Betonziegel - Innendämmung

17.03.2006



Hallo;

Ich besitze ein Haus aus den 70er-Jahren mit doppelschaligem Mauerwerk.
Die früheren Garage wurde jedoch nur mit Betonziegeln aufgemauert und sollte jetzt in zwei Wohnräume umgewandelt werden.
Die Außenmauern haben eine Gesamtstärke von ca. 30,5cm und sind außen mit einem Kunstharzputz versehen. Die Bodenplatte ist ca. 70cm tiefer als das Gelände an der Außenseite.
Der im Boden befindliche Bereich wurde außen trockengelegt und mit einem neuen Bitumenanstrich abgedichtet.
Meines Wissens wurde außen - wie auch innen - ein Zement-Grundputz angebracht.
Aufsteigende Feuchtigkeit gibt es meinen Beobachtungen nach nicht.

Leider muss ich auf eine Innenisolierung zurückgreifen.
Nun stellte sich mir die Frage nach dem weiteren Wandaufbau und ich nehme an, dass ich bei Fachwerksanierern genau richtig bin.
Ich habe das Buch "Bauen und sanieren mit Lehm" von Schillberg/Knieriemen bereits wiederholt gelesen und ich lande immer wieder bei zwei möglichen Varianten.

1.)auf Seite 130 mit folgendem weiteren Aufbau:
Montage einer ca. 50mm starken Schilfrohrplatte (vertikal) in einem Abstand von ca. 60mm zur Wand.
Anschließend Hinterfüllung der Schilfrohrmatte mit Hanf-Leichtlehm ... und hier habe ich schon ein Problem - dazu später.
Dann Aufbringen eines Lehm-Grundputzes und eines Lehm-Edelputzes.
Das Problem: Ich habe bereits wiederholt versucht bei uns in Österreich Hanfschäben zu bekommen, bisher jedoch ohne erfolgt und deshalbe überlege ich statt dem Hanf-Leichtlehm auf eine Mischung mit Perlite zurück zu greifen (unter leichter Zugabe von Kalk) - ist diese Variante möglich und empfehlenswert?
Hat jemand Erfahrung damit oder kennt jemand im Bereich Lindau/Bodensee eine Händler für den Vertrieb von Hanfschäben?

2.) eine andere Variante habe ich auf Seite 29 gefunden. Aufbringung von Lehm-Grundputz direkt auf die bestehende Wand - in den nassen Lehm Montage einer Schilfrohrplatte (ca. 50mm) vertikal - weitere Schicht Lehm-Grundputz - weitere Schilfrohrplatte (ca. 30mm) horizontal - Lehmschlämme - Lehm-Grundputz - Jutegewebe - Lehm-Feinputz.

Ist die erste oder die zweite - sehr aufändige - Variante in meinem Fall besser?

Ich bedanke mich schon jetzt für die Antworten.

MfG aus Österreich
Markus



Korrektur der Angaben



Hallo - kleine Ergänzung zu den Angaben;
Ich wollte genau wissen was sich innen unter dem deckputz befindet und ich habe daher einen kleinen Bereich der Wand geöffnet. Dem Betonziegel ist an der Innenseite ein 60mm gebrannter Ziegel vorgemauert (die Luftkammern sind horizontal ausgerichtet) und mit ca. 10mm innen verputzt. Zwischen den Ziegeln befindet sich kein Isolationsmaterial.

MfG aus Österreich
Markus



Verständnisschwierigkeiten



Hallo!
Ich bin etwas verwundert über deinen doch etwas seltsamen Ausbauwunsch. Mir stellen sich da 2 Fragen: Kannst du keine Außendämmung auf den Ziegeln anbringen? Diese wäre bauphysikalisch einwandfrei und sicher einfacher und billiger herzustellen als deine Lehmausfachungen. Und sollte es keine andere Möglichkeit als die einer Innendämmung geben, gibt es ja auch einfachere Möglichkeiten.
Mich würde von deiner Seite jetzt mal interessieren, warum es gerade diese Lösung sein soll und warum keine Außendämmung?



Außendämmung nicht möglich



Hallo;

Eine Außendämmung ist nicht möglich.
Es handelt sich nur um die frühere Garage, der Rest ist zweischalig erstellt.
Das gesamte Haus ist außen bereits saniert.
Wenn ich auf das zweischalige Mauerwerk zusätzlich noch eine Isolation aufgebracht hätte, wäre von innen gesehen folgender Wandaufbau entstanden: Putz/Ziegel/Dämmung/Ziegel/Putz/Baukleber/Dämmung/Baukleber/Deckputz.
Das hätte keinen Sinn gemacht und es wurde mir auch aus technischer Sicht davon abgeraten.
Weiters kann ich nicht nur zwei Räume von außen Isolieren.
Das ist der Grund für die angestrepte Innendämmung.
Die erwähnten einfacheren Methoden bzw Lösungen würden mich sehr intressieren!!!!!!!!

Gruß
Markus



Einfachere Lösungen



Hallo!
Da anscheinend nur eine Innendämmung möglich ist, hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Du bringst eine Mineralwolle an der Innenwand an, wobei du hier unbedingt einen dichte Dampfsperre zum Raum herstellen musst, um Schäden durch Kondensation zu verhindern. Das Problem bei Dampsperren ist, dass sie leicht beschädigt werden können (Nägel) und der Kleber, mit dem sie verklebt werden, auch nicht ewig hält.
Info:

http://www.energiesparhaus.at/gebaeudehuelle/innendaemmung.htm
http://www.rockwool.de/sw10180.asp


Die bessere, wenn gleich auch teuere Lösung, ist die Aufbringung von Schaumglasplatten: Diese sind von Haus aus diffusionsdicht und benötigen keine Dampfsperre, wodurch Schäden durch mangelhafte Dampfsperren auszuschließen sind. Wie das genau funktioniert findest du auf der folgenden Seite. Es sind auch Schnitte vorhanden, damit du dir den Aufbau ansehen kannst:

http://www.foamglas.at/anwendungen/d_7_wand.htm



Danke



Hallo;

Danke für den Tipp -- allerdings möchte ich bei natürlichen Baustoffen bleiben.
Ich werde vermutlich eine (oder zwei Lagen) Schilfrohrmatte(n) in frischen Lehm gebettet motnieren und diese dann mit ca. 40mm Lehm-Grundputz verputzen. Ich hoffe, dass diese Dämmung ausreicht und auch funktioniert.

MfG
Markus



Viel Aufwand für wenig Wirkung



Hallo!
Also zu viel darfst du dir von zwei Lagen Schilfrohr nicht erwarten. Meiner Meinung nach steht sich der Aufwand nicht dafür, da du dir kaum Heizkosten ersparen wirst. Abgesehen davon kann ich nicht sagen, ob Kondensationsfeuchtigkeit entsteht und wenn ja ob der Lehm diesen ausdiffunieren kann. Naja probieren geht über studieren.

Ich habe noch eine Möglichkeit gefunden, eine Innendämmung zu machen. Sogenannte Kalziumsilikatplatten sind diffusionsoffen (im Gegensatz zur Schaumglasplatte) und benötigen keine Dampfsperre. Die Platten sind auch unter Klimaplatte im Handel. Wäre denk ich auch eine Möglichkeit. Diese Platten haben den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt.



Interessante Variante;



Hallo ThomasU;

Kalziumsilikatplatten!? Interessante Variante - noch nie gehört.
Hast du damit schon Erfahreungen bzw gibt es sonst einen Leser der damit Erfahrungen hat?
Kann man diese Platte mit Lehm verputzen?
Name des/der Hersteller bzw Produktname?
Sind diese Platten besonders teuer?
Wie werden sie an der Wand angebracht - sollte als Übergang (Brücke) zwischen der bestehenden Wand und dieser Platte ein Kleber (auf Lehmbasis) eingebaut werden und wird die Platte dann mit der Wand verschraubt?
Ich überlege mir, ob ich eine neue Frage - speziell auf dieses Produkt zugeschnitten - ins Forum stellen soll.

MfG aus Österreich

Markus



Mehr Infos!



Hallo!
Ich selber habe diese Platte leider auch erst über das Internet gefunden. Wäre auch an Erfahrungen interessiert, die andere mit diesen Platten gemacht haben! Kennt wer vielleicht gute Internetseiten, wo es Infos über diese Platten gibt?



Neue Frage



Hallo ThomasU

Ich werde eine neue Frage ins Forum stellen.
Würde mich freuen, wenn wir für den Erfahrungsaustausch bzw für den Austausch von neu gewonnen Erkenntnissen über diesen Eintrag in Kontakt bleiben könnten.


MfG

Markus