Lehm, Gefache, Zement, Styropor, Ausmauern

27.05.2002



Sanierung von Gefachen Bei meinem Elternhaus sind Gefache zu sanieren. Derzeit bestehen die Gefache aus "Backsteinen" im Reichsformat, die mit Lehm gemauert worden sind. Kann für das neue Mauerwerk Kalk-Zement-Mörtel verwendet werden oder sollte dieser Mörtel nicht verwendet werden? Zwischen dem Mauerwerk und der Innenwand des Hauses sind noch 3 cm Platz für eine Dämmung. Welcher Dämmstoff sollte verwendet werden (Styropor, Wolle)? Bin für jede Antwort dankbar!!






Wichtig ist, daß die Dämmung hohlraumfrei und atmungsaktiv ist, das ganze Thema ist aber ziemlich komplex, am besten ein Buch kaufen, in dem die Alternativen erläutert sind. Wir überlegen auch gerade ein Fachwerkhaus zu kaufen und meine Überlegungen gehen eher in Richtung Leichtlehmsteine oder Schilfrohr. Das Haus hat aber auch Lehmgefache.





Sehr geehrter Herr Roddewig,
wie schon geschrieben, das Thema ist sehr komplex. Hohlräume in einer Fachwerkwand sind sehr kritisch zu beurteilen. Wichtig für eine Beurteilung ist der komplette Wandaufbau.
Eingesetzte Stoffe müssen dampfdiffusionsoffen und kapillar wirksam sein. Sie müssen in der Lage sein, anfallende Feuchtigkeit aushalten können. Zement ist für den Fachwerkbau grundsätzlich kein geeigneter Baustoff. Er ist zu hart und speichert zu viel Wasser. Wichtg sind auch die Oberflächenbeschichtungen der Flächen.
Mit freundlichem Gruß
M.Waning



Hände weg von Zement u. Styropor !



Zementhaltige Baustoffe sollten im Fachwerkhaus grundsätzlich nicht verwendet werden ( zumindest nicht bei direktem Balkenkontakt).
Zum Thema Styropor kann ich nur von eigenen leidvollen Erfahrungen berichten. Der Vorbesitzer unseres Hauses hatte 1982 eine Wand von innen mit Styropor gedämmt und darauf eine Holzvertäfelung befestigt. Diese traf nicht so ganz unseren Geschmack, deswegen haben wir sie glücklicherweise 1992 entfernt.Hinter den Styroporplatten lief das Wasser nur so runter, die Balken und Gefache waren triefnass, ca. ein Viertel der Holzsubstanz war regelrecht weggefault, und das in diesem relativ kurzen Zeitraum!Wir sind dazu übergegangen, Hohlräume mit Strohlehm aufzufüllen (der Strohanteil darf recht hoch sein )oder Schilfmatten anzubringen, diese lassen sich gut verputzen.Solche Baustoffe gibts halt nicht beim Obi sondern von Fachbetrieben.





Die bisherigen Antworten sind toll! Wir haben ein Rauchhaus komplett saniert. Gefache mit Staaken und Geflecht und Lehmbewurf neu aufgebaut.Innen haben wir eine Schalung angebracht und aus Abbrüchen fertigen Lehm im Zementmicher mit viel Wasser gemischt und mit Holzschnipsel (gibt es in der Sägerei)gemisch. Dann zwischen Außenwand und Schalung gegossen und gestampft. Die Schalung entfernt und mit Lehm verputzt. Ohne Luftschicht,da Lehm Wasser aufnimmt und wider abgibt wird ein guter Austauch stattfinden.
Gruß
Heidrun Willhöft



Gefache Ausmauern mit Lehm



Wenn die Gefache neu gemauert werden sollen so kann mann auch Lehmmörtel dazu benutzen. anschließend (nach vollständiger Trocknung) wird das mauerwerk mit Kalkmörtel verfugt. Die Zubereitung der Lehmmischung kann wie erwähnt im normalen Betonmischer erfolgen.
wie die Lehmmischung sich zusammensetzt .. so gehen die Meinungen auseinander.
bei interesse mailen.
Günstiger Dämmstoff wäre Stopfhanf.



Gefache mit Lehm ausmauern



Wir sind gerade dabei ein Fachwerkhaus zu bauen, und haben zum Ausmauern der Fächer alte Ziegelsteine,Lehm und auch Zement verwendet.Die Gefache sind mit Zement gemauert, die Aussenfuge zum Balken besteht aus Lehm.
Zum Verfugen wird dann Muschelkalk verwendet. Aus Erfahrung können wir sagen,daß Lehm ein absolut hochwertiger Baustoff ist und sich prima Verarbeiten läst. Hochwertig, weil er eine Art konservierende Wirkung in Bezug auf Holz hat, denn Abrissbalken in denen Lehmsteine vermauert waren hatten für ihr Alter (150 Jahre) einen Topzustand und ließen sich sofort weiter verwenden.Desweiteren ist das Arbeiten mit Lehm einfach und angenehm.Er greift die Haut nicht an , haftet gut, lässt sich gut Nachbearbeiten und härtet gut aus.