Fußbodenaufbau auf Holzdecke mit Lehmschüttung

12.01.2011



Hallo,
in unserem Haus Bj 1950 soll jetzt der Fußboden im OG erneuert werden und als Wohnbereich genutzt werden.
Aufbau: Holzbalkendecke, zwischen den Sparren Bretter gelegt und mit Lehmschüttung aufgefüllt, darauf Dielen.
Die Dielen wollte ich runterreißen, da leichte Unebenheiten und Aufarbeiten geht auch nicht, und um zu sehen wie die Holzbalken darunter aussehen.
Darauf wollte ich jetzt Dachlatten 4x6 (Abstand 30cm Schrauben)um den Boden auszugleichen und darauf Spanverlegeplatten 22mm dick quer zur Lattung schrauben. Darauf evtl. PVC-Belag oder Auslegware, fertig.
Kann ich das so machen?
Sollte jetzt evtl. eine Dampfbremsfolie o.ä. unter die Latten, um Schimmel zu vermeiden, da Lehm wohl Feuchtigkeit aufnimmt und die Spanplatte diffusionsdicht ist?
Im Bad und Küche im EG ist aber schon eine Dampfbremsfolie an der Decke, in den anderen nicht.
Den Aufbau wollte ich so wählen um nicht zu viel Last auf die Decke zu bringen, da die ja evtl. nicht dafür ausgelegt ist.
Bringt hier eine Trittschalldämmung unter den Latten etwas, wenn diese verschraubt sind? oder einfach eine Lage auf den Platten? Trittschalldämmung muss auch nicht zu hoch bewertet werden.
Danke im voraus für eure Ratschläge.



Deckenaufbau



Mein Vorschlag:
Dielen belassen,
Höhenausgleich durch partiellen Spachtel oder Trockenschüttung auf Rieselschutz,
Trockenestrich.
Zur Kontrolle der Balken reicht ein Kameraendoskop und/oder ein langer dünner Bohrer.
Im Zweifelsfall kann man im Auflagerbereich mal eine Diele hochnehmen.

Viele Grüße



Danke Herr Böttcher für Ihren Vorschlag



ich denke mal das ausgleichen wird somit einfacher.
wie dick muss die Trockenschüttung mindestens sein,am höchsten Punkt?
Was nehme ich als Rieselschutz, gibt es hierfür ein spezielles Produkt?
Kann ich auf der Schüttung auch die Spanverlegeplatten schwimmend verlegen?
Hajo



Dielenfußboden erneuern



Hallo Hajo,

Du hast viele Fragen und schon ein konkretes Ziel. Darf ich das konkrete Ziel etwas erschüttern? Hier mal der Reihe nach Deinem Text:

Die Dielen wollte ich runterreißen, da leichte Unebenheiten und aufarbeiten geht auch nicht, und um zu sehen wie die Holzbalken darunter aussehen.
--> vermutlich durchaus die richtige Lösung. Dielen aus den 50ern waren eher schwachbrüstig. Und sicher wurden die schon mal geschliffen, geschwächt - das lässt auch die "Unebenheit" vermuten. Um ganz sicher zu gehen, könntest Du auch mal ein Foto reinstellen oder selber messen, was die Dielen statisch noch an Dicke hergeben. Ich unterstelle mal nicht viel und sehe Deinen Ansatz als gegeben an -> also raus damit.

Darauf wollte ich jetzt Dachlatten 4x6 (Abstand 30cm Schrauben)um den Boden auszugleichen und darauf Spanverlegeplatten 22mm dick quer zur Lattung schrauben.
--> welche Deckenhöhe hast du denn??? 40er Latten + 22er Verlegeplatten sind über 6cm - dazu kommt noch der evtl. Ausgleich und der Boden -> also eher 7 cm - abzüglich Altdielen ist das immer noch 5cm höher als zuvor. Schau Dir da auch mal die Türrahmen an. Wie groß sind denn die Bewohner von dem Haus? Wollt Ihr Euch immer ducken, bevor Ihr ins Zimmer kommt? Oder wollt Ihr das alles liften?

Darauf evtl. PVC-Belag oder Auslegware, fertig.
--> PVC-Belag ist Polyvinylchlorid - Weichmacher spalten sich ab und belasten das Raumklima. Auslegware - kommt auf die Auswahl an. Verlegeplatten können auch noch stinken.
--> Wenn Ihr da was machen wollt, dann achtet auf Baustoffe, die Euch nicht die ganze Wohnungsdauer über gesundheitlich belasten.

Sollte jetzt evtl. eine Dampfbremsfolie o.ä. unter die Latten, um Schimmel zu vermeiden, da Lehm wohl Feuchtigkeit aufnimmt und die Spanplatte diffusionsdicht ist?
--> Die Dampfbremse wäre ja höchstens nötig, wenn die Räume oben nicht beheizt wären. Ihr wollt sie aber bewohnen. Wenn die Raumtemperaturen sich zwischen OG und EG nicht wesentlich unterscheiden, dann ensteht auch kein Taupunkt in der Decke. Es braucht diese Dampfbremse also nicht. Zumal dies im Altbau kaum so angebracht wird, dass keine Verlegefehler vorliegen. I.d.R. wird damit das Problem von Kondensat nur punktuell verschärft.

Im Bad und Küche im EG ist aber schon eine Dampfbremsfolie an der Decke, in den anderen nicht.
--> Da war es bisher ja oben auch kalt, was sich nun ändert.

Den Aufbau wollte ich so wählen um nicht zu viel Last auf die Decke zu bringen, da die ja evtl. nicht dafür ausgelegt ist.
--> Wenn Unsicherheiten wegen Last bestehen, dann statisch überprüfen lassen.

Bringt hier eine Trittschalldämmung unter den Latten etwas, wenn diese verschraubt sind?
--> auf keinen Fall bringt das was. Zwischen Latten und Balken ein weiches Material legen und dann die Latten auf den Balken verschrauben, das geht nicht.

... oder einfach eine Lage auf den Platten?
--> da liegt ja dann die Auslegware - also weiches Material Wenn Ihr Fertigparkett wolltet, dann braucht es zwischen den Platten und dem Fertigparkett wieder einen Trittschall - aber das lässt wieder alles ein wenig höher werden.

Kann ich das so machen?

--> Ich würde es n i c h t so machen - sondern:

Alte Dielen raus - Balken überprüfen und ggf. durch anlaschen von Bohlen begradigen. Evtl. noch vorhandene Hohlräume mit Flachs ausstopfen. Dann massive Dielen auf die Balken schrauben.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Trockenestrich



Schauen Sie einfach in die Verlegeanleitungen der Trockenestrichhersteller (z.B. "Knauf Trockenestrich Verlegeanleitung" als Suchbegriff eingeben).

Viele Grüße



Hallo Frank,



Danke für die Infos.
mit der Türhöhe habe ich kein Problem, die Holzstürze über den Türen wollt sowieso ersetzen. Also ist die Variante mit den Latten eigentlich machbar, oder?
Bohlen seitlich anschlagen hört sich allerdings auch gut an, wie dick sollten die dann sein 3-4 cm? Muss halt die Lehmschüttung etwas raus und ich würd den Deckenbalken verstärken, richtig?
Viele Grüße



Wenn die Höhe kein Problem ist...



... dann kannst Du natürlich eine Unterkonstruktion auflegen. Diese würde ich dann aber schwimmend auf einen Trittschall (Holzdämmplatten) legen und nicht mit den Balken/Bohlen verschrauben.

Natürlich ertüchtigt so eine angelaschte Bohle den Balken. Unter drei Zentimeter würde ich nicht gehen. Bohle fängt bei mir mit 4cm an.

Wenn Du aber tatsächlich bei Verlegeplatten, bzw. Trockenestrich bleiben willst, dann wäre der Vorschlag von Georg Böttcher das Thema.

Grüße, Frank