Laminat auf alten Holzfussboden ( Was dazwischen)

06.09.2005



Wir möchten in unserem Haus den Boden(Abseite) zum Kinderzimmer ausbauen. Hier liegen alte Holzbretter die zum teil leicht rund sind , ein bis zwei mm unterschied in der Höhe haben und auch noch zum Teil längs und quer liegen. Wir wollten eigentlich Spanplatten Verlegen umm auch die grösseren Spaltmaße abzudecken. Aber Holz auf Holz soll nicht funktionieren wurde gesagt. (knarrt)
Und wenn man Schaumstoff dazwischenlegt ?
Und Spanplatten oder OSB-Platten . mfG Sybille



Holzfußboden



Die beste Möglichkeit wäre es den alten Dielenboden, so er denn nicht zu retten ist, herauszunehmen und einen neuen hinein zu legen.

Für PVC- und Plastikböden (=Laminat) habe ich keinen Rat.



PVC



Hallo Rainer,
kläre mich doch mal bitte auf.
Welcher Hersteller hat PVC im Laminat?
Ich dachte, daß das Melaminharz wäre. Ist da etwa PVC drin?
.
@ Sybille,
wenn´s denn so sein muß... dann unter die Spanplatte eine Trittschalldämmung, wie auch unter das Laminat.
.
Grüße
Lukas



Ökotest



Laminatböden bestenfalls ausreichend. Das liegt aber nicht an den Ausdünstungen sondern an der Kunststoffoberfläche, die sich sehr stark statisch auflädt. Gemessene Werte zwischen 2.000 und 10.000 Volt. Schwedische Norm für Computer Arbeitsplätze <500 Volt.
unterseite MDF-Platten. Es wird aber daran gearbeitet (ob bereits auf dem Markt weiß ich nicht) die Platten auf PUR-Leime umzubauen. Das bedeutet bekannter maßen ein Isocyanat Problem, da es hier noch keine Grenzwerte gibt.
Das alles bedeutet, ob PVC oder nicht, so etwas gehört in keine Wohnung und erst recht nicht in eine Kinderzimmer.
Besser ist allemal den Holzboden überarbeiten oder durch einen neuen ersetzen. Aber da sind wir glaube ich alle einig.



Aber da sind wir glaube ich alle einig.



Stimmt Fred,
drum schreibe ich das nur noch andeutungsweise.
Mir ging es aber um eine, aus meiner Sicht, falsche Aussage bzgl. PVC.
Soetwas macht die Leute, meiner Meinung nach, nicht klüger.
Das mit der el.-statischen Aufladung ist mir, der ich schon etliche m² Laminat verlegt habe, noch nie so aufgefallen. Das fällt mir eher bei meinen blöden Autositzen immer wieder unangenehm auf.
Dazu möchte ich mal die Fachleute fragen, in wie weit soetwas nachweislich schädlich ist.
Eine weitere Frage ist, wie sich die Isozyanate denn nach Abbinden des Klebers verhalten.
Ich bin im Bereich Chemie nicht all zu sattelfest.
Daher würde mich interessieren, welche Aufgabe die Isozyanate im Kleber haben, bzw, da ja die PU-Kleber mit Feuchtigkeit zum Aushärten gebracht werden, welche Umwandlungen und Reaktionsprodukte entstehen und ob diese dann flüchtig sind.
neugierige Grüße
Lukas



Chemiker bin ich auch nicht



aus der Literatur weiß ich, dass die Isocyanate zu den 10 gefährlichsten Chemikalien gehören, deren Wirkung noch nicht erforscht ist. Ich möchte mich jedenfalls nicht als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen ;-))
Darüber hinaus liegt der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Grenzwert unterhalb der Nachweisgrenze, wie er von Labors in Gutachten genannt wird. Einen interessanten Bericht hierzu gibt es beim IBN in Neubeuren (www.baubiologie.de) in der Zeitschrift W+G.
Die Messwerte bezgl. der statischen Aufladung sind nicht von mir sondern aus Ökotest. Aber vielleicht ist es interessant zu wissen, dass schon ab einem Wert von 100 Volt ein Computerchip Schaden nehmen kann und im Prinzip funktionieren wir auch nicht anders.

Jetzt binich gespannt, ob wir hier noch einen "Chemiker" haben, der uns weiter aufklären kann.



im Prinzip funktionieren wir auch nicht anders



ich weiß, manchmal bin ich wie ein Einbitrechner.:-))
Ein thüringer Freund hat mal gesagt, er könne immer nur Eines, entweder denken oder verdauen.:-)
Scherz beiseite, gibt es da nicht auch einen Zusammenhang zwischen Spannung und Stromstärke?
Bekommt mein Brainchip auch schon einen zu viel, wenn ich mir den Pulover über den Kopf ziehe?
Interessant finde ich die Aussage, daß ein Stoff, der nicht wirklich erforscht ist, vorsorglich als sehr gefährlich eingestuft wird, zumal da Grenzwerte unter der Nachweisgrenze angegeben werden.
Wie wird da der Nachweis der Schädlichkeit geführt?
Wie werden Wechselwirkungen berücksichtigt?
Grüße Lukas
PS Ich hoffe, daß das noch nicht OT ist. Interessant erscheint es mir zumindest.



contra Chemie



Ein Chemiker wird sicherlich die Konzentrationen und Grenzwerte richtig nachweisen können - von den bekannten Stoffen und Giften wir Isocyanat. Und was ist mit den noch nicht bekannten Stoffen, deren Gefährlichkeit erst in 10 Jahren erforscht ist, nachdem die Kinder an weiteren diffusen chronischen Störungen leiden. Es war schon immer so, dass die Gefährlichkeit neuer chemischer Produkte erst viel später erkannt wurde.

Es ist wirklich traurig: Unter dem augenwischenden Begriff "Innovation" kommen immer neue chemische Produkte und Verbundmaterialien auf den Markt, deren Gefährlichkeit nur andeutungsweise bekannt ist, und mit deren Verbau eine kapitalintensive energiefressende Industrie gefördert wird, die zum Ziel hat, ein merkwürdiges Bedürfnis nach steriler Glätte zu befriedigen und Verlegezeiten zu verkürzen (=wertvolle Arbeitsplätze zu vernichten).
Dass damit unsere Häuser zu Sondermüllzwischenlagern werden ist derselben Industrie natürlich sehr willkommen, arbeiten sie doch schon an teuren Recyclingverfahren. Ein Circulus viciosus der Absurditäten.

Warum geht es nicht viel einfacher? Ein reparierter alter Dielenboden mit (wieviel?) mm Unebenheiten ist doch sehr schön. (siehe Foto) Und wenn nicht mehr, dann kann man den doch erneuern. mit Holz. Passt gut zum alten Haus, fühlt sich gut an und ist gesund.

Unsere Kinder haben einiges von unserem Besteck in den Dielenfugen versenkt, bis wir es gemerkt haben. (Ich stelle mir die Gesichter künftiger Finder vor, so wie ich selbst schon die merkwürdigsten Dinge aus vergangenen Epochen in alten Böden gefunden habe) Nun sind die Fugen ausgespant, und frisch geölt sieht der Boden besser aus als je zuvor.


Entschuldigt den emotionalen Beitrag, aber mitunter finde ich die Diskussion um giftige Grenzwerte wie den Steit um des Kaisers Bart: bringt nichts, denn giftfrei und aus natürlichen Materialien sollen unsere Häuser sein.

gesundes Wohnen wünscht,



giftfrei und aus natürlichen Materialien sollen unsere Häuser sein.



das unterschreibe ich gern. Und würde mich zu gern konsequent daran halten.
ABER, wie sieht der Alltag aus?
Wie unbedenklich sind "natürliche" Materialien?
UND, was ist Panikmache oder Geldschneiderei?
Wie bekomme ich den Spagat hin zwischen Anspruch und Geldbeutel des Kunden, DIN, aRdT, Gewährleistung, Haltbarkeit und persönlicher Verantwortlichkeit?
Auch wenn es blöd klingt und ich es schon einmal von mir gab, das Leben ist eine Krankheit, mit garantiert tödlichem Ausgang.
Eine Vollkasko gibt es nicht.
Grüße Lukas





Die zeitschrift Ökotest schreibt dazu:
"Bedenkliche Emissionen gab es glücklicherweise nur in zwei Fällen. Die krebsverdächtigen Stoffe Formaldehyd und Styrol gasten aus dem ... Laminatboden Sommerbuche beziehungsweise aus dem ... aus. Problematisch sind die in der Summe hohen Werte an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) des ... Laminatbodens.
Als umweltbelastend werten wir die Kunststoffe, aus denen alle Produkte zu einem erheblichen Teil bestehen. Darüber hinaus können versiegelte Oberflächen das Raumklima nicht so gut regulieren wie gewachste oder geölte."

Von den Herstellern wird immerso getan als handle es sich fast nur um Holz und Papier mit einer dünnen Folie darüber. Es ist Plastik mit verklebten Holzspänen (MDF), Papier und Klebern. Ein Verbundstoff, der hinterher kein vernünftiges Recycling ermöglicht. Da geht nur noch der Weg in die Müllverbrennung.



gefährliches Leben



ja Lukas,
das Leben ist lebensgefährlich. Aber müssen wir uns deshalb noch extra krank machen? Nur wegen vermeindlich billigerer Produkte? Dabei ist doch am Ende das Billige oft das viel Teurere, das wissen wir doch auch schon.
Sowohl für jeden einzelnen Käufer, als auch für die gesamte Gesellschaft. Gesundheitsschäden sind teuer, die industrielle Entwicklung bis heute auch. Auf Kosten der Zukunft unserer Kinder. Dabei ginge es doch auch anders.

Und sowieso, ist es nicht viel billiger, das Laminat nicht zu kaufen und zu verlegen? Spart garantiert viel Geld, und zeigt der Industrie, dass sie Ihre Schrottprodukte gleich - ohne den Umweg über unsere Häuser - wieder einstampfen kann.
Gebt doch das Geld lieber dem Schreiner nebenan, der Euch dann zeigt, wie man den Boden sauber repariert, oder beim Verlegen hilft.

Was ist denn der Anspruch des Kunden? Laminat? das glaube ich nicht. Der Kunde will einen schönen, dauerhaften, pflegeleichten (!), sicheren, technisch einwandfreien und gesunden Fussboden. Und wenn ihm das der Baumarkt mit Laminat verspricht, kauft er das auch.

Schneller Wohnen!


In diesem Sinne grüsst Euch,



Nachtrag



als Ergänzung zu dem Beitrag von Rainer Stasch:

im MDF sind keine Späne, sondern Staub. Feiner Staub. Der kommt raus vor allem bei der Verarbeitung. Ekelhaft!
Die armen Tischler! Wie war das noch mit Asbest? Wie viele Jahre wurde das verarbeitet? Wann wissen wir die Schäden von MDF?
Aber MDF im Laminat wird ja gar nicht mehr von Tischlern hergestellt, sondern in der vollautomatischen Fabrik. Keine Staublunge - keine Arbeit - arme Tischler.

Als Architekt, zuständig für gute Gestaltung habe ich noch diese Anmerkung: MDF lügt! genauso wie Laminat!

So wird in modernen Möbeln aus MDF gerne eine klassische Konstruktion aus Rahmen mit Füllungen vorgetäuscht. Aber alles ist nur aus einer Platte gepresst, incl Profil.
Und erst die Vortäuschung von "Holzdekor" an Möbeln und Laminaten, inclusive Nachbildung der Poren! Alles Lüge.
"Schöner Wohnen" auf der Basis von Lügen! Sowohl technisch wie auch gestalterisch.

Arme Kunden, die darauf hereinfallen.

mit sommerlichen Grüssen,



Alles Plastik...



...Nur damit man mal sieht was möglich ist :-)
Aber schön war es doch.
Gruß
Hartmut
PS ich verbaue ja selbst Plasik, und es gibt sehr schöne Laminate, aber schon das klackern beim begehen hält mich ab so etwas zu verlegen, so klingt kein Holz.



Mal abgesehen



davon, dass ich weder Gifte noch sonst was nachweisen kann (bin kein Chemiker) und ich einen Holzfußboden als etwas sehr Schönes und Angenehmes empfinde.

Hier in unserem Noch-Domizil sind in allen Räumen Laminatfußböden verlegt (außer Küche, Bad und Flur im UG, die sind gefliest).

Ich kann weder statische Aufladungen feststellen (allerdings laufen wir barfuß oder auf Korksohlen), noch irgendwelche Ausdünstungen (schlechte Gerüche). Ich habe keine Kopfschmerzen - was auf Ausdünstungen hinweisen würde. Und wenn ich keine Kopfschmerzen habe, kann es so schlimm nicht sein, ich reagiere sehr empfindlich.

Unsere PC's stehen direkt auf dem Boden und funktionieren einwandfrei. Die Böden wurden direkt auf den PVC-Belag verlegt, ohne irgendwelche Trittschalldämmung. Unsere Füße jedenfalls fühlen sich sehr viel wohler als vorher auf dem PVC-Belag. Und die Katzenhaare lassen sich auch leichter aufnehmen.

Ich denke, man sollte nicht immer alles so bierernst nehmen.

In unserem Fachwerkhaus wird es allerdings ausnahmslos Holz- und Natursteinböden geben.

Herzlichst
Ulrike Nolte