Im grunde gehts ums ganze Haus ;)

20.10.2012 MisterCrash



Hallo!

Ich wohne in einem furchtbar altem Lehmhaus an dem wir vor 6 Jahren die Giebelseite KOMPLETT neu haben machen lassen (also das Fachwerk). Die ausfachungen mit Lehm haben wir anschließend selbst gemacht. Bis dahin kein Problem aber dann grub uns unser Nachbar das Fundament ab (bzw untergrub es) und hat unsere Fassade an einer anderen seite weg gerissen (da stand ein Schuppen dierekt an unserem haus dran den er abgerissen hat). Seit dem herrscht mehr oder weniger Stillstand! Klar die klagen laufen usw aber darum solls nicht gehen!

Die Räume an der Giebelseite sollen endlich bewohnbar werden und daz gehören für meinen Bruder und mich einfach glatte Wände! Meine Mutter ist da eher so der Öko und will alles per Hand und ausschließlich mit Lehm machen. Meine Frage ist im grunde Wie bekommen wir diese Lehmwände Glatt.Ich würde ja einfach ne Trockenbauwand vorsetzen.

Frage Nr. 2!
Die Wand wo unser Herzallerliebster Nachbar -.- uns die fassade geraubt hat durften wir Provisorisch mit Planen abdecken damit uns der Lehm nicht herausgespült wird. Jetzt wollen wir die Fassade wieder dicht machen ... an einigen stellen kann man schon durchgucken auf nachbars Grundstück und leider auch in bewohnten Räumen. Ich würde es 1 Mal richtig machen und Steine für nehmen (ob Ziegel oder sonst was sei dahingestellt). Was wäre besser fürs Haus da ich ständig zugetextet werde mit Diffusionsoffenen Materialien und Feuchtigkeit u.ä. von meiner Mutter. Wieder Lehm nehmen oder Halt die gefache ausmauern!



Ich würde ...



... beim Lehm bleiben, unabhängig von der Frage, ob das "furchtbar" alte Haus unter Denkmalschutz steht oder nicht.

In mit Lehm ausgefachten Fachwerkwänden Gefache mit Ziegelsteinen oder anderen Materialien, die eine höhere Rohdichte oder einen geringeren Wärmdurchlasswiderstand haben, neu auszufachen, verbietet sich schon allein nach dem in der EnEv verankerten Verschlechterungsverbot.
Das Verbot könnte man nur umgehen, wenn ein Material mit höherem Wärmedurchlasswiderstand verwendet und / oder eine zusätzliche Dämmung (innen und / oder außen) angebracht wird. Dann wäre allerdings mindestens der derzeitige Grenzwert von 0,24 W/m²K einzuhalten. - Also besser den Bestand so lassen wie er ist und nur eine Instandsetzung statt einer Erneuerung durchführen.
Sollte das Haus unter Denkmalschutz stehen, wäre auch noch die Denkmalschutzbehörde zu beteiligen und eine vorhabensbezogene Genehmigung einzuholen.

Innenseitig irgendetwas vorzublenden kann bauphysikalisch ziemlich in die Hose gehen.
Wenn es denn unbedingt sein soll, müsste dies fachmännisch konzipiert, geplant und ausgeführt / überwacht werden.


in Vertretung

Dirk Meisinger



Okay ...



dann werde ich das mal meine Mutti machen lassen so das sie wieder mit ihrem lehm herum machen kann ;) nur wie bekommen wir diese Wände Glatt wenn es aus bauphysikalischer sicht schlecht wäre da einfach was glattes vorzusetzen? Man möchte ja auch mal ne Tapete an die Wand bekommen ...



Nun ja ...



... in puncto Glattmachen gibt es mehrere Möglichkeiten.

Die einfachste ist das Aufbringen eines Lehmputzes (Unter- und Oberputz); siehe auch unter http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/64-lehmputz-im-innenbereich

Die etwas aufwändigere Variante beinhaltet dann noch eine Putzträgerschicht, die gleichzeitig auch als Wärmedämmung fungiert.
Verwendet werden können z. B. magnesitgebundene Holzwolleleichtbauplatten (HWL) oder Holzfaserdämmplatten.
Zumindestens die Planung sollte dann aber professionell erfolgen, da hier bauphysikalische Aspekte zu beachten bzw. Bedingungen einzuhalten sind. Laien sollten sich bei dieser Variante weder als Planer versuchen noch ohne fachliche Anleitung / Begleitung an die Ausführung wagen.

in Vertretung

Dirk Meisinger





Holen Sie sich einen lehmbauer !
Der hat nämlich noch mehr Bauweisen im Gepäck. So ganz spontan fällt mir da der Putz auf Sparschalung ein, oder die angeklebten Lehmtrockenwände, oder.......

Nichts kann man besser glätten als Lehm !

Grüße





wenn das alles ein Haftpflichtfall ist, gehört dazu natürlich auch die gutachterliche Beurteilung.
Wer würde einen Schaden an seinem Auto in Eigenregie reparieren, ohne eine gutachterliche Feststellung?

unabhängig von der energetischen Frage (die gilt es natürlich objektiv zu bewerten, ist unter DS-Belangen aber weit weniger streng) ist zu bedenken, dass Lehmausfachungen in Außenwänden Ende des 19 Jh. verlassen wurden, weil sie nicht dauerhaft feuchtigkeitsresistent zu gestalten sind, außer mit Vorhangfassaden. Das dürfte im Harz aber eher typisch sein.

Ob die Wand gerade oder krumm ist, hat mit den Baumaterialien nichts zu tun.
An eine Fachwerkaußenwand gehört weder Tapete noch GK.



Komische Antworten



Ich hab die Fragen probiert rauszufiltern und bin zu diesem Ergebiss gekommen:
Frage 1: Wie bekomme ich eine Lehmwand gerade
Antwort Ich weiß es nicht

Frage 2: Wie sollte man eine Fassade bauen
Mein herzallerliebster Bruder Diese frage ist überflüssig da wir die Fassade so machen werden wie wir es mit Mama abgesprochen haben

Deshalb möchten wir eigentlich nur wissen wie man eine Lehmwand gerade bekommt.

PS.: Mir ist es mittlerweile egal geworden da ich ausziehen werde und auch nicht mehr mithelfen werde.
Da Mama gegen alles ist was ich vorschlage werde ich so schnell wie möglich dies in die tat umsetzten.
Man kann ein Fachwerkhaus nämlich kaputtsanieren oder man saniert es vernünftig dazu muss aber auch was tun und nicht nur den ganzen Tag rrumliegen und sich über die beschweren die etwas tun wollen



Komische Fragen, aber irgendwie unterhaltsam



unter der Überschrift:

im grunde gehts ums ganze Haus

die Frage zu verstecken wie man eine Lehmwand gerade bekommt.

Eine keinesfalls komische Antwort ist:

einen geraden Lehmputz aufziehen.

Zahlen tut das der, der das ganze verbockt hat, und ausführen wird das derjenige Fachbetrieb, den er damit beauftragt, den Schaden so zu beheben, das der Status quo ante wieder hergestellt ist.

Kann aber sein, dass der Fachbetrieb ein wenig zurückhaltend reagiert, wenn man schon mal angefangen hat.
Möglich, dass es nur vorangeht, wenn man alle unsachgemäßen "Vorarbeiten" zurückbaut, sonst wird er nicht für seine Arbeiten haften wollen.
Das möchte der Auftraggeber aber doch ganz gerne so haben!

Worüber macht Ihr euch eigentlich solche Gedanken?

ach ja: irgendwelche Steine sind meistens billiger als Lehmausfachungen, vielleicht kommt man dem Zahlungspflichtigen ja damit entgegen. Das soll natürlich nicht heißen, dass irgendwelche Steine besser geignet für das Vorhaben sind, meistens ist's umgekehrt.