Eichendielen auf 40 x 60er Lattung

04.05.2008



Hallo Forum-Freaks,

sehr schön, was und wie ihr hier schreibt. Ihr habt mir bereits geholfen, doch ein paar Details möchte ich doch noch erfragen.

Ins Erdgeschoss meines alten Hauses wird ein Eichenboden (unverleimte Dielen) auf eine Lattung gebaut, zusammen 60 mm Höhe, was noch in Ordnung ist, höher kann ich nicht gehen. Der Untergrund ist eine über 10 Jahre alte mindestens 20 cm dicke, fast nicht gerissene Estrich/Beton-Schicht. Hier meine Fragen:

1. Zu welcher Dämmung ratet ihr mir?
2. Wie groß muss ich den Abstand von der Lattung/Diele zur Wand lassen?
3. Als Unterlage unter die Latten soll ein Korkstreifen, wie kann ich dann geschickt leichte Unebenheiten ausgleichen? Ich dachte da an dünnes Sperrholz aus Pappel oder Kiefer...
4. Soll ich die Dielen wirklich nicht bündig zusammen fügen, damit jedes einzelne Brett arbeiten kann?

Der Boden wird doppelt geschraubt, einmal mit Halbgewinde vorgeschraubt und dann mit Vollgewinde nachgeschraubt. Was haltet ihr von dieser Empfehlung?

Vielen Dank für eure Ratschläge

Frühlungsgrüße, Tino



Wie dick sollen...



...die Dielen sein? 20mm?

"4. Soll ich die Dielen wirklich nicht bündig zusammen fügen, damit jedes einzelne Brett arbeiten kann?"

Selbstredend bündig. Eine Innendielung ist kein Terrassenbelag.

"3. Als Unterlage unter die Latten soll ein Korkstreifen, wie kann ich dann geschickt leichte Unebenheiten ausgleichen? Ich dachte da an dünnes Sperrholz aus Pappel oder Kiefer..."

Wie groß sind denn die Unebenheiten? Richtscheit auflegen und Differenzen messen.

"2. Wie groß muss ich den Abstand von der Lattung/Diele zur Wand lassen?"

10-15mm, je nach Raumgröße

"1. Zu welcher Dämmung ratet ihr mir?"

Gutex Thermosafe NF oder vergleichbares Produkt von Pavatex. Vorteil: In die Dämmung integrierte Lagerhölzer, vollflächige Auflage der ja eher dünnen Dielung (20mm?)

"Der Boden wird doppelt geschraubt, einmal mit Halbgewinde vorgeschraubt und dann mit Vollgewinde nachgeschraubt. Was haltet ihr von dieser Empfehlung?"

Wie breit sind denn die Bretter?

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



Vielen Dank für die Antwort!

Der Raum hat eine Größe von etwa 4,5 x 4 m. Ja, die Dielen sind 20 oder 21 mm dick und 104 mm breit. Ich habe die Längen 1400, 900 und wohl sogar einige noch kürzere Dielen. Ich zahle für 18 qm Eichendiele natur 20 mm dick mit Lattung 40 x 60 ohne Dämmung 900 €.

Mit der Dämmung war ich mir noch nicht einig. Deine empfohlene Dämmung mit Lattung finde ich sehr pratkisch, was kostet da der qm? Welche Dämmung ohne Lattung würdest du empfehlen?

Ein Richtscheit habe ich gerade nicht da. Die 60 cm Wasserwaage allein sagt: fast keine Unebenheit (naja, sicher keine verlässliche Aussage) Die Unebenheit ist auch nicht das Problem, mich hätte nur interessiert, wie du/ihr solche Unebenheiten mit Lattung und Korkunterlage ausgleicht.

Was gibt es zu dieser Korkunterlage zu sagen? Täte es auch ein dicker Fliesstreifen? Wo kann ich diese Korkunterlagen günstig beziehen? Bei einem lichten Lattenabstand von 30 bis 33 cm kommt ja schon einiges zusammen!

Nochmals danke, dass ihr mir bei meinem 1. Holzboden helft. Hätte ich meine 1. Eiche nicht erst heuer umgesägt, müsste ich jetzt keine dünnen-Bretter-bohren ;)

Eine Frage hätte ich noch bezüglich von Kabeln in der Lattung. Mein Elektriker riet mir davon ab, weil sich der Boden bewegen wird, weshalb wir auf einen verkleideten Balken zurückgreifen könnten. Was meint ihr dazu?



Kosten



ca. 10 EUR/m² sollte die Gutex-Variante schon kosten, Pavatex ist mitunter billiger. Kork- oder andere Unterlagen entfallen dann. Die Platten gleichen geringe Niveauunterschiede selbst aus. Diese Variante mit Holzweichfaserplatten ist auch empfehlenswert, weil vermutlich nicht alle Querstöße auf einem Lagerholz landen, so liegt die Dielung vollflächig auf.

Kabel: Am besten doch in den 10-15mm Zwischenraum an der Wand entlang verlegen. Da störts nicht und keiner schraubt rein.

Grüße

Thomas



Holzdielen



Hallo !

Ist der Raum unterkellert ? Keller trocken oder alter Keller mit hoher Luftfeuchte ? Wenn nicht, ist eine Dampfsperre unter der Betonplatte ?
Die getrockneten Eichendielen fahren sonst nach ein paar Wochen Achterbahn.
Holz "arbeitet" hauptsächlich quer zur Faserrichtung, sprich die Bretter werden breiter, aber kaum länger. Ich würde die die Fugen an der Seite so breit lassen, wie es die Fussleiten zulassen. Die Fussleisten hatte ich nicht direkt angebracht, erstaunlich wie wenig in einem 6m langen Raum nach ein paar Wochen von der breiten Dehnungsfuge noch übrig war.
Ich habe den Boden nicht schwimmend verlegt, sondern die Unterkonstruktion am Boden verdübelt. Untergrund war bei mir auch Beton, sehr uneben und mit Gefälle. Latten durchbohren, Dübellöcher bohren, Dübel und Schrauben rein. Dann mit Klötzchen die Höhe ausrichten, und festschrauben. So ein billiger Laserkreisel von Westfalia macht die Sache deutlich einfacher als mit Richtscheit und Wasserwaage. Damit die Klötzchen nachher nicht weglaufen, hab ich noch ein paar Kleckse 2K Trepennschaum druntergespritzt.

...da stellt sich wieder die Frage, warum hat uns die Baustoffindustrie das Klicklaminat in Eichholzfurniernachbildungsimitat geschenkt ? ;-)

Karsten