Blähtonleichtlehm?

04.01.2005



Hallo,

theoretisch müssten poröse, mineralische Zuschläge zum Lehm doch eigentlich das Optimum in der Innenwanddämmung von Fachwerkbauten darstellen.

Mit relativ geringen Wandstärken lassen sich so die angestrebten Dämmwerte erreichen. Das Schwinden beim Trocknen soll annähernd Null betragen, die Gleichgewichtsfeuchte der Mischung ist relativ niedrig, eine fertiggestellte Mischung kann praktisch zeitlich unbegrenzt verarbeitet werden, da mineralische Zuschläge eben keine Schimmelprobleme, etc. mit sich bringen.

Mir ist jedoch nicht klar, wie sich der Feuchtetransport in der Wand verhält.
Bei einer angenommenen Rohdichte von z.B. 600 kg ist der Lehmanteil eben nicht mehr hoch.

Hat hier jemand Erfahrungen mit mineralischen Leichtlehmen in verlorenen Schalungen, eventuell mit dem zusätzlichem Einbau einer Wandheizung?

Grüße aus dem Münsterland
Klaus



Versteh ich auch nicht,



warum da nicht mehr passiert.
Könnte mir Perlite als Füll/Dämmstoff gut vorstellen.
Wenn man fetten Lehm oder Ton nimmt,
sollte das doch gut pappen.

Grüße,
Philipp Kawalek



Leichtlehm



Hallo,

Genort Minke von der Uni Kassel (experimentelles Bauen) hat sich sehr ausführlich damit beschäftigt.
Ich weiß jetzt alerdings nicht mehr, ob es Einschränkungen beim Feuchtetransport gab.
Wir haben mal ein Teststück hergestellt mit Bims und hatten erheblichen Schwund (kleine Setzfugen an den Rändern), da wir zuviel Flüssigkeit im Gemisch hatten.
Vielleicht hat Herr Mühle ne Idee.
Gruß
Tanja



Minke



In Minkes Lehmbau-Handbuch werden mineralische
Leichtlehm-Mixturen äußerst positiv dargestellt,
auch unter energetischen Gesichtspunkten.
Wärmeleitwert für Rohdichten unter 750 kg/m³
0,20 W/(mK)und besser.
Bei richtiger Ausführung Trockenschwindmaß 0%.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek





Hallo Tanja,

der Schwund beim Trocknen eures Teststückes wird wohl über die Einstellung der Lehmmischung entstanden sein. Fetter Lehm und viel Wasser bewirken einen relativ hohen Trockenschwund.

Ich stelle mir die Herstellung einer Blähtonleichtlehmmischung wie folgt vor:
Blähton 4-8 in den Freifallmischer; fetten Lehm von einem Ziegelwerk geholt; den mit Wasser zu einer Schlämme aufgerüht. Zur Benetzung des Blähton die Schlämme in den Mischer und dann das Ganze mit grobkörnigem Sand abgemagert.

Ich habe mich dazu entschlossen in zwei Räumen die Innendämmung nach dem oben beschriebenen Verfahren durchzuführen.
Versuch macht klug, ich werde nach der Fertigstellung berichten.

Grüße aus dem Münsterland
Klaus



Blähtonleichtlehm



Hi!
Wir haben einen kompletten Scheunenumbau mit Blähtonleichtlehm innen gedämmt. Ging so: Lattung mit aufgetackerter Schilfrohrmatte, Blähtonleichtlehm dahinter. Auf Schilfrohr Lehmputz - fertig.
Den Leichtlehm haben wir hergestellt mit Blähton 8/16, direkt vom Hersteller in 2 cbm-bigPacks - das war günstig!
Fetter Lehm aufbereitet und in 1cbm-biPacks aus der Grube einer naheliegenden Lehm-Ziegelei (das hat nicht jeder...).
Aus dem Lehm eine fette Schlämme (Sahne-Konsistenz) am besten einen Tag vorher herstellen. Dann kommen in einen Freifallmischer 5 Eimer Blähton und eine ein Eimer Schlämme - zwei Minuten mischen - in die Schalung schütten - trocknen lassen (bitte nicht jetzt im Winter machen!). In der Kombination hatten wir keine Setzungen, der Lehm klebt die Kügelchen zusammen, hält aber keinen nennenswerten Abstand zwischen ihnen, so kann sein Schwinden nicht die Schüttdichte verändern. Getrocknet klebt die Schüttung gut zusammen. Auch wenn man am Rand immer Blähtonkügelchen rauspulen kann, nach dem Verputzen ist das nicht von Relevanz. Dübeln kann man darin allerdings nicht (höchstens Injektionsdübel).