Gefach erneuerung

01.06.2006



Hat jemand mit der Gefacherneuerung was Heraklith vorschlägt irgendwelche Erfahrung gemacht ?

Wandaufbau von außen:

Außenputz
Heraklith-BM ca.50mm
Heraflax oder Heralan-KP ca.80mm
pro clima DB+/intello
Heraklith-BM ca.50mm
Innenputz



diesen Aufbau kann ich nicht empfehlen



da bei allen leichten Dämmkonstruktionen im Fachwerk die Gefahr der Durchfeuchtung am Übergang Holzwerk zum Gefach besteht.
Das Fachwerkholz "arbeitet" immer,auch alte Eiche. Bei Schlagregen kann dann das Wasser in die Fuge reinlaufen und führt zu üblen Holzschäden. Obendrein wird die Dämmwolle durchfeuchtet. Feuchte Dämmstoffe werden schwer, sacken zusammen und bilden Kältebrücken.
Nicht umsonst wird fürs Fachwerk Lehm für die Ausfachung empfohlen.Lehm sorgt aufgrund seiner Gleichgewichtsfeuchte von nur 1,5% für gute Holztrocknung. Im trockenen Holzwerk haben die meisten Holzschädlinge keine Überlebenschance. Deshalb bezeichnet man Lehm auch als guten Holzkonservierer.



seh ich auch so



Hallo
mit Lehmsteinen und Lehmmörtel (da geht auch Kalkmörtel)
oder Backsteinen mit Kalkmörtel
oder Staken mit Wicklung, Bewurf und
dann innen Lehm oder Kalk
und aussen Kalkputz mehrlagig!

Das andere hat Herr Schillberg schon geschrieben!
zu riskant!

FK



Unger Diffutherm



http://unger-diffutherm.de/downloadmaterial/Produktinformationen.pdf

Mal auf Seite 21 nachsehen. Randbereiche zum Holz werden mit Flachs fest verklopft(Schweinearbeit, man glaubt gar nicht, wieviel Flachs reinpasst), nehmen insoweit Fachwerkbewegungen sicher auf. Fachwerk innen außen damit sichtbar möglich.Da Holzdämmung steif, kein Verrutschen oder Sacken.

Sehr gute objektbezogene Beratung.

Wir haben dass System selbst angewandt und sind trotz des hohen Arbeitsanteiles sehr zufrieden.

Eckard zöllner



anderer Name



vielleicht das gleiche Problem?

Es gibt Fachwerke mit Lehm udn Kalk, die 100e Jahre auf dem Buckel haben!
Obs die von dem Hersteller nach der Zeit noch gibt mäöchte ich bezweifeln!

Wir werden sehen!

FK



... und wenn



es dann auch noch eine "Schweinearbeit" ist ...

Ich denke auch, daß es zum Lehm nur wenige taugliche Alternativen gibt. Zum schon gesagten könnte man noch hinzufügen, daß er sehr gut zu Verarbeiten ist und ganz ordentlich Masse hat (Wärmespeicherung + Schallschutz).



@FK 100e Jahre



werden wir alle nicht mehr erleben(war Spasssss).

Die Variante Unger war jedoch der Kompromiss aus Gestaltung und Dämmwirkung (auch innen wollten wir gegen alle Glaubensbekenntnisse das Fachwerk sehen).

Das Verklopfen nach alter Tradition hat uns gegenüber der Gutex-Lösung (3mm-Kompriband) bei ansonsten gleichem Aufbau überzeugt. Die Schlagregenbelastung haben wir dennoch vorsorglich durch einen verlängerten Dachüberstand reduziert, da an dieser Stelle sicher die Nachteile von Holzdämmung zu Lehm liegen, wenn auch nicht vergleichbar mit anderen leichten Dämmstoffen.

Ich habe dennoch zur Zeit einen Fall auf dem Tisch, bei dem die Schlagwettersseite eines sanierten Fachwerkhauses aus Lehm (Staken) sich kontinuierlich am Rand auflöst, da der Lehm im Anschlussbereich an das Fachwerk den Schrumpfungen und Bewegungen des kammergetrockneten Holzez hilflos zusehen muss und in die Spalte erhebliche Feuchtigkeit eindringt. Durch die Spalte kann man teilweise durchsehen. Da der Bauherr auf Streit aus ist, muss diesem mühsam beigebracht werden, dass kontinuierliche Nacharbeiten des Fachbetriebes bis zum Abklingen der Bewegungen notwendig sind.

Früher wurde abgelagertes Holz verwendet, heute kaum noch. Kompromisse sind dann nötig. Vielleicht wäre auch hier ein Hanfanschluss besser gewesen.



alles neu und richtig??



Sie schreiben: "Kompromiss aus Gestaltung und Dämmwirkung"
Ich mache ungern Kompromisse!
und dann schon gar nicht, wenn das Ergebnis auf wackligen Füssen steht!
"...sieht schön aus ..." " ... Dämmwirkung ..." ???????

"… Verklopfen nach alter Tradition…" Sie kommen wohl vom Schiffsbau!
Kalfaltern und so!!??
Kenn ich bei Fenstern - bei Fachwerk noch nicht gesehen!

"… Lehm (Staken) sich kontinuierlich am Rand auflöst, da der Lehm im Anschlussbereich an das Fachwerk den Schrumpfungen und Bewegungen des kammergetrockneten Holzez hilflos zusehen muss und in die Spalte erhebliche Feuchtigkeit eindringt.…"
falsches Konzept?
Wo ist der Außenputzanschluß zum Gefach hin?

Na ja! Muss ja nicht alles wissen!

und "Früher wurde abgelagertes Holz verwendet" ist doch auch ein Märchen!
Bei Brettern für den Möbelbau ja - aber beim Fachwerkbau??
Winter Holzeinschnitt - Frühjahr Fundamente und dann raufgezogen das Fachwerk! Nix mit trocknen und so! Die hatten auch damals keine Zeit für so was! Allerdings hatten die auch bessere Handwerker und Sägewerker, die "gutes Holz" hatten -obwohl da gibts auch wieder Unterschiede: die reichen halt besseres und die armen Bauern schlechteres ... wie heute!

FK



@FK



möchte den Beitrag nicht weiter kommentieren.

Vielleicht sollte man sich der Realität des heutigen Bauens nähern. Viele Ihrer Kollegen haben geade Probleme mit der Verbindung alt und neu. Der Außenputzanschluß nützt bekannteremasen nichts, wenn das Holz wegtrocknet. Wir haben selbst, wo es ging, Altholz verwendet, diese Möglichkeit hat nicht jeder. Bin jedoch weit entfernt von jener Lehmseeligkeit, da die Schwächen dieses Baustaoffes auch angesprochen werden müssen. Sollte ich dabei bei den Bootsbauern landen, nur gut, diese haben Erfahrung mit Wasser. Es bringt jedoch nichts, der Lehmseeligkeit alle Ideen zu opfern, nur weil diese "modern" sein könnten.

Guten Abend



Wenn ich die Frage



von Herrn Fischer recht verstehe, geht es um ein altes Haus, und dazu passen am besten Lehmbaustoffe. Je nach alter des Gebäudes würde ich erwarten, daß es so gebaut wurde, das der Lehm eben nicht "weggespült" wird, was in meinen Augen der einzige Nachteil darstellt. Ansonsten kann man ihn ohne großen (Energie-)Aufwand bereitstellen und verarbeiten, problemlos entsorgen oder wiederverwenden. Nebenbei hält er das Holz trocken und hat sich jahrhundertelang bewährt. Welcher moderne Baustoff kann das leisten?



@Hildebrandt


Falsches Material (4)

Dem stimmen wir zu, aber nicht, weil wir nun ein Lehmbaufachbetrieb sind, sondern, weil dieser Baustoff derzeitig eine wirklich gute Qualität als Anwendungsmaterial erfährt (natürlich Hersteller spezifisch sehr unterschiedlich!!!!).
Verschiedenste Produkte sind in einer derartigen Vielfalt erhältlich, daß für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche spezielle Lehmbaustoffe zu bekommen sind.
Mit der Variante Heraklith-BM-Platte machen wir seit Jahren sehr gute Erfahrung, speziell in den Bereichen extrem bewitterte Sichtfachwerkfassade und Lehmausfachungen, wo sich die Putzoberflächen in kürzester Zeit in Wohlgefallen auflösen.
In diesen Bereichen betten wir eine magnesithgebundene Heraklithplatte satt in Lehmmörtel ein und befestigen umlaufend mit nichtrostenden Materialien diese.
Darauf kommen dann zweilagige Kalkputzaufbauten.
Oder man arrangiert sich mit den zuständigen Behörden auf einen konstruktiven Wetterschutz (Verschalungen).
Im Neubau mit vorgegebener Sichtfachwerkfassadenausbildung im Hauptwetterbereich, lösen wir die vorgegebenen Problematiken ebenfalls mit Heraklith und nach innen mit Lehmsteinausfachungen mit umlaufender Dreikantleiste in den Gefachen.
Windichtungsausbildung ist aber auch eine weitere Betrachtung wert, denn die EnEv darf nicht so ohne weiteres außer Acht gelassen werden.

Foto zeigt falsches Ausfachungsmaterial nach Bewitterungseinflüssen Westseite.

Trotz der umfassenden Problematik
schöne Pfingstfeiertage

Udo Mühle.



Ja, warum



auch nicht. Aber gerade auf der stark bewitterten Hausseite würde ich nicht auf eine Ausfachung mit Stampflehm(-ziegel) verzichten. In wie weit eine Heraklitplatte die Abtrocknung behindert, vermag ich nicht zu sagen, und halte mich deshalb aus dieser Diskussion heraus.
Mein Anliegen war es, aus genannten Gründen der "Lehmseeligkeit" etwas zur Seite zu stehen, da ganz offensichtlich die Schwächen des Baustoffs in der falschen Verarbeitung und im fehlenden konstruktiven Schutz zu suchen sind.
Mal ehrlich: Wenn jemand über ein altes Haus klagt, dann deshalb, weil der Zustand eher schlecht ist und er übersieht, das man im Laufe eines Jahrhunderts auch mal etwas ausbessern muß. Oder weil das Haus erst vor wenigen Jahren nach modernstem Standard falsch und viel zu teuer saniert wurde. Saniergeschädigt nennt man das im doppeltem Sinne. Von den zu erwartenden hohen Kosten abgeschreckt, läßt man die "Bruchbude" lieber verfallen, in der Hoffnung, irgendwann alles wegreißen zu dürfen und das Grundstück teuer verkaufen zu können. Leider werden so schöne und erhaltenswerte, ortsbildprägende Bauten dahingerafft, mit ihnen deutsche Handwerkskunst und deutsche Identität.
An dieser Stellen entsteht dann ein Neubau nach modernster Baumarktarchitektur, das Ortsbild verarmt zusehens.



Lehm oder verklopfte Holzdämmplatte sicher besser als Poroton



Ich war über Pfingsten mal wieder im Harz (Wernigerode und Quedlinburg) und habe mir während der "Geschäftsaufenthalte" meiner Frau mit meinen Söhnen einige der dortigen innerstädtischen Baustellen (wie immer ;-)) angesehen. Vorwiegend im Bereich Denkmalsanierung, nach den Baustellenschildern auch öffentlich gefördert und durch Planungsbüros für "Denkmalschutz" begleitet.

Ausnahmsloses Baumaterial für die Ausfachungen:

Porotonlanglochziegel vollfugig vermauert, teilweise auch geklebt.

Lediglich an einem privaten Sanierungsvorhaben habe ich den Versuch gesehen, mit Lehmweidengeflecht und vorgesetzter hochkant gestellter Bachsteinverblendung zu bauen (ist in Quedlinburg seit dem späten Mittelalter wegen Brandschutz vorgeschrieben, alternativ Vollziegelausfachung).

Dagegen erscheinen alle Vorschläge hier besser.

Ich bin auch kein Lehmfeind sondern heilfroh, dass sämtliche Innenwände und eine Außenwand unseres Hauses aus Lehmstaken bestehen, obwohl wir diese aus Unkenntnis vor 8 Jahren teilweise mit Gips abgeschirmt haben.

Lehm hat sicherlich auch im Außenbereich den Vorteil der geringeren Ausgleichsfeuchte. Wenn ich jedoch die Bewegungen in unseren vor zwei Jahren neu errichteten (kammergetrockneten) 18x18 Lärchefachwerk sehe (Verdrehungen um 3-4 mm der Ständer in der Achse zu den Querbalken) fühle ich mich mit dem elastischen Hanfanschluss etwas sicherer, obwohl die Ausgleichsfeuchte der Holzdämmplatten "nur" gleich der der Konstruktion ist. Ein weiterer Vorteil war die relativ unkomplizierte Herstellung der Ausfachung, die vollständig in Eigenleistung möglich war.

Für Lehm bedarf es jahrelanger Erfahrung, die die hiesigen Handwerker nach weiner Erfahrung nicht aufweisen, was auch kein Wunder ist, da Fachwerk hier leider meisstens immer noch mit Ytong ausgemauert wird.

Gruss Eckard



So kompliziert



ist es nun auch wieder nicht. Es gibt ein paar Regeln, ja, aber die kann man leicht lernen. Und da der Lehm ja nun in der Regel "nur" Füllmaterial ohne statische Funktion ist, können Fehler auch leicht korrigiert werden: Gucken, was falsch war, zusammenkehren und wieder drannkleben. Übung macht den Meister - aber nicht erst nach Jahren ...



zum Thema: Lehmbau und jahrelange Erfahrung



wie unsere Vorfahren sanieren die meisten unserer Kunden hier in Hessen seit 25 Jahren ihre Fachwerkhäuser im Selbstbau, überwiegend in Lehmbauweise. Als einzige know-how-Grundlage dient meist der Besuch unserer 1 Tages-Praxis-Lehmbauseminare. Alte Gefache werden mit Leichtlehmputz saniert, neue Gefache werden mit kleinformatigen Leichtlehmsteinen ausgemauert, Vorsatzschalen (Innendämmungen) mit großformatigen LehmLeichtbauplatten und LeichtlehmFüllungen etc.... Mit fertig gemischten Lehmputzen, LehmFarben,LehmStreichputzen oder farbigen Lehmedelputzen werden die Innenflächen gestaltet. Bei Ausführung größerer Wand-und Deckenflächen hilft meist ein Verwandter mit Handwerkserfahrung am Bau mit. Manchmal leihen sich unsere Selbstbauer sogar professionelle Putzmaschinen selbst aus. Wenn mal beim Lehmputzen was schief geht..... Lehm ist ein geduldiges Baumaterial -läßt sich das in der Regel problemlos mit geringem Aufwand reparieren.
Wenn nun hier behauptet wird, daß man für Lehmbauarbeiten jahrhundertelange Erfahrungen braucht, muß ich hier im Namen meiner vielen SelbstbauerInnen grundsätzlich widersprechen.
Man kann von unserer Vorfahren auch lernen,daß es sehr sinnvoll ist, die Wetterseite des Hauses zu schützen mit einem sehr großen Dachvorsprung, mit Wetterdächlein im Giebelbereich oder mit schönen Holz-oder Schieferbe-kleidungen.
Auch haben unsere Vorfahren kein kammergetrocknetes Fachwerkholz verwendet. Bei einem Forschungsprojekt des BMFT im Freilichtmuseum Hessenpark mußte eine solch kammergetrocknete Schwelle nach 3 Jahren wieder ausgebaut werden.