Dielen behandeln, damit sie möglichst hell bleiben.

26.01.2007



Liebe Fachwerker

Nach 58 Stunden schleifen, sieht der Dielenboden nun - für meinen Geschmack - sehr attraktiv aus. Ich habe Angst ;-) davor, dass er durch das Ölen/Wachsen zu dunkel wird. Gibt es Tricks, bestimmte Öle oder Wachse, damit er möglichst hell bleibt?

Gruss von dem mit schleitrainierten Rückmuskeln

8)



Dielen laugen



Behandelung verhindert das nachdunkeln.

"Die Laugenbehandlung dient in erster Linie dazu, helle Farben aus Nadelhölzern und oder hellen Laubhölzern wie beispielsweise Esche oder Buche usw. zu erhalten.
Bei nicht gelaugten Parkettböden bewirkt das UV-Licht der Sonneneinstrahlung ein vergilben und dunkler werden des Parkettbodens."

www.parkettrenovierungen.de/oberflaechenbehandlung-laugen/laugenbehandlung.php

Gibt jedoch eine Menge Anbieter für die Materialien.

Ergebnisse kann man sich u.a. bei www.dinesen.de ansehen


Gruß Eckard



Licht



Also die UV-Strahlung können Sie unter Glasfenstern so ziemlich vernachlässigen, normales Licht tut es auch, selbst Lampenlicht reicht, um helles Holz einzufärben.

Alles Gute



Off Topic: ;-)



mit weißer Farbe deckend lackieren.



...gut, und nach dem Laugen mit welchem Öl/Wachs ?



Vielen Dank Eckard. In dem Falle werde ich zuerst Laugen. Und danach mit welchem Öl / Wachs behandeln? Könnte es sein, dass wenn man verhältnissmässig mehr Wachs einmischt, die Dielen weniger dunkel werden durch die Behandlung?

Gruss



Photolyse



jetzt mal im Ernst:
Das Abdunkeln und im schlimmsten Fall vergrauen (eher an bewitterten Holzflächen im Freien zu finden) erfolgt durch den Abbau des oberflächennahen Lignins in den Holzzellen bei UV-Strahlung. Bei farblosen Anstrichen und Oberflächenbehandlung wird dem UV-Licht nichts entgegensetzt und der Prozess findet auch dann statt.
Mit Laugen oder Bleichen erreicht man bei stark genutzten Flächen nur einen vorübergehenden Erhalt der anfänglichen Helligkeit. Auch gelaugte Holzböden dunkeln nach.
Nur mit UV-beständigen Abdeckungen zwischen deckenden Lackierungen und Teppichen können Sie diesen Prozess vermeiden. Aber das ist ja nicht der Sinne der Sache.
Ein frisch geschliffener Holzboden sieht wirklich super aus, aber versuchen Sie sich doch an der wechselnden und lebendig wirkenden Farbigkeit des Holzes zu erfreuen.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



Osmo Hartwachsöl



Eventuell mal probieren:

Habe aber keine Erfahrung damit und stehe sonst nicht so auf schichtbildende Behandelung. Persönlich wollten wir zunächst unsere Douglasiendielen auch laugen, sind heute froh darüber, wie sich die Maserung nach dem Ölen entwickelt hat (siehe Profil). Insofern selbe Meinung wie M.M..

Bei dänischen Freunden hatten wir jedoch gelaugte Dielung gesehen, die auch nach vielen Jahren noch einen kalkweißen Eindruck macht.

Gruß Eckard





Die Firma Trip-Trap hat ein weisses Fussbodenöl (Hartöl mit Kalkpartikeln); habe selbst keine Erfahrung damit, ein Schreiner um die Ecke schwört aber darauf.

Ich selbst würde erst laugen und dann den Boden einseifen (also ganz auf Öl verzichten).

Und auf alle Fälle: erst an einer versteckten Stelle eine Probe anlegen.



Gelaugte Böden...



...werden grau, und wenn man danach ölt, mit der Zeit dunkelgrau. Die Techniken des Ölens und Laugens passen nicht zusammen.

Öl schützt das Holz und härtet es durch Oxydation zusätzlich (härtende Öle - kein sinnfreies Wortspiel), im Gegensatz zur Lauge, die dem Holz Inhaltsstoffe (Harze) entzieht. Gelaugte Boden sind zudem in Größenordnungen pflegebedürftiger.

Holz vergilbt, Öle vergilben zusätzlich - der Ton wird somit dunkler. Diesen Effekt kann man etwas ausbremsen, nicht aber verhindern: Es gibt Öle, die weniger gilben, weil Sie, anders als Leinöl, halt nicht zum Gilben neigen, ferner spezielle Leinölverkochungen, die ebenfalls weniger gilben. Der Gilb entsteht nämlich durch Anlagerung von Sauerstoff an freie Bindungen des Öles. Wenn man nun aber das Öl trickreich nötigt, sich mehr mit sich selbst als mit dem Sauerstoff zu beschäftigen, bleiben weniger freie Bindungen für den Sauerstoff über. Gemische aus solchen Ölen können zusätzlich noch leicht weiß pigmentiert werden. Damit würde dann auch die Vergilbung des Holzes gebremst.

Ich rate weder zu trip-trap (stinkt nach Benzin, bildet Schichten, dringt wenig ein) noch zu einem Hartwachsöl wie Osmo (Wachse sorgen für Trocknungsverzögerungen, binden Schmutz = Laufspuren).

Weiß pigmentierte Bödenöle von Naturhaus oder Natural sind aus meiner Sicht sehr gute und dauerhafte Öle ohne chemische Zusätze. Natural ist preiswerter und bietet auch ein Heißöl für die Thermopadmaschine an. Mit diesem Verfahren wird beim ersten Auftrag besonders viel Öl in's Holz gebracht.

Grundsätzlich gilt immer: Bodenöle müssen mit der Einscheibenmaschine und weißem Pad eingearbeitet werden, heiß oder kalt.

Das Bild zeigt eine ca. 180 Jahre alte Diele, gelaugt, aus Schloß Pillnitz, rechts ein wenig geölt.

Grüße

Thomas