Probleme mit knarrendem Dielenboden - komplett rausreißen und neumachen?

23.03.2006



Hallo liebe Leser,

ich lese jetzt schon ne ganze Weile über die Probleme mit knarrendem Dielenboden und Aufbau unter dem Dielenboden, aber mein Problem konnte ich immer noch nicht lösen.

Folgendes: Vor ein paar Wochen habe ich in unserer Küche Rauspunt aus dem Baumarkt weiß gestrichen und verlegt.
Ich habe zwischen die Holzbalkendecke Folie verlegt und darauf eine Iso-Schüttung verteilt. Auf die Balken habe ich Latten im Abstand von 40-50cm geschraubt. Der Raum war sehr schief, so mußte ich die Latten an der einen Seite des Raumes ca.5cm höher setzen, dies habe ich mit Holzplättchen gemacht. Auf die Latten habe ich dann OSB-Plattenverlegt (ich bin mir nicht mehr 100% sicher, ob ich diese an den Latten verschraubt habe, oder nur aufgelegt habe. Auf den Platten habe ich dann den Rauspunt mit 2-3 Nägeln/Brett versetzt genagelt.

Das Problem ist nun, dass der Boden wie verrückt knarrt und knackt. An der Stelle wo es besonder schlimm ist, federt er ein bischen nach unten.

Ich dachte ich könnte mich da dran gewöhnen, aber es nervt total.

Eigentlich sollte endlich die Küche aufgebaut werden, aber der knarrede Boden nervt doch zu sehr. Nun überlege ich, ob ich alles nochmal hochnehme und ganz neu mache, bedeutet natürlich wieder ne menge arbeit.

Reicht es vieleicht die Nägel durch Schrauben zu ersetzen?
Liegt es an den OSB-Platten? Sollte ich die vielleicht weglassen? Dann hätte ich aber angst, dass die Bretter zu sehr federn. Solte ich den dann Abstand der Lattung gerringern?

Was würdet ihr Vorschlagen? Ich bin für jeden brauchbaren Tip sehr dankbar.



Ich bin für komplett aufnehmen



dann OSB direkt auf der Balkenlage verschrauben (hat auch statische Gründe. Darauf mit Schüttung ausgleichen und einen Aufbau aus Holzweichfaserplatten und eingelegter Fugenlatte (Abstand ca. 50 cm), in die der Dielenboden in der Feder auf jeder Leiste verschraubt wird.





Hallo und vielen Dank für die Antwort.
Aber wie bekomme ich denn dann den Höhenunterschied von 5cm ausgeglichen? Wieder mit den Holzplättchen unter den Latten? Oder würden die Latten so auf der Schüttung liegen?
Wofür sind denn die Holzweichfaserplatten? wenn ich das richtig verstanden habe, liegen die ja in den Zwischenräumen der Latten, richtig?
Welche Schüttung soll ich denn benutzen? Wieder diese Isoperl-Schüttung?

Viele Grüße
Carsta



Örtliche Gegebenheiten mal außen vor!



Warum muß unter die neu zu verlegende Dielung eine OSB?
Dann der Ausgleich für die baulichen Unebenheiten noch drauf?
Und dann auch noch Holzweichfasereplatten mit Konstruktionsleiste? Klingt a'bissl viel Aufwand für meinen Teil! Und dann auch noch verschraubte Dielung in der Feder;-) Aber naja, jeder wie er es gelesen hat!
Warum nicht die Höhenunterschiede mittels Ausgleichung direkt auf der vorhandenen Balkenlage ausführen und mit der selbigen vernageln!
Vorausgesetzt, eine ausreichende Stärke der Dielung wird gewählt!

Fragende Grüße

Michael



Nicht wie er es gelesen hat



sondern, wie es dann Sinn macht, wenn der Schallschutz beachtet werden soll. Ansonsten stimme ich zu, ein Dielenboden kann natürlich auch direkt auf die Balken verlegt werden und wird dann auch nicht durch die Feder verschraubt sondern benötigt 2 Schrauben (oder Nägel) pro Brett und Auflager von oben durch das Holz, normaler Weise versenkt und verkittet. So war es jedenfalls bei uns üblich.



Aufbauhöhe



Also gegen ein bischen Aufbauhöhe hab ich gar michts, im gegenteil. So wie es jetzt ist, ist es eigentlich optimal, weil vor der Küche auf dem Boden noch ein paar cm Balken sind. hätte ich nun eine niedrige Aufbauhöhe, würde ich über den Balken stolpern, und so ist es eine Art Stufe.



Getroffene Hunde bellen



Gab es hier ein Schallschutzproblem? Auch wennn, wären andere Ausführungen denkbar!Abhängig natürlich von den örtlichen Gegebenheiten und der Aufbauhöhe.
Die Befestigung mit zwei Nägeln bzw.2 Schrauben ist eigentlich nicht erklärenswert;-) Bei einer 40er breite wäre das ohnehin schon wieder hinfällig!
Das normaler Weise versenken und verkitten der Befestigung halte ich schlichtweg für "Lau"! Wie lange soll den die Verkittung halten? Und bei einer Neuverlegung,vorausgesetzt es wurde eine "Dielung" verwendet, würde die Verspachtelung nicht von Dauer sein bzw. garnicht nötig! Außer man mag keine Stauchköpfe;-)

Nagelnde Dielungsgrüße





Also die Aufbauhöhe ab den Balken soll (grob geschäzt) 6-8cm haben. Wie oben geschrieben, wie sie jetzt liegen (OSB ca.20mm, Latten 20mm, Dielen 20mm) ists eigentlich optimal. wäre auch nicht so tragisch, wenn sie noch einen cm nach oben kommen, dann würde es wohl immer noch recht gut mit dem vorhandenen Balken abschließen.



Mit 7 cm



ist der Aufbau wie ich ihn oben beschrieben habe nicht machbar. Dann also vielleicht doch die Dielen direkt auf die Balken.

Zu der Nagelanzahl und dem Versenken stehe ich.



Dielen auf Balken



wenn ich die Dielen direkt auf die Balken nagele, dann fehlt mir doch wieder die Aufbauhöhe und der Balken am Eingang wird somit zur Stolperfalle.
Aber mal angenommen ich würde die trotzdem direkt auf die Balken nageln, wie gleiche ich denn dann den Höhenunterschied aus?
Ich verstehe auch nicht ganz, weshalb die von dir Beschriebene Möglichkeit nicht bei der Aufbauhöhe klappen würde, denn es bleibt doch von den verwendeten Materialien das selbe, wie es jetzt der Fall ist, bis auf die Holzweichfaserplatten, aber die werden ja ehr nur zwischengelegt und haben mit der direkten Aufbauhöhe nichts zu tun, oder?

Rätselnde Grüße
Carsta



was ist mit Rauhspund los?



ich möchte den Unterbau mal ausser acht lassen, Dielen auf OSB Verlegen ist erstmal OK.
aber wenn im Winter Rauhspund frisch verlegt und gestrichen knackt und knarzt, so kann das am Holz liegen ?!, weil: Rauhspund darf mit einer Restfeuchte von 14-16% verkauft werden, - und trocknet dann in normal beheizten Räumen bei winterlicher Situation auf 8- 10 % Holzfeuchte herunter. Dies geht einher mit Volumenverlust, heiß : es ist kein Holz mehr da, wo vorher noch was war. Also u.U. reibt hier Nagel am Rauhspund, weil sich dieser durchs Begehen nach unten drücken läßt! Hat es seit der Verlegung Fugen zwischen den Brettern gegeben ?
Kommentar: Rauhspund ist der Boden mit der geringsten, kaufbaren Güte, und schrumpft grundsätzlich. Also nicht ärgern, sondern nach Durchtrocknung aufnehmen und neu verlegen, nicht genagelt, sondern geschraubt. Schraube 3,5 x50mm, Teilgewinde mit Fräskopf, in die Feder verschraubt, Befestigungsabstand max. 50 cm !, So läßt sich dann auch mit Rauhspund leben. Billiges Holz , aber vergleichsweise viel Arbeit dran !



Aha



Vielen Dank für die Aufschlußreiche Erklärung, das leuchtet ein. Ich denke schon, dass die Fugen, seit dem Vrlegen etwas größer geworden sind, was mich aber nicht sonderlich stört.
Warum sollte ich den Rauhspunt denn nochmal ganz neu Verlegen? reicht es nicht einfach die Nägel gegen schrauben zu ersetzen, zumindest auf den Begehbaren Flächen, auf dem Rest stehen ja eh Schränke?

Vielen Dank & Schöne Güße aus dem verregneten Herne



Laien-Ansicht



Hallo Carsta,
ich habe in unserem Haus ca. 200m² Holzböden verlegt, alles auf Lagerhölzern (Balken) auf Betonrohboden. Die Bodenunebenheiten habe ich direkt bei den Balken ausgeglichen, nicht durch evtl. dünne Latten auf den Balken - das scheint mir der erste Ansatzpunkt zu sein: Wenn ich es richtig gelesen habe, haben Sie die Latten zum Ausgleich des Höhenunterschieds unterlegt, nicht die Balken.
Ausserdem scheint mir klar, dass das Knarzgeräusch durch Bewegung der Bretter in den Nagellöchern entsteht. Das ist auch ohne Trocknungsschwund fast nicht zu vermeiden, falls sich der Boden bewegt (eben durch das Schwingen der nicht stabil unterlegten Latten) - die Nagellöcher weiten sich aus, weil der Stahl des Nagels härter als die Holzlaibung ist. Dann "schrammt" das Brett bei jeder Belastung am Nagel entlang, das ist das Knarzgeräusch.
Ich würde in jedem Fall falls möglich sämtliche Verbindungen entweder schrauben, oder mit Holznägeln (sichtbar von oben) ausführen. Auch die OSB Platten können Knarzgeräusche verursachen, falls der Unterbau nicht stabil ist.
Darüber hinaus würde ich empfehlen, die Balkenzwischenräume mit geeignetem Material aufzufüllen, sonst haben Sie einen Resonanzkörper der den Trittschall verstärkt. Nicht viel Aufwand, aber grosse Wirkung.

Viele Grüsse!

Helmut Fassl



Knarrende Dielung



Kann sein, das ich jetzt alte Kamellen aufwärme, aber eigentlich müsste doch hier schon oft genug über knarrende Dielen geschrieben worden sein.
Also: Wenn ich Dielen (mittelbar oder unmittelbar) oder Spanplatten usw. direkt auf Balkenlagen (außer bei Lagerhölzern in Schüttung) nagle oder schraube, knarren sie, darauf kann jeder einen l... Warum? Holz arbeitet, es verformt sich unter Belastung und der Einstellung des Feuchtegleichgewichtes. das wussten auch schon unsere Altvorderen, die haben nämlich ihre Dielen schwimmend verlegt, also in eine Lehm- oder Sandschüttung, die keinen Kontakt zur Balkenlage hatte. Deshalb also auch eine Schüttung! Die diente (und dient) übrigens auch zum Höhenausgleich, da es praktisch unmöglich ist, mehrere m lange Balken in genau ebener Oberfläche zu verlegen. Und wenn es gelingt, verformen sich die Balken im Laufe der Zeit aus o.g. Gründen, es sei denn, man nimmt Brettschichtholz.
Also: Schüttung auf die Balken zum Höhenausgleich, OSB- platten o.ä. darauf schwimmend verlegt und darauf Belag!
Variante 2: Schüttung, in die Schüttung Lagerhölzer zwischen in die Balkenfelder, Dielung darau anbringen.



Hallo Georg,



Glückwunsch zu dem schönen Motto.

"das wussten auch schon unsere Altvorderen, die haben nämlich ihre Dielen schwimmend verlegt, also in eine Lehm- oder Sandschüttung, die keinen Kontakt zur Balkenlage hatte"

Schön, daß Du hier den Märchenonkel gibst, es wird ja bald Weihnachten. Aber leider steht in jedem Tischler- oder Zimmermannslehrbuch das Gegenteil und deckt sich auch mit meiner Berufserfahrung. Dielen sind auf den Balken traditionell mit Nägeln befestigt worden, sie erfüllen dort eine statische Funktion (Scheibenwirkung). Ferner sind Vollholz- (nichtabgesperrte-)Dielen für die schwimmende Verlegung nicht geeignet, da sie viel zu sehr arbeiten, auch zuweilen den Hang zum Werfen haben. Heutige Klammersysteme versuchen zwar Gegenteiliges, aber durchaus nicht immer mängelfrei. Traditionell sind Dielen oft stumpf (ohne Nut und Feder) aneinander gelegt worden. Das Einzige, was sie hielt, war der Nagel.

Der Höhenausgleich zum Balken erfolgte durch gespaltene flache Holzunterlagen.

Blätter doch mal in der einschlägigen Literatur.

Grüße

Thomas W. Böhme



Märchenonkel



seit kaiser Wilhelms zeiten, also der Gründerzeit und der klassischen einschubdecke, ist das sicher so mit dem nageln. Aber es gab auch eine Zeit vor der industriellen Revolution ohne scharfkantige, maschinengesägte Balken und Bretter und Drahtstiften aus der Maschine. Übrigens lißen sich auch in der gründezeit die "besseren Kreise" ihre holzfußböden auf Schüttung und Lagerhölzern zwischen den Balkenlagen verlegen, damit es nicht wie bei den einfachen Leuten knarrt.
Georg



Behauptungen...



werden nicht wahrer, wenn man sie wiederholt. Was für Quellen können Sie anführen?

Aus meiner Arbeit an historischen Holzböden, oft z.B. in Schloß Pillnitz (Böden, über die die Wettiner als sächsische Kurfürsten bzw. Könige huschten; damals konnten sie noch als "bessere Kreise" bezeichnet werden) kenne ich für das 18./19.Jh. kein einziges Beispiel einer schwimmenden Verlegung, weder von Dielen, noch von Parkett. Auch sonst ist mir so etwas im Altbau nie untergekommen, es verbietet sich schon hinsichtlich der Materialeigenschaften von Holz. Das Bild zeigt Nägel, mit denen eine Unterdielung um 1721 in Schloß Pillnitz, Wasserpalais befestigt war. Gleicher Art sind die Dielen/ Parkettnägel des 18./19.Jh. auch in anderen sächsischen Schlössern. Möglich ist auch eine Befestigung mit Holznägeln, im Bodenbereich habe ich es selbst aber noch nicht gesehen.

Gute Dielenböden müssen nicht "knarren". Wenn für Unterbau und Dielung ausgereiftes, zum rechten Zeitpunkt geschlagenes und abgelagertes Holz verwandt wurde, die richtige Befestigung gewählt wurde und die klimatischen Bedingungen stimmen, Nut und Feder, so vorhanden, sauber ausgearbeitet sind und straff ineinander passen, sind meist verborgene Holzfehler für Geräusche verantwortlich. Solche Böden waren freilich früher den "besseren Kreisen" vorbehalten und sind auch heute zwar wohlfeil, aber nicht billig.

Das alles trifft auf den obigen Aufbau leider nicht zu, so daß das Knarren vorhersehbar war.

Abendliche Grüße

Thomas W. Böhme