Mischungsverhältnis Liapor - Lehm

08.04.2007



Hallo,

wir dämmen unsere Wände mit einer Mischung aus Liapor (Blähton) und Lehm.

Zur Bedarfsermittlung des Lehms stellt sich mir jetzt die Frage, welche Menge Lehm ich für 1m3 Liapor benötige.

Hat jemand von Euch schon Erfahrungen damit gemacht?

Vielen Dank für jeden Beitrag!

Thorsten



Mischungsverhältnis Liapor- Lehm



Ausprobieren.

Viele Grüße
Georg



Leichtlehmdämmung



Hallo, wir haben vor Jahren eine Sichtfachwerkinnenwand neu errichtet. Auf der vollständig verputzten Schlafzimmerseite haben wir im Bereich der Elektroinstalationen alle Einbauten mit Blähtonleichtlehm "vergossen", ansonsten die Wand mit Strohleichtlehm zur Gewichtsersparnis hochgezogen. Dabei haben wir 0,5 RT fetten Lehm mit 0,5 RT Wasser angesetzt = 1 RT Lehmschlämme, diese dann mit 5 RT Blähton vermischt. Es hat hervorragend funktioniert, das Ergebnis entsprach etwa dem Außsehen von Bims-Leichtbausteinen.

Wir planen daher die Dämmung der Außenwände im EG statt mit Strohleichtlehm wie im OG mit Blähton auszuführen. Allerdings erscheint uns die Kapillarität zu gering, da die einzelnen Blähtonkügelchen sich nur geringfügig berühren. Daher werden wir im Außenwandbereich dem Blähton Sand beimischen, um den Kapilartransport sicherzustellen.

Um das Mischungsverhältnis herauszubekommen kann man solange Sand (0-2) einem vollständig mit Blähton gefüllten Eimer hinzufügen, bis eine Volumenzunahme eintritt (Sand füllt zunächst nur die Hohlräume zwischen den Kugeln). Anschließend gießt man Wasser in den Eimer, bis es an der Oberfläche sichtbar wird. Dadurch läßt sich die benötigte Bindemittelmenge (Lehm) abschätzen.

Beim verfüllen der Wand werden wir lagenweise noch Strohleichtlehm als Armierung einarbeiten. Vor Aufbringen der Lehmdämmung sollten alle Balken von innen mit Lehm verputzt sein, um nach innen gelangtes Wasser sicher abzusaugen und großflächig zu verteilen.

Hoffe ein wenig geholfen zu haben... Ein kurzer Erfahrungsbericht nach Ausführung an dieser Stelle wäre super...

Gruß Frank



Auslitern



Moin moin,

habe mich damit schon mal ausgiebig beschäftigt.
Pi X Daumen = 1:3, das paßt auch zur dichtesten Kugelpackung. Soweit die Theorie.

Allerdings hat unserer Schüttung in der Regel
d= 8 -16 mm, überwiegend ungebrochen,
so daß man praktisch ums Auslitern nicht rumkommt.

Man nehme einen 12-Liter Eimer,
fülle 10 Liter Liapor ein, schaffe eine Möglichkeit,
das Aufschwimmen zu verhindern (das Schwierigste ;-) ),
und fülle Wasser bis zum 10 Liter-Strich ein.
Dann Dekantieren und die verwendete Wassermenge bestimmen.
Eingezogenes Wasser oder Abtropfverluste können vernachlässigt werden (Der Nachweis dafür ist denkbar einfach).

Die statisch am höchsten belastbare Mischung enthält gerade soviel Lehmtrockenvolumen, wie die Schüttung Haufwerksporen hat, das Maß, das Ausgelitert wurde.
Hierbei liegen die Blähtonkügelchen auf 'Knirsch',
berühren sich also, was man auch deutlich hört.
Der Lehm braucht nicht zwingend abgemagert zu werden,
da die verbleibenden Lehmzellen klein sind,
der Gesamtkörper schwindet nahezu garnicht. Ausprobieren.

Nachfolgen noch ein paar lose Gedanken.

Mehr Lehm:
- benötigt mehr Wasser pro Einbauvolumen.
- Verarbeitbarkeit kann etwas besser sein.
- muß eventuell etwas abgemagert werden (Schwinden)
- Wärmeleitwert steigt deutlich an
- höheres Einbaugewicht

Weniger Lehm:
- weniger Wasser wird verbaut
- Gemisch 'erstarrt' schneller -> schnell verbauen
- leichter
- bessere Dämmung aufgrund zunehmender Haufwerksporen
- kein Schwinden wegen 'Knirsch'
- immer noch sehr fest

Sonstiges zur Minimierung des Wassereinsatzes:

Erst Lehm mit Wasser mauken lassen,
dann trockenes Liapor o.ä. hinzu,
kurz mischen lassen bis homogen, sofort verarbeiten,
da die Mischen nach einigen Minuten 'anzieht'.
Ich sehen das als Vorteil, wenn man seine Arbeitsabläufe
gut organisiert, auf Vorrat herstellen ist nicht anzuraten.

Eine Tasse Borax auf den vollen Freifallmischer verringert die benötigte Wassermenge deutlich,
verbessert die Verarbeitbarbeit nachhaltig und gibt zusätzlichen Gammelschutz.
Kostet nicht viel und ist harmlos, wenn man es nicht ißt.

Die Befürchtung, daß das Liapor viel Wasser zieht,
und/oder dieses dauerhaft gebunden hält, ist nicht nachvollziehbar.
Es wird weniger Wasser als bei kompaktem Lehm verbaut,
der Lehm zieht auf Dauer den Blähton trocken,
da der Lehm die geringeren Kapilarraumgrößen hat.
Vor diesem Hintergrund ist auch die Nutzen einer
oberflächlichen Sinterschicht zweifelhaft,
da sie weder 100% ist, noch eine Dampfdiffusion verhindern kann, für die verbaute Funktionalität ist sie obsolet,
lediglich bei der Herstellung der Mischung nutzt sie durch die Verlangsamung der Wasseraufnahme.

Entgegen anderen Behauptungen stimmt auch die Ököbilanz
beim Blähton-Kreislauf, allein zu Teuer ist das Zeug.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek