Holzstaken/Lehm-Decke ausbessern

05.08.2003



Hallo,
ich möchte die obere Seite einer mehr oder weniger stark ausgelatschten Staken-Lehmdecke ausbessern.
Kann ich das bedenkenlos mit dem im Haus vorhandenen Lehm (abgerissene Stampflehmmauer) machen? Wenn ja, wie feucht sollte der Lehm sein, muß ich den noch vorhandenen festen Lehmschlag vorher anfeuchten oder anders vorbereiten? Wäre es gut, klein geschnittenes Stroh im Lehm unterzumischen?
Tausend Fragen...
Olaf



einsumpfen



Hallo Olaf, meist muss man den "gebrauchten" Lehm einen Tag lang im Eimer mit Wasser "einsumpfen", also einweichen, damit er wieder "flüssig" wird. Dann kann man ihn bedenkenlos wieder an die Decke klatschen. Der gebrauchte Lehm klebt sogar besser als der gekaufte, so geht es uns zumindest. Kommt drauf an, was schon alles bei Ihnen im Lehm drin ist, eigentlich würde ich mit dem Zumischen von Strohhäckseln warten, denn das Zumischen vermindert die Klebekraft. Einige dünne Lagen Lehm (von der Konsistenz her wie Spätzleteig) aufbringen, trocknen lassen (geht schnell bei diesem Wetter) und wieder Lehm aufbringen, bis die Decke aussieht, wie die in meinem Profil ;-). Wir haben ein Schwammbrett zur Oberflächenveredelung genommen. Grüße Annette (PS: HUT aufsetzen nicht vergessen, ab und zu kommt er mal runter, vor allen Dingen am Anfang, wenn man noch ungeübt ist)



geht



Das geht mit dem vorhandenen Lehm, es sei denn der stinkt nach 100 Jahren Bestand zum Himmel. Wenn es nur die Oberlage ist, kann es zu Scheibenbildungen an der Oberfläche kommen. Klein geschnittenes Stroh bringt wenig, es sollte eine Verbindung mit dem Langstroh der Stakenumwickelung hergestellt werden.



Altlehmeinsatz



Immer eine kritische Sache! Fettigkeit, Geruchsbelastung nach Sumpfung, Bemischungen, eventuell Schimmel- oder Pilzbelastungen im Altlehm usw. usw. Wenn Altlehm zum Wiedereinbau Verwendung finden sollte, dann möglichst trocken eingebracht. Zur Wickeldeckenreparatur nehme ich meistens einen fertigen Lehmunterputz den ich je nach Bedarf mit geschnittenen Ballenstroh im Handmischverfahren vermenge. Bilder in meinem Profil vom Scharfrichterhaus ersichtlich. Zwar an ser Wand, aber auch für eine Deckenreparatur einsetzbar. Schweißtreibende Saunagrüße aus der Oberlausitz.



Richtigstellung



Danke für Eure Anregungen! Mir ist jedoch in der Problembeschreibung ein kleiner Fehler unterlaufen, denn ich meinte mit Lehmecke das Bauteil im Ganzen, und mit der "oberen Seite" den Lehmschlag unter den Dielen, nicht den Deckenputz.
Aber die Antwort ist wohl so ziemlich die gleiche, nehme ich an: Man kann unter Umständen den alten Lehm nehmen, muß aber aufpassen, daß keine Schimmelbildung eintritt u.ä.
Trotzdem nochmal danke für Eure Erläuterungen. Es ist eben nicht einfach, als Laie eine Sache immer richtig verständlich zu beschreiben.