Viele Grüße



Genau so,



der Auftrag mit der Glättekelle ist mit derartig dünnflüssigen Konsistenzen überhaupt nicht möglich.
Schilfrohrmatten an Decken putze ich generell in drei Lagen, die alle vor weiter Bearbeitung durchtrocknen müssen, + einer Lage Oberputz.
Hier die erste dünnflüssige Lage ohne Stroh, ab der zweiten Lage kommt dann Stroh mit rein.
Bei mir jedenfalls.
[pubimg 19847]