Holzinprägnierung Dachlatten???

19.06.2006


Moin :o),

sagt mal, macht es was (bzw. WAS macht es), wenn man unimprägnierte Dachlatten benutzt (um sie mit Ziegeln zu belegen)?

Einerseits sagte man mir, die holzfressenden Tiere würden dann nicht dran- und reingehen, wenn die Dachlatten imprägnert sind. Andererseits hatten die damals vor 200 Jahren doch auch nix, womit sie ihre Dachlatten imprägnieren konnten (und unser imprägnierter Zaun weißt Abschabungen der Wespen auf, die sich das Holz holen, um damit Nester zu bauen)...

Bin grade etwas ratlos, weil die unimprägnierten Dachlatten sind schon drauf... :o(...

Grüüüße Annette



Dann



würde ich die auch da lassen ... Wozu könnte denn eine Imprägnierung gut sein?





Nun ja, soviel ich weiß, muss man heutzutage das Bauholz imprägnieren, oder?

Klar lasse ich die Latten drauf. Ist ja eh schon zu spät. Unser Zimmermann ist halt auch ein Öko. Aber wir haben noch zwei Dächer vor uns.

Ich hab auch vor, das Dach die nächsten 60 Jahre nimmer anzurühren :o). Aber einer hat dann zu mir gesagt, in drei Jahren wäre der Holzwurm drin und jetzt hab ich doch irgendwie Bedenken. Eigentlich suche ich nur "guten Zuspruch" ;o). Beziehungsweise jemand, der die Bedenken mit guten Argumenten aus dem Weg räumt...

Grüße Annette (mit dem schönsten Scheunendach des Dorfes)



Dachlatten - Lachlatten



Hallo
imprägnierte sind halt vergiftet, dünsten aus und so weiter
das Problem der Latten ist m.E., dass da immer die 0-8-15
Dinger mit 24/48 (geschrieben) genommen werden (real dann
meist 22/45) und nicht die nächste Grösse 30/50 ...
und dann meist auch zu wenig Luft unterm Dach
und keine entsprechende Be und Entlüftung .....

Darauf zu achten ist meist effizienter als imprägniert zu nehmen!

... und dann halt die Frage der Dämmung .....

frohes hinterlüften ...

FK





Hallo Herr Kurz,

nein, das sind schon die extragroßen vom Sägewerk.

Zwischen der Konterlattung ist genügend Luft; der Außendienstler von Creaton sagte, dass man keine Firstbelüftung bräuchte, da Tests gezeigt haben, dass die Luft gut zirkuliert, wenn am Dach die Traufe offen bleibt.

Dämmen tun wir dann mit Hanf.

Ok, herzlichen Dank, dann bin ich ja beruhigt *steinvomherzenfall* :o).

Wär ja blöd, wenn das net bis an mein Lebensende hält und ich mit 80 mit der mickrigen Rente (ok, bin Optimist und hoffe drauf, die da noch zu bekommen) da nochmal den Dachstuhl neu machen müsst ;o)

Grüße Annette



Bei sachgemäßer Konstruktion geht es ohne



Hallo Anette,
wenn das Dach den einschlägigen Vorschriften entsprechend gebaut ist, geht es ohne Imprägnierung der Latten. Die Aussage, dass keine Firstentlüftung nötig wäre ist mir neu und entspricht nicht den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks, wenn es wirklich Untersuchungen dazu gibt wäre ja dennoch alles in Ordnung ...
Vor ca. 15 bis 20 Jahren hat Prof. Schulze, der "Vater" des Teil 2 der Holzschutznorm (Der Teil bei dem es um den Verzicht von Holzschutzmitteln geht.) an Testgebäuden die Holzfeuchten der Dachlatten gemessen. Über das Jahr gab es nur einen einzigen Messpunkt, der kurzzeitig geringfügig über 20 % Holzfeuchte aufwies. Bei anständig konstruierten Dächern ist also nicht mit Pilzbefall der Latten zu rechnen, sie sind zu trocken dafür. Insekten können auch trockenes Holz angehen, wobei sie aber i. d. R. Holz mit Feuchten um 30 % bevorzugen. Besonders riskant ist der Hausbock weil die Fraßgänge größer sind als von Nagekäfern, Hausbockweibchen legen ihre Eier in Risse im Holz. Da Dachlatten jedoch sehr kleine Querschnitte haben z. B. 3/5 und 4/6 cm, bilden sich kaum Trockenrisse.
Es besteht keine Anforderung die Latten chemisch vorbeugend zu imprägnieren. Ein Befall mit Insekten ist äußerst unwahrscheinlich, Pilzbfall ist nahezu unmöglich. Alles unter der Voraussetzung, dass das Dach entsprechend den Fachregeln konstruiert ist. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



alles unter Dach ...



Hallo
dass "der Außendienstler von Creaton sagte, dass man keine Firstbelüftung bräuchte," halte ich für BlaBla ehrlich gesagt.
Der weiß ja auch, dass wenn Schäden dort entstehen, Sie den sicherlich schon vergessen haben und Gewährleistung gibt es sowieso keine für so eine Aussage.

Frage: Bauen Sie Ihr Haus nur mit "Vertretern"?

Alles braucht Luft - auch ein Dach!

mfG

FK





jou, auf irgendeine Aussage von den vielen muss man ja vertrauen, und vor allen Dingen, wenn das noch ein "Fachmann" sagt, der die Dinger ja eingentlich verkaufen wollen sollte ;o)

Nun ja, früher gabs auch keine Firstbelüftung und die Dächer stehen immer noch. Dann hoffe ich mal drauf, dass das auch so geht.

Ich hätte gerne einen Dachdecker engagiert, glauben Sie es mir. Doch nachdem ich drei Angebote eingefordert hatte mit klaren Wünschen und Absichten und dann nach drei Monaten endlich die Angebote kamen (also ich habe sie nacheinander angefordert, weil ich nicht dachte, dass da noch was kommt) - und die Angebote immer noch falsch waren (Beispielsweise klare Aussage Denkmalamt will Zahnleiste - und noch so einiges - und dann waren doch Ortgangziegel angeboten), da hatt ich keine Lust mehr, nochmal drei Monate auf Korrekturen zu warten und wir haben es selber gemacht.

(Das selbe war auch schon mit der Heizung... obwohl wir leztendlich einen gefunden haben.)

Unser Zimmermann hat das Dach soweit fertig gemacht und eingelattet und wir haben es halt selber gedeckt...

Was ist falsch daran, es "mit Vertretern" zu bauen? Sorry, hier in der Gegend gab es ja auch keine gscheiten Architekten, die sich WIRKLICH mit Fachwerk auskennen und irgendwie muss man ja zurande kommen. Und zudem war's billiger...

Grüße Annette



Falls jemand die Vorschrift sucht..



Imprägnierung der Dachlatten ist meines Wissens eine Vorgabe aus der Dachdecker-Richtlinie! Hat vermutlich nichts zu tun mit dem Schutz des Bauteils "Dach" sondern mit dem Schutz des Dachdeckers bei Ausbesserungsarbeiten anch vielen vielen Jahren :).



das sind Argumente …



"Und zudem war's billiger... "
unschlagbar - unnahbar

FK





also sorry, wenn die Argumente nicht zählen. Hier im Forum sind schließlich die meißten Selbermacher, sonst bräuchten wir das Forum ja nicht!

Wenn ich genug Kohle hätte, dann wär ich schon längst nimmer hier ;o). Und wie gesagt, ich hab noch net mal gscheite Angebote bekommen!

Ich stecke mein Geld dann lieber in die hochwertigeren Materialien...

*zzzzz* *kopfschüttel*.

Wenn Sie nicht sparen müssen, dann Glückwunsch!

Grüße Annette



zum Thema zurück...



R. J. und Uli haben es schon richtig angeschnitten:
Dachlatten bekommen deshalb meist eine Imprägnierung (über Sinn und Unsinn lässt sich manchmal streiten) weil es in der Dachdecker-Richtlinie steht, außerdem müssen sie einen Querschnitt von 3/5 cm (24/48 mm sind nicht mehr zulässig) bei Sparrenabstand unter 85 cm haben, bei größerem Achsmaß sind 4/6 cm einzusetzen und sie sind nach Sortierklasse S10 (Vermeidung großer Äste, u. ä.) vorzusortieren.
Das alles dient weniger dem Erhalt des Bauwerks, denn es sind ja keine tragenden Bauteile im baurechtlichen Sinne, sondern dem Unfallschutz des Dachdeckers.
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



Ortgangziegel



Annette,
über die habe ich mich auch aufgeregt - bis ich eine gescheite Erklärung bekam: "Unsere" verlegten Ortgangziegel sind s.g. Doppelkremper. Die nimmt man, um einen schönen Abschluss zu bekommen. Die Zahnleiste ist trotzdem da und da steht auch nichts drüber.

Das mit den Angeboten verstehe ich. Manche Handwerker scheinen zu denken, man könne warten bis in die Ewigkeit. Solche werden nach 4 Wochen erbarmungslos "aussortiert", sie sind aber auch in der Unterzahl ;-)

Ach ja - bei uns wurden auch nicht imprägnierte Dachlatten angenagelt, aber eine Firstbelüftung ist vorhanden.

Grüße
Ulrike





Hi,

ja, hatte mich wohl falsch ausgedrück.
Wir haben wohl ein Firstbelüftungsband, aber keine Lüftungsziegel.

Grüße Annette



Dachlatten



Hi Annette,

vertrau Deinem Zimmermann. Bei uns hat "unser" Zimmermann vor zwei Jahren auch unimprägnierte Dachlatten verarbeitet. Und auch ein Zimmermann muss/will nach vielen Jahren mal wieder auf ein Dach... Trauf- und Firstbelüftungsbänder reichen dicke, bei uns sorgen eine handvoll Lüftungsziegel je im oberen und unteren Viertel der Eindeckung für die Hinterlüftung. Die Luft zirkuliert ja schon bei kleinsten Temperaturunterschieden. Eine Hanfdämmung ist super (ich habe Flachs genommen und unter die Sparren noch Holzweichfaserplatten genagelt). War ne ziemliche Fleißarbeit (aber wenn ich etwas habe, dann Zeit ;-) ), funktioniert aber bestens. "Zur Nachahmung empfohlen"

Grüße
Stefan



Din 68 800



In der DIN 68 800 die den Holzschutz am Hochbau regelt werden Bauteile in Gefährdungsklassen eingeteil. Wenn man ein Bautei in GK 0 krigt kann auf chem. Vorbeugenden Holzschutz verzichtet werden. Dachlatten in GK 0 zu bekommen geht nur wenn sie entweder aus Eichenkernholz sind, oder allseitig so verkleidet sind das das Weibchen dort nicht hinkommt um Eier abzulegen (bei Dachlatten kommt das Weibchen dort immer hin)oder wenn die Dachlatten dreiseitig sichtbar und kontrollierbar sind. Im letzten Fall wird davon ausgegangen das man dann einen Befall mitbekommt und dann reagieren kann.
In der DIN 68 800 geht es nicht darum möglichst viel HS Mittel zu Verarbeiten sondern den Einsatz auf das wirklich notwendige zu beschränken.
Nach Auslegung der DIN, die Bauaufsichtlich eingeführt und somit verbindlich ist, kommt man um HS bei Fichtendachlatten nicht herum.



@Simon Büschen



Im Prinzip richtig, aber wo steht dass Dachlatten von der DIN 68800 erfasst werden? Vom vorbeugenden chemischen Holzschutz nach der DIN gehören eigentlich nur "statisch tragende oder aussteifende Bauteile". Dazu gehören Dachlatten eben nicht.
Wie schon geschrieben stammt die Vorgabe für die Imprägnierung von Dachlatten einzig und allein aus den gültigen Dachdeckerrichtlinien.
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



DIN ???



@Simon
soll ich nun den Zimmermann verklagen der auf unserem Dach nicht imprägnierte Latten vernagelt hat? Wusste der nicht was er tat?

Eine DIN stellt doch nicht unbedingt auch den Stand der Technik dar, bzw. kann doch erst aufgestellt werden, wenn sich der Stand der Technik auch bewährt hat, oder?

Fest steht, dass die Latten auf unserem Dach zu 99% nicht imprägniert sind. Das eine Prozent sind Latten, die kurzfristig nachgekauft werden mussten und eben gerade keine nicht imprägnierten auf Lager waren. Die Latten sind jetzt an keiner Stelle mehr sichtbar. Alles ist rundrum "verpackt".

Fest steht auch, dass die ca. 100-jährigen alten Fichtenlatten auf dem Anbaudach auch nicht imprägniert waren. Nur auf dem großen Hauptdach waren Eichenlatten unter den Ziegeln.

Grüße



Dachlatten



Es geht doch nicht darum irgendwen zu verklagen der rohe Dachlatten verbaut hat. Ich wills ja auch keinem verbieten. Kann ich auch gar nicht. Aber wenn ich richtig lese dann hieß die Frage ob es was macht wenn man unimprägnierte Latten verbaut. Das ist wie mit dem Anschnallen beim Autofahren.
- Man muss es machen.
- Man kann aber auch ohne Gurt fahren.
- Früher gabs auch keinen.
- Gebraucht hab ich Ihn noch nicht.
- Trotzdem fahr ich mit Gurt.

Kann sein dass Ihr nie Holzzerstörende Insekten in Euer Dach bekommt. Dann fahrt Ihr genausogut ohne HS wie mit HS.
Solltet Ihr aber welche bekommen, und die Möglichkeit besteht, habt ihr ein Problem. Und deshalb heißt die Maßnahme, bei der Borsalze verwendet werden die im übrigen auch nicht ausdünsten, vorbeugender HS.



grau ist alle Theorie ...



Glauben Sie denn das was in der DIN drinnen steht?
Glauben sie auch dass das toll und zertifiziert vergiftete Holz auch wirklich keinen Schadinsekten Lebensraum bietet?
Sind Sie sich sicher, dass sich die Insekten auch daran halten?
Vielleicht können die nicht lesen oder verweigern einfach die Durchführung!

Oder ist es nicht ein optischer Bauernfang - gefärbtes Holz mit DIN und Ü-Zeichen verkauft sich halt besser und macht die Leute von irgendwelchen Industrieen abhängig - bunt ist anders - ist besser - das ist wie beim Schminken und Haarfärben so - die Leute machen das und denken dabei, dass sie dann andere Menschen werden (halt "schöner") ....

Ich bezweifel das!

Noch was zu den tollen chemischen Methoden irgendwelche Insekten zu "verbrähmen"!
Selbigsmal (seinerzeit) als ich noch als Schreiner in Südbayern unterwegs war hatten wir die Aufgabe Hundhütten zweier Schäferhunde zu "sanieren". Unter diesen "Etablisements" waren zur Dämmung 5 cm dicke PU-Schaumstoffe gelgt, die obenseitig die Aufschrift besassen ... Din xyz blabla und Ü-Zeichen und "TERMITENRESISTENT"
Als wir die Dinger umdrehten sahen wir, dass die Platten als ganzes jeweils eine Ameisenkolonie beherbergten. Tausende Gänge, Räume etc.
Die kamen ja von unten und konnten die Aufschrift nicht lesen!

Das zum Thema DIN-Gläubigkeit!

nen schönen Abend noch

FK



Termiten und Ameisen



Wer weiß, vielleicht dachten sich die Ameisen, dass sie ja keine Termiten sind ...

Ich fahr übrigens auch mit Gurt, aber nicht weil ich dazu gesetzlich verpflichtet wurde, sondern weil ich den Unfall ohne Gurt schon miterlebte und ein paar meiner Mitmenschen auch schon rausholen durfte. Allerdings kenne ich auch Fälle, wo erst der Gurt dafür sorgte, dass der Verunfallte starb oder schwere Verletzungen davon trug.

Die ollen Fichtenlatten überm Heuboden waren völlig ok. Überhaupt hatte dieses unimprägnierte, nicht DIN-konforme Altholz erstaunlich wenig Fraßspuren - so gut wie gar keine. Dafür fanden wir Spuren von Splintholzkäfern weil der Zimmermann von damals sich nicht an die Auflagen hielt.

Die hießen lt. historischem Bauvertrag nämlich: Nur gesundes Holz ohne Splintanteil darf verwendet werden und eine evtl. vorhandene Waldkante darf höchstens 4-5 cm stark sein, nur auf einer Seite vorhanden und dann aber auch auf dieser Seite frei liegend (also nicht verputzt, etc.).

Die wussten damals schon was nicht gut war, nur gab es eben auch schon Schlitzohren, wie heute auch.

Ich hab so einen Bauvertrag in den alten Bauakten gefunden und die Augen ganz schön aufgemacht beim Lesen. Vieles kam mir irgendwie bekannt vor.

Grüße



Hundehütten



perfekt gebaute Hundehütten. Mit Fachwerkkunst. Historisch. Ökologisch. Köstlich.

Da kommt mit Sicherheit kein Hund zu kurz. Niemals.



Hund und Mensch



sollen es doch gleich gut haben, oder? Wo kommen wir denn hin, wenn der beste Freund des Menschen in einer Schmalspurhütte leben muss, während Herrchen und Frauchen es sich in einem tollen Haus gemütlich machen? Du hast ja vielleicht Vorstellung, tsss ;-)

Nu hack doch nich immer so dolle, Uwe ;-)

Winke
Ulrike



An Hr. Büschenholz



Entschuldgen Sie, dass ich so lange aus dem Forum verschwunden war, ich bin mit dem Büro umgezogen und es hat etwas gedauert, bis ich wieder ins Internet kam. (Seit 20 Minuten bin ich wieder dabei)
Ich möchte den Lieben Martin darin unterstützen, dass er ausführte Dachlatten seien keine tragenden und aussteifenden Bauteile. DIN 68800 ist deshalb hier nicht zwingend anzuwenden, sondern kann angewendet werden. Hier noch einige Textquellen und Denkanstöße:
Z. B. in der Zeitschrift Arconis 2/03 ist auf Seite 40 einiges der Ergebnisse von Prof. Schulzes Freilad-Holzfeuchtemessung an Dachlatten dargestellt: An einer Nordfläche mit bieberschwanzdeckung in rot wurde 20,4 % Holzfeuchte gemessen. Alle anderen Messwerte lagen unter 20 %. Für Pilzgefährdung zu trocken. Nur unsachgemäße Konstruktionen/Bauschäden können so hohe Holzfeuchten in den Latten bewirken, dass Pilze wachsen können. Wenn solche Stellen jedoch nicht innerhalb relativ kurzer zeit bemerkt werden, wir irgenwann der chemische Holzschutz ein Pilzwachstum auch nicht bremsen können. Wenn 20 Jahre etwas falsch lief, ist der Dachdecker dann auch nicht mehr geschützt. (Ich bin selbst einmal mit einer brechenden Dachlatte abgestürzt, glücklicherweise nicht tief und alles ist gut gegangen. Das lag aber nicht an fehlendem Holzschutz bzw. Pilz- oder Insektenschäden sondern an der verbreiteten Unsitte den Nagelrandabstand am Ende der Latte zu unterschreiten.)
Zum geringen Insektenbefallsrisoko habe ich bei meiner ersten Stellungnahme schon etwas geschrieben.
Ich gebe Ihnen in sofern recht, dass die Bedingungen für GK2 wörtlich gnommen die Einbausituation von Dachlatten mit enthalten.
Dennoch bleibe ich dabei, dass in der Regel eher woanders etwas schief gegangen ist, wenn die Latten von Holzschädlingen angegangen werden.
Der Informationsdienst Holz ordnet Dachlatten ebenfalls nicht in die GK 0 ein.
Bernhard Leiße kommt in seinem Buch: "Holzbauteile richtig geschützt" DRW-Verlag 2002 Leinfelden Echterdingen auf Seite 166-168 zum gleichen ergebnis wie ich.
Der bereits genannte Prof. Schulze schreibt in "Sicherung des baulichen Holzschutzes" IRB-Verlag Stuttgart 1998 auf Seite 115: "...Ferner kann wegen ungünstiger Entwicklungsbedingungen für Insektenlarven - im allgemeinen fehlende Schwindrisse auf Grund der geringen Querschnittsabmessungen der Latten und dergl., durch Sonnenwärmeeinstrahlung hohe Temperature (durchaus bis etwa 50°C) im Hohlraum und damit auch in solch kleinformatigen Hölzern - die gefahr von Schäden an diesen Holzteilen durch unkontrollierbaren Insektenbfall vernachlässigt werden, so daß alle diese Teile bei den hier genanten Dachquerschnitten ohne weiteren Nachweis der GK0 zugeordnet werden können. Für andere Dachkonstruktionen dagegen ist der chemische Holzschutz solcher Teile entsprechend DIN 68800-3 auszubilden."
Wenn Sie dennoch Latten für nach den Regeln der Technik gebaute Dachdeckungen imprägnieren wollen, tun Sie es ruhig, Schaden wird es nicht. Jeder kann seine Meinung vertreten und auch mit Belegen begründen, wie Sie ja auf die wörtlichen bedingungen aus DIN 68800 hingewiesen haben. Ich hoffe die Forumsleser konnten so das Für und Wieder verstehen und sich eine eigene Meinung bilden. Wir könnten jetzt einen Nebenkriegsschauplatz über Imprägnierqualität eröffen. Das lasse ich aber ebenso, wie die Erörterung der auskragenden Sparren an den Traufen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



holz vor 200jahren



hallo, das problem in unserer Gesellschaft ist die zeit!! alles muß schnell gehen und wir hasten hinterher...
früher haben die bauern das holz im Winter geschlagen, der Baum führt seine photosynthese nur noch gering aus(wasser in den kapillaren-tiefe temperaturen,frost) daher ist der zuckergehalt/wassergehalt im baum gering und das holz bietet kaum nahrung später für die holzwürmer- heute interessiert das niemand mehr,umsägen,bretter,trockenschrank und fertig-egal ob der baum im "saft" ist oder nicht
ich hab mein haus auch ohne gift gebaut-wenn mal der Wurm irgendwann drinn ist,dann plane drüber und gas rein(co2) und alles wird gut:-)
gruß stefan





Das sind ja bahnbrechend neue Erkenntnisse. :)
Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass die Menschen es auch vor 200Jahren (und früher) für notwendig erachteten chemischen Holzschutz zu betreiben und das mit Mitteln wie Quecksilberchlorid und Arsen, etwas später mit Teer und Teerölen bis um 1800 der Umgang allgemein etwas eingeschränkt wurde.
Auch früher wurde auf konstruktiven Holzschutz und die Wahl des geeigneten Holzes Wert gelegt. Holz im Winter einschlagen gehört bestimmt dazu, das ist aber mit Sicherheit nicht der einzige Grund gewesen.




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