Lehm als nachträgliche Wärmedämmung im Holzhaus

19.10.2004



Saniere eine alte Holzhütte, die - in Wassernähe - an einem Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit steht. Das Tragwerk liegt (von innen gesehen) frei, außen ist es zweischalig verkleidet (auf die alte, ausgebesserte senkrechte Deckelschalung ist - bei 15 mmm Mindestabstand - die neue Sichtschalung, eine waagerechte Stülpschalung aus Lärche, aufgebracht).

Zwecks Wärmedämmung suche ich nach einem Weg, das Rahmenwerk baubiologisch unbedenklich auszukleiden.

Mineralwolle scheint mir, auch in der Kombination mit einer Dampfsperre, problematisch zu sein, da bei einer Beheizung der Hütte schon die Strahlungswärme dazu führen dürfte, dass sich die mit Mineralwolle ausgestopften Gefache erwärmen und sich die umgebende Luft in den restlichen Hohlräumen (und innerhalb der zweifachen Außenschalung) mit Wasserdampf sättigt, der dann bei Abkühlen an den tragenden Teilen und vor allem an der Außenverschalung (der alten Deckelschalung) wieder kondensiert.
Wäre Lehm, und wenn ja, in welcher Kombination, eine sichere Alternative zur Mineralwolle? Vollständiges Ausfüllen der Gefache von innen? Oder eher schmale Lehmziegel, die noch 2 cm Luft zur Außenschalung (Deckelschalung) lassen? - Besten Dank für Euren Rat!



Dämmung ?



Hallo Frank Sollondz,

Lehm hat keine dämmende Wirkung, jedoch eine wärme-speichernde. Baubiologisch ist Lehm natürlich unübertroffen.
Die offenen Gefache mit Lehmsteinen ausmauern.
Zur Dämmung biete sich dann Aufbauten an, die hier schon häufiger besprochen wurden - einfach mal rückwärts suchen. Z.B. HWL-Platten in Lehm mit Lehmoberputz.

Für die Hinterlüftung außen sollte man ca. 4 cm haben.

Gruß aus BS

Bernd



Innendämmung mit Lehm



Ausnahmsweise muß ich Bernd's Aussage mal relativieren :o) ...

Ob der Lehm dämmende Eigenschaften hat, hängt natürlich vom Raumgewicht der Mischung ab und die wiederum ist abhängig von Art und Menge der Zuschlagstoffe.

Der wesentliche Vorteil des Lehms gegenüber anderen Baustoffen ist grundsätzlich seine im Vergleich zu Holz niedrigere Gleichgewichtsfeuchte - d.h. das Holz bleibt durch den Kontakt mit dem Lehm trockener, als es wäre, wenn es alleine dort stünde.

Gerade bei der beschriebenen hohen Standortfeuchte halte ich dies für einen wesentlichen Faktor. Allerdings darf die Lehmmischung auch nicht zu leicht sein, damit die konservierende Wirkung für die Zuschlagstoffe (sofern organische Zuschlagstoffe verwendet werden) nicht zu gering wird.

Um hier den bestmöglichen Kompromiss zu finden, müssen diverse Anforderungen ermittelt und abgewogen werden. Dazu gehören die geplante Nutzung der Holzhütte und ob bestimmte Wärmeschutzanforderungen erfüllt werden müssen.

Herzliche Grüße aus Wolfenbüttel

Stefan



@ Stefan



Bitte um Absolution wegen der Ver-Absolutierung ;-)

Wollte auch lediglich darauf hinweisen, daß bei geringen Wandquerschnitten die (relative) Dämmwirkung von Lehm nicht reicht.

Gruß in die Nachbarstadt

Bernd



@ Bernd



... Absolution hiermit schmunzelnd gewährt ! ... :o))))

Gruß zurück nach BS

Stefan



Nachsteigen



Der Verarbeiter steigt erst nach der Fach"prominenz" ein und beginnt bei der für ihn verständlichen Praxis.
Es ist immer ein Zusammenspiel zwischen Masse und Dämmstoff zu suchen und zu wählen.
Dies hängt aber eben immer vom Nutzungskonzept der "Hütte " ab.
Der lehm ist nun einmal unübertroffen in seinen Eigenschaften gegenüber aller technisch entwickelten Materialien und bei den Dämmstoffen ist die Naturvariante den industriellen auch vorzuziehen.

Grüße an's Konsortium.