Innendämmung; erforderliche Schichtstärke

19.11.2009



Hallo !
Ich möchte eine Innendämmung mit einer Lehm-Stroh-Mischung erstellen (nadem ich mich von dem Theme Rigips+Steinwolle+Dampfsperre verabschiedet habe/wegen der Problemaltik mit den Decken; Thermoskanne).
Die Außenwände haben eine Stärke von ca 17 cm. Die Fächer sind bereits mit Lehm-Stroh-Putz verfüllt.
Wieviel cm sollte die innen ausgebrachte Schicht betragen, um die vom Gesetzgeber mindest. geforderten Dämmeigenschaften nach EnV zu erfüllen ?
Die Innen aufgebrachten Putze würde ich bis zum in der Verfachung aufgebrachten Lehm entfernen (Kapilarwirkung), dann einen gewisse Schichtstärke aufbringen; zur Stabilitätsverbesserung würde ich dann gern z.B. verzinkten Kaninenzaundraht einbringen, dann nochmals Lehm-Stroh-Putz auftragen. Später das ganze mit einem geeigentem Putz versehen.
Es geht mir bei der Lösung nicht um die maximalste Dämmung der Außenwände, sondern um das gesunde Mittelmaß zwischen Dämmung und dem Problem, das die außen aufliegenden Decken nicht zu kalt bleiben/werden und ich somit Probleme bzgl Taupunktverlagerung und Tauwasserbildung im Decke/Wand-Bereich bekomme.
Sinnvoll, oder dann lieber alles im "Ist-Zustand" belassen ?
... ich bin auf eure Antwroten gespannt !



Da bleibt noch ein wenig Zeit zum Nachdenken...



... denn jetzt arbeitet man nicht mehr mit Stroh und Lehm am Haus.

Die EnEv würde ich bei so einem Haus getrost ernst nehmen und die Unwirtschaftlichkeit von übermäßigen Dämmdicken darstellen. Ein Gesamtkonzept mit einem neutralen, fachlich vesierten Betreuer vor Ort überdenken und dann kann es losgehen.

Evlt. kann ein Kontakt über die IG Bauernhaus weiterhelfen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hallo



ich kann nur zu einer leichte Innendämmung raten.

In welcher Variante kann pauschlal keiner empfehlen. Wenn in einem hohen Maße Eigenleistung angedacht ist und die Materialkosten klein bleiben sollen, kann Leichtlehm eine Variante sein. Statt Strohleichtlehm würde ich allerdings Holzleichtlehm empfehlen. Auch läßt sich nicht nur aus bauphysikalischen Gründen ein Wandheizung gut in den Aufbau integrieren.

Grüße

Grüße



Holzleichtlehm



Ich habe in meiner 250 Jehre alte Fachwerkscheune, die ich jetzt seit 3 Jahren bewohne, eine Innendämmung aus Holzleichtlehm angebracht.
Die Arbeit ist relativ einfach und läßt sich vom versierten Laien (nach Beraung durch einen Fachmann) in Eigenleistung ausführen. Dazu habe ich eine Vorsatzschalung aus Dachlatten gebaut, Raumseiig mit einer Schilfmatte bekleidet, den Holzleichtlehm dahinter geschüttet und festgestampft. Die Schilfmatte habe ich dann mit Lehmput Verputz und mit ehmfarbe gestrichen. Die Gesammtwandstärke beträgt jetzt ca. 45 cm, 20 cm alte Fachwerkwand und 25 cm Holzleichtlehmschüttung, Schilfmatte und Lehmputz.
Ich habe keine Ahnung wie gut diese Wand wirklich isoliert, mein Heizenergiebedarf liegt jedoch bei ca. 60 Kwh/qm pro Jahr. Schlecht kann das also nicht sein. Probleme mit Feuchtigkeit hatte ich bisher noch nicht.
Holzleichtlehm kann man verarbeitungsfertig im Bigbag oder als Schüttware (kompletter Lkw) bestellen.

Viel Spaß beim bauen !



Mit dem Istzustand anfreunden



ist bestimmt die kostengünstigste Lösung. Doch die kann man mit zielgenauen konstruktiven und anlagentechnischen Updates bestimmt auch wirtschaftlich vertretbar verbessern.

Innendämmung in der bisher besprochenen Art zählt m.E. nicht dazu.

A propos Gesetzgeber:

Das der EnEV zugrundeliegende Energieeinsparungsgesetz EnEG - vielen Planern und Handwerkern total unbekannt - beinhaltet im § 5 das Wirtschaftlichkeitsgebot! Dagegen verstoßende Dämmereien wären demnach gesetzwidrig. Darauf beruht die Befreiung von der dummen Dämmerei, auf die man einen legitimen Anspruch hat.

Wer unwirtschaftliche Dämmung plant/empfiehlt, macht sich entsprechend schadensersatzpflichtig. Gibt es ein BGH-Urteil zu. Braucht nur ein schlauer Anwalt kommen - rutsch, hat man als beratender Planer/Handwerker den wirtschaftlichen Dämmschaden an der Backe.

Und wichtig für den Heizenergieverbrauch ist erst mal die Art und Weise des Heizens. Wobei der Einfluß der Wanddicke gar nicht mal so groß sein muß - die historischen Bauteilstärken sind ein Ergebnis von viel Energiesparerfahrung. Wie die Heizmethode ist, spielt für den Verbrauch eine nicht zu unterschätzende Rolle - unabhängig von der Energiequelle.

Und daß ein innengedämmtes Fachwerkwändli in der Heizperiode nie mehr so rausgetrocknet wird, wie in seiner ursprünglichen Beschaffenheit, liegt ja wohl auf der Hand. Sogar im Wandheizungsfall - der bei solchen Innendämmungen bautechnisch (nicht energetisch!) vorteilhaft wäre, wird dann mit Dämmplatten die Trocknungswirkung auf die bewitterte Holzwand behindert. Das muß nicht immer gutgehen.

Also: Weine nicht, wenn der Regen fällt! Und heule nicht, wenn es taut. Däm Däm Dum Dum ... ;-)

Fazit: Genau nehmen. Bauen ist ein komplexes Ding. Man bleibt dabei ewig Lehrling.



Herr Fischer,



ich gehe mal davon aus das Sie noch nie eine Innedämmung aus Holzleichtlehm oder aus Weichholzfaserdplatten gesehen haben und nicht wissen was die Erstellung einer solchen Konstruktion kostet sonst würden Sie nicht solche pauschalen Äußerungen hier reinstellen.

"Man bleibt dabei ewig Lehrling." sehr schöne Äußerung!!



Ach Meister,



bitte verraten Sie uns die Kosten. Was kosten die Systeme oberflächenfertig kompletto je qm, die Sie üblicherweise empfehlen. Nur mal so überschlägig und ohne, daß ich Sie drauf festnagel.

Brutto 30 EUR + X oder 30 EUR - X? 120? 3,25?

Ausgangspunkt ist die originale Fachwerkwand.

Der Lehrling



Ich



glaube mit Ihren selbstgemischten Kalkputzen kann ich wirklich nicht mithalten.
Die kosten wahrscheinlich nix und fliegt von alleine auf die Wand oder?



Wieviel



EURO je Quadratmeter? Ich bin ja so gespannt!

Und ich will doch gar nix am liebgewonnen Fachwerkwändli wandeln. Also auch keinen neuen Mörtel, wenn der alte noch hebt.

Was glauben Sie denn, was sonst meine sparsamen Kunden sagen würden?



Ich kann mir Ihre sparsamen



Kunden vorstellen wie Sie frierend in Ihren Häusern sitzen mit Wänden die so kalt sind das das Wasser an Ihnen ruterläuft.



Warum nicht gleich



vorstellen, wie sie an den Lianen hängen? Bis sie von den Bäumen flitzen, um bei Ihnen Pelz erhitzen bis sie endlich selber schwitzen.

Phantasie hat ja keine Grenzen ;-)

PS. Wieviel je qm?



PS. Wieviel je qm



In welcher Konstruktion? Benennen Sie Ihren Wunsch.

Als Händler und Hersteller kann ich natürlich nur schätzen.



"Innedämmung aus



Holzleichtlehm oder aus Weichholzfaserdplatten" - übliche Bauweise oberflächenfertig nach Ihrer Erfahrung. Bruttokosten nach Ihrer Schätzung.

Bin ja so gespannt.

Die anderen Meister der Innendämmung werden das vielleicht mit ihren Preisangeboten / Abrechnungen vergleichen. Ich mach es ja - wie zutreffend erkannt - bisher so nicht und bin deswegen auf externe Kostenangaben angewiesen.



Also ich arbeite hier



mit Strohleichtlehm ca 16 cm mit 2 cm Lehmputz.

Für einen potentiellen Kunden 30 Euro zu veranschlagen, wäre mir zu gefährlich, da zu niedrig. Im Selbstbau kalkuliere ich den Material- und Energieaufwand mit 5 Euro.

Gruß...J.



Na denn,



als Handwerkerfacharbeit vielleicht 60 EUR/m²? 100?

Meine reichen Zahnchirurgen verdienen ja mehr Geld, wenn sie am Stuhl Überstunden abschuften, nicht mit Lehmpamperei-Eigenleistung.

Und wollen nicht nur Leute vom Ural auf der Baustelle, sondern gerne deutsche Wertarbeit. Ich übrigens auch.



Sorry Konrad,



so gerne ich Deine Texte lese und Deine Ansicht als bedenkenswert erachte, aber das ist Quatsch.

Solltest Du es einsehen, dann bitte nicht die nachträglich-ändern-Funktion bemühen, sondern dazu stehen.

Gruß...J.



Oioi,



wieder mal eine Ironie nicht verstanden? Ich stehe doch dazu. Und anerkenne auch die Eigenleistung meiner mehrheitlich Nicht-Zahnchirurgen.

Oder wo schmerzt der Zahn? Ist vielleicht deutsche Wertarbeit nicht mehr angesagt?



@Konrad



falsche Antwort

Gruß...J.



Hallo Herr Fischer,



ich schätze die Kosten einer innenliegenden leichten Wärmedämmung aus 4 cm Weichholzfaserplatten einschließlich malerfertiger Oberflächen in Kalk oder Lehm liefern und Einbringen auf 80 € /m².

Ich freue mich auf Ihre Antworten.

Ich würde mich freuen Sie könnten die Bilder von EPS oder XPS .. un die dazu gehörenden Aufführungen einfach mal weglassen.



Holzleichtlehm contra Strohleichtlehm



@ Gerd Meurer:
Mich würde interessieren, weshalb der Holzleichtlehm dem Strohleichtlehm vorgezogen werden soll?

@ Fragen über Fragen:
Inwieweit haben Sie denn Ihr Haus repariert/saniert? Evtl. haben Sie gar nichts mit der ENEV zu tun aufgrund von Bestandschutz. Ferner würde ich an Ihrer Stelle im Material bleiben --> also weiter Strohlehm verwenden (jedenfalls aber keinen Leichtlehm).
Ansonsten finde ich die Wandstärke mit 17cm für Fachwerk schon beachtlich. Da würde ich nichts mehr dran machen. Maximal einen Putzauftrag mit dünnen Schilfrohrmatten, wenn Sie vom Fachwerk innen nichts mehr sehen wollen.

Bei uns ist ein Giebel in Fachwerkbauweise ausgeführt, ausgefacht mit Feldbrandsteinen (Dicke ca. 11,5 cm ). Eigentlich wollten wir daran gar nichts ändern, aber die 11,5 cm erschienen uns dann letztenendes doch zu wenig. Auch um das Ganze winddicht zu bekommen, haben wir deshalb jetzt Schilfrohrmatten vollflächig in Strohlehm gesetzt aufgebracht (Dicke ca. sechs cm), orientiert am alten Bestand (da fehlten allerdings die Schilfrohrmatten).

Viele Grüße
Achim Hecke



Ich würde den Holzleichtlehm gegenüber Strohleichtlehm



aus folgenden Gründen vorziehen:

-Holzleichtlehm läßt sich sehr leicht anmischen
- Das Material läßt sich leicht in die verlorenen Schalung einbringen
- Das Matreial gammelt unter der Trocknung viel später als Strohleichtlehm

Grüße



Jetz frage ich mal



wg. einem 100 qm EFH aus Fachwerk, Dicke ca. 15 cm, das nun seine 160 qm Außenwände innen gedämmt bekommt.

80 EUR x 160 qm = 12.800 EUR Dämminvestition.

Wobei ich den Verdacht nicht lsowerde, dazu käme noch die MWST 19%.

Wieviel Energie muß innendämmungsmäßig nun im Jahr eingespart werden, um diese Energiesparinvestition aus kaufmännischer Sicht wirtschaftlich zu rechtfertigen? Mal ganz einfach mit einem Mehrkosten-Nutzen-Verhältnis von 10 gerechnet, d.h. 10 Jahre Kreditlaufzeit, Zins = Kostensteigerungsrate:

12.800 : 10 = 1.280 EUR.

Dafür bekommt man bei einem Ölpreis von 60 Cent 2.133 Liter leichtes Heizöl.

Das braucht das Haus, wenn es 21,33 Liter / qm im Jahr verbraucht. Was ja stimmen kann.

Preisrätsel: Ist das nun realistisch, solche Ersparnisse durch Innendämmung zu generieren? Wo doch nur ca. 30 Prozent Wärme aus der Wand entweichen?

Und ist es zur Weltrettung gut, solche Materialmengen herumzuschmeißen? Um dann sein danach oft unterkühltes und schlechter getrocknetes und nasseres Fachwerkfassädli alle paar Jährli wieder herzurichten?

Nur mal ganz simpel gefracht ...



Komisch



das mir vorher schon klar war was Sie, lieber Fischer schreiben würden.

Wenn es hier dich nur ums Geld gehen würde..

Dann würden wir doch alle in Zelten oder ähnlichem wohnen.

Oder wir würden wenn wir uns Schuhe kaufen müssen den Gummistiefel für 10 € erweben und gerne auf den komfortablen Lederschuh der 100 € kostet verzichten.
Darf ich mal fragen welche Schuhe Sie tragen? Natürlich nur aus Kostengründen.

Ähnlich verhält es sich mit der Innendämmung.
Durch diesen Aufbau erfährt man oder frau mehr Behaglichkeit abgesehen von der Energieeinsparung die Sie ohnehin bezweifeln oder nicht verstehen.

Übrigens höre ich von unseren Kunden die Ihre angeblich so sparsame Temperierung einsetzen, dass die Betriebskosten des temperierens auf ungedämmten Wänden unglaublich hoch sind bei bescheidener Behaglichkeit.



Sie meinen



wahrscheinlich Leute mit in Wandschlitzen eingeputzten Temperierrohren, oder?