Gipsputz auf Lehmputz

22.04.2004


Wir haben ein altes Haus von ca. 1816 in Ingelheim (Rheinhessen) erwoben. Das EG besteht aus Bruchstein, das OG aus Fachwerk. Nun hat uns die von uns beauftragte Verputzerfirma die Wände (Schlitze von Elektroinstallationen usw.) mit Gipsputz beigeputzt. Wir sind der Meinung, das ist das falsche Material, die Firma vertritt die Meinung dies ist Renovierung nach dem neuesten Stand der Technik. Die Verputzerfirma ist eine Fachfirma für Altbausanierung!? Schadet der Gipsputz nun oder nicht? Oder wenn, warum? Vielleicht kann uns darauf jemand eine Antwort geben. Wir liegen mittlerweile mit der Firma im heftigen Streit.



Bitte nur Kalkputz !!



Gipsputz hat auf Lehmputz,-" schon diese formulierung ist schrecklich" nichts zu suchen !
GIPS ist ein unverzichtbares material für den stukkateur !
Es gibt ja verschiedene putzarten, " Kalkzementputz, Zementputz, Gipsputz, Gipskalkputz usw. diese putze sollten
jedoch nicht auf lehmputze verwendet werden. zu empfehlen sind "KALKPUTZE" - Lehm-Kalkmörtel !



gipsputz auf lehm



hallo Frau Hoffmann-Eppert
es sollten diese materialien verwendet werden mit denen das haus ursprünglich gebaut wurde.lehm auf lehm, auf bruchstein reinen kalkputz,weil änliche Zusammensetzung wie stein.holz sollte wieder mit Holz ausgetauscht werden,ein Stahlträger passt sich nich an,"arbeitet" nicht wie holz.oft wird aus kostengründen oder unerfahrenheit auf andere materialien ausgewichen.
da der alte lehm dem neuem das wasser schnell entzieht,besteht die gefahr von zu grossen rissen,es muss mit wasser gearbeitet werden,die ausbesserungen müssen beobachtet werden,kommt ein deckputz drauf,muss der Untergrund gearbeitet haben sonst setzen sich risse im deckputz fort.
z.b.:in solchen fällen nehmen wir (nach absprache und einverständnis der bauhrrschaft)einen Kalkgipsputz eventuell mit jutegewebe(kalkgrundputz und stuckgips -ist immer noch stark alkalisch und nicht zu hart nach abbinden)den wir selber anrühren.diese Mischung muss man schnell,auf vorgenetztem untergrund,innert wenigen minuten -ist manchmal ziemlich stressig -verarbeiten,da ohne verzögerer und ohne künstlichen stoffe.es ist möglich den deckputz schon am gleichen tage aufzubringen.
lehm- und kalkputze sind ,ich spreche immer von naturrein, in der lage negatives umfeld zu verbessern,und belasten nicht.
ob dieser moderne gips schadet oder nicht und in welcher weise, weiss mann wahrscheinlich erst in ein paar jahren,da auf dem neustem stand der technik.pro jahr kommen ,wenn ich mich nicht irre etwa 30 moderne baustoffe auf den markt.
modern geht die welt zugrunde.
mit freundlichem gruss
Klepac Mladen



Re Gips



Hallo Frau Hoffmann-Eppert,

wir sind eine Arbeitsgemeinschaft und führen ausschließlich Lehmbau/Lehmputze aus. Diese Argumente hören ich nun schon seit etlichen Jahren das Gips der letzte Stand der Technik ist. Fakt ist das Gips auf Lehm nichts zu suchen hat. Wenn möglich Lehm auf Lehm Kalk auf Kalk und so weiter. Wenn Ihre Fachfirma in der Altbausanierung tätig ist sollten sie dieses wissen. Wenn Sie noch Fragen haben rufen Sie uns ruhig an.

Mit freundlichen Grüßen

das Arge Lehmwerk Team aus der Oberlausitz





Hallo, das ist so ein typischer Fall, wo alt und neu sich beißen: Sie werden wohl keinen Elektriker finden, der seine Steckdosen und Leitungen mit Lehm oder Klak einputzt. Das muss halten, sagt der Stromer, und da geht eben nur Gips. Sie sollten einen Kompromiss aushandeln: Die Elektriker sollen die Leitungen/Leerrohre in den Schlitzen möglichst nur mit Stiften fixieren. Sie selbst könne dann mit Lehm oder Kalk einputzen. Bei den Steckdosen sieht es anders aus. Da man beim Herausziehen eines Steckers schon mächtig Zug auf die Dosen bringt, droht bei Lehm oder Kalk durchaus die Gefahr, dass man einen Krater in die Wand reißt. Hier muss man dann die Dosen entweder zusätzlich mechamisch fixieren (etwa Hohlraumdosen, teuer!, mit Schrauben und Dübeln in der Wand/im Holzständer) oder die Kröte mit dem Gips schlucken (und ein bisschen Gips wird auch nicht so viel Schaden anrichten). Die Strippenzieher müssen ja auch Gewährleistung übernehmen für ihre Installation!
Gruß gf



Vielen Dank



Vielen Dank für die schnellen, zahlreichen Antworten. So ungefähr habe ich mir das auch gedacht und außerdem das subjektive Empfingen - da ich keine Fachfrau bin - das Gips und Lehm einfach nicht zusammen passen. Die Wahl auf ein uraltes Haus ist ja bevorzugt wg. des guten Raumklimas aufgrund des Fachwerkes gefallen. Und außerdem ist es natürlich auch passiert, dass der Deckputz reißt und das schon nach ein paar Monaten. Die Risse werden immer mehr. Da wir jetzt vor den Nachbesserungen stehen, kann mir vielleicht noch jemand einen Tipp geben, aus welchen Gründen (dieser Meinung bin ich zumindest) es konsequent wäre, den Gipsunterputz wieder zu entfernen und den Untergrund richtig aufzubauen, damit es nicht wieder nach ein paar Monaten zur Rissbildung kommt. Ich bräuchte für diese Meinungsverschiedenheiten zwischen der Firma und mir ein paar Argumente, da meine (wie bereits erwähnt) nur subjektives "Empfinden" sind, werden sie von der Firma auch so abgetan werden. Die Firma ist der Meinung, es reicht, die bis jetzt entstandenen Risse im Deckputz mit ein bisschen "Acrylfuge" zuzuschmieren.



gipsputz auf lehm



Sehr geehrte Frau Hoffmann-Eppert
also ist genau das passiert was ich befürchete.die risse haben sich im deckputz vortgesetzt.
wie schon erklärt,der gipsputz vom markt ist zu hart gegenüber dem lehm.vielleicht lesen sie mal bitte meinen beitrag ,dann muss ich nicht nochmals alles schreiben.
fragen:
was haben Sie als deckputz gewählt?
sind die ausfachungen etwa ganzflächig mit gips überputzt?!!
und die wände auch??!!-bitte um berichtigung
mit freundlichen Grüssen
limestone-kalkbaustoffe
Klepac Mladen



Risse im Deckputz



Nein, es wurden die Schlitze der Elektroleitungen sowie die entstandenen Flächen, bei denen der Lehmputz locker war und teilweise dann rausgerieselt ist, geschlossen. Allerdings hat die Firma auch mit dem Gipsputz beigeputzt um einen Untergrund für den Deckputz und teilweise Rauhfaser zu erhalten. Also eher großzügig. Über den Daumen gepeilt ca. 30 bis 50 % der Wände. Je nachdem wieviele Schlitze dort waren und der Lehmputz lose war. Als Endputz wurde ein Filzputz auf Kalkbasis aufgetragen. Allerdings haben Sie vereinzelt, dort wo der Lehmputz großflächig lose war auch Rigipsplatten eingearbeitet. Ich vermute mal, weil es schneller ging... Als wir es bemerkt haben, konnten wir es zumindest teilweise verhindern. Es wurde hier schon meines Erachtens zuviel Gips im Haus verarbeitet, was wir eigentlich so nicht beabsichtigt haben. Grundsätzlich hat diese Firma nach Kernsanierung unseres Hauses sämtliche Beiputzarbeiten mit Gipsputz ausgeführt. Ein Großteil im EG (Bruchstein) haben sie dann wieder runtergeholt und durch Kalkputz ersetzt. (Nachdem wir es bemängelt haben). Den Rest haben sie mit Gipsputz gelassen, mit der Begründung, dass dies absolut "üblich sei" und dass das so richtig ist.