Lehmwiederverwendbarkeit und Holzkonservierung

03.09.2002


Hallo Allerseits, ich habe ein altes nichtdenkmalgeschütztes Fachwerkhaus erworben, wobei sich einige Fragen auftun: 1. Das Haus hat zwei Teilunterkellerungen, worin eine Feuchtigkeit zu spüren und teilweise zu sehen ist; einiger Austausch mit Nachbarn ergab, daß das als normal anzusehen sei und keinen Handlungsbedarf aufweise. Ich allerdings bin da ganz skeptisch, zumal in dem einen Keller, der wohl neuer ist, weil da Eisenträger zu sehen sind, diese bereits zu rosten beginnen. Was ist da zu empfehlen? 2. Das Haus ist leider nach und nach mit allen erdenklichen Baustoffen verbaut, umgebaut oder repariert worden, was letzlich die Rede von einem Fachwerk nicht mehr im herkömmlichen Sinne zulässt, denn der noch enthaltene Holzanteil liegt bei max. 30% und davon sind vielleicht noch die Hälfte zu gebrauchen, der Rest ist marode. Ich beabsichtige die maroden Balken herauszunehmen und mit Steinen zu ersetzen, weil die tragende Funktion ohnehin hinfällig geworden ist durch eben die genannte Verbauung der Vorbesitzer. Meine Frage ist nun: Kann man Holz 'konservieren', d.h. so verkleiden (Putz, Rigips o.ä.), daß es keinen Schaden nehmen kann? Oder welche Alternativen bieten sich für mich? 3. Aus der Geschossdecke zum Dachboden habe ich jede Menge Lehm rausgeholt; inwieweit könnte man diesen wiederverwenden und wie? Kann man daraus einen Putz machen oder Lehmbacksteine? Und wenn alles zu aufwendig wäre, wie ist Lehm zu entsorgen, gäbe es Abnehmer? Da ich das meiste selbst machen will am Haus, wie bei den meisten aus kostengründen, wäre ich für gute Tipps sehr dankbar. Besten Dank im voraus.



Lehm Verwendung



Den Lehm kann man einfach wieder mit Wasser anrühren und als Putz (einen Strohballen vom Bauern holen und Stroh mit einrühren), oder auch Steine formen.
Ich würden den Lehm allerdings wieder in die Geschoßdecke einfüllen. Das ist eine sehr gute Schalldämmmasse und wirkt Feuchte regulierend. Besonders wenn Sie noch Holzbalken in der Zwischendecke haben.

Die Balken kann man natürlich verkleiden. Man sollte aber keine Bitumenpappe (feuchtigkeitsundurchlässig) o.ä. draufnagel.
Grundsätzlich die Gefahr, wenn Feuchtigkeit z.B. vom Keller/Wänden hochkommt und diese in den Balken zieht und nicht richtig ablüfteten kann, also zu feucht über längere Zeit ist, dann wird das Holz langfristig zerstört. Und wenn es verkleidet ist sieht man diese Zerstörung nicht.

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Wiederverwendung v. Lehm



Grundsätzlich: ja, aber dennoch so einfach nicht!!
Estens: Zur Wiederverwendbarkeit sollte Lehm wieder aufgemaukt werden, als viel Feuchtigkeit!
Daraus ergeben sich aber schon die ersten großen Problempunkte. Lehm nimmt Schadstoffe auf und durch's mauken löse ich diese Schadstoffe, welche mi beim Wiedereinbau riesige Probleme bringen kann.
Zweitens: Bei Trockenwiedereinbau, sollte komplett zerschreddert werden, um eine homogene Füllmasse zu erhalten, da sonst schlechte Sorption stattfindet, außerdem ein Riwselschutz unterlegen und über Balken laufen lassen. Holz-
schutz bei Gebälk am besten durch Lehm gewährt, da Lehm dem Holz Feuchtigkeit entzieht.
Zur Sanierung selbst: Warum die restlichen Hölzer komplett entnehmen, damit ist der Rest der Regionaltypik dann komplett beseitigt!
Vielleicht könnten wir mittels gutem Architekten eine sinnvolle und harmonische erhaltbare Lösung
finden. MfG. Lehmbude




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