Ein Fachwerk-Experimentalhaus

27.11.2011


Servus Gemeinde,

ich möchte gern mal mein Projekt kurz vorstellen und hören, was ihr dazu sagt.

Ich habe ein zum Abbruch freigegebenes Fachwerkhaus erworben. Es hatte noch Plumpsklos und war bis auf den Nordwestgiebel, der komplett vermodert war, noch recht in Ordnung. Inzwischen ist der von mir abgerissen worden und wieder neu errichtet worden, zusammen mit einigen anderen Balken, wo der Wurm resp. Moder drin war.

Nun einigen Details:

1. Dach

Das Dach wurde abgedeckt und die Erker an der Nordostseite vergrößert und mit passendem Fachwerk versehen. Als Dämmung kam auf die Sparren:
-Dielenbretter mit Nut und Feder, mit der Sichtseite nach innen
-Zwei Lagen Bohlen je 5cm dick, verschraubt.
-Zur Abdichtung eine Lage OSB-platte.
-Konterlattung
-Dachlatten
-und darauf wieder die alten Biberschwanzziegel.
Das sind ca. 15 cm Massivholzdämmnung. Das entspricht bestimmt nicht dem neuesten Dämmstandard. Aber ermuntert vom Herrn K. Fischer und seinen Theorien wollte ich mal ausprobieren, ob man das nicht warm bekommt- z.B. mit Fußleisten-Strahlungsheizung.

2. Boden zwischen EG und OG

Zwischen die vorhandenen Balken 16 x 18 mit 90cm Mitten-Abstand wurden nochmals dieselben neu eingebaut. Jetzt habe ich nur noch weniger als 30 cm lichten Abstand dazwischen. Darauf wurden 5cm Bohlen verschraubt. Dadurch habe ich jetzt eine massive Holzplatte auf der ich nach Gutdünken Trennwände einsetzen kann. Auch mit den Wänden darunter im EG bin ich jetzt recht flexibel.

3. Decke zum Spitzboden

Hier kommen die 5 cm - Bohlen zwischen die Balken, so dass sie oben bündig sind. Darauf kann man dann einen Boden nach Wunsch verlegen, wahrscheinlich ein Dielenboden.

4. Außenwände im OG
Hier habe ich als Gefachung Holzstücke 5x12x25 wie Ziegelsteine vermauert und zwar mit einem Kalkzementmörtel, der 1:1 mit Sägespänen gestreckt wurde. wegen der Dämmung und der Elastizität. Darauf kommt wieder eine OSB-Platte zur besseren Abdichtung und dann eine Holz-Wandtäfelung. Dann bin ich wieder bei 15 cm Massivholzdämmung, wie beim Dach.

5. Fenster

für einige Gefache habe eine Verglasung mit 1,1 W U-Wert vorgesehen, damit etwas mehr Licht reinkommt. Auch wenn das für Puristen ein Graus ist - das Haus soll ja kein Denkmal werden. Haupsache, dass das Ganze zusammenpasst. Die historischen Fenster versuche ich zu erhalten und das 6,2mm dicke Vakuum-Glas von Pilkington mit einem U-Wert von 1,4 W einzusetzen. Einige Fenster - wenn die alten erledigt sind oder wo noch keine waren - mache ich neu aus Eichenholz, mit historischen Beschägen und Vorreibern, wie sie z.B. der Herr Milling bei seinen Fenstern verwendet.

6. Außenwände im EG
Hier wurde schon früher mal eine 12 cm dicke Wank aus Massiv-Ziegeln hinter dem Fachwerk vermauert - auch recht praktisch, wenn man außen am Fachwerk was auswechseln will, denn da liegen auch die Deckenbalken drauf. Innen kommt wieder eine Holztäfelung drauf. Ich denke, damit komme ich auf ein ähnlichen Dämmwert wie im OG (wenn man hier überhaupt von Dämmung sprechen kann.

7. Heizung
Scheitholz-Vergaserkessel plus 40 m² Vakuum-Röhren-Solarkollektor zur Heizunterstützung. Mal schauen, wie das Dach damit aussieht - nix für Puristen, hihi. Die Heizkörper werden eine 20 cm hohe Strahlungs-Heizleiste sein, die jeweils an allen Außen- und Innenwänden verlegt wird. Diese Leiste ist nur ca 3 cm dick und trägt damit kaum auf.

So das war's mal für Erste,

Johannes Herbst



Mal ganz anders...



Hallo!

Keine Ahnung was die Experten dazu sagen,ich find s der Beschreibung nach sehr interessant.

Grüße Martin



Fachwerkexperiment



Ich glaube die Betonung liegt hier auf "Experiment".
Interessant wäre es schon zu erfahren, wie sich die Fischer`schen Ideen in der Praxis beweisen.
Allerdings gibt es ein schwerwiegendes Hindernis:
Das Ding benötigt zwingend eine Baugenehmigung mit allen Nachweisen, also Statik, Wärmeschutznachweis nach ENEV, Schallschutznachweis, Brandschutznachweis...
Ob das meteoritenabweisende Dach und die OSB- Platte außen da durchkommt wage ich zu bezweifeln, aber das ist meine individuelle Meinung.

Warum versuchen Sie nicht Herrn Fischer zu gewinnen, Ihnen für das Gebäude eine Planung zu fertigen und die erforderlichen Genehmigungen bzw. Ausnahmen zu erwirken?
Für ihn wäre das eine gute Gelegenheit, seine Ideen einmal in die Tat umzusetzen und vorweisbare Resultate zu schaffen.

Viele Grüße



Experiment geglückt - Bauherr lebt



Hallo

ein paar Sachen würde ich nicht so machen (HolzstückKalkDämm)

ein paar Sachen dünner (Dach)

ein paar Sachen anders (Heizkonzept)

Gut ist: Masse machts.

Schlecht ist: Was soll der Nachbar davon denken? Oder der KaminBlockwart?

Fin dich gut: Ziviler Ungehorsam - aktiver Denkwiderstand!

Hut ab!

Allerdings würd ich mehr Planen - weniger "optimieren" (FensterZauber)
Sowas wünscht man sich: BH mit Mut und Visionen!


FK

@G. Böttcher: Tipp: Fischer selbst anrufen und mal mit ihm über seine Projekte sprechen.



An Georg Böttcher:



Ich mache ja keinen Neubau. Da es für das Haus auch keine Pläne gibt, und der Grundriss nicht wesentlich geändert ist, läuft das alles unter Renovierung, und die muss ja bei einem alten Haus nicht genehmigt werden. Wenn ich das Haus vermiete, dann brauche ich einen Energiepass, aber der kann ja auch nach dem Verbrauch berechnet werden. Mein anderes Haus, in dem wir wohnen (ca 280 qm Wohnfläche), brauchte im Schnitt 10 Ster (je nach Witterung 6 - 15 Ster) Holz im Jahr. Es ist auch ein so alter Schuppen ohne Dämmung aber mit einer großen Solarthermischen Anlage zur Heizungsunterstützung und mit einem Holzvergaserkessel, allerdings mit normalen Heizkörpern. Und zugegeben: Wir schalten nachts die Heizung aus. Morgens hat es dann 15-16° und nach einer Stunde heizen ist es wieder schön warm. Wenn wir durchheizen würden, dann würden wir sicher mehr verbrauchen (Hier stimme ich nicht mit Herrn Fischer überein)

Was die Statik betrifft, habe ich die tragenden Bauteile durchgerechnet. Da gibt es ja schöne Tools im Internet. Und in Bayern ist das Baurecht so, dass man auch bei privaten Neubauten alles aus Holz machen kann.

Den Herrn Fischer kann man schon dazu gewinnen. Auf seiner Website stehen dazu die jeweiligen Gebühren. Die könnte ich schon berappen, aber... Herr Fischer plant sehr ordentlich und genau und da ist dann schon alles ziemlich festgelegt. Aber genau das liegt mir nicht. Ich baue nun schon über ein halbes Jahr an dem Haus. Wir wissen um die grobe Richtung und unsere Grundsätze, aber wir (3 Laienhausbauer) haben pro Woche mindestes 2-3 Besprechungen, wie es weitergeht. Es ist wahnsinnig befriedigend, etwas auszuprobieren und zu entwickeln und es dann auszuführen.

Übrigens: Natürlich hat Herr Fischer schon genügend Nachweise erbracht, dass seine Theorie in der Praxis taugt. Nur möchte ich hier und da etwas anders machen oder sogar etwas, was sich kein Architekt traut.

No risk, no fun...

Johannes Herbst

NB: Also, Ich versuch mal, wegern der allgemeinen Nachfrage ein paar Bilder vom Haus reinzustellen... heute frisch geschossen...



An Florian Kurz



Hallo hier ein paar Kommentare zu Ihrer Antwort, jeweis nach >>>

ein paar Sachen würde ich nicht so machen (HolzstückKalkDämm)
>>> ich weiß, da tut man normalerweise Holzfaserdämmung rein. Oder wieder Ziegelsteine und dann Innendämmung. Aber ich hatte grade eine Haufen Holzabschnitte, eine Palette mit Mörtel und Sägespäne.... Und massives Holz passt doch irgendwie zum Rest. Früher hat man halt zum Bauen das genommen was da war ...

ein paar Sachen dünner (Dach)
>>> die Sparren halten es aus, Mein Nachbar hat ein Sägewerk und das Massivholz kostet mich dort weniger als Dämmung aus dem Baumarkt.

ein paar Sachen anders (Heizkonzept)
>>> Naja, das war so: Für die Volks-Solaranlage gibt es beim Preis von 12000 Euro 5000 Euro Zuschuss von der BAFAG. und da sind dann schon 2000 Liter Pufferspeicher dabei. Und das System ohne Frostschutz wollte ich schon immer mal ausprobieren, vor allem weil ich die Schwachpunkte meiner alten Solaranlage kenne. Und den Holzvergaserkessel sah ich im Räumungsverkauf für 2000 Euro. Und auch für den gibt es 1000 Euro Zuschuss von der BAFAG. Und da ich schon selber einen habe mit guten Erfahrungen... Jaja, so halten sich die Häusles-Kraddler über Wasser - mit Sonderangeboten und Rabatten...

Gut ist: Masse machts.

Schlecht ist: Was soll der Nachbar davon denken? Oder der KaminBlockwart?

>>> Also, die Nachbarn sind alle Fans von uns. Jeden Tag kommt jemeand vorbei und findet das gut, was wir machen. Sie halten uns die Daumen, dass wir vorm Schnee noch alles einigermaßen gut zukriegen. Das Haus ist übrigens das alte Hirtenhaus und alle sind froh, dass es erhalten bleibt. Es ist nicht nur ein Experiment, sondern das wird bestimmt schön, sagen fast alle....

>>>Naja, der Schlotfeger will Bürgermeister werden. Dashalb kann man mit ihm fast über alles reden...

Fin dich gut: Ziviler Ungehorsam - aktiver Denkwiderstand!

Hut ab!

Allerdings würd ich mehr Planen - weniger "optimieren" (FensterZauber)
>>>
OK, Glas im Gefach ist Geschmackssache. Aber wir wollten mehr Licht. Und wir machen das dezent. Wenns fertig ist, gibts Fotos. Und das Vakuumglas ermöglicht halt die alten dünnen Fensterrahmen. Die Alternative wäre Einfachverglasung. Oder Verbund- oder Kastenfenster. Und das ist einfach die doppelte Arbeit... auch für die Hausfrau..

>>> Also danke´für die Ermunterung,

Johannes Herbst

Anscheinend geht hier nur ein Bild pro Beitrag, also verteile ich die mal...



Sehr kreativer Umgang mit der Materie



Wäre es möglich, das Du hier mal ein par Fotos des Projekts und deren Bauphasen einstellst?

Warum nimmst Du keinen Lehm mit Sägespäne zur Vermauerung Deiner "Holzziegel"?

Deine Aufbohlungen sollten trocken und genau gearbeitet sein, am besten auch mit Fälzung und kreuzweise verlegt.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich

Ups...die vorhandene Palette Mörtel kam als Antwort vor der Frage. Ich würde Lehm in Zukunft trotzdem vorziehen.



An ollerich



Servus ollerich,

Kommentare zu deiner Antwort nach >>>

Wäre es möglich, das Du hier mal ein par Fotos des Projekts und deren Bauphasen einstellst?
>>> Ich kann fast alles - aber mich nicht aufraffen mal zu fotografieren. Immerhin habe ich mir schon mal nen Foto gekauft - mal schauen, wo der ist. Muss wahrscheinlich meine mitarbeitende Tochter beauftragen....

Warum nimmst Du keinen Lehm mit Sägespäne zur Vermauerung Deiner "Holzziegel"?
>>> das mit dem Lehm ist mir erst heute beim Stöbern gekommen. Allerdings, so weit kann ich gar nicht wegsein vom wahren Weg - auch die Sauerkrautplatten (Heraklith) sind ja aus Zement und Holz. Was ich mich frage ist, wie das Schwindverhalten von Lehmsägespänen, Kalkzementsägespänen und das ganze zusammen mit Holzklötzen ist.

Deine Aufbohlungen sollten trocken und genau gearbeitet sein, am besten auch mit Fälzung und kreuzweise verlegt.
>>> naja, das Dach ist schon fertig "aufgebohlt" 2 x 250m². Und das Holz war eben so, wie es kam vom Sägewerk ich habe meistens um die 15% Feuchtigkeit gemessen, aber manchmal wars eben mehr. Und ein paarmal hat mir's reingeregnet. Aber es geht ja mal um Speichermasse und ein bisschen Luft dazwischen ist dann halt für die Dämmung. Damit's dicht ist liegt ja die OSB-Platte mit Nut und Feder drüber, die auch noch an den senkrechten Stößen mit der Konterlatte überdeckt ist.

Bin grade dabei, das Wetterbrett (Ortgang) zu gestalten, damit die 15 cm Holz plus Lattung plus Ziegel abgedeckt sind. Bei uns in der Gegend gab es früher das Zickzackbrett unter den Ziegeln, das will ich auch so machen.

Danke für deine Tipps,

Johannes Herbst



Experimentelle Energie



Deine Holzziegel hören jedenfalls auch nie auf, zu arbeiten.
Und Lehm tut das genauso wenig.
Wegen dieser anhaltenden Flexibillität, halte ich den Lehm als Mörtel, für die auf lange Sicht bessere Wahl.
Ich will damit aber nicht sagen, das Dein Kalk/Zement/Späne-Mörtel nicht funktioniert.
Aber wenn die Palette mal alle ist, gibt es ja vieleicht noch ne olle Lehmkaute in der Nähe, oder ausgebauten Lehm aus dem Bestand.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



an ollerich II



Das mit dem Lehm mach ich bestimmt, auch wegen dem Vergleich. Nur mal die Frage: Wie fett darf der Lehm sein, wenn er mit Sägespänen gemischt werden soll? Kann man den einfach so fett aus der Tongrube nehmen? oder muss er mit Sand abgemagert werden?

Und wenn mir mal die Holzklötze ausgehen - wie sieht die Sägespan-Lehmmischung für ein ganzes Gefach aus?

Grüße,

Johannes

NB.

Hier mal die Holzziegelklötze



Wie mager ist fett



Der Lehm aus der Grube ist in jeder anders und bedarf individueller Mischung/Aufarbeitung.
Der Lehm aus dem Bestand hat hingegen in aller Regel eine optimale Zusammensetzung, da waren die Altvorderen ja schon mal dran.
Wenn Dir die Holzklötze ausgehen, wären Lehmsteine eine Alternative, wenn Du keine Gefachfüllung mit Stakung und Strohlehm ausführen willst, was ich durchaus nachvollziehen kann.
Wenn der "Selbermacher" einer ist, kann er die Steine auch selbst herstellen. Das ist aber auch nicht ohne, ich meine arbeitsintensiv.
Allerdings dürfte die Ausführung Lehmgefach und OSB-Beplankung außen Konfliktpotential bieten.
Da wäre eine Holzweichfaserplatte mit N+F vorzuziehen.

Zur Konsistenz/Mischungsverhältnisse:
Ich schreib jetzt hier keinen Roman auf Annahmen der Grundzusammensetzung und deren Variablen.
Deswegen zwei Buchtipps:
1. Lehmbaufibel
Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft Ländliches Bau- und Siedlungswesen, Hochschule Weimar von 1947, 1993 nachgedruckt in der Hausdruckerei der HAB
2. Lehmbauregeln
Herausgegeben vom Dachverband Lehm e.V., 3. Auflage 2009, erschienen bei Vieweg+Teubner, ISBN 978-3-8348-0189-0

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Experimentator



>>> ich weiß, da tut man normalerweise Holzfaserdämmung rein. Oder wieder Ziegelsteine und dann Innendämmung. Aber ich hatte grade eine Haufen Holzabschnitte, eine Palette mit Mörtel und Sägespäne.... Und massives Holz passt doch irgendwie zum Rest. Früher hat man halt zum Bauen das genommen was da war ...
Falsch: Früher hat man das genommen, was richtig war!
Dieser Glaube: Die Alten waren dumm - und wir "Ausgebildeten" sind es nicht, ist nicht mehr als ein Glaube!
Es zählt : Masse, keine Gehirnkrämpfe!

>>> die Sparren halten es aus, Mein Nachbar hat ein Sägewerk und das Massivholz kostet mich dort weniger als Dämmung aus dem Baumarkt.
ISt ein Argument - Ist ja auch nicht schlecht - aber im Gesamtsystem nicht notwendig.

ein paar Sachen anders (Heizkonzept)
>>> Naja, das war so: Für die Volks-Solaranlage gibt es beim Preis von 12000 Euro 5000 Euro Zuschuss von der BAFAG. und da sind dann schon 2000 Liter Pufferspeicher dabei. Und das System ohne Frostschutz wollte ich schon immer mal ausprobieren, vor allem weil ich die Schwachpunkte meiner alten Solaranlage kenne. Und den Holzvergaserkessel sah ich im Räumungsverkauf für 2000 Euro. Und auch für den gibt es 1000 Euro Zuschuss von der BAFAG. Und da ich schon selber einen habe mit guten Erfahrungen... Jaja, so halten sich die Häusles-Kraddler über Wasser - mit Sonderangeboten und Rabatten...
Von DEM rede ich ja nicht - das wird sich mit der Zeit selbst regeln!
:-)

>>> Also, die Nachbarn sind alle Fans von uns. Jeden Tag kommt jemeand vorbei und findet das gut, was wir machen. Sie halten uns die Daumen, dass wir vorm Schnee noch alles einigermaßen gut zukriegen. Das Haus ist übrigens das alte Hirtenhaus und alle sind froh, dass es erhalten bleibt. Es ist nicht nur ein Experiment, sondern das wird bestimmt schön, sagen fast alle....
>>>Naja, der Schlotfeger will Bürgermeister werden. Dashalb kann man mit ihm fast über alles reden...
Glück gehabt!

Allerdings würd ich mehr Planen - weniger "optimieren" (FensterZauber)
>>>
OK, Glas im Gefach ist Geschmackssache. Aber wir wollten mehr Licht. Und wir machen das dezent. Wenns fertig ist, gibts Fotos. Und das Vakuumglas ermöglicht halt die alten dünnen Fensterrahmen. Die Alternative wäre Einfachverglasung. Oder Verbund- oder Kastenfenster. Und das ist einfach die doppelte Arbeit... auch für die Hausfrau..
m.E. verstehen Sie das Wort: Planen in meinem Sinne nicht ganz.
Oft "glauben" Sie mehr, als Sie wissen.
Dieses "trial & error" ist m.E. nicht erst zu nehmen.

Sie sollten das GANZE als GESAMTSYSTEM verstehen: "Das Ganze ist mehr als die blosse Summe der Einzelteile!" und "Eine Kette ist so stark, wie das schwächste Glied!"

>>> Also danke´für die Ermunterung,

Bitte, gerne!

FK



Experimentalhaus



Hallo Johannes,
grundsätzlich habe ich nichts gegen Versuche neue Bautechniken zu testen; nur durch Versuch und Irrtum kommt man weiter. Da Sie sich frei von den Fesseln beruflicher Erfahrung und den Zwängen der Regeln der Technik und Baukunst bewegen können Sie frisch drauflosbauen. Vertragsrechtlich gesehen nennt man diese Stufe "nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft".
Hier wäre statt Wissenschaft der Begriff Intuition vielleicht besser.

Allerdings verweise ich Sie noch mal MIT ALLEM NACHDRUCK auf die Bayrische Bauordnung. Schauen Sie sich die ersten Zeilen des zweiten Abschnittes betreffs der Genehmigungsfreiheit an.
Dann sollten Sie sich mit den Artikeln 15 bis 19 des ersten Abschnittes einmal auseinandersetzen.
Unwissenheit schützt nicht vor Schaden!
Da wird ihnen auch kein Bürgermeisterspezl aus der Patsche helfen können.
Zuletzt noch ein Hinweis auf ihre Versicherung. Als Bauherr sind Sie, Ihre Angehörigen und eventuelle Helfer gegen Arbeitsunfälle bei der Bau- Berufsgenossenschaft zwangsversichert. Allerdings müssen Sie dafür zahlen!
Genaueres erfahren sie übers Internet.

Viele Grüße



An Florian Kurz



Nochmal Servus,

Habe mir mal Ihre Website angeguckt. Schön zu lesen und mit einem guten Anliegen. Kunden, die nicht so in der Materie drin sind, sind bei Ihnen bestimmt gut beraten.

Sie haben auch eine Philosophie für ihre Tätigkeit - das hat mich angeregt, mal über meine nachzudenken und sie auszudrücken. Ich denke nämlich schon, dass ich eine habe, auch wenn alles nach wildem Experimentieren aussieht.

Bestimmt haben früher die Menschen als Baumaterial das genommen, was richtig war... Wenn sie es sich leisten konnten. Wie Sie schon sagten, die alten Baumeistern haben die Erfahrungen ihrer Vorfahren aufgenommen und weiterentwickelt.

Nun möchte ich aber mal behaupten, dass die meisten Häuser auf dieser Welt nicht von Baumeistern gebaut worden sind oder werden, da eben viele das sich gar nicht leisten können. Die haben auch nicht viel Wahl bei den Baumaterialien. Da heißt es: das nehmen, was da ist und es sinnvoll einsetzen.

Auch mein Hirtenhaus ist ein Beispiel dafür. Für einen Hirten baute die Gemeinde mit ihren Kleinbauern bestimmt kein Luxus-Apartement. Und so kam auch alles rein, was billig war. Bestimmt kein Mondphasenholz. Und es war nicht mal Arbeitskraft da, die insektenzerfressene Rinde von den Balken und Brettern abzumachen. Auch die Dacheinblechung war Murks - ebenso wie die Ausfachungs-Reparaturen im letzten Jahrhundert.

Nochwas zum Thema: Nehmen was gut ist: Was ist denn schlecht daran, wenn man versucht, das was vor Ort da ist, zu verwenden? Auch wenn es noch niemand vorher gemacht hat? Auch hier kommt eben darauf an, was man daraus macht.

Auch höre ich irgendwie heraus, dass ich keine Plan habe. Falsch. Ich habe sehr genaue Vorstellungen gehabt als ich anfing, hab viel gezeichnet und geschrieben. Meine Vorstellungen hätte ich zu einem Planer bringen können, und der hätte geplant. Dann wäre ich aber festgelegt gewesen, und die Sache hätte mich mehr als dreimal soviel gekostet wie auf meine Weise.

Indem ich mich durch den Bau gearbeitet habe, sind viele kleine Details und einige größere anders - und besser geworden. Auch hätte mich die Zusammenarbeit mit einem profesionellen Planer viele Nerven und Diskussionen gekostet. Und wahrscheinlich wäre ich bei einigen Dingen eingeknickt und hätte mich zu einigen Sachen überreden lassen, die ich gar nicht wollte. Das ist mir schon bei meinem alten Haus passiert.

Aber so wie ich es jetzt mache, garantiert mir zwar keine Sicherheit, aber eine ungeheuere Freiheit. Und dazu sind wir Menschen doch berufen: Frei zu sein, und unsere eigene Wege zu gehen...Und ich darf jetzt das alles mal ausprobieren, was ich schon immer mal machen wollte...Was will man mehr?

Johannes

Schaun mer mal. ob sich ein Bild ranhängen lässt... Ja, aber das hatten wir schon. Und löschen lasst es sich anscheinend nicht. Also, auf ein Neues...



Noch ein Bilder-Versuch:



Diesmal die Straßenseite mit den schon vorhandenen Gauben. Und die Nordseite mit dem kompletterneuerten Giebel.

Johannes



Danke für die Einsichten(Bilder)



Hallo Johannes

Waren die Schleppdachgaupen neben der Satteldachgaupe auch schon im alten Bestand vorhanden, oder war das Deine Idee?
Ich frage, weil ich das so noch nicht gesehen habe.
Sieht aber von den Proportionen her richtig gut aus und wirkt stimmig.

Das kann ich von den Schleppdachgaupen auf der anderen Seite leider gar nicht behaupten.
Die erscheinen für ein Wohnhaus überdimensioniert, weil für 3 Stück zu breit und vor allen Dingen bis zur Traufwand gezogen.
Kleine Schleppdachgaupen halten normalerweise gebührenden Abstand von der Außenwand und beginnen erst ab Brüstungshöhe.
Nur bei Wirtschafts/Gewerbegebäuden findet man Traufständige Gaupen zum Einbringen der Wirtschaftsgüter in die Lagerebenen.
Falls ich da falsch liege und Gaupen dieser Art bei Dir oder anderswo durchaus so vorkommen, kannst Du (könnt Ihr liebe Mitleser), mir gerne den Horizont erweitern.

Gab es da im Bestand überhaupt welche?
Ansonsten Experimentalhaus....

Womit wir beim nächsten Thema wären.

Sollten die 2 Gaupen der einen Seite, sowie die 3 auf der anderen Seite nicht schon im Bestand vorhanden gewesen sein, oder die 3 zumindest nicht in dieser Größe, wird das Bauvorhaben zu einem eben solchen und ist damit keine "Renovierung" mehr und dann ist es genehmigungspflichtig.
Ob die erteilte Abbruchgenehmigung Dich dabei vor den "Pflichten" rettet, wage ich zu bezweifeln.
Wahrscheinlich eher nur so lang, bis es "einer von denen" mitkriegt, was Dir erspart bleiben möge.

Ich hab das leider schon mal erlebt, das es einen nach 10 Jahren intensiver "Renovierungen" noch erwischt hat.
Das wurde richtig eklig und guter Rat teuer.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



Experimentalbau



der Weise weiß das er nichts weiß, der Nichtweise weiß nicht das er nichts weiß.

von einem alten Griechen

p.s. Hinterher werden sie wissen was sie nicht gewußt haben



Antwortsversuch



Sie schreiben:

Sie haben auch eine Philosophie für ihre Tätigkeit - das hat mich angeregt, mal über meine nachzudenken und sie auszudrücken. Ich denke nämlich schon, dass ich eine habe, auch wenn alles nach wildem Experimentieren aussieht.
Dazu zitiere ich eine chinesische Gleichung:
Ein Frosch aus einem Tümpel fragt eine Meeresschildkröte: Wie groß ist das Wasser in dem du dich aufhältst? Unendlich! antwortet die Schildkröte! Darauf der Frosch: So wie bei mir!

Bestimmt haben früher die Menschen als Baumaterial das genommen, was richtig war... Wenn sie es sich leisten konnten. Wie Sie schon sagten, die alten Baumeistern haben die Erfahrungen ihrer Vorfahren aufgenommen und weiterentwickelt.
Man hat immer das genommen, was vorhanden war UND sich auf Erfahrungswerten bewährt hat - Wenn sie es sich nicht leisten konnten haben sie nicht bauen können.
Hatten auf jeden Fall keinen pseudo philosophischen Überbau - sondern nur das Bedürfnis ein Dach über dem Kopf zu haben. Dann kam das Denken der Nachhaltigkeit (nichts nur für sich zu machen, sondern auf Generationen ausgelegt)

Nun möchte ich aber mal behaupten, dass die meisten Häuser auf dieser Welt nicht von Baumeistern gebaut worden sind oder werden, da eben viele das sich gar nicht leisten können. Die haben auch nicht viel Wahl bei den Baumaterialien. Da heißt es: das nehmen, was da ist und es sinnvoll einsetzen.
Baumeister gab es in der Hinsicht, dass es noch Handwerker gab!

Auch mein Hirtenhaus ist ein Beispiel dafür. Für einen Hirten baute die Gemeinde mit ihren Kleinbauern bestimmt kein Luxus-Apartement. Und so kam auch alles rein, was billig war. Bestimmt kein Mondphasenholz. Und es war nicht mal Arbeitskraft da, die insektenzerfressene Rinde von den Balken und Brettern abzumachen. Auch die Dacheinblechung war Murks - ebenso wie die Ausfachungs-Reparaturen im letzten Jahrhundert.
Und diese schlampigen Teile haben dann 200 Jahre überlebt, was man von heutigen ENEV- und Gesetzgebäuden m.E. nicht erwarten kann!

Nochwas zum Thema: Nehmen was gut ist: Was ist denn schlecht daran, wenn man versucht, das was vor Ort da ist, zu verwenden?
Gar nichts ist schlecht daran. Man sollte bloss nicht das Hirn dabei ausschalten!
Auch wenn es noch niemand vorher gemacht hat? - Das ist so ein stolzes: Ich bin "Do it your selfer" und hab immer recht - ist ja meins! Bin der grosse Entdecker neuer Bauteile etc.
Allerdings sollte man auch das Rad nicht immer wieder erfinden und dann sich wundern, dass es das ja schon gibt oder bei anderen Sachen sich dann nicht wundern, dass es in die Hose geht!
Auch hier kommt eben darauf an, was man daraus macht. - Der Spruch gehört der Beton Lobby!

Auch höre ich irgendwie heraus, dass ich keine Plan habe. Falsch. Ich habe sehr genaue Vorstellungen gehabt als ich anfing, hab viel gezeichnet und geschrieben.
Das ist doch prima!
Meine Vorstellungen hätte ich zu einem Planer bringen können, und der hätte geplant. Dann wäre ich aber festgelegt gewesen, und die Sache hätte mich mehr als dreimal soviel gekostet wie auf meine Weise.
Das kommt wohl auf den Planer oder Berater an!
Manche soll es geben, die einfach mehr Erfahrung haben auf anderen Gebieten, die Sachen von einer Anderen Warte betrachten, oder auch schon diverse Fehler gemacht haben, von denen man dann als Bauherr ja auch profitieren könnte, wenn man wollte. Das Schulbuchwissen ist halt nur Schulbuchwissen. Es soll ja noch was anderes geben.
Wichtig ist das Verständnis des Gesamtsystems und die Zusammenhänge - das "optische" Rumgequake von Anderen, von Werbung und Schönrednern ist nicht meine Sache!
Nachhaltigkeit, Substanzqualität und Einfachheit sind mir wichtiger!

Indem ich mich durch den Bau gearbeitet habe, sind viele kleine Details und einige größere anders - und besser geworden.
Glaub ich gerne!
Auch hätte mich die Zusammenarbeit mit einem profesionellen Planer viele Nerven und Diskussionen gekostet.
Das glaube ich auch!
Und wahrscheinlich wäre ich bei einigen Dingen eingeknickt und hätte mich zu einigen Sachen überreden lassen, die ich gar nicht wollte. Das ist mir schon bei meinem alten Haus passiert.
Da fällt mir ein Professorenspruch ein: Bauen und Architektur ist angewandte Psychologie!

Aber so wie ich es jetzt mache, garantiert mir zwar keine Sicherheit, aber eine ungeheuere Freiheit. Und dazu sind wir Menschen doch berufen: Frei zu sein, und unsere eigene Wege zu gehen...
Da gibts was von einem deutschen Philosophen: "Es sind nicht alle frei, die Ihrer Ketten spotten!"
Das ist so ein End-sechziger Gefasel!
Wie viel Qualität, Substanz und Anderes bei diesem "Freiheitsgeschrei" auf der Strecke bleibt, zeigt die Geschichte.
FREI sind hier auf der Welt nur die, die Andere unterjochen und zum Arbeiten verdonnern.
Die Freiheit des einen hört bei der Freiheit des anderen auf! (oder so ähnlich von R. Luxemburg)
Freiheit ist schon wichtig - aber wenn es einfach baulicher Blödsinn ist und mehr oder Weniger nur eine Kopfgeburt mit wenig Überlebenschancen, würde ich immer davon abraten!
Was SIe dann MACHEN - ist Ihre Sache. Das sehen Sie ja ähnlich: No risk no fun!

Und ich darf jetzt das alles mal ausprobieren, was ich schon immer mal machen wollte...Was will man mehr?
Dürfen dürfen Sie doch - Hab ich es Ihnen verboten?
Ich hab Ihnen nur sagen wollen, dass ich einiges Nicht, Anders oder sonst wie gemacht hätte!

Sie sind doch auf dem richtigen Weg - die Richtung stimmt doch!
Aber verbeissen Sie sich nicht so auf Ihren "Errungenschaften" die könnten momentan auf zu dünnem Eis stehen um Stolz darauf lasten zu lassen.

FK



Experiment



Hallo Johannes,
die Fotos von dem betreffenden Haus bestärken mich in meiner Meinung, das dies definitiv ein Schwarzbau ist.

Viele Grüße





Ich stell mir mal so vor das mein Nachbar der mich auf m Kieker hat oder sonst wer, der was gegen mich hat, hier mit liest und so erfährt das ich nen Schwarzbau mach.....ist unwahrscheinlich, aber dies hier ist ein öffentliches Forum!

Spannend und mutig ist das was Du da machst!

Grüße Martin



Ich habe...



... mit dem pseudobauphilosophischen Gebabel eines hier nicht genannt werden sollenden (is ja grade der 2.Advent) Phrasenschmiedes nix am Hut. Und will auch nicht wieder darüber herfallen.

Über die baurechtliche Seite lasse ich mich nicht aus, da ist alles schon gesagt.

Hinsichtlich eines Details möchte ich aber starke Bedenken anmelden:

Ihre Holzziegelerfindung halte ich für völlig untauglich. Im Gegensatz zum Lego-Stein arbeitet Ihr Holz beträchtlich. Das tangentiale Schwindmaß für Fichte (mit Kiefer verhält es sich ähnlich) beträgt 0,39. Das bedeutet, daß 1 Meter Ihres Wandaufbaues rund 4mm quillt oder schwindet, je 1% Holzfeuchteänderung. Mit 5% HF-Änderung sollten Sie durch die Jahreszeiten je nach Himmelsrichtung mindestens rechnen. Es kann aber auch viel mehr werden, wenn in regen- und windreichen Zeiten viel Wasser an die Fassade kommt.

Im Falle größerer Feuchtigkeit kann das Holz Ihre gesamte Konstruktion auseinanderdrücken, in trocknen Zeiten wird der Zusammenhalt der Teile verschwinden. Die Brettchen quellen und schwinden weiterhin ja nicht nur, sondern schüsseln auch. Die Winddichtigkeit der OSB-Platte wird dann auch dahin sein, weil Anschlüsse und Verbindungen nicht mehr passgenau sind.

Fazit: Völliger Stuß. Warum wohl hat vorher noch nie jemand Gefache mit Feuerholz gefüllt? Selbst in ärmsten Zeiten nicht?

Selbst in Sachen Feuerschutz möchte ich anmerken, daß die Konstruktion äußerst heikel ist.

Baumaterialien haben ihre Eigenschaften, deren Kenntnis leider nicht mehr als wichtig betrachtet oder nur so wahrgenommen wird, wie's gerade passt.

Mein Rat: Rückbau zumindest der Gefache (mit dem Rest mag ich mich nicht beschäftigen), Hinzuziehung eines Planers zumindest bis zur Baugenehmigung (die Sie zwingend brauchen) und, generell: Lehnen Sie bitte historische Bautechniken nicht schon deswegen ab, weil Sie diese nicht selbst erfunden haben.

Grüße

Thomas





Herr Böhme Fachlich haben ihre Beiträge eine hohe Qualität!!!

Aber warum müssen Sie immer so übel nachtreten?

Grüße Martin



Wenn klare Worte,



und eine Wertung schon übles Nachtreten sind, dann ist unsere Terminologie nicht dieselbe. Ich bin hier freilich nicht als Seelsorger, und wenn es mir mitunter nicht gelingen sollte, dem Fragesteller (m)eine Wahrheit streichelsanft wie einen Schal aus Merino-Wolle um die Schultern zu legen, dann ist das halt meine Art.

Ich gestehe aber gern, daß mich das Beharren auf Irrtümern von bau(selbst)herrlicher Seite ebenso wie baupolemischer Käse wie "KaminBlockwart" oder "Ziviler Ungehorsam - aktiver Denkwiderstand!" in meiner Geduld echt fordern.

Weiterhin frohes Frohlocken wünscht

Thomas



Wahrheiten



Jeder hat so seine eigene Wahrheit und die von anderen Leuten stehen zu lassen,auch wenn sie in meinen Augen Schwachsinn wäre,würde ich als Toleranz bezeichnen!
Toleranz heißt für mich auch dem anderen einzugestehen seine eigenen Fehler und Erfahrungen zu machen.
Fachlichkeit muss vielleicht manchmal mit dem Vorschlaghammer verteilt werden,wenn aber Menschlichkeit so verteilt wird ,würde ich das als Krieg bezeichnen.

Wenn Sie schon christliche Werte wie die Adventszeit mit einfliessen lassen ,würd ich mir auch mal darüber Gedanken
machen ,was die für mich bedeuten!
Ihre Fachlichkeit in Ehren!

Grüße Martin



Aber das ist doch obernaives Gutmenschengeseiere!



Hier hat jemand Fragen gestellt.

Und das hier ist nun ein Bauforum und keine Therapiegruppe.

Also zu antworten: "Ich kann mir aufgrund meiner Erfahrungen gar nicht vorstellen, daß das funktioniert. Aber mache doch Deine eigenen Erfahrungen, die sind unersetzlich. Und vielleicht bist Du ja nicht zuhause, wenn aufquellende Gefache die Balken der Nordwestwand aus Ihren Verbindungen drücken. Und vielleicht verirrt sich ja die Mitarbeiterin des Bauamtes oder öffnet ihr einsames Herz für Dich" - sowas wäre doch pure Augenwischerei.

Und die bleibt es auch zur Vorweihnachtszeit.

Wenn wir hier die obskure Form von Toleranz praktizieren würden, die Dir, Martin, vorschwebt - da könnten wir das Forum zumachen. Eine kontroverse Diskussion wäre dann halt nicht möglich. Wenn jemand seinen als Wahrheit getarnten Schwachsinn baut (um auf Deine Auffassung einzugehen), dann kann er das mit oder gegen geltende Gesetze, Normen und traditionelle Erfahrungen ja machen, wenn er die Konsequenzen tragen kann. Im Extremfall kann der Bauherr mit verfehltem Gebastele freilich auch andere gefährden.

Aber wenn er dazu Fragen stellt, sollte eine abweichende Meinung auch so deutlich formuliert werden, daß sie die Chance hat, anzukommen.

Harmoniesucht hat vielleicht anderswo ihre Berechtigung. Beim Bau werden Fehler schnell so teuer, daß eine konstruktiv richtige Ausführung oberste Priorität haben muß. Ego-Trips sollte man(n) anderswo ausleben.

Grüße

Thomas



Obskure Toleranz



Wir quatschen aneinander vorbei,meine Kritik bezog auf Deinen ersten Satz in Deienm Beitrag!Und das ist für mich persöhnliche Kleinkriegscheisse!Wer gemeint war weiß hier jeder.....und die Form ,halte ich hier für völlig überflüssig!

Fazit:völliger Stuß sehe ich auch so!

Wenn mein Beitrag für Dich Geseiere ist ,passt das auch.

Grüße Martin



Nun,



dann haben wir aneinander vorbeigeredet.

Ich habe nie den Anspruch gehabt, immer 100%ig objektiv über den Dingen stehen zu können und zu wollen. Man gestatte mir, daß ich mir meine Freizeit ein wenig nach eigenem Geschmack würze.

Zurück zur Ausgangsfrage: Johannes, ehe Du Geld für das recht umstrittene Heizleistenblech ausgibst, laß das von einem unabhängigen Heizungsplaner durchrechnen. Ich habe im eigen Testzimmer die Meinung gewonnen, daß HL im mindergedämmten Altbau untauglich sind. Es wird warm, aber sehr langsam, und der beworbene Wandheizungseffekt tritt nicht auf. Die Heizung war mit dem vorher montierten Radiator wesentlich komfortabler. Zu Verbräuchen kann ich nichts sagen, da der Strang nicht separat gemessen wird.

Grüße

Thomas



Aufquellende Holzziegelwände etc...



Servus Gemeinde,

melde mich mal wieder. Abgesehen von dem lustigen Geplänkel das hier immer wieder unter manchen Akteuren auftritt, möchte ich mal zu den Tatsachen kommen.

1. Aufquellen der Holzblöcke: die sind 5 cm hoch und von dieses Maß aus können sie quellen oder schwinden. Dazwischen ist ca. 1 cm Kalkzementmörtel, gemischt 1: 1 mit Sägenpänen. Das ist eine langsam trocknende und danach gut elastische Masse. Da das Holz eh nicht ganz trocken ist und die Ganze Sache mit viel Wasser angemacht wird, ist eher das Schwinden das Problem. Ich habe eine gewisse Hoffnung, dass dieser Mörtel einiges ausgleicht, und wenn nicht, dann ist der Schwund auch nicht schlimmer als bei einer fetten Lehmwand.

2. Undichtheit/herausfallen der Gefache: Das passiert auch bei Ziegelausfachungen. und auch da gibt es bestimmte Gegenmittel, wie die bekannte Dreiecksleiste. Bei der Ausfachung mit Holzklötzen sind das ab uns zu ein paar Dielenschräubchen die links und rechts einige Klötze mit den aufgehenden Balken verbinden. Mit den OSB-Platten wird das schon dicht, denn die werden flächig hinter die Balken auf der Innenseite verlegt.

3. Weiteres Vorgehen: Rausreißen werd ich die Gefache bestimmt nicht. Wir haben das als Bau-Community so beschlossen. Außerdem wissen wir nicht, ob es funktioniert, und das wollen wir doch wissen.

Ich werde die Sache jetzt einfach mal beobachten. Es gibt folgende Optionen:
-Verfugen von außen mit reinen Kalkmörtel
-Behandeln der Außenfläche mit Leinöl
-Und wenn es nicht schön aussieht, bzw Risse entstehen: Putzträger drauf und Kalkputz drüber. da die Klötze etwas schmaler sind, als die Balken, ist noch Platz dafür.

4. Warum das Ganze? Anders aus Prinzip?

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. War alles schon mal da. Die Anregung für mich waren die Infos auf www.holz100.at

Es geht dort um Massivholzbau und die erstaunlich guten Eigenschaften von Holz bezüglich Schall-, Wärme- und Brandschutz. Das wollte ich in einem für mich erschwinglichen Rahmen ausprobieren und mache es deshalb im Fachwerkhaus.

5. Brandschutz
Eine aus Holzelementen massiv zusammengefügte Wand reagiert auf Feuer wie ein dicker, ewig breiter Balken: Er braucht lange zum Entzünden und die dann entstehende Kohleschicht wirkt dann als Isolator. Siehe die Prüfberichte unter o.a. Site.

6. Wärmeschutz
Auch hier schneidet eine Holzwand schon im normalen Test gut ab. Wie aus den Publikationen von Konrad Fischer und dem Lichtenfelser Test hervorgeht, reagiert Holz noch besser bei bei Strahlungswärme. Irgendjemand hat laut K.Fischer mal errechnet, dass eine Massivholzwand von 9cm Dicke als Wärme-Dämmung genügt. Bei meinem Haus sind es min. 14 cm.

Soweit mal zu diesem Thema,

Johannes



Langlebig?



Deine Holzziegel werden aber mehr schwinden und arbeiten wie Lehm das macht,ich glaub ja nicht das dadurch Balken aus ihren Verbindungen gedrückt werden ,oder Dir die OSb um die Ohren fliegt,aber auf Dauer fürchte ich ,wird sich der Verbund lösen und sich selbst zerlegen.Aber das wollen wir ja rausfinden....und das finde ich so Klasse,ihr macht ein experiment und da ist der Ausgang offen,für viele ist das Zeitverschwendung,sehe ich nicht so ganz.
Und anscheinend habt ihr drei ja handwerklich was drauf,sonst wärt ihr so weit wohl nicht gekommen!
Dieses Jahr wurde hier das Polizeipräsidium abgerissen,dreißig Jahre alt,so marode das die Sanierungskosten höher waren als Abriss und Entsorgung,geplant von Architekten und Statikern,ausgeführt von großen Baufirmen und nach dreißig Jahren komplett im Bröttchen.War aber nicht als Experimentalhaus geplant....

Frohes Schaffen!

Grüße Martin



Lieber Johannes,



auch wenn ich Dir ein anderes Finale als im Film "Denn sie wissen nicht, was sie tun" wünsche, der Titel passt total.

1. Dein Kalk/ Lehm - Gemisch ist nicht elastisch, und hat nur einen geringen inneren Zusammenhalt. Im übrigen wäre es hilfreich, wenn Du meine Argumentation zum Trocknungsverhalten nachvollziehen könntest. Gegenargumente finde ich keine. Dann würdest Du begreifen, daß eine Lehmwand und eine Holzwand eben nicht vergleichbar sind im "Arbeiten" aufgrund wechselnder Feuchte.

2. Da die Dimensionsveränderungen weitaus größer sind als bei einer Ziegelwand, werdet Ihr erleben, daß der Aufbau nicht funktioniert.

3. Göttlich: als Bau-Community so beschlossen. Gegen die bestehenden gesetzlichen Regelungen UND gegen allemein bekannte Materialeigenschaften.

-Verfugen von außen mit reinen Kalkmörtel: Sinnlos, fällt 'raus. Kalk geht keine wirklich dauerhaften Bindungen mit Holz ein. Dazu arbeiten diese Materialien zu unterschiedlich

-Behandeln der Außenfläche mit Leinöl: Sinnlos, Wasser wird über die vielen offenen Flanken eindringen

-Und wenn es nicht schön aussieht, bzw Risse entstehen: Putzträger drauf und Kalkputz drüber. da die Klötze etwas schmaler sind, als die Balken, ist noch Platz dafür: Eine begrenzte Haltbarkeit klann das Konstrukt nur haben, wenn's vollflächig (incl. Balken) mit Putzträger und Putz versehen wird. Aufgrund des vorherzusehenden überdurchschnittlichen Arbeitens wird aber auch der Putz bald Schäden bekommen.

4. Warum das Ganze? Anders aus Prinzip?

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. War alles schon mal da: Völliger Unsinn. Das erwähnte Bauprinzip von THOMA kenne ich nun zufällig sehr genau aus eigener Anschauung und es hat überhaupt nichts mit aufeinandergelegten Resten zu tun. HOLZ100 - Platten bilden einen festen konstruktiven Verbund und arbeiten, aufgrund der absperrenden Wirkung der verschieden orientierten Lagen und der Holzdübel, nur sehr wenig. Das aufeinandergelegte Holz Deiner Gefache ist in keiner Weise abgesperrt und arbeitet ungehindert gegen die Balkenkonstruktion.


5. Brandschutz
Aus oben angeführten Gründen ist auch der Brandschutz mit Holz 100 nicht vergleichbar. Die Elemente sind nicht fest miteinander verbunden, die sich bald bildenden Spalten können einem Feuerdurchgang nichts entgegensetzen.


6. Wärmeschutz
Die Winddichtigkeit ist, anders als bei HOLZ100, weder von Anfang an gegeben, noch zu erhalten. Kondenswassereintrag in den Fugen wird zu Schäden führen. Von der thermischen Trägheit des wunderbaren Baumaterials Holz werdet Ihr somit nicht viel haben.

Alles in Allem: Nichts gegen Forschergeist. Ihr habt aber mit einer knappen Portion Viertelwissen von verschiedenen Seiten zusammengebosselt, was Euch zu passen scheint, ohne wirkliche Kenntnisse der Materialeigenschaften zu haben.

Ohne gravierende Veränderungen an Euerer Konzeption wird da kein Wohnhaus draus. Versucht, die baurechtlichen Hürden zu überwinden, um ein begehbares Kunstwerk zu errichten. Die Kunst ist etwas freier als der Bau.

Anregungen hierzu: http://www.kulturinsel.de/

Sehr schöne und unorthodoxe Spielhäuser aus Holz, Lehm etc.

Große Erfolge wünscht

Thomas



An Georg Böttcher zu...



...bestärken mich in meiner Meinung, das dies definitiv ein Schwarzbau ist.

>>> Ein Schwarzbau ist der allgemeinen Ansicht nach ein illegal gebautes Haus. Mein Häuschen wurde vor über hundert Jahren von einem unbekannten alten Baumeister errichtet. Wie schwarz der war, das weiß ich nicht.

Nach dem bayerischen Baurecht gibt es genehmigungspflichtige und nicht genehmigungspflichtige Umbauten.

Nicht gehehmigungsgpflichtig sind u.a. anbringen einer Dämmung - auch wenn sie die Außenmaße verändert, der Einbau von Fenstern und Türen, der Anbau von Terassendächern bis 3 x 10m. Unter bestimmten Umständen ist sogar der Einbau von Gauben nicht gehehmigungspflichtig. Ob das in meinem Fall zutrifft, hab ich nicht nachgefragt. Bei uns heißt es: Wer viel fragt, geht viel irr. Naja, die Gauben waren ja schon vorher so ähnlich da.

Ein Vergehen aber gestehe ich ein: Ich habe keine Bautafel aufgestellt. Nachdem aber jeder im Dorf weis, was ich hier treibe und auch die Behörden schon mehrmals da waren und mich auf sicherheitsrelevante Details aufmerksam gemacht haben, lass ich das mal lieber sein.

Ich war ja längere Zeit in Afrika und habe da vor allem eins gelernt: Man kann über ALLES reden... Zumindest vorerst einmal.

Johannes



An ollerich wg. Bauästhetik



Nachdem ich das Foto mit den drei Gauben (das meine Tochter fotografiert hat)gesehen habe, dachte ich mir: Ja das sieht ein bisschen klotzig aus. Und schwuppdich, sofort sagst Du dasselbe. Dabei hatten wir doch so lange darüber geredet, geplant und gezeichnet!

Wie kam das?

Naja, wir haben das ganze immer aus der Froschperspektive gesehen, von unten. Und zum Fotografieren ist meine Tochter auf eine Hügel gestiegen... Da geht aber normalerweise keiner rauf....

Wir haben das dann trotzdem zusammen diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Ziegeleindeckung und das Fachwerk, die Fenster etc. das Ganze anders erscheinen lässt. Zumindest sind die zukünftigen Bewohner in keinster Weise in Ihrer Baueifrigkeit gebremst.

Adé,

Johannes



Hallo Johannes



Auch ich habe meine Zweifel, das Deine Gefachausmauerung lange hält, wenn sie von außen direkt der Witterung ausgesetzt ist und befürchte Rißbildung umlaufend, sowie zwischen Mörtelfuge und Holzziegel, in die dann das Regenwasser eindringen kann.
Ich hätte es (wenn ich überhaupt den Mut dazu gehabt hätte) mit möglichst trockenen Holzziegeln probiert und diese nur direkt vor der Vermauerung kurz in Wasser getaucht, um dem Mörtel (sei es jetzt Deine Mischung oder auch Lehm) nicht zu schnell das Wasser zu entziehen und anschließend verputzt, um die Holzziegel vor der Witterung zu schützen.

Aber da Ihr das ja auch rauskriegen wollt, ob es funktioniert und wenn ja wie, bin ich auf eure Ergebnisse gespannt.
Ich hoffe mal, das Du auch diese hier einstellst.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich

PS: Bezüglich der Gaupen habe ich keine Gedanken gelesen oder heimlich gelauscht. Ich schwöööre. :-))



An ollerich: Bauästhetik II



Neulich war schönes Wetter, und da habe ich Straße und Gehweg gekehrt. Das ist in unser Gemeinde total wichtig, sonst bekommt man schriftliche Hinweise und Mahnungen vom Amt (das weiß ich aus Erfahrung). Ja, bei uns herrscht Ordnung!

Nun, so richtig vorwärts gekommen bin ich beim Kehren nicht, denn laufend kamen Leute auf einen Schwatz vorbei, die mir sagten, dass sie es toll finden, dass das Haus wieder hergerichtet wird, dass es bestimmt schön wird und dass wir ganz schön mutige seien, sowas zu machen. Naja, natürlich sind diese Leute keine Experten und sie wissen auch nicht, wie Fachwerkhäuser herzurichten sind. Aber immerhin ist ihnen nicht aufgefallen, dass da einiges nicht stimmt...

Okay, wir hatten auch nie vorgehabt, das Haus originalgetreu herzurichten. Sondern eher was Neues oder Nötiges zu machen mit der Frage: Passt das irgendwie dazu?

Da sind wir nun bei den Geschmackssachen angekommen: Wie wird beurteilt, ob etwas dazupasst? Gibt es dazu Richtlinien oder Vorschriften? muss man den goldenen Schnitt anwenden Können? Nun, wir haben einfach ganz subjektiv entschieden, nach langen Diskussionen und probieren, indem wir z. B. das Fachwerk zuerst gezeichnet und dann mit Brettern improvisiert haben.

Worauf wir im besten Fall hoffen können: Dass es uns auch Später noch gefällt und dass anderen davon nicht übel wird...

Bis demnächst,

Johannes



An Thomas W. Böhme wg. Heizleisten



Danke für die Warnung!

Nun ist das aber auch so ein Ding, dass mich schon ewig umtreibt. (Jaja, die Getriebenen...). Ich habe jetzt bei Thermaskirt.com die Software benutzt, um für mein Häuschen die Heizleisten zu berechnen. Naja, man braucht 20cm hohe und die müssen auch an den Innenwänden entlang, dann langts bei niedrigem Dämmstandard. Andererseits sind die nur 2 cm dick. Ich will aber noch eine Veränderung machen: nicht direkt an die Wand, sondern mit Abstand, damit sie auch nach hinten abstrahlen, und die erwärmte Luft aufsteigen kann.

Man kann auch einiges mit geänderten Vorlauftemperaturen beeinflussen.

Wenns klappt, wäre ich froh. Und wo soll ich denn ohne zu klotzen, die Radiatoren hinbringen, bei den Dachschrägen?

Johannes



An Martin: Danke



für Deine ermunternden Kommentare. Und auch für Dein Bemühen, auf bestimmte Forumsteilnehmer mäßigend einzuwirken. Du hast ja auch Deine Bedenken, aber Du sagst sie nett.

Es ist nun mal so, dass bestimmte Menschen in Sachen Höflichkeit eher an der Grenze agieren. Für sie gehört so eine Rauhbeinigkeit zum Ausdruck ihres Lebensgefühls und sie fühlen sich anscheinend wohl dabei, auch wenn Mimosen da zusammenzucken.

Naja, ich darf mich nicht beschweren, da ich ja in anderen Dingen ein Grenzgänger bin, bedingt durch meine Experimentierfreudigkeit. Ich kann aber den besorgten und geneigten Forumteilnehmern mitteilen, dass die Mehrzahl meiner Experimente gut ausgegangen ist und der Schaden für Leib und Leben meiner Mitmenschen eher gering war... Zumindestens kann ich mich nicht an Gravierendes erinnern...

Stillstand ist Rückschritt! In diesem Sinne alles Gute,

Johannes



Mit Phrasen...



...kan man nicht bauen: "Stillstand ist Rückschritt!" klingt eher nach Orwell als nach einer irgendwie verwertbaren Erkenntnis. Und ein allgemein getragener Konsens, was denn nun "Fortschritt", zum Beispiel am Bau, sein könnte, existiert nicht.

Zu den Heizleisten: Mit kompletter Wandbeschickung durch diese leistungsschwachen Radiatoren wird das ein teuerer Spielkram. Die Luft wird sicherlich warm werden, aber mit einem großen Nachteil: Die Konvektion ist sehr gering, der kleinen Aufbauhöhe wegen. Da die Leisten aber nun wenig Leistung abgeben, braucht es zum Warmwerden sehr lange. In der Nutzung eines Kinderzimmers im Hause haben sie sich nicht bewährt. Wenn die Teile nicht durchlaufen, ist es früh in dem Raum, wo Kind schläft, kalt - und wenn ich nicht wenigstens 1h, bevor Kind aus der Schule kommt, aufdrehe, desgleichen. Der konventionelle Radiator vorher hat den 10m²-Raum in 5 Minuten aufgeheizt.

Da Ihr eh alles anders macht als der Rest der Welt, warum keine Wandheizung an den Schrägen: Heraklit, Heizleitung, Lehmputz. Das ganze funktioniert mit Niedertemperatur. Und Ihr habt keine Luft- sondern eine Strahlungsheizung.


Grüße

Thomas



Erklärung zum Kommentar von T. W. Böhme zu meinem Zitat:



"Mit Phrasen...kann man nicht bauen: "Stillstand ist Rückschritt!" klingt eher nach Orwell als nach einer irgendwie verwertbaren Erkenntnis. Und ein allgemein getragener Konsens, was denn nun "Fortschritt", zum Beispiel am Bau, sein könnte, existiert nicht."

>>> Der einzig sinnvolle und nachvollziehbare Fortschritt während der Lebenszeit eines menschlichen Individuums besteht in der fortwährenden neuronalen Vernetzung seines Gehirn durch immerwährende Zufuhr von neuen Informationen und deren Verknüpfung mit dem schon Vorhandenen. Einzig dadurch ist es möglich, die Leistungsfähigkeit der Denkmaschine Gehirn bis ins hohe Alter zu erhalten und zu steigern.

Verharren auf einem bestimmten Erkenntnisstand, Verweigerung der Auseinandersetzung mit neuen Eindrücken und Beibehalten des bisherigen Blickwinkels führt nachweislich zu einem Abbau von Gehirnzellen, die längere Zeit nicht mehr gebraucht werden. Letztendlich werden auch die Gehirnzellen für neue Eindrücke abgebaut, sodass nur noch Langzeiterinnerungen bleiben. Dieser Prozess ist nicht mehr rückgängig zu machen. Zu verhinder ist das nur durch die obne beschriebene Vorgehensweise.

Mit anderen Worten: Wer sich nicht auf Neues einläßt, kriegt Al(z)tersheimer.

Manche Menschen beschäftigen sich mit dem Bau(gewerbe), um Geld zu verdienen oder um sich eine Alterssicherung oder ein Statussymbol zuzulegen oder weil sie darin Spezialisten sind. Ich mach das nur, weil es Spaß macht - ich könnte auch was anders tun - was ich ja auch oft mache.

(Tja meine Herren, es kann doch nicht jeder nur das machen, was ihm Spaß macht! Dann gäbe es ja nur noch Bierbrauer und Nacktfotografen!)

Hoffentlich schmeißt mich jetzt keiner hier raus wegen mangelnder Ernsthaftigkeit am Fachwerkbau!

Ernshafte Grüße,

Johannes



Holzklötze und kein Ende...



Servus Gemeinde,

Dank Eurer regen Beiträge zum Holzziegelbau haben wir Diskutiert und was Neues beschlossen.

Aber zuerst mal eine kleine Rechnung mit den Daten von Herrn Böhme:

5cm Holzklotzdicke x 0.4% x 5% Holzfeuchtigkeitsänderung ergibt ergibt 1mm Dickenänderung. Der 1 cm dicke Mörtel besteht zu 50% aus elastischen, Kreuz und quer und relativ locker eingelagerten Holzfasern (Sägespänen). Können die das nicht abpuffern?

Soweit meine theoretischen Überlegungen. Hat damit jemand schon mal praktische Erfahrungen gesammelt? Wenn nicht, dann muss ich das wohl mal machen.

Nun wir haben natürlich auch die Ausführungen zur Witterungsempfindlichkeit und zur Nässe-Eintragung zur Kenntniss genommen. Da habt ihr Recht. Andererseits wollen unsere Massivholzjunkies die schönen Klötze sehen, und zwar von innen. Nun, das wird eine Herausforderung. Wie kriegt man das von außen dicht?

Was soll drauf auf die Klötze?

1. Welcher Putzträger?
2. Welcher Putz? vielleicht was mit Tierhaaren?
3. Falls der Putz hält, dann hat man immer noch die Arbeits-Fuge zwischen Balken und Putz/Gefache.

Obwohl ich schon den Aufschrei höre, der jetzt durch das Forum gehen wird: Als ehemaliger Automechaniker habe ich immer schön alles mit Acrylmasse abgedichtet. Wie wärs mit einem feinen Dichtnähtchen am Balken entlang zu den Klötzen hin? Bevor der Putz drauf kommt, versteht sich. Der Balken und auch das Gefache können ja nach beiden Seite die Feuchtigkeit abgeben und der diffussionoffene Putz auch.

Bin mal gespannt, was kommt.

Johannes



Hallo Johannes



An den dem Wetter abgewandten Seiten des Hauses solltet Ihr vieleicht durchaus an Eurem Plan festhalten.
Ihr wollt doch wissen, obs funktioniert!

An der Wetterseite empfehle ich eine Holzweichfaserplatte, min. 6cm mit DoppelNut + Feder.
Damit habt Ihr eine winddichte Außendämmung um das Fachwerk und die Gefache innen sichtbar zu lassen.
Darauf eine Querlattung und Boden/Deckelschalung, Douglasie bevorzugt. Damit habt Ihr guten Schutz vor Bewitterung.

Und mit Holz könnt Ihr ja ganz gut umgehen, wie man sieht.

Zu "Dauerelastischem Fugenmaterial" sage ich jetzt mal nix.

Mit handwerklichen Grüßen

ollerich