Fa. Hesse GmbH Lignal und "mehr"

07.01.2009



Hallo,
Mein Handwerker möchte für Eichentreppe und Eichentüren einen Lack der Firma Hesse GmbH Lignal verwenden.
Lack Lignal Modu-Pur Schichtlack, oder er meint den Lignal Mega-Pur Lack.??
Kennt jemand die Firma und den/die Lacke?

Ich habe viel im Forum über Öle/Lacke gelesen.
Meist / fast immer wird zu Ölen geraten (ohne Wachs...).

Ich kenne Lacke nur von meinen alten Neubauten-türen - dick, reissend, abblätternd, taktil wie Plastik ...

Sind die modernen Lacke genauso oder haben sie Eurer Meinung nach auch akzeptable Einsatzgebiete?
(z.B. Zitat des Herstellers: "Füllkräftiger, lichtechter, maschinenschleifbarer Zweikomponenten-PUR- Acrylharzlack mit Lichtschutz. Schichtlack zum Grundieren und Endlackieren mit gutem Stand an senkrechten Flächen. Phthalatweichmacherfrei, deshalb auch zur Lackierung von Kinderspielzeug und Babyartikeln geeignet.
Einsatzgebiete Lackierungen im Innenausbau mit höchsten Ansprüchen an Fülle und Eleganz. Toxikologisch getestete Oberfläche (DE 562, DE 564), deshalb auch zur Lackierung von z.B. Krankenhausbetten geeignet. Maximale Nassauftragsmenge bei Verwendung als schwerentflammbares Anstrichmittel für Seeschiffe 2 x 120 g/m2 ...")

Wenn bei Treppen meist zu Ölen geraten wird, was ist bei neuen Eichentüren (Vollholz)?
Gibt es bei geöltem Holz häufiger Griffspuren?
Ist die Reinigung einfach?

Entschuldigt bitte den Langen Text und danke für die Antworten ...

Mit freudlichen Grüßen
Wayne



phylosophische Frage!



Es gibt wie überall verschiedene für & wieder.
Mein Favorit ist Öl! Kommt auch immer auf den eigenen Umgang und die Beanspruchung an. Laß dein Gefühl entscheiden.

Gruß Ronny





Hi,

der angegebene Lack ist sicher von der Abnutzung her nicht schlecht, auch wenn er wahrscheinlich nicht VOC-konform ist (Einsatzgebiet nicht mehr für Bauprodukte, da der Lösemittelanteil des Lackes relativ hoch ist ).

Ich würde mir von beiden Oberflächen mal ein Muster anfertigen lassen, testen und dann entscheiden.

Wer zu warme und natrürliche Flächen tendiert, ist sicher beim Öl gut aufgehoben, auch wenn ab und zu nachgepflegt werden muss...

Grüße,
Peter



Lacke bilden,



und zwar ausnahmslos, Schichten. Treppenstufen, und ganz besonders die Vorderkanten, sind die wohl härteststrapazierten Holzteile der Wohnung. Diese Schicht wird sich also früher oder später (je nach Lackqualität und Benutzung, aber sicher mehrfach im Leben des Bauherrn) durchtreten und nebenstehende Ansicht darbieten. Das rohe Holz unter dem Lack kommt zum Vorschein und nimmt Schmutz auf. Zum Beheben des vorhersehbaren Problemes wird vollflächig geschliffen, was bei Treppen besonders viel Spaß macht und (besonders bei offenen Treppen) eine beachtliche Staubverteilung bietet.Die Ausführung durch einen Fachbetrieb wird auch nicht eben preiswert.

Anders bei Öl: Es wird keine Schicht gebildet, sondern das Holz bis zu mehrere Millimeter tief imprägniert. Somit wird auch bei mangelnder Pflege über längere Zeit kein rohes Holz erscheinen. Zudem sind Schad- und Schmutzstellen punktuell nacharbeitbar, im Gegensatz zu allen Lacken.
Ein Schleifen wird, wenn überhaupt, in deutlich längeren Intervallen erforderlich sein, üblicherweise wird aber eine Grundreinigung, verbunden mit Refresher und /oder Nachölen völlig ausreichen.

Bei Ölen aus dem Naturfarbenbereich muß man das Thema Toxikologie gar nicht erst andenken. Ich rate zu High- oder Pure - Solid-Ölen ohne Wachsanteile.

Eine deutliche Qualitätsverbesserung bringt noch einmal das Einpadden des Öles mit weißem oder beigem Pad.

Was sich auf Treppen bewährt, sollte auch bei Türen nicht versagen. Geölte Türen können leicht gereinigt und bei Bedarf nachgeölt werden.

Grüße

Thomas

Für das Foto danke ich Herrn Swolinsky von "Naturhaus"



:-)



Ich kann auch ein paar schöne Fotos einstellen, wo der Ölauftrag nicht den Nutzungsbedingungen entsprochen hat...

Es ist auch ein Märchen, dass Öl mehrere mm tief in das Holz eindringt. Das spielt sich alles im Zehntelbereich ab...

Ich bin von natürlichen Oberflächen auch überzeugt, aber ganz sicher haben gute Lacke auch ihre Berechtigung und es sollte letztlich dem Nutzer überlassen werden, was er möchte.

Das muss aber jetzt nicht wieder in eine Grundsatzdiskussion ausarten... :-)

Grüße,
Peter



@Peter...



das kommt zu einem auf die Penetrierfähigkeit des Öl´s an!
Ob Heiß o. Kalt, Art des Öl, nach welchem Schliff die erste Ölung ( um so poriger, um so besser: Ich bevorzuge nach 60er Körn.), Penetrierschicht + Nutzschicht usw.

Gruß Ronny



@Peter...



das kommt zu einem auf die Penetrierfähigkeit des Öl´s an!
Ob Heiß o. Kalt, Art des Öl, nach welchem Schliff die erste Ölung ( um so poriger, um so besser: Ich bevorzuge nach 60er Körn.), Penetrierschicht + Nutzschicht usw.

Gruß Ronny





Hi Ronny,

60er Korn bei geölten Flächen???

Kannst Du mir bitte so ein geöltes Musterstück zukommen lassen. Das würde mich jetzt schon sehr interessieren...

Mein Öl dringt bei Buche gerade mal 0,2mm tief ins Holz ein... (100er Körnung, 3x Ölauftrag)

Viele Grüße,
Peter



@ Peter



mit "mehrere mm" meine ich: bis 2mm. Soviel glaubte mein altes Auge schon feststellen zu können.

"es sollte letztlich dem Nutzer überlassen werden"

Tu ich etwas anderes?

"wo der Ölauftrag nicht den Nutzungsbedingungen entsprochen hat"

Auch das gibt es. Ob der Ölauftrag aber überhaupt fachgerecht ausgeführt wurde, und ob ein Lack da besser ausgesehen hätte - das werden die Fotos wohl nicht zeigen können.

Grüße

Thomas



@Peter...



Kommt immer darauf an wie ´s Parkett liegt!
Liegts gut 60er Bandschl. und Randrutscher, Fugenfüller, 60er Nachschliff mit Band, egalisieren mit Gitter, 1. ölen,
trocknen mind. 24h, Gitter 80er Zwischenschliff 2.u. 3. ölen direkt folgend.
So habe ich es bei mir ausgeführt! Man kann auch 80 zu 100 ölen.Phylosophie!

Gruß Ronny





Vielen Dank für die schnellen Antworten soweit.
Zu dem Bild der Treppe: Meine Freundin möchte auf die schöne Vollholz-Eichentreppe diese Tritt-Stufen-Auflagen (diese halbrunden Teppiche) raufmachen :-((
Sieht zwar ... aus, nebenbei gehe ich der Abnutznung aber aus dem Weg ;-) Also ein Minus auf der Lack Seite weniger.

Ich lass mir ein Beispielholz Lack / Öl schicken und schaue dann...
Anscheinend hat aber mit der Firma/ den Lacken der Firma selbst noch keiner Erfahrung.
Woher weiss ich das das was die mit ihren Lacken versprechen auch funktioniert? Gibt es da Stiftung Warentest für Lacke o.ä.?
Hilft mir da die DIN, Zertifizierung oder sowas weiter?





Hi Thomas,

könnt Ihr mir so ein Musterstück zukommen lassen? Wie gesagt, mich würde es einfach interessieren,- auch mit dem 60er-Schliff...

Mich stört einfach das Bild mit dem Text oben... :-)

Grüße,
Peter





sorry, doppelt
wohl, weil das Internet/ diese Seite heute ständig hängt ...





Hi Wayne,

ich war vor nem guten Jahr bei dem Hersteller auf einer Produktvorstellung und kenne ein paar Kollegen, die mit den Produkten sehr zufrieden sind.
Allerdings würde ich den Handwerker fragen, ober er Dir nicht eine Fläche mit einem lösemittelarmen- VOC-konformen Lack im Vergleich zu einer geölten Fläche zeigen kann...

Grüße,
Peter



@Peter...



Wenn´s nich mehr heute sein muß, dann kann ich dir ne Handprobe schicken.

Gruß Ronny



@Peter...



Wenn´s nich mehr heute sein muß, dann kann ich dir ne Handprobe schicken.

Gruß Ronny





Ne,- muss nicht heute mehr sein...
Vielen Dank schon mal,- bin sehr gespannt...bekommst auch ne Rückmeldung... :-)

Sagt mal, das Forum scheint ja nicht nur bei mir heute ein wenig zu zicken...

Grüße,
Peter



Es zickt heftig...



wenn ich 'mal wieder Spielzeit in der Werkstatt habe, schau ich 'mal, mit dem ÖL.

Schleifen möchte ich immer bis 120, Walze und Gitter, oder bei mit 80 vorgeschliffenen neuen Dielen zumindest ein gründlicher 120er Gitterschliff 2x, oder 100+120. Die Qualität der Fläche erhöht sich so. Eindringprobleme wegen einem feinen Endschliff habe ich noch nicht bemerkt.

Grüße

Thomas