Innendämmung bei unterschiedlichem Untergrund

28.11.2005



Irgendwie taucht meine Frage nicht auf, also nochmal ;))
Wir haben ein altes Bauernhaus erworben. Die Scheune soll nun komplett ausgebuat werden und als Wohnruam genutzt werden.

Nach dem Ausbau soll am Ende noch eine Außenfassadendämmung auf das Haus drauf, Innendämmung ist daher nicht notwendig.

Frage:
1) Bei den Fachwerkwänden, möchte ich lediglich die Gefache verputzen, Holzbalken sollen sichtbar bleiben. Die Gefache sind zum Teil noch aus Lehm, ausgemauert, Holzgeflechte oder aber gar nichts drin...

2) Zum Teil sind die alten Wände nicht mehr vorhanden und "neue" Wände hochgemauert worden (24er). Diese Mauern würde ich gerne begradiegen mit Fermacellplatten. Gibt es da Schwierigkeiten, wenn ich die nur mit Ansetzgips anbringe; müssen die Zwischenräume komplett geschlossen sein?



Dämmung



Guten Tag Herr Rückhauer,

jawohl, alle Zwischenräume sind komplett zu schließen. Es muß ein möglichst inniger Verbund zwischen allen Wandschichten bestehen. Gips ist wegen der Feuchtigkeitsempfindlichkeit völlig ungeeignet. Geeignete Wandbauplatten würde ich eher aus Lehm vorsehen. Eine Begradigung mit Platten bei unebenen Untergründen ist aber auch nicht unbedingt die erste Wahl. Ich würde hier eher zu Ausgleichsputzen entweder als PIa aus Kalk oder als Lehmputz raten, falls dieser bei Ihnen eine lokale Tradition haben sollte.
Gutes Gelingen



Zwischenräume



Herr Beckmann,

vielen Dank für die Antwort.

Was heißt Gips ist völlig ungeeignet? Wenn wir von Feuchtigkeit sprechen, dann die Feuchtigkeit, die im Wohnraum vorhanden ist und abgegeben wird? Problematisch weil das "kalte" Bauteil direkt mit dran hängt, oder warum?



Bilder



helfen beim denken ;)

dazu hab ich kurzerhand mal ein paar Bilder hochgeladen, dazu folgender link:

Bild11 mit dem "Verstaz in der Wand"
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum011.jpg

Bild13 wollte ich ursprünglich nicht sichtbar lassen...
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum013.jpg

Bild15 mit Lehm ausgefacht
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum015.jpg

Bild17 ähnlich wie die 15, nur kommt hier das Bad rein
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum017.jpg

Bild22 und 23 ist eine Steinwand, die auch verschlossen werden will........sehr uneben.
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum022.jpg
und
http://www.webspace-kostenlos.com/hausbau_forum/Forum023.jpg

Irgendwelche Vorschläge/ Ratschläge?



Schöne und typische Bilder



ich würde die Holzteile mit einem Putzträger überspannen, denselben aber auf gar keinen Fall auf dem Holz befestigen und die ganze Wand mehrlagig mit Lehm oder Kalk verputzen.

Gutes Gelingen



Wände ebnen



Auf dem einen Bild sieht man deutlich den Versatz, den ich in der Wand habe. Verputzen mit Kalk klingt einleuchtend. Aber wie kann ich einen Vorsprung von mind. 20cm begradigen, wenn ich keine Platten verwenden kann und ohne ein Feuchtbiotop zu erstellen?



Lehm und Holzweichfaser



Eigentlich nach Ihren Bildern zu urteilen ist es keine zu schwierige Aufgabe für einen guten Fachbetrieb, welcher sich mit Naturbausystemen und Lehmputzen beschäftigt.
Nach unsrer Sichtung wäre bei Ihnen folgender Aufbau möglich (unter Vorbahalt natürlich!):
Lehmausgleich Balken überdeckend, danach eine Trägerlatte für die Aufnahme von Holzweichfaserdämmung des Herstellers DHD, auf die nachfolgend die Dämmebene in Lehmkontakt befestigt wird. Danach Putzaufbau als Lehmdünnschichtputzsystem oder als 2-lagige Lehmputzvariante.
Den Rücksprung kann man natürlich problemlos mit Plattenmaterial homogen ausgleichen, um darüber dann komplett das nachträgliche Putz-Dämm-System aufzubringen.
Weitere Bilder in der Bilddatenbank unter: Holzweichfaserplatten suchen!

MfG Die LehmHandWerker



Rücksprung hinterfüllen



Was heißt Lehmausgleich Balken überdeckend? Die Balken mit Lehm überziehen? Wozu?

Warum Holzweichfaserdämmung? Soll die HWF als Putzträger und Wärmedämmung dienen? Ich würde eben gerne eine tragende, aussteifende Platte verwenden, wäre daher vielleicht OSB möglich um auch was an der Wand befestigen zu können?

Warum wird die HWF mit einer Traglattung befestigt?

Bei HWF Platten rückt doch der Taupunkt auch wieder unmittelbar weiter in die Innenwand!?

Letzte Frage: Den Rücksprung kann man natürlich problemlos mit Plattenmaterial homogen ausgleichen...wie? Der Rücksprung ist Stellenweise über 30cm auf mehrere Meter. Wenn ich keine Zwischenräume haben darf, müssen die also komplett gefüllt werden, dachten Sie da an Zellulose, Mineralfaserwolle?

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!



Angebotene Lösung



Die angebotene Lösung halte ich für ausgesprochen sinnvoll und eigentlich schon zwingend.
Lehmüberzug: zur Rücktrocknung des Holzes nach innen, denn von außen kann es naß werden, rechnerisch auch von innen:
Das führt zum Stichwort Taupunkt: Ihre Bedenken sind vordergründig richtig. Allerdings ist Tauwasseranfall infolge Diffusion (langsam) ein Vorgang, der durch kapillare Saugfähigkeit und nachfolgende Austrocknung (sehr schnell) mehr als wettgemacht wird, mit der Wirkung, daß es trocken bleibt.
Herkömmliche Rechenprogramme zur Tauwasserberechnung nehmen darauf keine Rücksicht, die entwickelteren schon. Verwenden Sie also Programme, die stur nach dem 2. Strahlensatz programmiert sind, müssen Sie den Verstand des Konstrukteurs wieder einschalten und hinnehmen, daß der Computer in diesem Fall Unsinn verkündet.

Wieso eine aussteifende Platte ? Die braucht man wirklich nur zur Aussteifung, daß heißt wenn im Ürigen alles wackelt.

Auf gar keinen Fall wird hier an Zellulose und ähnliches gedacht. 30 cm sind mit lehm und Holzwolleleichtbauplatten ohne weiteres aufzufüttern. Noch einmal: keine Hohlräume sondern inniger und kapillar leitfähiger Verbund !

Gutes Gelingen !



von außen Naß



Naß wird es nur solange die Außenfassadendämmung noch nicht drauf ist, danach sollte ich dann aber keine Probleme mehr mit Feuchtigkeit von außen her haben?

Mit Lehm kenne ich mich nicht aus, ist daher die angebotene Lösung von Ihnen auch mit Kalkputz möglich? Kalk ist soweit ich weiss nicht kapillar, sondern soll der Schimmelbildung vorbeugen?



Kalk oder Lehm



Natürlich ist Kalk kapillar: stellen Sie mal einen Kalkwürfel in eine Wasserschale und warten Sie, wie schnell die Oberfläche naß ist !
Es ist bei diesen Stärken natürlich mit ganz erheblichen Austrocknungszeiten zu rechnen. Außerdem müssen Sie mehrlagig arbeiten, also alles nix fürs fixe Machen. das würde ich aber in Kauf nehmen.

Gruß



Re zu forum 43509



Wer sich ein bischen mit der Materie beschäftigt, der weiß mttlerweile, was lehm für Eigenschaften hat. lehm über Holz ist ein fantastischer und der natürlichste Holzschutz den man bekommen kann.
Bei einer Innenwanddämmung mit DHD bzw. Holzweichfaser ist bei richtiger Ausführung und dazugehöriger Berechnung natürlich ein Feuchteeintritt in der Heizperiode, doch diese muß über die Sommermonate möglichst schnell wieder diffundieren (hinauswandern!). Unser Herr Beckmann hat aber dazu bereits präzisere Angaben niedergeschrieben.
OSB Lösungen sind fast dampfdicht und somit nicht ratsam!
Für Befestigungen sind die Traglatten vom DHD-System recht praktisch.
Außerdem wenn ein geeignetes Lehmputzsystem aufgebracht wurde, sind Bilder oder ähnliche Aufhängungen problemlos möglich.

Grüße aus der Lausitz