Wandaufbau und Isolierung

01.07.2005



Hallo alle mit einander, wir sind seit Nov. stolze Besitzer eines Fachwerkforsthauses (1895)und beginnen gerade mit der Sanierung.Auf der einen Kopfseite wird gerade die Schwelle und ein paar Ständer getauscht, alle Gefache sind draußen, nun stellt sich und die Frage nach einer geeigneten neuen Ausfachung und Isolierung.
Jaja, ich weis, Lehm und ähnliche Materialien. Leider müssen wir allerdings auch ein wenig kostenoptiniert arbeiten, obwohl wir viel selbst machen und können.Die Gefache sollen von außen verputzt werden.
Uns ist empfohlen worden, mit 12er Poroton ausfachen, 6 oder 8 cm Steinwolle oder Flocken, die noch nicht näher definiert sind, und dann 12er Poroton Innenwand.Wir haben uns schon reichlich durch die Archive gelesen und bei der Ausfachung mit Poroton sind wir schon sehr Kritisch. Aber was tun sprach Zeus? Leichtlehmziegel in die Gefache? 12er Poroton Innenwand? Steinwolle (saugt die sich nicht fürchterlich voll???)? oder Flochen ? Und wenn ja welche?
Oder doch Isolierputz innen und keine Innenwand?

Ich bitte euch um Rat und Hilfe, ich weis, dieses Thema ist schon zieg mal diskutiert worden, ich habe allerdings noch keine akzeptable Lösung gefunden, die auch noch kostengünstig ist.
Ich bin gespannt auf eure Antworten, noch könnt ihr mich vor einer großen Dummheit bewaren.

Danke, Torsten

P.S.: Ich bin sehr an Verbindungsaufnahme mit anderen Fachwerksanieren in meiner Region (31675) interessiert.



geeignete Materialien



Holzfachwerk verträgt sich nun mal am besten mit Lehm. kein anderes Material kann so gut Feuchtigkeit in der Konstruktion ausgleichen (und die ist immer vorhanden)und wirkt so konservierend auf Holz wie dieser traditionelle Baustoff. Gefolgt von weichgebrannten Ziegeln in Lehmmörtel.

Im Wald (?) ist es doch auch immer etwas kühler und feuchter. Gerade deswegen muss man doch besonders auf einen gute Feuchtesübergang in der Konstruktion achten.

Für die Gefache:
Ich hab es noch nie selbst gemacht, aber ich kann mir denken, dass Porotonblöcke auch in Lehmmörtel gesetzt werden können (hab ich neulich mal gesehen, da wurde ein ganzes Haus so aufgemauert), zumindest im Anschluss an das Holz. Besser sind mit Sicherheit Leichtlehmblöcke oder weichgebrannte Ziegel.
Dieser Aufbau ist historisch belegt: Gefachausmauerungen an den Rändern im Anschluss an das Fachwerk mit Lehm, in der Mitte mit Kalkmörtel. (Da jammert nur der Maurer, denn er braucht 2 Baljen)

Innenschale
In jedem Fall würde ich die Hände lassen von industriellen Schaum- und Dämmstoffen. Innen kann man eine (ggf. nach Berechnung) mehr oder weniger dicke Schicht aus Leichtlehm machen: dicker Putz oder Vorsatzschale aus Leichtlehmsteinen (zur Not auch Poroton) mit einer 6 - 10cm dicken Dämmschüttung aus Blähton - Leichtlehm. Die passt sich auch den Unebenheiten der Fachwerkinnenseite gut an. In jedem Falle würde ich einen Aufbau wählen, der einen kapillaren Feuchteübergang zwischen Holz und angrenzendem Material und auch im gesamten Wandquerschnitt gewährleistet (am besten Lehm).

Lehmbauweise ist im Prinzip vom Material her sehr kostengünstig, erfordert aber viel Arbeit. Gut, wenn man vieles selber machen kann, ggf. unter kundiger Anleitung.

Gutes Gelingen im Forst.



Forsthaus



Guten Tag Herr Hesse,
vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich den guten Baustoffen des Kollegen Hesse noch die "schlechten" gegenüberstelle:
Im Fachwerkhaus haben nichts zu suchen
- Porenleichtbetonsteine, Ytong, Hebel und Co.
- Zement
- Mineralwollen
- Bauschäume jeder Art
- Kunststoffe
- Kunstharzdispersionsfarben und Lacke.

Wenn Sie Lehm nicht so mögen (wegen der Kosten, der handwerklichen Fertigkeiten, der Risiken bei unzureichender Vertrautheit), dann könnte man in traditionellen Techniken auf Kalkbasis arbeiten:
Mörtel als MG Ia
Putze als PI, alles selber nach Rezept angemischt.
Wärmedämmung mit Holzweichfaserplatten oder Schilfrohrmatten.

Gutes Gelingen



Und der Gipfel des Sparens



bestünde darin, auch die nichtfunktionierenden Dämmstoffe wegzulassen, sondern alles echt massiv auszubauen.

Daß Dämmstoffe keinen sinnvollen Beitrag zum Energiesparen leisten können, ist ja umfangreich belegt - durch die Fraunhofer/Holzkirchner-Messungen 1983, durch den Therma-Wettbewerb der späten 1980er, durch die Energieverbrauchsuntersuchungen Bosserts in der Schweiz und durch die Fehrenbergerhebungen an verschiedensten Bauwerken im Vergleich. Selbst die Dämmstoffindustrie kann nach eigener Aussage keine Belege dafür vorweisen, daß die Dämmung sinnvoll Energie erspart. Auf meiner Homepage finden Sie dazu die Details.

Und auch die schönen Passivhäuser und Niedrigenergiebauten belegen nur, daß sie mehr verbrauchen, als gerechnet. Dafür hat man sich das "Nutzerverhalten" ausgedacht, um das falsche Baukonzept nicht offenbaren zu müssen. Aus Österreich habe ich Abrechnungen mit über 400% Mehrverbrauch an Vorzeigebauten gesehen.

Sie können sich die Enttäuschungen noch ersparen - Glück auf!



Gefache "kostengünstig"!



Hallo!
Sie schreiben:
Leider müssen wir allerdings auch ein wenig kostenoptiniert arbeiten
Auf wieviele Jahre rechnen Sie die Amortisation des Kapitaleinsatzes?
Auf ca 5 Jahre? - dann könnten Sie den Aufbau machen! Dann sollten Sie wieder das "Sanieren" anfangen!
Je länger die Konstruktion halten soll - desto "traditioneller" sollten Sie die Materialien wählen!
Lehmsteine oder Feldbrandsteine in die Gefache Kalkputz aussen und Innen (oder Lehmputz innen) - keine 2. Schale!
Überprüfen Sie die Heizung - hohen Strahlungsanteil wählen!
Das wäre mein Beitrag zum: " … vor einer großen Dummheit bewahren …"
Ein Versuch wars wert!

Glück auf!

FK



Sparen mit Lehm



passt gut zusammen. Wir haben vor ca. 15 jahren unser Fachwerkhaus in Eigenleistung wie folgt saniert: Fachwerkfelder mit alten Staken (von der Baustelle) oder mit gut gewachsenen Stöcken, ausgestattet; immer 3 oder auch 5 Stück (kostenlos), Ruten vom Strassenrandschnitt der Gemeindearbeiter eingeflochten(kostenlos), Lehm aus einer Baugrube im Dorf(auch kostenlos) und Stroh vom Bauern im Dorf (damals 2 Mark pro Ballen). Das ganze ordentlich eingebaut ergibt eine ordentliche Wand. Macht zwar Arbeit aber viel Spaß. Manche der Nachbarn erklärten uns zwar für bekloppt, aber das legt sich wieder. Die ganze Lehmbauaktion für alle Gefache in der 3-Seit Hofanlage konnte so für ca. 50 DM geleistet werden. Viel Geldeinsatz bei Renovierungen macht auch oft viel kaputt. Viele Grüße, Johannes Prickarz



moin ,



ich will hier keine Ratschläge aus der Ferne dem bereits gesagten hinzutheoretisieren , zeige gerne unser eigenes Denkmal oder komme mal gucken , bin auch neugierig , da ich das Anwesen schon mal gesehen hab .
Gruss jürgen Kube



kontakte



hallo,
Sie suchen Kontakte zu "gleigesinnten"? Ich könnte Ihnen folgende Adressen geben. Diese Personen sind Mitglied eines Vereins dass sich die Rettung von alten Häuser auf die Fahne gesetzt haben.
1. Kontaktstelle Calenbergher Land (PLZ 30890) manfred.wilhelm@web.de (Herr Manfred Wilhelm)
2. Kontaktst. Schaumburger Land (PLZ 31552) roever.soldorf@t-online.de (Herr Manfred Roever),
3. Kontaktst. Minden-Lübbeke in Petershagen: architekt.riesner@nexgo.de (Herr Wolfgang Riesner)
mit freundl. Grüßen
J.E.Hamesse