Fliesenlegen auf Dielenboden im 2. Stock

23.07.2007



Hallo, wir planen einen Wohnraum in eine Wohnküche umzustellen.
Das Haus ist ca. BJ 1918 mit Dielenböden.
Wir dachten, aus Gewichstgründen nur Laminat als Untergrund zu nutzen - wenn da nicht das Problem eines evtl. Wasserschadens wäre... es kann ja mal etwas umkippen oder auslaufen...
Kann es da statsiche Probleme geben, wenn man die Dielen rausnimm, so Platten als untergrund legt und dann fliest ?
Danke für Tips und Hinweise
gruss
M.I.



Ich denke mal



"so Platten als untergrund und fliesen" könnten durchaus schwerer als Dielen sein und evt. schon geschädigte oder auch zu gering dimensionierte Deckenbalken überlasten. 1918 war Baumaterial knapp, da hat sicher der eine oder andere Häuslebauer gespart wo er nur konnte. Am besten den Zustand der Balken ermitteln und einen Statiker hinzuziehen. Vorsicht bei den Fließen: Sollten sich durch die evt. möglichen Bewegungen der Holzdecke Risse in den Fugen bilden, so könnte dort Wasser in die Tragdecken zwar ganz gut eindringen aber nicht mehr ganz so gut wieder rauskommen (also abtrocknen). Steter Tropfen höhlt den Stein (oder lässt Balken verfaulen)! Ein Schleifen der vorhandenen Dielenbretter oder ein Neuverlegen sieht bestimmt auch nicht schlecht aus und würde dem Bausystem "Holzbalkendecke" wesentlich besser entsprechen.

Grüße aus Sachsen



Laminat ist nicht schlecht



Hallo M.I.,
ich habe so etwas gerade gemacht. Ich habe mich auch für Laminat entschieden, weil der Untergrund zu biegsam zum Fliesenlegen war. Du weißt sicherlich, dass Fliesen nicht als wasserdicht angesehen werden: das Wasser sucht sich seinen Weg durch die Fugen nach unten, und wie kommst Du dann da dran? Da wäre dann noch eine Sperrschicht unter den Fliesen notwendig.

Laminat gibt es ja inzwischen auch in Fliesenoptik, Dazu gibt es (z.B. bei Bauhaus) eine Versiegelung, die man beim Verlegen in die Spalten drückt, und die das Laminat damit wasserdicht macht. Dann habe ich noch am Rande des Laminats durch das Aufkleben einer Randleiste dafür gesorgt, dass das Wasser nicht seitlich ablaufen kann. Damit bin ich gegen Wasserunfälle gut gerüstet, denke ich.

Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass die üblichen 2mm Trittschallunterlagen (diese Folien auf Rolle) Mist sind. Produkte mit 5mm sind da viel besser, besonders im Altbau!



Wasserdiches Laminat in Fliesenoptik...



...einfach herrlich. Auch Fliesem mit Parkettdekor gibt es reichlich.
Laminat ist mit Klebern verdichtetes Holz. Wenn es naß wird, quillt es, und im Fugenbereich ganz besonders. Sicherlich kann irgendein Papps das Eindringen von Wasser in Laminatfugen etwas reduzieren, aber nicht verhindern. Manchmal sollte man Werbeaussagen auch auf Plausibilität abklopfen.

Aber darum ging es ja gar nicht.

Laminat auf einer Altdielung liefert oft trotz "Trittschalldämmung" aus PE eine Kippelpartie, was das Leben dieses erbärmlichen Ersatzbaustoffes noch 'mal verkürzt - warum arbeitet Ihr nicht einfach den Dielenboden auf, statt mit Holzdekor bedruckte gepresste Holzabfälle darüberzulegen?

Ob die Balken den zusätzlichen Belastungen Platte + Fliese gewachsen sind, sollte im Falle schwächerer Dimensionierungen ein Statiker untersuchen, das von Frank erwähnte Feuchteproblem wird darurch aber nicht gelöst.

Grüße

Thomas