Wenn Gefache neu ausgemauert werden müssen: Kalksteite+Kalkmörtel? oder Lehmsteine+Lehmmörtel?

16.01.2004



Ich habe in einigen Beiträgen erfahren, daß heute eigentlich nur zwei Steinsorten als Gefachausmauerung zu empfehlen sind. Kalksteine und Lehmsteine.

Weil ich im Frühjahr einige Gefache erneuern möchte, wollte ich mal die Frage stellen, was kostengünstiger ist, und was Für die Balken (auch an der Schlagwetterseite) am besten geeignet ist (Haltbarkeit).

Kalksteine sollen angeblich ein guter Schutz gegen Pilze sein, was für Kalkstein sprechen würde.

Oder ist beides gleichgut, auch von der Preisklasse?



Es geht auch so...



Hi,

man kann auch Lehmsteine mit reinem Kalkmörtel vermauern.
Ein Vorteil: Man kann auch bei den Temperaturen wie sie zur Zeit sind Mauern, mit Lehm sollte man nur in den warmen Monaten arbeiten sonst bleibt er zu lange feucht.



Lehmsteine



Sie würden mir Lehmsteine empfehlen, die mit Kalkmörtel vermauert werden. Haben Lehmsteine denn auch so einen guten Schutz gegen Pilzbefall wie Kalksteine? Ich habe mal gelesen, daß gerade die organischen Bestandteile im Lehm, Pilze anziehen. An der Schlagwetterseite kommt es ja häufiger zu einer Befeuchtung.





Der Lehm in den Gefachen ist nützlich da er das Holz trocken hält und die Feuchtigkeit wieder abgibt.
Kalk zum ausmauern ist in soweit gut da er gerade an der Trennfuge Holz-Ausfachung die dort erhöht anfallende Feuchtigkeit (durch Rissbildung) besser verkraftet.
Kalksteine denke ich sind zu hart, da das Holz um das Gefache ja arbeitet.
Lehm an sich hat zwar Schimmelpilze in sich, aber diese treten nicht zutage solange der Lehm nicht permanent feucht ist. Deswegen auch keinen Lehm Verarbeiten bei kalter Witterung (Spätherbst, Winter etc).
Für die Wetterseite würde ich sowieso empfehlen das Fachwerk von aussen mit SChilfmatten und reinem Kalkaussenputz zu schützen (ich habe mein ganzes Haus mit Schilfmatten gedämmt und mit reinem Kalk/Sumpfkalkanstrich aussen gemacht)bzw. Vertäfelung mit Schiefer usw.
Innen die Wände nehme ich den Lehm-Unterputz und als Oberputz ebenfalls wieder reinen Kalk. Das gibt eine Keimfreie Luft und ist spitze gegen Schimmel (wie sie schon sagten!).
Werde demnächst auch mal wieder Bilder hier einstellen oder ich kann Ihnen auf Wunsch auch welche per Mail zukommen lassen vom Kalkaussenputz bzw. Kalkverputztes Zimmer bzw. ausgemauerter Gefache!

Mfg
Markus



Vielen Dank!



Sie haben mir sehr weitergeholfen. Ich werde auch Lehmsteine mit Kalkmörtel einmauen.
Die Schlagwetterseite kann ich leider nicht verkleiden, da es sich um ein EINZELDENKMAL (1730) mit Sichtfachwerk handelt.

Obwohl das Dach übersteht, sind einige Balken an der Westseite angegriffen. Daran sieht man, daß selbst die dicksten Farben das Holz nicht vor Fäulnis schützen. Einige besonders große Risse (Trockenrisse) werde ich auch mit Kalkputz schließen, damit kein Wasser mehr in die Balken eindringen kann. Vorhel werde ich die Risse jedoch mit Dauerholzschutzlasur tränken. Gruß



Balken



Hallo nochmal.

Bei den Balken am besten Leinölfarben verwenden....keine dichten Farben verwenden. Das Holz muss auch wieder ausdünsten können.
Sicher dass das Fachwerk frei bleiben muss? Kann man nicht mit Gefahr für das Fachwerk argumentieren? Ein Schutz durch reinen Kalk ist doch auch denkmalgerecht.
Achja, zu Infos über Kalk etc. schauen sie einmal unter
www.limestone-kalkbaustoffe.de

Diese Firma hat meine Haus auch verputzt und wir beziehen den Kalk, die Alkali-Kalkfarben bzw Kalk-Kassein-Farben, Sumpfkalk usw. daher. Sind sehr nette Leute die beiden und geben gerne Tipps. Daher habe ich auch den Tipp mit den Lehmsteinen und dem Kalkmörtel.
Anschauen und anrufen lohnt!

:-)

Markus



Lehmsteine mit Lehm vermauern



und als Innenputz ist ein Lehmputz besser geeignet, da der Kalkputz die positiven eigenschaften von Lehm (hohe Dampfdissusionsfähigkeit usw). teilweise wieder verdeckt.

Fachwerkbalken brauchen keinen Anstrich, da die Gleichgewichtsfeuchte von Lehm bei 5% liegt und damit eventuelle Feuchtigkeit immer wegbringst vom Holz (Gleichgewichtsfeute 12-14%).



Interessant!



Wenn allerdings im Hochsommer während einer Schlechtwetterperiode die Luftfeuchtigkeit auf 90% oder mehr steigt, dann saugen sich die Balken mit Wasser regelrecht voll. Die Holzfeuchte und auch die Lehmfeuchte beträgt dann auch 90%. Allerdings trocknet es natürlich wieder, sobald die Luft wieder trockner wird.
Also sollte innen auf jeden Fall Lehmputz verwendet werden, damit die Wände nach innen austrocknen können.



Soviel Wasser können Sie durch die Luft garnicht heranschaffen, als der Lehm aufnehmen kann!



Um den Lehm auf eine Fechte von 90% zu bringen, müssen Unmengen Wasser her. Luftfeuchtigkeit von 90% ist bei uns sehr selten und nur kurzfristig mal für ein paar Stunden (z.B. vor einem Gewitter). Das Holz bekommt (durch die unterschiedliche Gleichgewichtsfeute) erst Wasser ab, wenn der Lehr voll ist (was praktisch nie der Fall ist).



Warum soll Kalk schlecht sein?



Warum soll in ein altes Haus immer nur LEHM LEHM LEHM???

Warum war dann in meinem 200Jahre altem Haus der Wandaufbau auch Lehm und dann Kalkputz (Keine kalkkaseinfarbe)?
Warum sollte KALK nicht diffusionsoffen sein? Warum sollte er die LEhmeigenschaften verdrecken? Vielmehr vereinigen sich die Eigenschaften von Lehm und Kalk bei diesem Aufbau!

Wohlgemerkt..ich rede hier von reinem Kalk! Keine Sackware, kein Trasskalksonstwas, reiner gebrannter Kalk aus einem Kalkofen!!!

Ich werde die Wände so wieder Aufarbeiten wie sie 200 JAhre ohne Schade überstanden haben!

Mfg
Markus



Betrachtung!



Kalk hält nur mechanisch auf dem Lehm und muß mit einem hohen handwerklichen Aufwand gut und homogen einmassierend aufgebracht werden. der lehmputz hingegen verklebt mit den unteren Lehmprodukten (Steinen oder Grundputzen!) und ergibt somit eine sehr gute verklebte homogene Wandkonstruktion. Und desweiteren ist Lehm ein natürlicher Holzschutz! Kalk wirkt zwar desinfizierend ist aber immer starrer in der Ausbildung, als lehmputz! Mal darüber nachdenken! Grüße zur Nacht und gutes Gelingen.





Hallo Herr Mühle,

natürlich muss die erste Kalkschicht auf Lehmunterputz einmassiert werden. Aber dann kann man feucht in feucht mit der Kelle aufziehen. Ich finde aber die starre Ausbildung nicht störend. Wenn ich unseren 3jährigen Sohn sehe ist es doch klasse dass die Wände mechanisch höher belastbar sind! :-)
Lehm als Holzschutz ist ja ok...ich hab ja die Gefache auch wieder mit Strohlehm ausgebessert bzw. mit Lehmsteinen gefüllt. Also Lehm als Holzschutz und Kalk als Raumluftreinigender Oberputz sowie als Witterrungsschutz aussen!

Lg
Markus