Eichendielen verlegen wenn nur wenig Aufbauhöhe machbar ist

03.12.2005



Hallo,

wir möchten in unserer Diele Massivholzdielen aus Eiche verlegen.
Der Boden ist z.Zt. noch Rohzement und etwas uneben (ca. 2-3 cm Höhenunterschiede). Um das Fußbodenniveau der angrenzenden Räume nicht zu überschreiten, darf der neue Boden nicht mehr als 6 cm ausmachen. Hinzu kommt, dass wir insgesamt im Haus nur eine Deckenhöhe von knapp 2,25 m haben und davon natürlich so wenig wie möglich "opfern" wollen. Da die Zeit für eine flüssige Ausgleichsmasse nicht mehr reicht, (Trocknung) haben wir nun an eine Ausgleichschüttung und darauf verlegte Trockenbauplatten gedacht. Und da tauchen die ersten Fragen auf: Wenn wir darauf noch Lagerhölzer verlegen, haben wir schon ohne die Dielen mehr als 6 cm. Unsere Eichendielen haben wir in Hinblick auf dieses "Höhenproblem" auch nur in 16 mm Stärke gewählt. Das ist für eine Verlegung auf Kanthölzern bestimmt eh zu dünn, oder? Welche Alternativen haben wir zu einer Verlegung auf einer Lattung? Der Raum ist 2,50 x 6 m lang, die Dielenbretter sind 16 mm stark, 160 mm breit und in Längen von 1200-2300 mm. Da der Raum eh schon sehr lang ist, wollten wir die Dielen quer verlegen. Lassen sie sich schwimmend Verlegen oder verkleben?? Bin für jeden Tipp sehr dankbar!

Vielen Dank und ratlose Grüße,
Lilli



Ubs!!



Vorschlag bei den Stullenbretten und der Aufbauhöhe, wer eine Kreuzlattung, mit einem Achsmaß von max. 0,36 m, das höchste der Gefühle!
Halbhölzer zu verlegen, als Balkenlage für einen soliden Belag, wer sicher sinnvoller! Aber bei dem Zeit/ Termindruck....!

Mit dem schwimmend und all dem Kram ist nicht's auf Dauer!
Holz arbeitet wie Zimmersleut;-))


p.s. Aus was bestehen bitte die 16mm Eichendielen?
Eichendielen die wir liefern und verlegen, beginnen erst ab 24mm Stärke minimum!

Vorschlagende Grüße

Micha





Hallo und danke für deine Antwort,

da ich Laie bin, brauche ich noch ein paar Erklärungen ...
Was bedeutet denn "Halbhölzer verlegen"? Wie muss ich mir das vorstellen? Und welche Latten nimmt man für eine Kreuzlattung?

Die Eichendielen gab es wahlweise in 16 oder in 20 mm Stärke. Der Text lautete folgendermaßen: "Wir produzieren echte Vollholz-/Massivholzdielen aus Deutscher EICHE aus Westfalen. rundum mit Nut und Feder, direkt ab Hobelwerk geliefert, auf CNC-Hobelautomat maßgenau produziert, abgelagertes und kontrolliertes Holz, Kammergetrocknet auf 8 - 12 %".
Die Qualität war wahlweise "select", "natur" oder "rustic", je nach Oberfläche/Astlöcher, etc. Fast alle anderen Anbieter, bei denen ich geschaut habe, lieferten auch 15 mm Stärke, wobei der Standard bei 20-22 mm lag.

Sollten 16 mm auf jeden Fall zu dünn sein, kann ich immer noch die 20 mm starken Dielen bestellen. Aber alles muss Anfang Januar verlegt werden und wichtig ist im Moment, wir wir den Unterbau gestalten, deshalb hierzu bitte noch ein paar Tipps, da wir auch nichts falsch machen wollen ...



Eichendielen



Guten Tag,

Als ertses sollten Sie die Schüttung und Trockenbauplatte weglassen. Spart Geld und ist Unsinn.

Dann würde ich 20mm Dielen verwenden und entweder auf einem Systemboden (Latten mit dazwischenliegenden genuteten Weichfaserplatten, 40mm dick, gibt es von verschiedenen Herstellern, z.B. Gutex, Pavatex, Steico...) oder eifach auf Latten verlegen, Abstand (bei 20mm) etwa 50cm. Gesamthöhe 60mm. Wenn nötig, Dämmschüttung zwischen die ausgerichteten und fixierten Latten.

Der Systemboden bietet den Vorteil einer guten Dämmung und einer Schwimmenden Verlegung mit gleichmässiger Belastung.
Erkundigen Sie sich einmal bei Ihrem Baustoffhändler.

Verlegung auf Latten kostet hingegen sehr viel weniger.

Frohes Schaffen,



flüssige Ausgleichmasse



Hallo, ich habe dasselbe Problem gehabt.
Wenn man wirklich keinen cm verschenken kann, bietet sich folgender Aufbau an:
flüssige Ausgleichmasse (zB von Ceresit) > ganz schön teuer aber das Ergebnis ist ein nivellierter Boden
dann 2mm Kork von der Rolle
dann 16mm Mehrschichtdiele (5mm Eichennutzschicht, Mittelschicht, Unterschicht) zB von Mafi, nur Nut und Feder verleimt und schwimmend verlegt.
So ist der Aufbau minimal 18cm stark.
Ich habe sogar ein Gefälle von 5mm/m einbauen können um Ausgleichmasse zu sparen und die Haustür nicht noch mehr kürzen zu müssen.
Am Besten legt man sich ausnivellierte Mörtelspuren im Abstand von maximal 2m und schüttet dort die Masse rein und zieht ab.
Viele Grüße, Christian





Vielen Dank, dass Ihr mit Euren Tipps weiterhelft!

Wenn wir auf Schüttung und Platten verzichten und die Dielen direkt auf eine Lattung verlegen, wie gleichen wir dann die Unebenheiten aus? Es handelt sich nicht um ein gleichmäßiges Gefälle o.ä., sondern der Boden ist wirklich "huckelig".
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man die Latten in ein Bett aus steif angerührtem Fliesenkleber legen kann und dann mit der Wasserwaage ausrichtet. Nach der Trocknung des Fliesenklebers könnte man dann die Latten zusätzlich im Unterboden verdübeln und die Dielen auf den so ausgerichteten Latten verlegen ..?

Flüssige Ausgleichsmasse geht nicht, da wir ja das Zeitproblem haben. Die Woche, in der wir den Boden machen können, geht nahtlos in die Woche über, wo die Treppe geliefert und montiert wird, da würde die Masse einfach nicht rechtzeitig trocknen.

Aus dem, was ich bisher gehört habe, würde ich jetzt erst einmal folgende Konsequenz ziehen:

1.) Bodenausgleich (Schüttung)
2a.) Entweder Bodenverlegeplatten und darauf eine Lattung (Kreuzlattung?)oder
2b.) Systemplatten mit integrierten Holzleisten, wie z.B. Pavatex, Gutex, etc.
3.) Dielen mit mind. 20 mm Stärke auf diese Latten verlegen (nageln)

Womit ich wieder bei der Frage bin: Welche Latten nimmt man für eine solche Lattung/Kreuzlattung. Welche Stärke müssen sie mind. haben?

Hört sich vielleicht trivial an, aber bei diesen einfachen Dingen beginnen für mich als Laien die Unsicherheiten ...



Verlegung:



Nur mit Latten, Zulagen und Dielen. Keine Ausgleichsmassen, -Platten oder andere aufwendige zusätzliche Konstruktionen.

Die Latten (40x60mm) werden im richtigen Abstand auf dem Rohboden ausgelegt (ca. 50cm bei 20mm Dielung, 35cm bei 16mm Dielung). Die höchste Stelle des Rohbodens gibt die Höhe vor (ggf. kann man hier die Latte etwas nachhobeln). Die Latten werden alle 40 bis 50cm auf dem Untergrund verdübelt und verschraubt(bei etwa 40mm Lattenstärke, bei dickeren Latten entsprechend kann der Abstand grösser sein. Versuch machen und gewünschte Durchbiegung / Elastizität des Bodens selbst bestimmen) Die jeweils richtige Höhe der Fixpunkte kann man dann mit der Wasserwaage und verschieden dicken Zulagen / Keilen (vorzugsweise aus Eichenholz oder Hartholzfurnier- /-Plattenstücken, sogar Hartfaserplattenresten) sehr genau festlegen. Unebenheiten sind so praktisch unbegrenzt ausgleichbar.
Auch die Lage der Fixpunkte, ob parallel oder versetzt kann man bestimmen. Ich würde sie versetzt anordnen.
Ggf. kann man auch Gefälle oder andere örtliche Höhenunterschiede einbauen. Man kann auch die fertig fixierten Latten hier und da noch mit Zulagen unterfüttern, wenn sie zu sehr federn.
Gesanmthöhe des Bodens demnach: höchste Stelle des Unterbodens + Lattenstärke (40mm) + Dielenstärke (20mm).

Wenn aus Gründen besserer Dämmung erforderlich, kann man den Raum zwischen dem Latten mit z.B. Blähton auffüllen.

Mit ein wenig handwerklichem Verständnis und Geschick wirds schon gelingen,
wünscht,





Ganz herzlichen Dank für die verständliche und geduldige Erklärung!