Dachbodenausbau / Fußboden einziehen

11.01.2003


Hallo, ich hätt da mal ne Frage, und zwar:
Wir haben begonnen den Dachboden unseres Fachwerkhauses auszubauen. Nun wollen wir einen neuen Fußboden einziehen. Nur wie? Habe schon viele Möglichkeiten gehört. Nur was ist nun wirklich sinnvoll? Unser jetziger Boden stellt sich wie folgt dar:
Holzbalkenlage Abstand Ca. 110cm, dazwischen Lehmdecke (Ca. 100 Jahre alt). Holzbalkenlage und Lehm ist oben bündig abschließend. Wir wollen Teppichboden haben. Kann man direkt auf die Lehmdecke eine Ausgleichgranulat schütten und dann Verlegeplatten aufsetzen? Mein Zimmermann meint das Gewicht würden sich genug Verteilen.
Ein anderer meint Gussasphalt wäre die richtige Lösung? Wer kann mir helfen?

Klaas



Klaas11.01.03



Auf gar keinen Fall Gußasphalt, das Zeug ist praktisch dampfdicht, harmoniert allein deswegen überhaupt nicht mit dem wunderbaren Baustoff Lehm. Bitumen ist zwar im Gegensatz zu Teer nicht krebserzeugend, MAK-Werte bei der Verarbeitung in heißem Zustand sind dennoch einzuhalten, fragen Sie mal bei der nächsten Berufsgenossenschaft nach.
Abgesehen davon, welche bösen oder guten Sachen Sie sich in Ihr schönes Fachwerkhaus kippen, erstmal ist der Lastabtrag zu klären, d.h. so wie ich die Situation verstanden habe, ist erstmal eine lastverteilende Schicht auf die Balken zu bringen, damit nicht die ganze Last über die dafür möglicherweise nicht ausgelegte Lehmdecke abgeht. Ist denn der Dachboden seinerzeit beim Bau für Belastung ausgelegt? Gibt Ihnen der Zimmermann eine Pi mal Daumen Aussage schriftlich und in voller Höhe dafür haftend, wenn's zusammenbricht? Schicken Sie doch zur Sicherheit erstmal einen Statiker ins Haus und dann jemanden, der sich mit Lehm auskennt oder mailen Sie mir unter wz@oeko-logik.net wg. weiterem Vorgehen. Viel Erfolg, Stefan C. Würzner



Frage v. 11.1.03



Guten Abend! Wie Stefan bereits bemerkt hat, ist es Nonsens, eine Holzbalkendecke mit Bitumen oder Kalteer in jeglicher Form abzudichten. Dazu kommt noch die vollständige Abdichtung der Lehmschüttung.
Gerade diese wurde mittels der Lehmschüttung zum statischen Ausgleich (Scheibenwirkung) und zum Brandschutz so ausgeführt. Übrigens- Teer und Bitumen wirken auf Holz und Lehm genau so, als wenn man sich eine Plastiktüte über den Kopf stülpt, zubindet
und danach wartet, was passiert... Kurz, das beste (wirklich das Beste) ist, einen Statiker zu befragen (Balkenabstand 1,10 m), Abstand von Bitumen zum Ausgleich zu nehmen und eine Schüttung- ähnlich dem Fermacell- zu verwenden. Bei Verwendung von Spanplatten
(auch OSB- Platten zählen dazu, nachzulesen in den versch. Patentschriften dazu) ist auf gesundheitsschädigende Stoffe (Formaldehyd) zu achten. Bei der Verlegung von Spanplatten ist die "schwimmende Verlegung" empfehlenswert.
Mit freundlichen Zimmerer- und Lehmbaugrüßen!
Ernst Ulbich



Dachbodenausbau/ Fußboden einziehen



Hallo Klaas!
Warum eigentlich Teppichboden. Wenn wie geschildert der Lehm mit dem Holzbalken bündig abschließt, würde ich einen Schiffboden mit Nut- und Feder verlegen. Darauf kann man dann einen Teppich legen. Ein zusätzliches Granulat ist nicht notwendig, da die bestehende Lehmschüttung genug Masse bringt. Eventuell notwendig ist eine zusätzliche Trittschalldämmung. Die wird in Form von naturharzimprägnierten Holzweichfaserstreifen (Pavatex) oder einem Flachs-, Hanf-, oder Schafwolldämmfilz auf die Polsterhölzer aufgebracht. Wenn der Schiffboden schwimmend verlegt wird, könnte man die Pavatex-Platten auch vollflächig verlegen, wodurch eine noch bessere Schalldämmung erzielt wird.
In keinem Fall würde ich aber aus baubiologischer Sicht einen Spannteppich oder ähnliches Verlegen und schon gar nicht verkleben.
1.braucht man dann eine Dampfsperre, 2. wäre es Schade um die raumklimatischen Vorteile der Lehmschüttung und 3. lädt sich so ein Teppich elektrostatisch sehr schnell auf wodurch eine große Schmutz und Staubbelastung entsteht. Für Hausstauballergiker nicht unbedingt das Beste.
Also Schifboden montieren und wenns denn sein muß einen Woll- oder Sisalteppich auflegen. Ansonsten den Boden Ölen und wachsen und nicht lackieren.

Mit freundlichen Lehmbau-Grüßen

Christian A. Rauch



Fußboden...



Wir haben einen dachboden gleicher Art wie folgt "bearbeitet": Balkenlattung, 8 cm, senkrecht zu den vorhandenen Balken. Dann Isofloc Schüttung, darauf 28 mm Weichholzdielen. Damit kann alles weiterhin diffundddieren, keine gewichtsprobleme auf den Lehmfeldern. Analog könnte man meines Erachtens statt der Dielen OSB-Platten legen, später Teppichboden. Die genannte Isoflocdämmung würde ich empfehlen wg. Energie, als auch der Mäusesichertheit wegen. Seit Isofloc wollen die Mäuse nicht mehr in den Dachboden (wg. Salzen und der zusammenfallenden Gänge - dies garantiert Isofloc jedoch nicht). Bei Rückfragen: Email mit Betreff "Fachwerk"




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