Indämmung und Heizleisten?

27.01.2006



Hallo Forengemeinde!
Gern lese ich hier ab und zu mit, die Vielzahl an Meinungen ist immer wieder spannend...
Frage zu einer geplanten Sanierung/Umbau zur Wohnung (Denkmalgeschützt, ca. 1870): Erdgeschoss ohne Keller, 40cm Sandsteinwand, augenscheinlich trocken. Heizleisten sind vorgesehen. Für wie sinnvoll erachtet ihr eine moderate Innendämmung, etwa 5cm Schilf plus Lehmputz? Der Raum war früher mal Stall, steht bestimmt seit 20 Jahren leer und trocken.
Obergeschoss: 15cm Fachwerk mit Lehmausfachung. Welche Dicke würdet ihr für eine innen angesetzte Dämmung aus Leichtlehm oder wiederum Schilfmatten vorschlagen?
Danke für Kommentare, Meinungen, Vorschläge!
Freundliche Grüße
Martin



Machbarkeiten



Der Baukörper sollte grundsätzlich einer Wärmedurchgangsberechnung zu den jeweiligen Materialeinsätzen unterzogen werden.
Ob Schilf, Holzweichfaser oder Lehmbaustoffe, zu jeder Lösungsvariante ist ein fachlich detailierter Aufabau zu erarbeiten.
Außerdem ist bei den innenseitigen Dämmmaßnahmen auf eine homogene Ausführung über und durch die Deckenkonstruktionen dringlichst mit zu beachten, da sich dort sonst bauphysikalische Problemzonen entwickeln.

Lehmputze sind generell einsetzbar und eine gute Variante in der Verbindung mit Heizleisten.

Grüße



Habe auch Denkmal (1850)



Das ist eine gute Idee mit dem Lehm und dem Schilf.
Aber auch sehr Arbeitsintensiv und ohne gute Vorarbeit Schleichen sich sehr schnell Fehler ein.
Mit den Fehlern meine ich die Richtigen übergänge von Ständerwerk und der Lehmausfachung (Rissbildung).
Bei mir ist es so,und vom Denkmal genehmigt,die Innendämmung besteht aus einer 2ten Schale.
Damit meine ich ein 5cm starke Metallstäderwerk CW/CU Profiele mit 5cm Rockwoll Dämmplatten und einer Dampfsperre zum schluss 12,5mm Giegipsplatten.
Man kann gut Kabel und Wasserleitung verstecken,bei richtiger Konstruktion auch Heizkörper anbringen.
Nachteil die Räume Werden an den Aussenwänden um den Wert kleiner,ich bringe auch damit keine zusätzliche Feuchtigkeit in die Räume.
Wer aber absolut auf Natur steht kann natürlich auch Lehm nehmen.
Ich habe diese Variante genommen weil man schnell mal eine Platte abnehmen kann zB.Kabel nachziehen,Platte drann Ausspachteln fertig.Bei Schilfmatten währe alles zerstört.



In ein paar Jahren...



...können Sie dann die Behörde in Regreß nehmen, falls Sie Ihnen zu diesem baulichen Umstand die Genehmigung erteilte.
Klar wissen wir, daß dies millionenfach so suggeriert wird, trotzdem ist es bauphysikalisch mangelhaft.
Eine Vielzahl an Baumängeln aus dieser Verarbeitungsrichtlinie heraus, ist immer mehr auf dem Vormarsch und täglich ersichtlich.
Zu Ihrer Thematik, was die angebliche Rißbildung zwischen Holzständer und Ausfachung(Lehm) betrifft, können wir so leider nicht teilen.
Abrisse entstehen, doch sind diese max. in Papierstärke.
Auch bei historischen Beständen arbeiten wir diese Fugen genauestens auf und verpressen diese neu.
Eine in Lehm verlegte Holzweichfaserplatte ist auch für einen Laien wesentlich besser und einfacher verlegen, statt der Schilfmattendämmung.

Grüße Udo



Danke



Vielen Dank, einige der Hinweise helfen mir wirklich weiter.
Meine neuste Idee ist, die Elekrtoinstalltion teilweise mit hinter den Sockelleisten zu verstecken. Eine gute Planung ist das A und O, wie Herr Jannasch zu recht bemerkte.
Herzlich
Martin