Ausgemauertes Gefache

20.04.2007



Hallo! Wahrscheinlich haben die Frage schon viele gestellt, trotzdem möchte ich gern wissen, was evtl. passieren kann, wenn mein Gefache mit Ziegelsteinen und Mörtel (wahrscheinlich Zement) ausgemauert wurde? Bei userem Haus sind fast alle Gefache aus Lehm, aber in einem Zimmer aus Ziegelsteinen.
Viele Grüße
Sabine



Zement und Holz



... also Mörtel und Fachwerk
eindringende Feuchte von aussen kann auf Grund der starren Mörtelstruktur nur über die Fuge zwischen Balken und Mörtel ausdifundieren und hält das Holz lange feucht - zu lange und es kommt zu feuchtem Holz im Inneren des Balkens (meist von aussen nicht gut sichtbar) und dadurch zu Schädigungen!
Wenn die Steine mit Kalkmörtel (Luftkalkmörtel) gemauert sind ists in Ordnung!
Der kann das was der Lehm kann!

FK



Kein Sichtfachwerk



Habe vergessen zu schreiben , daß wir kein Sichtfachwerk haben. Es war verschifert im Moment Eternitplatten, Holzlattung, Holzverschalung dann erst die Fachwerkwand.
Ist es dann mit den Ziegeln und dem Zementmörtel nicht ganz so schlimm, oder muß doch alles raus?
Bringt es was, wenn ich die Fachwerkwand innen Sicht lasse?
Die Ziegeln mit Kalkputz putzen und die Balken so lassen, damit sie atmen können?!



Zement und Holz II



Wenn das Fachwerk aussen verkleidet ist, sind die Auswirkungen nicht so schnell festzustellen, - da kommt dann nur die Difusionsfeuchte von Innen nach aussen zum tragen!
Wenn das aber über Jahre hin so läuft, bleiben die Schäden nicht aus!

Man sollte dieGesamtsituation betrachten oder sehen - aber Zement und Holz sind nie gut zusammen zu bekommen! Da wirds immer faul!

Könnte man nachkucken??

Ich würds entfernen!

FK



M5 Mörtel



Habe mal nachgefragt, mit was es ausgemauert wurde.
Der Maurermeister sagt er hat M5 Mörtel (Mineralischer Kalk-Zement-Mörtel) verwendet.
Trotzdem wieder raus?



Gegenfrage:



… mit was für Steinen ist denn ausgemauert worden??
Kalk Zement mörtel - NixGut - ich würds raus machen!

FK



Leichthochlochziegeln





Ausgemauertes Gefache



Hallo Sabine,
wann wurde denn die Ausmauerung eingebaut?
Ist das Holz in diesem Bereich einer Sichtkontrolle unterzogen worden?
Wenn ja, wie sieht es aus?
Kannst Du Fotos von dem betreffenden Gebäudeteil liefern?

Viele Grüße
Georg



also da treffen gleich



zwei Sachen zusammen, die die Wand nicht besser machen!

Dies und das - Grober Fehler!
M.E. Raus damit!
... Ich weiss, dass das immer noch so gemacht wird und hunderte Handwerker machen es mit gutem Gewissen so ... aber die Schäden hat der Bauherr oder Sie!

Massive Steine, Kalkmörtel oder Lehmsteine schwer mit Lehmmörtel!

FK



Marodes Gefache



Das alles ist erst vor kurzem bei unseren Renovierungsarbeiten gemacht worden. Die Fachwerkbalken waren okay, aber das Fachwerk war vor allem mit alten Balken gefüllt, die nicht mehr so gut aussahen und teilweise mit irgendwelchen aufeinandergelegten Steinen.
Unser Maurermeister hat gemeint im Anbau(Stall) ist ja schließlich auch ausgemauert, also hat er es bei uns auch gemacht. Hat zwar auf dem untersten Balken eine Teerpappe gelegt, aber das wird´s auch nicht besser machen.
Er hat so noch einige andere Stellen im Haus ausgebessert.



Ausgemauerts Gefache



Am besten wärs,
Ihr jagt ihn zum Teufel, aber so einfach geht das leider nicht.
Anscheinend versteht der gute Mann nicht allzuviel von Fachwerk.
Ich schlage vor, erst mal nicht weiter zahlen und eine Mängelanzeige über die nicht fachgerechte Ausführung der Ausmauerung schriftlich abgeben.
Er muß dann nachweisen, das seine Ausführung (z.B. mit der Pappe) den aaRdT entspricht. Mit der Stellungnahme (wenn sie denn kommt) kannst Du Dir weitere Schritte überlegen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Nicht so einfach



Es ist ein Bekannter von uns. Hat zwar ne eigene Firma (selbständig)aber eben ein guter Bekannter!!!
Bin vorhin nochmal alles abgegangen, müßten zm Teil die neueingebauten Fenster raus usw.
Mag gar nicht drüber nachdenken!



Keine Panik



Die gewählte Variante ist sicher suboptimal, aber deshalb muß man nicht gleich das ganze Haus abreißen...

1) Wichtig ist erstmal, daß von außen keine Feuchtigkeit eindringen kann! Dies ist mit der Verkleidung gegeben, diese sollten sie allerdings in der Zukunft regelmäßig kontrollieren und evtl. reparieren, was aber eigendlich auch selbstverständlich ist und für alle Ausführungsvarianten gilt! Hoffe nur, sie ist diffusinsoffen, sonst ist Punkt 2) und erst recht Punkt 3)wirklich ein Problem.

2) Eindiffundierende Feuchtigkeit ist ohne zusätzliche Wärmedämmung eigendlich kein Problem, viele alte Häuser sind genau so aufgebaut und haben die Zeit problemlos überdauert.

3) Knifflig wird es erst, wenn eine Innendämmung aufgebracht werden soll. Dann ist besonderer Wert auf die Menge des eindiffundieren Wassers zu legen und diese evtl. durch geeignete Baustoffe oder Dampfbremsen (am besten adaptive DBs) zu begrenzen. Wasser wird sich jedoch in den Füllungen niederschlagen und die können die anfallenden Menge auch ohne DB i.d.R. verkraften (Diffusionsberechnungen nach Glaser sind hier übrigens unzulässig, da es sich um kapillar leitfähige Baustoffe handelt und kapillare Transportvorgänge die Bilanz deutlich verbessern). Sie sollten allerdings darauf achten, daß die innere Putzschicht saugfähig ist (kein abtropfendes Kondenswasser) und über die Balken hinweggeht (Winddichtigkeit).

4) Die Dachpappe - hoffe, die Balken sind trocken... sonst kann es wirklich ärger geben...

Zur weiteren Beruhigung - Helmut Künzel empfiehlt in "Bauphysik und Denkmalpflege, Frauenhofer IRB Verlag, ISBN 3-8167-7144-0, ca. 40 €) ausdrücklich: " Wenn eine Ausfachung komplett erneuert wird, dann sollten hierfür Mauersteine verwendet werden mit einer Wärmeleitfähigkeit ähnlich der des Holzes... (Seite 94)".

Hoffe geholfen zu haben...
Gruß Frank

p.s.: Bevor alle anderen Forumsteilnehmer über mich herfallen: Ich würde auch, dem geschätzten Herrn Künzel zum trotz, immer dem Lehm (bei Sichtfachwerk) oder Kalk den Vorzug geben. Wir sollten dabei aber nicht übersehen, daß hier nicht unbedingt wissenschaftliche Fakten sondern auch Ideologie die Baustoffwahl beeinflussen. Das mindert die Tauglichkeit von Lehm und Kalk keineswegs, aber wir sollten nicht übersehen, daß andere Baustoffe sich unter entsprechenden Bedingungen ebenfalls eignen. Daher sollten wir mit kostenintensiven Ratschlägen wie ABREIßEN behutsam umgehen und differenzierte Lösungsvorschläge anbieten.

p.p.s.: kann dir die entsprechenden Texte am Wochenende gerne mailen...



Vielen Dank



Beruhigt mich wenigstens ein bißchen. Das Haus ist auf jeden Fall diffusionsoffen. Holz und Eteritplatten, wie Schiefer befestigt. Innen wollen wir auf keinen Fall dämmen. Als nächstes irgendwann mal Kalkputz innen und in den nächsten Jahren mal Außendämmung mit Holzfaserplatten oder Mineralwolle (also auch diffusionsoffen!)
Wir waren gerade in einem Baustoffhandel, dort gibts auch einen Baubiologen und Energieberater, mit denen hab ich auch über das Thema gesprochen. Sie meinen das Lehm natürlich besser wäre, aber so wie wirs gemacht haben auch nichts passiert.
Und ich hoffe, daß es so ist!?



Herr Holberg,



ich hätte da noch ein paar Fragen. Sie schreiben Putzschicht über alle Balken. Wir wollten auf jeden Fall Kalkputz nehmen, das Fachwerk mit alten Holzbalken Aufdoppeln und als Sichtfachwerk innen lassen.(Aufdoppeln, weil wir durch das ausgemauerte einen zu großen Überstand haben)
Das würden Sie dann besser lassen?
Über dem Bad ist Estrich(Dachboden), gibts da Probleme mit der aufsteigenden Feuchtigkeit? Die Decke ist wie überall aus Lehm, Sand, Stroh, Holzstückchen,...
Wie mache ich große Löcher im Gefache wieder zu? Wir mußten dort mit einem Rohr durch und etwas Lehm rausmachen.
Darüber muß dann gefliest werden. Was man bei einem Bad im Fachwerkhaus beachten muß, ist mir auch noch völlig unklar?!
Ich weiß, es sind viele Fragen, aber wir möchten natürlich nicht wieder irgendwelche großen Fehler begehen!
Mfg



Verputz



Wenn die Wände aussen unter der Verkleidung nicht verputzt sind, dann sollte man es innen tun. Fachwerk aufdoppeln und sichtbar lassen - das gibt durchgehende Fugen. Hier könnten auch Stellen entstehen, wo es Kondensat gibt. Außerdem würde ein guter Innenputz, der die Balken einkleidet, Feuchte aufnehmen können und so zur Trockenhaltung des Fachwerkes beitragen. Viele Grüße, Johannes Prickarz



Große Fehler vermeiden



Da sie vermutlich noch öffters mit fachwerktypischen Problemstellungen und gleichzeitig Handwerkern ohne ausreichende Kenntnisse im Fachwerkbereich zu tun haben werden, halte ich es für unabdingbar, sich ein entsprechendes Grundlagenwissen anzueignen... auch wenn sie nicht alles selbst machen wollen (Zeit, Mühe und Geld (Bücher) werden sich schnell bezahlt machen).

Buchtip:

Allgemein: "Fachwerkhäuser" von Wolfgang Lenze
Allgemein: "Alte Holzbauwerke" von K. Erler
Feuchtigkeit: "Bauphysik & Denkmalschutz" von Helmut Künzel
Holz ausbessern: "Anschuhen, Verstärken & Auswechseln" von Manfred Gerner
Lehm: "LehmFachwerk", von Tamara Leszner & Ingolf Stein
Lehm: "Lehmbau Handbuch" von G. Minke

Frage "Verputz"
Eine Seite der Wand muß Winddicht verputzt sein. Zwischen Holz und Gefach bildet sich grundsätzlich ein Spalt, der anders kaum abzudichten ist. Nicht zuletzt darum ist es unvorteilhaft, ehemals verputzte Deckenbalken holzsichtig zu "machen". An der empfindlichsten Stelle (Auflager Außenwand) kann dann im Winter warme Innenluft durch einen (kleinen) Spalt nach außen strömen, abkühlen und im Vergleich zum Transport durch Diffusion ein vielfaches an Wasser in die Konstruktion einbringen. Gleiches passiert bei beidseitig unverputzter Fassade...

Frage "Loch Gefach"
Wenn möglich mit dem Lehm, den sie auch vorher entfernt haben...

Frage "Decke Bad"
Kein Problem, wenn der Dachboden gedämmt und entsprechend warm ist... Luftdicht (meint kein "Luftzug" möglich) sollte es aber auf jedenfall auch zur Innenkonstruktion hin sein, damit feuchte Luft z.B. nach dem Duschen nicht irgendwo hinströmt und dort dann doch auch an warmen Bauteilen kondensiert.

Frage "Fliesen Bad im Fachwerkhaus"
Bitte als neue Frage hier im Forum einstellen, um möglichst viele Antworten zu erhalten. Wäre überrascht, wenn es bei diesem Thema nur eine Meinung gäbe und möchte die Meine (vielleicht falsche?) nicht unter "Ausgemauertes Gefache" unwidersprochen versteckt wissen...

Gruß Frank



Dachboden



Der Dachboden ist natürlich nicht gedämmt! Der Estrich wurde zum Getreidetrocknen auf dem halben Dachboden aufgebracht.
Wir haben schon einige Bücher, bei denen man aber leider auch nicht immer Antworten findet. Und oft verläßt man sich halt doch auf dem Fachmann!
In dem Forum wurden schon oft Fachleute und Architekten empfohlen die sich wirklich mit Fachwerk auskennen. Aber wer soll das bezalen? Außerdem wohnen wir in einem kleinen Dorf mit ortsansäßigen Handwerksbetrieben. Man kennt sich gut und könnte auch nicht einfach von auswärts irgendwelche Firmen beauftragen. Verstehen manche vielleicht nicht, dann sind sie aber auch nicht in einem Dorf aufgewachsen.
Wir versuchen mit diesen Firmen auszukommen, lesen nach und hoffen auf gute Ratschläge aus diesem Forum.
Vielen Dank für die Anworten!!!



Die immer wieder aufkommende Frage:



Aber wer soll das bezahlen?
Wird sich auch im Nachhinein stellen, wenn Sie an Ihrem Haus aufgrund von falschen Handwerkern oder schlechten Ratschlägen die Schäden haben und diese dann nach 5 oder 10 Jahren sanieren müssen / lassen müssen!
Haben Sie dann das Geld?
Wenn dann sich auch noch Schäden feststellen, die irreparabel sind und die Kosten dann wirklich "explodieren"???
Was dann?
Ich kenne die Krux mit dem Sparen,den Beratern ... etc. Sie sind ja auch nicht gefeit, wenn Sie einen Architekten mit Vertrag etc. haben und er Ihnen etwas Falsches anrät ... die Prozesse ziehen sich und das Haus wird auch nicht wieder gut dadurch ....
Bleiben Sie beim altbewährtem: Luftkalk, Lehm, massive Ziegel, Luft, Holz etc.
Alles andere wird sich nicht bewähren: Zement, Plastik, Folien, etc.....
Das ist nicht eine "Religion" von mir sondern eine Erkenntnis, die sich aus Erfahrung bildet ....
Tun Sie's sich und den Nachkommen zu liebe - machen Sie's richtig!
Ist nicht leicht - lohnt sich aber!

Viel Erfolg!

FK



Dann müssen sie selbst ihr eigener Fachmann sein...



... und den Handwerkern entsprechende Vorgaben machen. Es reicht ja meistens, die grundlegenden Zusammenhänge zu verstehen und die erhaltenen Empfehlungen kritisch zu prüfen, um zu einem funktionierenden Ergebnis zu kommen.

Frage "Baddecke"
Dann sollte die Decke auf jeden Fall gedämmt werden, unter die Dämmung (raumseitig) am besten eine adaptive Dampfbremse. Besonderen Wert sollte auf die Dichtigkeit der Anschlüsse der DB gelegt werden, d.h. am besten in die angrenzenden Wände einputzen oder zumindest mit Leisten und Kompriband gegen die seitlichen Wände andrücken. Ledigliches ankleben (wie oft praktiziert) ist oft nicht dauerhaft. Auch sollte im DG dann falls möglich kein dampfdichter Bodenbelag oberhalb des Bades aufgebracht werden, damit evtl. eigedrungende Feuchtigkeit entweichen kann.

Gruß Frank



Deckenaufbau?!



Der Dachboden wird schon mal nicht genutzt, also kommt da auch kein dampfdichter Bodenbelag drauf. Wollten höchstens mal in den nächsten Jahren dämmen aber wissen noch nicht wann und wie. Erst muß mal das Wohnhaus zum Einzug fertig sein.
Wenn diese Dampfbremse angebracht werden soll, muß da die vorhandene Decke Putz, Schilfmatten,...usw. runter?
Was wird dann unter die Dampfbremse gemacht? Mein Mann hatte auch schon mal die Idee mit Dampfbremse, wollte aber dann Gipsplatten ranmachen. Auf die sollte man doch auch verzichten, oder?
Eigentlich dürfte fast gar kein Aufbau mehr an die Decke. Raumhöhe ist jetzt schon bei ca. 1,95m und es ist noch nicht gefliest!!!



Baddecke



Wenn der Speicherboden mit einem Estrichverstrich, der quasi als Sauberkeitsschicht für lose gelagerte Feldfrucht dient, versehen ist, und darunter eine intakte, mit Lehm verputzte Decke, dann würde ich es lassen wie es ist. Wenn die Decke zu kalt sein sollte, könnte man doch einfach eine Dämmung oben auflegen - wo sollte das Problem sein? Ich glaube nicht, daß man der Decke mit einer Verpackung aus Folien o.ä. einen Gefallen tut. Ein intakter Lehmverputz auf der Raumseite sollte mit normalem Feuchteaufkommen eines Badezimmers zurechtkommen. Viele Grüße, Johannes Prickarz



Kein Estrichanstrich



Hallo!
Leider ist es kein Anstrich, sonder ca. 5cm dicker Estrich.
Keine Ahnung warum sie den reingemacht haben?!



Estrich



hallo, Estrichanstrich hatte ich auch nicht geschrieben. Die Antwort, warum die das früher gemacht haben haben Sie doch schon selbst gegeben. So etwas gibt es bei uns in der Eifel auch, das konnte man besser sauberhalten, abfegen - um anschließend das Korn sauber zu lagern. Teilweise ist der Estrich auf Holzleisten, die oben aufgenagelt worden sind, verstrichen worden, oder eben auf die Lehmdecke. Viele Grüße, Johannes Prickarz



Widerspruch:



1) ... und wenn der Raum zwischen Dielung und Oberseite Deckenputz nach außen undicht ist kann man den ganzen Speicher mit Dämmstoffen füllen ohne eine nennenswerte Wärmedämmung zu erhalten...
2) ...bei mangelnder Luftdichtigkeit (kl. Risse) kann dann warme Badezimmerluft irgendwo "entkommen " und unkontrolliert kondensieren...

Auch im Fachwerkbau sind moderne Baustoffe durchaus angebracht. Bei aller Liebe zu Lehm, Holz und historischen Konstruktionen, aber den modernen Lebensgewohnheiten sind sie manchmal einfach nicht gewachsen... Bin mir sicher, daß meine Tochter bei jedem Duschen mehr warmes Wasser verbraucht, als eine mehrköpfige Familie vor 100 Jahren in einem Monat - mit entsprechender Wasserdampfproduktion. Lehm als Oberflächenbaustoff ist hier vielleicht gut geeignet, die hist. Gesamtkonstruktion aber sicher nicht.

@Sabine: Ob Rigi oder nicht ist keine technische sondern eine ideologische Frage. Rigi an sich gibt es auch für Feuchträume (grün)... Wenn ihr im historischen Bad duschen wollt (Widerspruch in sich...), so geht das natürlich nicht mit Rigi ;-).
Wollt ihr einfach nur ein funktionstüchtiges, die Bausubstanz nicht gefährdendes Badezimmer, so solltet ihr die Lehmdecke im Bad entfernen, den Raum zwischen den Balken mit dem Dämmstoff eurer Wahl ausfüllen (bei "Matten" zweilagig mit versetzten Stoßkanten), eine DB einziehen und von unten irgendeine feuchtraumgeeignete Platte drunterschrauben... Selbst Denkmalpfleger werden gegen derartige, technisch notwendige Eingriffe wohl kaum etwas haben, selbst wenn ein kleiner Teil historischer Bausubstanz verloren geht.

Gruß Frank



Nochmal zum ausgemauertem Gefache



Nach schlaflosen Nächten habe ich mir überlegt, ob wir nicht die ganze Sache etwas entschärfen können. Das ausgemauerte Gefache steht ungefähr 5cm raus. Die Balken sitzen tiefer. Würde es vielleicht nützen, die Balken bis zum Stein mit Lehm zu verputzen. Oder bringt das nichts?!
Und vor allem sie Stöße, die mit Kalkzementputz zugemacht wurden? Oder hält das nicht?
Wenn wir später mal auf das Haus eine Außendämmung aufbringen Mineralwolle oder Holzfaserplatte und Putz ist dann das ausgemauerte immer noch so schlimm?
Mir läßt das wirklich keine Ruhe! würde es am liebsten rausreißen, aber da müßten Fenster raus,die Kosten die wir bereits hatten,...
Und mein Mann sagt ich spinn!!!



Entschärfen kann man da m.E. nicht ...



und das ist meine Meinung, die sich auf lange Erfahrung stützt.
A und B passen einfach nicht zusammen und da sollte man m.E. keine faulen Kompromisse eingehen - wenn doch nicht wundern, wenns im Nachhinein Ärger gibt.
(Das mit der Aussendämmung würde ich auch noch mal überdenken - bzw. sein lassen)
Wenn der Zahnarzt ein Loch festgestellt hat, werden Sie auch nicht umhin kommen, dass der gute Mann den Bohrer ansetzt - ob es nun angenehm ist oder nicht!
gutes Entscheiden!

FK



Außendämmung



Im Forum wird doch immer geschrieben, daß eine Außendämmung unproblematisch ist. Die schrecklichen Eternitplatten werden wird auf Dauer jedenfalls nicht dranlassen wollen!
Und totheizen wollen wir uns auch nicht!



Ist sie auch,...



... auch wenn der Herr Kurz das offensichtlich anders zu sehen scheint. Vielleicht kann er diese seine, von den allgemein anerkannten baupysikalischen Regeln doch sehr abweichende Auffassung mal stichhaltig begründen...

@Bad, umfassender Beitrag kommt noch, muß arbeiten und habe nur wenig Zeit...

Gruß Frank



Stichhaltige Beweise



... können sie haben: 6000 Jahre Baugeschichte OHNE DÄMMUNG!
Gegenfrage:
Geben Sie mir "stichhaltige Berweise" dass die Dämmung etwas bringen soll (ausser ein mords Geschäft für die Lobbyisten)?
"Pullovereffekt?" - lachhaft
Beweise!
Sie kennen doch die Kurve, die uns die Dämmerei schmackhaft machen soll - diese nette Hyperbel, die in der Unendlichkeit der Y-Achse beginnt und dann nach unten kommt und sich in der Unendlichkeit der X-Achse verliert ...
Ja?
Genau anschauen!

Bin gespannt auf die Beweise - stichhaltig!

mfG

FK



Nichts einfacher als das, Herr Kurz



Habe meine Heizkosten aus Interesse die letzten 8 Jahre genau verfolgt, Fazit nach der Dämmung des Dachbodens vor 4 Jahren: etwa 10% geringere Heizkosten bei 40% mehr Wohnraum und deutlich angenehmere Innentemperaturen.

Ob sich die Maßnahmen (wie oftmals von Beratern versprochen) in einem angemessenen Zeitraum finanziell amortisieren werden, bezweifel ich durchaus... obwohl in Anbetracht der jüngsten Preiserhöhungen...
Sinn machen sie dennoch, nicht nur energietechnisch, auch was den Schutz der Bausubstanz angeht...

Aber ich greife ihre Frage gerne auf und werde hier im Forum mal nach Leuten suchen, die ähnliche Aufzeichnungen geführt haben...

Im übrigen hoffe ich, daß Sie sich bewußt sind, unter welchen Bedingungen die Menschen die letzten 6000 Jahre gelebt haben? Wenn Sie heute so wohnen wollen, kommen sie sicher ohne Dämmung aus. Wenn sie aber entsprechend heutigen Ansprüchen leben wollen, müssen sie auch die Bausubstanz entsprechend ertüchtigen.
Schauen Sie sich mal alte Fotos an. Sie werden schnell feststellen, daß die Schäden an Gebäuden damals wesentlich umfangreicher gewesen sind... Darüber hinaus gibt genug alte Fachwerkhäuser, in denen nicht nur die Schwellen gleich mehrfach ersetzt wurden...

Von Bewährung kann also keine Rede sein, denn es...

1) ...haben sich die physikalischen Anforderungen deutlich geändert
2) ...waren viele Konstruktionen schon immer schadensanfällig

Gruß Frank



Welche Parameter



wurden sonst noch verändert: Heizung?, Fenster?, ...
Welche Schäden zwischen Dämmung und Wand? - Keine!

Die armen Menschen haben anscheinend bisher völlig krank, unwissend usw gelebt!
Wir mit Ihren hocheffizeinten Systemen in Dämmung, Heizung und Verkehr machen alles besser und richtig, bequemer und dauerhafter .... wir haben halt Ansprüche - sagen Sie!
Ich würde sagen, dass unsere Zivilisation krank ist, alles vergiftet, alles ausbeutet, kaputt macht und vernichtet, was ihr unbequem ist - nur um sich selbst zu gefallen und auf kurze Zeit nen fetten Reibach zu machen!
Sie nennen das: Fortschritt - ich nenne das Arroganz!
Sie glauben mit Ihrer Dämmerei was gegen die Klimaerwärmung zu tun - ich denke, dass gerade das die Katastrophe beschleunigt!
Der Energieaufwand, den WIR uns glauben leisten zu können um einen warmen A... zu bekommen macht doch die gesamte Sparerei zur Null- und Lach (eher: Heul) Nummer!

Und Ihr Argument, dass die alten Hütten doch alle am zusammenfallen sind ist ja auch etwas kurzsichtig - Wenn mann bei den Häusern immer alles richtig und in kleinen Schritten zur richtigen Zeit gemacht hätte, stünden die besser da ... Auf jeden Fall haben Low-Tech - Häuser einen wesentlich besseren Reparatur Intervall als die hochgetunten Häuser!
Sie werden das mit Ihrem Haus denk ich auch noch erleben!
Einfache, effiziente Lösungen, die möglichst homogen sind (wenige Schichten) halten ewig und sind leicht zu überprüfen und reparieren!

und welche ..."physikalischen Anforderungen" ... haben sich "deutlich geändert"???

Ist doch alles ganz einfach!
Können doch auch schon BWLer!
Der Input sollte geringer als der Output sein!
Also bei der Dämmerei sollte auf lange Sicht weniger Energie verbraucht werden, als man wiederum auf lange Sicht sparen kann!
Ebenso verhält sich das mit den kosten der Dämmung!
Die bleibt doch nicht von alleine bis zum St. Nimmerleinstag an der Fassade hängen, die ist wie jedes Bauteil einem Vergehensprozess unterworfen ... dann wieder weg das ganze und neues drauf ... das zum Thema: Rentabilität!
Das Ganze muss betrachtet werden - nicht nur die kurzzeitige "Nutzbarkeit"

aber ich wiederhole mich da ....

Also Sabine: Bleiben Sie bei einfachen Mitteln, keine Platten, wenig Trallala, kein Zement ...

mfg

FK



Fachwerk & Sanierung



Hallo Sabine,

nachdem ich all diese Beiträge gesehen habe, finde ich Ihr Problem recht komplex.
Die wichtigen Sachen zuerst zu bearbeiten erfordert einige Selektion.
Grundsätzlich ist diese Aussenverkleidung ein hinterlüfteter Spritzschutz, der die unvermeidlichen Ritzen des Fachwerks trocken hält. Eternit hat man damals genommen, weil Schiefer teuer war, klar. Als Aussenverkleidung birgt er kein Krebsrisiko, ist wetterfest und brennt nicht. Ob diese Verkleidung gut aussieht, hat mit ihrem praktischen Wert nichts zu tun. Allerding verhindert er die Nutzung von Sonnenwärmeeinstrahlung in die Wände.
Die unebenen Ausbesserungen der Gefache könnten Sie mit einem dicken Lehminnenputz entschärfen, der gleicht die Unterschiede aus, ist ein guter Wärmespeicher und kann problemlos über Fachwerkbalken geputzt werden.
Ein Bad in einem Fachwerkbau sollte mäglichst keine gefliesten Wände (und erst recht nicht Decke!) besitzen, ebenso sollten Sie keine Dampfsperren im Haus verbauen. Wenn Sie den unbenutzten Dachboden luftig lassen, wie er original war, lüftet er die auftretende Feuchtigkeit aus der Decke ab.
Abschliessend noch ein Tip zur Heizung: versuchen Sie Strahlungsheizungen zu benutzen, das erspart Ihnen viele Probleme, da Fachwerkbauten darauf ausgelegt sind.
Sehen Sie mal unter www.sancal.de nach oder lesen Sie ein paar Gedanken von Herrn Eisenschink.
Viele der Vorteile, die alte Häuser im dörflichen Siedlungsraum hatten, sind durch unmässige Modernisierungssucht dahin. Vieles wird wieder neu entdeckt und ist doch nicht als althergebrachte Art und Weise.

Alles Gute