Lehm aufbereiten?

03.07.2006



Hallo zusammen,

wir stellen bei unserer alten Molkerei gerade die Innnendämmung mit 16cm Leichtlehmsteinen her. Für die Herstellung des Lehmmörtels haben wir uns ausgewaschenen Lehm aus einem Kieswerk anfahren lassen. Der soll jetzt 1:4 mit Kies gemischt werden. Dazu steht uns nur ein Trommelmischer zur Verfügung.

Leider ist der angefahrene Lehm in einem schwierigen Zustand, sehr fest, feucht und klumpig, siehe Foto. Gibt es von Eurer Seite Tips, wie man das Zeug in einen verarbeitungsgerechten Zustand bringt?

Vielen Dank,
Thomas



Grosse Wannen...



...im Baumarkt kaufen, Lehm einfüllen, dazwischen immer wieder wässern, einige Tage stehen lassen, gebrauchsfertig.
OK, vielleicht nicht ganz, aber das "ziehen lassen" bringt viel. Habe das letztes Wochenende auch gerade gemacht für meinen Pizza-Ofen. Weiss aber noch nicht, obs auch was wird...... .

Buchtipp:
Lehmfachwerk - alte Technik neu entdeckt
Leszner, T.; Stein, I.
Rudolf Müller Verlag, Köln 1987
ISBN 3-481-25491-1

Steht viel über Aufbereitung, Suche nach geeignetem Lehm etc. drin.

Gruss und viel Spass

Marc



Da hilft nur...



... ein gutes Rührgerät oder auch "Rührwerk". Man wässert den Lehm 1 bis 2 Stunden (oder über Nacht) in einem Mauerkübel, rührt durch, wartet eine Stunde, rührt wieder...das ganze 3 oder 4 Mal, dann sollten die Klumpen weg sein. Was man nicht wegbekommt, sind stark tonige Teile, aber die kann man auch nicht gebrauchen (jedenfalls nicht zum Verputzen, was wir mit dem Lehm gemacht haben). Wichtig ist, daß es ein wirklich starkes und robustes Rührgerät ist, wir haben das MXP 1202 von Protool (www.protool.de). Einem Baumarkt-Gerät dreht man bei dem zähen Lehm schnell den Hals ab. Und ein Markengerät läßt sich nach der Bauphase auch gut wieder verkaufen (ebay).



Werd ich mir auch zulegen...



...denn meine grosse Bohrmaschine packt den Lehm nicht so leicht wie anderen Putz/Mörtel, die beginnt immer so komisch zu riechen........ .

@Uwe: Willst Du Dein Gerät nicht zufällig verkaufen??

Gruss

Marc



Freifallmischer tut sehr wohl



Moin moin,

obwohl immer wieder gesagt wird, daß der ungeeignet wäre,
ich habe mit einem Attika 130 Liter Freifallmischer
zwei Kubikmeter (Bigbags) Claytec Leichtlehmmörtel verarbeitet,
das Anmachen geht schneller als das Vermauern,
dann habe ich noch ca 1 m³ Rohlehm aus meiner Privatschürfstelle aufbereitet,
was später ca zwei bis drei m³ Unter-/Ausgleichsputz, Mörtel, Füll- und Dämmmasse ergeben hat.

Es hat sich bewährt, erst das Wasser in den Mischer zu geben,
und dann sukzessive den nicht zu grobstückigen Lehm,
erst dann wasserbindende Zuschläge und Sand als letztes.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Ja schon, aber...



...@Philipp: Es stimmt, daß ein Freifallmischer nicht grundsätzlich ungeeignet ist zur Verarbeitung von Lehm (was man tatsächlich öfter hört). Tütenputz kann man damit bestimmt gut anrühren, und wir haben auch unsere "Hausmischung" im Fallmischer mit Sand verquirlt, um Putzmörtel herzustellen. Nur: da war der Rohlehm eben schon gewässert, mit dem Rührgerät zerkleinert, per Hand von groben Tonklumpen befreit und gesiebt (um die Steinchen zu entfernen, die sonst beim Reiben so nerven). Mit solchem Ausgangsmaterial wie auf dem Bild von Thomas dürfte ein Fallmischer aber Probleme haben.

@Marc: nein, tut mir leid, das Schätzchen gebe ich nicht her. Wir sind zwar mit dem Haus von innen lehmmäßig durch, aber es warten noch Stall und Scheune, wo es noch viel zu verputzen gibt...