Freie Gestaltungselemente in Lehm-Fachwerkhaus

18.01.2011 Frank J.



Hallo Forum,

an anderer Stelle habe ich hier im Forum bereits eine Frage zur geplanten Wandheizung in einem zirka 100 Jahre alten Bauernhaus gestellt. Angeregt durch eine Freundin in Österreich überlege ich, ob ich in der momentanen Umbau-/Renovierungsphase in einigen Räumen frei gestaltete "Wohnelemente" einbaue.

Konkret hat diese Freundin eine Sitzlandschaft mittels einer Wandheizung in ihre Wohnung eingebaut. Dort kann man gemütlich und warm auf Kissen rumhocken.

Um in unserem Lehm-Fachwerkhaus solche "Ergänzungen" vorzunehmen, welches Material wäre hierfür gut geeignet? Ich habe über die Abneigung von Ytong/Gasbeton hier im Forum bereits gelesen und verstehe das auch bei der Ausfüllung von Gefachen oder bei irgendwelchen Dämmkonstruktionen. Hierbei setze ich natürlich auch auf Lehm (und eventuell auf Holzfaserplatten).

Für den Aufbau eines kleinen Absatzes an einer Wand oder ähnliche Zwecke (ohne "Behinderung" der normalen Wandfunktion) sehe ich aber mit diesem Baustoff durchaus den Vorteil des schnellen und flexiblen Gestaltens von Formen (verputzt mit Lehm) — oder ist das tatsächlich auch für diese Zwecke ein "NoGo"?

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!

Besten Dank

-Frank



Gestaltungen in Lehm



Hallo Frank,
es lassen sich unendlich viele schöne funktionale Details aus Lehm einbauen. Schaut Euch einfach Fotos dazu an zur Ideensammling und -findung. Grundofen mit Ofenbank, Zwischenwände mit Nischen und vieles mehr. Wenn Euer Haus ein Lehm-Fachwerkhaus ist, würde ich keine modernen Baustoffe verwenden, nur Ziegel und Lehm.
Allerdings: Beim Einbau auch an die Statik des Hauses denken.

Viel Freude bei der weiteren Gestaltung
wünscht D.Fr.



hallo Frank,



besorge dir alte Handstrichziegel und reichlich Grubenlehm, damt sind deiner Phantasie keine Grenzen, ausser den baulichen gesetzt.

L. Hunziger





Hallo Frank J.,

Holzweichfaserplatten sind ein toller Baustoff. Um die Frage jedoch richtig zu beantworten müsste man den Bestimmungsort (EG, OG, auf welchem Untergrund ist es vorgesehen, welche Höhen sind angedacht ....) und das was Sie vorhaben genauer eingrenzen. Prinzipiell würde das gehen, mit den HWD-Platten wenn sie druckfest sind. Ich würde sie nur nicht zu dick wählen und vor allem darf kein Wasser zugelangen. Im EG würde ich diese Platten auf keinen Fall einsetzen. Aber es gibt auch andere schöne Lösungen für Sitzflächen. Im Internet gibt es einige Firmen, auf denen Sie zugehen können. Ruhig auch mal einen Ofenbauer auf Beratungsstundenbasis oder einen Lehmbauer aus der Region zuziehen. Vielleicht kann der Ofenbauer von dem Eulenhof in Rossin helfen (http://www.eulenhof-vorpommern.de/index.htm). Bei uns hier in Sachsen haben wir einige Lehmofenbauer, die man für die genauere Planung mit zuziehen könnte, wenn die Entfernung nicht wäre. Vielleicht kann ja herr Wlosnewski (http://www.naturbau-brandenburg.de/) weiter helfen - aus welcher Ecke kommen Sie ?
viele Grüße
Michael Reisinger



Sitzbereiche....



....in Kombination von Lehmgrundöfen ist in vielfältiger Form lösbar und auch gestalterisch möglich.
Ob mit Schamottsteinen, historischen Ziegeln, lehmsteinen oder auch Ytong, alles ist machbar und völlig risikofrei zu erstellen.
Dazu finden sie hier im Netz und in dieser Plattform reichlich Anregungen und Ideen und Fachlichkeit.
Sie können auch mal auf meiner Seite hier durchstöbern, ob sie Dinge (Bilder) dazu finden.
Ich helfe Ihnen gern dazu weiter, wenn sie Fragen haben.
kenne da einige sehr gute Handwerker persönlich, wo ich mir vor Ort diese Dinge auch schon ansehen konnte.
In Bädern kann man dieses auch entstehen lassen und dann wäre es es sogenanntes Tipedarium.
Habe ich auch schon mal eines mit ausgebaut.
Mit Gasbeton und Wandheizungsrohren und Lehmputz.

Grüße Udo Mühle



Wenn das...



...nicht nur (unbelastete) Gestaltungs-, sondern auch Sitzelemente werden sollen, würde ich von Holzweichfaserplatten die Finger lassen. Ich mag das Material sehr, aber seine Stärken liegen woanders.



Klarstellung



Danke für alle Kommentare und Anregungen.

Zur Klarstellung: Mit Holzweichfaserplatten soll nur der Bereich der Wandheizung versehen werden — und ich habe das nur deshalb erwähnt, damit zumindest ein grobes Bild des Hauses und der Renovierungsmassnahmen entsteht.

Die eigentliche Frage war, aus welchem Material "freie Gestaltungselemente" bevorzugt bestehen sollten. Ytong war mir diesbezüglich in den Kopf gekommen …

@Lothar Hunziger: Alte Handstrichziegel klingen gut — aber mir ist bisher völlig unklar, wo die herkommen sollten.

@Michael Reisinger : Meine (zukünftige) Region ist der Vogelsberg.

-Frank



Denn wüsste ich nicht,



was im Innenraum rein technisch gegen YTON sprechen sollte.

Ich würde es dennoch mit Lehmziegeln machen, aber das resultiertaus meiner individuellen Freude am Werkstoff.