Unterbau für Holzleichtlehm

26.09.2011



Hallo,
ich möchte Wände von innen mit Holzleichtlehm dämmen. Dafür soll lt. Hersteller ein Unterbau geschaffen werden. Ich bin mir unsicher ob ich dabei richtig vorgehe und würde gerne von euch mehr erfahren:
Oben/unten 24mm Latte/hochkant horizontal. Dazu 24mm Latte/hochkant vertikal im Abstand von 30cm. Ein Problem ist dabei, dass die Latten beim Einschrauben platzen.
Danach soll von unten eine Schilfrohrmatte nach und nach nach oben gerollt werden. Dabei den Hohlraum mit Holzleichtlehm ausfüllen.


Vielen Dank für Tips und Anregungen,

chreich



hallo,



gegen platzen hilft vorbohren, und zu der richtigen vorgehensweise könntest mal hier nachfragen http://www.lehmbau-ts.de/

und schreib doch gleich was die sagen interessiert bestimmt auch andere.

gruss hendrik



Platzen



Platzen vermeidet man durch dünnere Schrauben.
Oder eben durch Vorbohren - aber das nervt.

Da man den Holzleichtlehm feststampft, beult sich die Schilfmatte nach außen. Eine gerade Wand bekommt man so erstmal nicht. Also von innen eine dickere Putzschicht vorsehen - oder die Schalung gleich mit Holz ausführen.

Mein persönlicher Eindruck von Holzleichtlehm ist, dass das Holz-Lehm-Gemisch eigentlich ziemlich schwer bleibt und dadurch der Wärmedämmeffekt gering. Noch dazu frage ich mich, wie bei der nötigen Schichtdicke der Trocknungsprozess so schnell stattfinden soll, dass das Holz dabei NICHT vergammelt. Zudem die Schalung (wenn man sie nicht wieder entfernt) den Feuchtigkeitsaustausch mit der Luft gut unterbindet.

Leute mit Erfahrung haben berichtet, dass das Trocknen einer derartigen Wand auch mal 6 Monate dauern kann...

Ich kann also nur folgendes Raten:
- beim Mischen wenig Wasser zugeben, damit das Holz nicht komplett durchnässt.
- Kurze Mischzeiten (max. 1 Minute) und dann nicht lange stehen lassen.
- Brett als Schalung verwenden. Nach dem Stampfen Brett abmachen, ein Stück weiter oben anschrauben, und weitermachen. Die Wand offen trocknen lassen. Man sagt, 1mm/Tag Trockenzeit. Also bei 6cm Wand 60 Tage.

Gutes Gelingen!

Wolfgang



man



sollte es mit dem Sparen nicht übertreiben! Hast Du wirklich 24x40 hochkant verbaut? Und dann ohne Vorboren?

24/40 flach, aber mit mittlerer oder 2-facher Unterstützung (nicht nur oben und unten), vorbohren und mit Schrauben Form B (glatter Schaft).



Das..



..scheint eine labile Angelegenheit zu werden. Liegt das
untere Brett nur lose auf dem Boden oder wie ist das befestigt?
Da scheinen die Latten dann seitlich verschraubt zu sein. Richtig stabil ist das nicht oder?

Wir bauen gerade eine ähnliche UK, allerdings für Lehmbauplatten statt Schilfmatten. Hier macht der Hersteller klare Vorgaben zur Ausführung der UK. Wir verwenden Rahmen 60x40, Abstand 62,5cm und umlaufen um alle Fenster/Türen. Die werden allerdings jeweils min dreimal Unterbaut und in die Wand verschraubt.
Schrauben je nach Abstand zur Wand (durchs Ausgleichen & Unterbauen) zw. 5x90 und 6x160. Die Rahmen müssen schon allein gebohrt werden, dass die Schrauben (Teilgewinde) richtig ziehen, das wird sonst nämlich von dem Rest Gewinde, der noch im Rahmen ist, verhindert. Vorbohren nervt, ist aber m.E. unverzichtbar. Selbst Schrauben mit Borhspitze helfen da m.M. nicht.
Kauf Dir die Rahmen in einem örtlichen Sägewerk und nicht im Baumarkt, der Preis ist dort oft besser und die Qualität noch öfter :-)

Gruß
Michael



Wir haben sehr viel Erfahrung mit Holzleichtlehm,



anbei ein Foto dazu.
Wir haben Bretter, rauhe Schalung verwendet. Das macht den Aufbau sehr einfach. Ich würde auch die Verwendung von Schilfrohr empfehlen, wichtig ist das der Holzleichtlehm nicht verstampft wird sondern nur leicht nachgeführt.

Die Trocknungszeiten sind lang, können aber durch eine Raumluftentfeuchtung oder eine Wandheizung die sehr gut in diesen Aufbau passt beschleunigt werden.
Auch selbstbohrende Schrauben können hilfreich sein.

Grüße aus Koblenz



Unterbau für Holzleichtlehm



Hallo und vielen Dank für all die Nachrichten.

Der Hersteller gibt einige Hinweise bzgl. der Unterkonstruktion. Leider, wie so oft und vielleicht auch in den Dingen der Natur, nicht sooo ausführlich in den Details.
Lange Abtrocknungszeit ist klar, eine Baustellentrocknung muss wohl her, leider (Ich möchte in zwei Wochen den Lehm einwerfen).
Das mit den Brettern (10cm) ist eine gute Idee, bei Latten habe ich allerdings auch hinter den vertikalen Latten Lehm. Ist das von spürbarer Relevanz?
Dünne Schrauben wurden verwendet (4,0x70). Leider trotzdem geplatzt. Ich werde bohren müssen.
Ein weiteres Problem ist das Klammern der Rohrmatten. 25mm verzinkte Klammern muss man erstmal schießen können! (Drucklufttacker ist bestellt ;-))
Wer hat Ideen/Tips an der Dachschräge der Giebelwand?

LG,

chreich



Durch die Latten



wird die Austrocknung gegenüber dem Schilf deutlich verzögert.



Trocknung von Holzleichtlehm



Hallo Ihr,

ich bin gedanklich noch immer beim Einbringen von Holzleichtlehm zwischen Innenseite der Außenwand und einer verlorenen Schilfrohrschalung. Und das ab der ca. 42kw! Die (schwankende) Dicke des Leichtlehms wird wohl 10cm sein. Hierbei dreht es sich um zwei im OG liegende Räume. Im einen Raum (ca. 45qm) ist es die Giebelaußenwand, im anderen, sich direkt anschließenden Raum (ca. 100qm) zwei gegenüberliegende Gaubenaußenwände. Das Haus kann ab der 42kw über einen im EG stehenden Grundofen beheizt werden.
Kann jemand mit diesen Angaben eine Aussage bzgl. technischer Trocknung machen? Brauche ich zwei Geräte? Reicht ein "Trockner" oder benötige ich eine zusätzliche Heizung? Welchen Trockner/Heizer benötige ich?

Vielen Dank für die Antworten,
falls welche kommen ;-)
chreich