Lehm mit Stohanteilen verarbeiten im Zwangsmischer?

19.10.2015



Hallo!
Nach Gesprächen mit Lehm Verarbeitern hatte ich die Idee mir einen Zwangsmischer zu kaufen, damit die Vorarbeiten zum Aufbereiten der Sackware (Lehm Unter-u.Oberputz trocken, Strohhäksel bis 2 cm Länge z.Zt. Conluto und/oder Claytech ) leichter werden. Das Arbeiten mit einem Quirl im Bottich ist anstrengend. In Internet-Kleinanzeigen werden verschiedene Zwangsmischer angeboten. Nach Auskunft der Firma PFT (Putz und Fördertechnik- sehr netter und guter Service!) ist das Verarbeiten von Lehm mit Zuschlagsstoffen mit einem Zwangsmischer nicht möglich, da es im "Mischrohr" zu Verklumpungen komme.In der engere Auswahl hatte ich einen "Silomischer" PFT HM 104 mit Misch- und Fördermechanik und einstellbarer Wasserzumischung, den ich mir repariert und angepasst hätte.
Wie sind die Erfahrungen zur Mischbarkeit der Lehmputze?
Eine Profi- Putzmaschine ist zu teuer um in Eigenregie zu arbeiten, da geht es erst bei mehreren tausend € los..

Gruß Christoph



Ein



erdfeuchter Lehmputz muss mit einem Zwangsmischer aufbereitet werden. Mit dem PFT HM 104 lassen sich nur trockene Putze mit kurzen Fasern mischen.
Das Gerät ist ein Mischpumpe und kein Zwangsmischer.
Die Aussage das das Mischen in einem Zwangsmischer nicht möglich ist kann ich nicht nachvollziehen.

Grüße



Zwangsmischer zur Unterstützung



Hallo Herr Meurer!
Ich hatte in meinem Text geschrieben, dass ich trockene Putze verwende. Danke für den Hinweis, dass Erdfeuchte Lehmputze Maschinell aufbereitet werden müssen. Das war mir noch nicht bekannt.
Erdfeuchtes Material kommt für mich als "One man show" nicht in Frage, da oft längere Arbeitpausen eingelegt werden müssen.
Interessant wäre jetzt noch zu erfahren, ob schon mal jemand mit dem PFT HM 104 trockene Ware verarbeitet hat. Mischpumpe klingt fast noch besser als Zwangsmischer! Nutzt nur nix wenns nicht fördert ;-(
Zitat: "Wichtig ist was hinten raus kommt!" (H. Kohl)
Gruß aus Siegen!
C. Lagemann



am Effizientesten



Putzt man als One man Show mit einem Freifallmischer und ner Schubkarre,, ner Kelle und nem Brett.
mit einem Freifallmischer kann ich mir die Mischung bedarfsgerecht einstellen.
die pft hm 104 ist ne Maschine die man unter ein Silo schraubt,wenn man diese Maschine dann sein eigen nennt, braucht man "nur" noch ne Förderpumpe schläuche n dauerluftkompressor und ne menge Lust... ach ja und Lehm,bzw trockene Mischung im Silo wäre auch von Vorteil.
wo wir wieder bei mehrern tausend euro sind..

ich hab in meiner Laufbahn auch noch keinen Zwangsmischer gesehen der nicht geeignet wäre für lehmputz ,da muss jemand etwas durcheinandergebracht haben bei PFT.
von wieviel zu verputzender Fläche reden wir Überhaupt?
greets Flakes



Maschineneinsatz



So wie ich sehe und höre, mache ich erst mal weiter wie bisher und investiere das gesparte Geld in Lehmputz.

@flakes: Ein freistehendes Fachwerkhaus (Profil gelesen?)in dem Zimmer für Zimmer gearbeitet werden soll, längere Arbeitspausen inclusive, ist das ein Langzeitprojekt für den Rest meiner arbeitsfähigen Zeit oder bis zum Verkauf des Hauses. Momentan etwa 25qm plus Decke. Im Höchstfall also etwa 200qm Wandflächen. Keine Ahnung ob ich das noch schaffe..
Gruß Christoph



Erdfeucht



Halo,

geade wenn das Geld knapp ist würde ich mit erdfeuchtem Material arbeiten.
Kann natürlich sein, dass du selber mischt aus Sand und Pulver?

Freifallmischer (Betonmischer) und eine offene Förderpumpe mit Spritze incl. Kompressor sind gut.

Lei dir die Technik inc. Verputzer, lade einen Kumpel etc. ein.
Da geht an einem Wochenende gut was weg.
Der Grundputz ist da schnell drauf.
Die Jahrszeit ist nicht unbedingt optimal, kostet dich jetzt etwas Energie. Müsstest mmn die Baustelle beheizen. Aber es klang so als würdest du auch in dem Haus wohnen?
Wenn du in dem Fall Zeit hast brauchste keine Maschine. Musst du ja immer sauber machen etc.
Eine Pumpe kannsteauch mal stehen lassen. Also Putz im Schlauch. Aber auch nicht länger wie 2 Tage.

Bei der Decke ist ne Spritze aber sehr von Vorteil.


Grüße



Mischen in doppeltem Sinne



@Mo77:Ja, ich wohne in meinem Fachwerkhaus.Es ist auch keine Baustelle im eigentlichen Sinn, ich habe jetzt nur ein Zimmer in dem ich mit Lehm arbeite. Der Raum kann auch geheizt werden, ist aber noch nicht nötig.
Frage: Ist schnelles trocknen Vorteilhaft für das Material?
Z.Zt. verarbeite ich den (trockenen) Lehm Unterputz von Claytech. Ein Loch in der Lehmwand, ca. 20cm Durchmesser, musste gefüllt werden. Weil mir für die Arbeit der neue Lehm "zu schade" war (immerhin muss ich pro Sack über eine Stunde arbeiten um ihn zu verdienen) Das Loch hätte man auch mit eingesumpftem alten Lehm schliessen können. Den original-Lehm vom Abbau der Deckenweller habe ich in Speißkübeln gesammelt. Aus Gründen der Festigkeit habe ich je zur Hälfte alten Lehm und neuen Lehm verwendet. War eingesumft kaum voneinander zu unterscheiden, bevor ich beide Mischungen zusammen kippte, und mehrfach mischte. Bin gespannt, wie es morgen aussieht.
Weil die "Umgebung" der bearbeiteten Fläche (heute weniger als 1 qm) quasi nur aus Lehm und Holz besteht habe ich mit den Trocknungszeiten kein Problem. Das Wasser verschwindet gewissermassen im Raum. Morgen kommt die nächste Schicht drauf. So zu arbeiten, dauert eben etwas länger.
Wenn mein Urlaub rum ist mache ich sowieso nicht jeden Tag weiter.
@all: Gibt es hier viele Selbstbauer, die auch so "Stück für Stück Verputzen bzw arbeiten?
Gruß C.



Gute Frage,



manchmal findet man Erfahrungsberichte. Ich habe in meinem Fachwerkhaus die Außenwände mit Lehm verputzt und egalisiert. Inzwischen habe ich 3 erdfeuchte Bigpacks (3,6 t) verarbeitet und finde das Material genial und einfach zu verarbeiten. Ich habe bis zu 10 cm Lehm in mehreren Schichten aufgetragen, wobei ich teilweise den Putz mit Stroh vermischt habe. Das hat den Vorteil, dass auch größere Dicken (bis zu 5 cm) in einem Arbeitsgang aufgetragen werden können, hat aber den Nachteil dass man mehrere Wochen warten muss bis das Material komplett durchgetrocknet ist. Man merkt das sehr schnell am Geruch wenn man nicht lange genug wartet. Auch sollte man die Mischung mit zusätzlichem Stroh aus demselben Grund innerhalb eines Tages verarbeiten.

Trocknungszeiten von mehr als 2 Wochen waren im Sommer bei guter Durchlüftung normal und haben die Arbeit immer wieder gebremst.

Ich habe meinen Lehm komplett in der Wanne mit einem Rührer angemacht, dabei ist es einfacher wenn man die Mischung vor dem Rühren schon eine halbe Stunde einsumpfen lässt.

Einfach probieren. Ich habe viel gelesen und dann einfach angefangen. Das Material ist sehr fehlertolerant und wenn man beim Klopfen feststellt, dass die Schicht nicht fest hält, weil z.B. zu wenig vorgenässt wurde, nimmt man die Schicht ab und rührt sie wieder neu an und versucht es noch mal. Man kommt schnell dahinter wo das Problem ist.

Viel Erfolg

Herbert



(Un)begreiflich schön



Hallo Herbert!
Es muss toll sein, wenn man so "aus dem Vollen" (Big Bag) schöpfen kann und nicht überlegen muss, wo man welchen Baustoff einsetzt. Ich habe als Alleinverdiener, der noch für 2 Kinder zahlt(leben bei der Mutter) da noch einige Jahre ein sehr enges Korsett...
Du hast Recht, Lehm ist d e r Baustoff!
Freue mich jedesmal wenn es am Projekt weiter geht.
Gutes Gelingen!
C.



Erdfeuchte Big Packs



waren nach meiner Recherche die preiswerteste Form an das Material zu kommen, wenn man nicht eine Lehmgrube hat und das Material selber mischen möchte.

Ich war als Anfänger auch dankbar für eine konstante Mischung ohne lange experimentieren zu müssen. Ich hatte mich auf den Händler verlassen und die Mischung mit Strohanteil verwendet, wobei ich erstaunt war wie unterschiedlich sich Unter- und Oberputz derselben Firma verarbeiten ließen.

Viel Erfolg





Hmmmm,

aus geldmangel den trockenen Claytec zu kaufen???

Hast du mal Lehmpulver und guten Sand probiert.
Ebenfalls wäre Baulehm eine Alternative. Rohlehm, Grubenlehm.

Vieleicht hast du Grube in der Nähe?
Fachwerkhäuser die abgerissen werden?



Selber mischen?



hatten wir beide nicht mal über meine Situation am Telefon gesprochen? Ich weiß nicht wo ich brauchbaren Sand her bekomme. Hier im Siegerland gibt es Lehm (in der Nachbarschaft ist vor ein paar Tagen eine Baugrube ausgehoben worden) aber der ist sehr fett. Außerdem fehlt mir das Wissen, den Lehm verarbeitbar zu machen. Und dann brauche ich noch Zuschlagstoffe. Wer würde eine Lehmprobe analysieren ob der brauchbar ist?
Und: Verzettel ich mich dann nicht noch mehr in Details um die ich mich bei Sackware im Moment nicht kümmern brauche?
Gruß C.



selber Mischen



geht ganz gut, Voraussetzung ist aber sehr viel Erfahrung im Umgang mit Lehm, verschiedenen Sanden und Zuschlagstoffen.
ich Würde mir einen Bigpack Unterputz und einen Bigpack Oberputz kaufen das ist auf jeden Fall gunstiger als Sackware.
Vielleicht besteht ja Die möglichkeit die Bigpacks trocken zu lagern dann Passiert da auch nix dran.

mit Lehmbaustoffe selber mischen und rumprobieren kann man sehr viel zeit investieren, die sich im Prinzip nur "lohnt" wenn man Beruflich mit solchen Baustoffen zu tun hat.
greets Flakes