blau - schwarze zähe Klumpen im Lehm für eine Lehmstampfwand

25.07.2009



Hallo, Fachleute,
dieses Forum ist mal richtig gut. Lese schon seit Stunden.
Ich habe ein Fachwerkhaus von 1730, wohne schon lange darin nur im Erdgeschoss und wurstele mich so vorwärts. Zur Zeit baue ich eine Lehmstampfwand im Obergeschoss (innere Wärmedämmung 12 bis 6 cm dick). Ich glaube, das bekomme ich schon ganz gut hin. Habe aber jetzt Lehm geliefert bekommen (leicht erdfeucht) mit hohem Anteil von sehr festem schmierigem Lehm, blau bis fast schwarz. Ich denke mal, das ist Mergel. Jedenfalls bekomme ich das Zeug nicht aufgerührt als Lehmschlämpe. Es bleiben immer dicke Klüter. Kann man diese auch am Haus verwenden, z.B.mit Stroh als Fugenfüller (zwischen Lehmstackengefach und Balken) oder ist das nicht gut wegen zu langsamer Trocknung und evt. zu schlechten hygroskopischem Verhalten von dem Zeug. Lehm atmet ja und soll deshalb so besonders gut für das Raumklima sein. Aber er dichtet auch, ich denke da z.B. an Grubendichtungen von Deponiern und im Wasserbau. Kann mir jemand raten?
Vielleicht kann auch jemand auf Infos zur Lehmstampfwand verweisen. Ich habe mal einen Kurs besucht und halte mich an diese Empfehlungen. Aber ich lerne immer gern dazu.
Liebe Grüße an die Experten
Petra



Mergel ...



ist es hoffentlich nicht. Mergel ist ein lehmiges Verwitterungsschuttgemisch, klassisch als Belag von unbefestigten Waldstrassen verwendet.
Die blau-schwarze Farbe deutet auf Eisen-II- Gehalt hin, also auf reduzierende Bedingungen. Das ist an sich kein Problem. Es handelt sich um Ton, der noch nicht zu Lehm verwittert ist. Im Basler Jura gibt es Ziegeleien, die solchen Ton zu Porenziegeln verarbeiten. In der Grube ist er anstehend betonhart; er wird gemahlen oder zerquetscht und dann zu Rohlingen gepresst. Das Material ist ein Gestein (da nicht verwittert) und wird, da wasserundurchlässig, für Endlagerstätten radioaktiver Abfälle als geeignet angesehen.
Sie können versuchen, die Knollen einzeln mit einem Maurerfäustel auf harter Unterlage zu zerschlagen. Oder nass einige Winter lang draussen herumliegen lassen.
Wenn man das Zeug nicht mit vertretbarem Aufwand aufgeschlämmt bekommt, würde ich die Lieferung beanstanden. Da Lehm kein genormeter Baustoff ist, haben Sie dem Lieferanten hoffentlich bei der Bestellung gesagt, was Sie wollten.



Woher ist der Lehm eigentlich?



Aus einer definierten Grube (Tiefenlehm) oder von Aushüben irgend welcher Baugruben?
Lehmstampfwand und Lehmschlämme?
Da kommen bei mir Fragen auf.
Was wird denn genau bei Ihnen bzw was machen Sie denn nun genau?
Stampfwände werden aus erdfeuchten Materialien hergestellt.
Lehmschlämme ist eigentlich irrsinnig und kommt bei versierten Fachbetrieben kaum zum Einsatz, da es eher kritisch zu betrachten ist.

Hier ein paar Verweise zu Lehmstampfinnenschalen.
Bildergalerien einfach mal durchschauen.

Frohes Schaffen,
Udo Mühle





Hallo,
können Sie mir die Adresse des Lieferanten nennen.
Ich benötige dringend wasserundurchlässigne LEHM;MERKEL

für eien Teichprojekt.

Für eine kurzfristige Info wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Erwin Gottschalk



Lehmzusammensetzung



An Erwin Gottschalk:
Fragen Sie in den Kies- und Sandgruben der Gegend nach folgenden Bodenarten:
Kies- Tongemische (Geschiebelehm) GT,
Sand- Schluffgemische (Auelehm) SU,
Sand- Tongemische (Geschiebelehm, Geschiebemergel) ST
mit hohen Anteilen an bindigen Beimengungen.
Geeignet sind weiterhin Seetone und Beckenschluffe UM.
Am besten eignet sich für Ihren Zweck leicht plastischer Ton, (z.B. Geschiebemergel) mit geringem Kalkanteil TL
und mittelplastischer Ton (Bänderton) TM.

Viele Grüße

p.s. Zu hoher Kalkgehalt im Lehm ist ungünstig, das setzt die Bindekraft herab.