Lehm, Holz & Rabitzdraht



Lehm, Holz & Rabitzdraht

Hallo zusammen,

Ich habe hier einige Flächen wie im Bild, an denen ich mit Lehmunterputz noch eine Ebene Fläche schaffen muss bevor ich mit Lehmkleber Holzfaserdämmplatten aufkleben kann.
In den Gefachen sind Lehmsteine, rings herum befindet sich das Gebälk. Wie gebe ich dem Lehmunterputz am besten Halt auf dem Holz? Die Schilfrohrmatten sind ja eher nicht geeignet für ganz schmale streifen. Spricht etwas gegen Rabitzdraht?

Grüße

Bernd



Putzträger



Hallo Bernd :-)

Rabitzdraht ist eher so ein Sammelbegriff. Wenn Du Ziegeldraht meinst geht das natürlich auch. Wichtig ist nur, dass der Putzträger fest montiert wird und vor allem dass er den Putz umschließt. Bei "Hasendraht" besteht die Gefahr, dass er zu dicht am Holz aufliegt, den Putz nicht umschließt und somit den Putz auch nicht "trägt".

Noch ein Tip für die Verarbeitung von kleinen Schilfrohrstücken: zunächst mit einem Klebeband fixieren, passendes Stück schneiden, Bindedraht am Schilfrohr umwickeln (einen Stängel rausnehmen) und an der Wand / am Balken mit zusätzlichem Bindedraht befestigen.
Bei dem linken Balken auf deinem Bild wäre diese Methode wahrscheinlich nicht zeitaufwendiger als Rabitzdraht. Hier könnte man auch auf das Klebeband verzichten. Dass ist z.B. bei Dreiecken gut.

Viele Grüße

Lehmbauer Marc





Hallo Marc,

Danke! Das hilft mir schon mal sehr.
Ganz speziell auf diesem Bild im Flur habe ich das Problem, dass ich aus optischen Gründen insgesamt nur noch maximal 7 cm auftragen möchte auf die bestehende Wand um den Pfosten dieser Holzwand nicht komplett zu verdecken. D.h. ich werde maximal 2 cm dämmen können oder auch ganz darauf verzichten und direkt Verputzen lassen.
Im Gegensatz zu den übrigen Flächen stellt sich hier also noch die Frage, wie ich den Untergrund eben bekomme mit einer möglichst geringen Schichtstärke.

Grüße

Bernd



Immer macht es euch recht teuer!



Ganz einfach 8 mm magnesithgebundene Heraklithstreifen schneiden (geht mit einem Einhandwinkelschleifer mühelos und stressfrei!), diese dann aufspaxen oder mit Breitrückenklammern aufschießen und dann überputzen.
Lehmkleber ist verdammt teuer!

Rabitzmaterialien sind eigentlich nicht so günstig für Lehmverputzungen oder ähnliches.
Rostgefahr!

Dies geht auch problemlos mit einem Lehmunterputzmaterial.
Aber Vorsicht!
Jede planeben hergestellte Schichtebene sollte komplett durchgetrocknet sein, damit nachher wirklich nur noch ganz wenig Feuchtigkeit unter den Platten verbleibt, durch das ankleben.
Zusätzlich ist aber eine mechanische Befestigung der Plattenebenen von Nöten.
Und zusätzlich sein bemerkt, dass in Holzweichfaserebenen sich nachher nichts mehr befestigen läßt!!
Sie müssen sämtliche Befestigenen durch die Plattensysteme bis in den Untergrund führen.





Vielen Dank!
Diese mineralischen Herklithplatten habe ich mir angesehen. Damit hätte ich jetzt eine Lösung für die ganzen Balken, Streben usw.

Der Wandaufbau mit der Ausmauerung mit Lehmsteinen hinter der Holzfassade und den 40 bis 60 mm Holzfaserdämmplatten dahinter wurden mir vom Support eines der großen Hersteller von Lehmprodukten empfohlen.
Ich habe auch schon etwa 1qm testweise mit den Platten bestückt um einen Heizkörper davor anbringen zu können.
Ich sehe das auch mit gemischten Gefühlen: Es stimmt schon, da kann man höchstens ein Bild aufhängen, am besten mit Spezialdübeln. Dass man die Platten dann auch nur < 1cm verputzen braucht finde ich auch bemerkenswert, die Tellerbefestiger tragen ja auch wieder auf. Ich frage mich auch wie das auf Dauer ist mit dem dünnen Putz auf diesem recht weichen Material.
Andererseits geht es nur um die historischen zwei Drittel des Erdgeschosses (auch wenn im EG nicht viel historische Substanz erhalten ist wie man sieht). Das ist das Wohnzimmer, Flur und ein Abstellraum. Wenn man die Fenster abzieht bleibt nicht mehr so viel Fläche übrig an der man überhaupt etwas aufhängen könnte. Mein Frau hat da eine klarere Meinung, sie findet die Platten furchtbar. :) Also wenn es alternative Lösungen gibt wäre ich sehr offen dafür. Ein wenig dämmen sollte es halt schon.
Anbei nochmal ein Bild von letztem Juli.



Innendämmung



"Mein Frau hat da eine klarere Meinung, sie findet die Platten furchtbar. :)"

Bedenke, warum Du bzw. Ihr den ganzen Aufwand überhaupt treibt: Ihr wollt Euch zu Hause wohlfühlen, darum geht's doch. Dann verbaue nur Materialien, mit denen Euer Bauchgefühl einverstanden ist.

Ich bin auch kein Freund von Plattenbaustoffen. Das sagt mein Bauchgefühl, nicht mein Verstand - der findet die teilweise ganz gut.
Ich bin eher ein Freund der massiven Bauweise.
Dämmputze oder eine Leichtlehmschale wären eine Option.

Aber wenn Du die gesamte Planung für die Dämmung nochmal auf den Kopf stellen willst dann besprich das am Besten vor Ort mit einem Fachmann - und nochmal mit deiner Frau :-)

Dämmen bringt nur was, wenn's hinterher irgendwie besser ist als vorher. Und der tatsächliche Dämmeffekt ist dabei nur ein Faktor von vielen.
Lasst Euch Zeit mit der Planung und fangt erst an zu bauen, wenn Ihr ein gutes Gefühl dabei habt :-)





Danke für die Anregungen.

Die Leichtlehmschale wäre eine interessante Alternative.


Ich werde das als erstes beim Supporter des Herstellers anfragen.

Konstruktiv müsste das mit dem höheren Gewicht gehen. Alles sitzt auf der 60-80cm Bruchsteinmauer darunter und diese hat einen Betongurt erhalten als das Kellergebälk getauscht werden musste. Der Architekt muss sowieso mal wieder kommen, da sprech ich das ebenfalls an.



Auch auf die Gefahr hin....



....das mein Vorschlag nicht überall auf Zustimmung stoßen wird:

Wir haben an einen Teil unserer Holzbalkendecke Balken ausgetauscht. Von unten wurde nur der neue Fehlboden (Massivholzbrettchen) mit Lehm verputzt, also eine ähnliche Situation, zumindest was den Untergrund betrifft.
Ziegelrabitz war mir zu teuer, mineralische Heraklithplatten zu dick, und Bauphysikalisch (Geschoß darüber ist ebenfalls beheizt)fand ich die Situation unkritisch. Daher hab ich mich für folgende Lösung entschieden:

Rippenstreckmetall Putzträger verzinkt. Die hab ich von unten an den Fehlboden geschoßen, mit Lehmputz beworfen, abgezogen, gebürstet und gestrichen. Am Rand entlang einen Kellenschnitt. Hält bisher einwandfrei, keine Risse in der Fläche o.ä.

Ist sicher nicht die Lehrbuchlösung, aber evtl eine Option!

Grüße
Michael



Rippenstreckmetall



@ Michael: warum denn keine "Lehrbuchlösung"? Klingt doch ganz anständig ... überleg mal was heutzutage im "konventionellen Bau" so als Lehrbuchlösung gilt:-)

Das ist aber genau das was ich meine... gegen deine Lösung fällt mir kein Argument ein, tatsächlich biete ich meinen Kunden ähnliche Lösungen an, da es eine effiziente, günstige Option ist.
In meinem eigenen Haus möchte ich allerdings kein Streckmetall an den Wänden haben ... Bauchgefühl :-) Das muss jeder mit sich selbst ausmachen...

Übrigens, Michael, ich meine mich gerade zu erinnern, dass wir vor vielen Jahren mehrmals miteinander telefoniert haben, kann das sein? Ein kleines Fachwerkhaus in Norddeutschland? Da war ich noch Angestellter ... und jetzt trifft man sich wieder :-)

Viele Grüße

Lehmbauer Marc



mal ganz was anderes..



Wäre das nicht tatsächlich ein fall für dieses UdiIN Reco System?
so ganz ohne Feuchtigkeit am Holz was erst trocknen muss und Putzträger tackern ,etc...
zumal der Untergrund überall aus Holz ist da stell ich mir die montage wirklich gut machbar vor.
greets Flakes..





Theoretisch wäre das eine Überlegung, interessantes Produkt.
Allerdings sehe ich in meinem Fall nicht so sehr das Ebnen der Fläche als Problem. Zumindest jetzt wo ich interessante Optionen als Putzträger genannt bekomen habe nicht mehr. Auch die Trocknung/Trockungszeit schreckt mich nicht. Da liegen ja die Stärken dieses Systems. Was mich an den normalen Holzfaserdämmplatten stört ist diese Weichheit. Da kann dieses System halt auch nicht punkten im Vergleich. :) Der Preis ist mit > 30€/qm für 8cm starke Platten auch recht hoch - aber klar, ich bekomme im Prinzip 2 Produkte in einem.





Ich habe mich nun nach einiger Zeit der Überlegung für eine Leichtlehmschale mit Blähtonleichtlehm und gegen die ursprünglich geplanten Holzfaserdämmplatten entschieden.

Für meine Situation scheint es mir das Beste. Mir gefällt's jedenfalls. :)

Jetzt muss ich noch die übrigen Wandflächen ausmauern, damit ich in einigen Wochen loslegen kann.



Stürze und Laibungen bei der Leichtlehm Innenschale



Hallo nochmal,

Ich bin gerade dabei, die erste Wandfläche fertig zu stellen mit der Lattenkonstruktion für die Leichtlehm Innenschale. Der Wandaufbau ist nicht besonders stark, daher bin ich hier mit der Latte bündig an die Kante der Fensterlaibungen gefahren. D.h. ich plane keine angeschrägte Laibung.
An den Laibungen und Stürzen habe ich dann also die Latte mit 3cm, dann einen Spalte von vielleicht 3-4 cm und dann einen massiven Holzbalken. Diese Flächen würde ich gerne mit Platten verkleiden, die an der Konstruktion verbleiben. um einen guten Putzgrund zu erhalten.
Von magnesitgebundenen Heraklithplatten war hier schon die Rede. Sind das dann die Holzwolleplatten? Die scheinen mir meinen Anforderungen gerecht zu werden.

Meine Anforderungen wären:

- direkt als Putzträger für Lehm verrwendbar
- stärke möglichst nicht wesentlich über 12,5mm, das ist etwa die Stärke des Kompribands an den Fenstern welches momentan noch sichtbar ist. Muss ja noch verputzt werden. Die Heraklith M würde es in 8 und 15mm geben. Die Frage ist ob die 8mm ausreichend Stabilität haben.
- Sollte an den Stürzen ein wenig Gewicht aushalten. Viel wird das nicht sein, was zwischen der Lattenkonstruktion auf die Platte drückt.
- Sinnvolles Produkt/Material im Zusammenhang mit dem übrigen Aufbau (Lehm/Holz)
- Gerne auch gut verarbeitbar