Bodenaufbau

16.06.2007



Ich habe ein typisches unterkellertes Bremer Reihenhaus aus dem Jahre 1921.Das gesamte Haus hat sich (im vorherigen Jahrtausend) in eine Ecke abgesenkt, so dass im Flur auf 4m ein Gefälle von 4,5cm zu verzeichnen ist.
Ich habe vor, das Gefälle auszugleichen und den derzeitigen Holzdielenfußboden durch Laminat zu ersetzen (bis die Kinder groß sind, dann kommt Parkett)
Die Holzdielen sind auf Latten genagelt die in einem Mörtelbett liegen, welches auf Stahlträger ruht. Die Stahlträger liegen zwischen 60cm(Flur) und 75cm (Esszimmer) auseinander, die Zwischenräume sind zugmauert. Der Bodenaufbau beträgt von Stahlträger zu Bodendiele ca. 10cm.
Ich habe mich bereits durchgerungen die Dielen herauszureißen. Über den neuen Bodenaufbau bin ich aber auch nach Durchsicht der bisherigen Community-Beiträge noch im unklaren.
Zu welchem Bodenaufbau würdet Ihr mir raten?



Laminat,



bis die Kinder groß sind??? Gönnen sie Ihren Kindern kein Parkett?

Mein Rat: Legen Sie sich gleich einen richtigen Boden in's Haus. Gerade Kinder haben den intensivsten Kontakt zum Boden, warum sollen die auf leimverdichteten Holzresten, mit Papier beklebt und mit Holzmaserung bedruckt, herumkrabbeln? Geölte Hartholzböden sind für mittlere Ewigkeiten und halten sogar im öffentlichen Bereich viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte.

Grüße

Thomas



Laminat contra Parkett



Hallo Thomas,
grundsätzlich bevorzuge ich Parkett - auch für meine Kinder;).In den Kinderzimmer liegt auch geöltes Ahornparkett, dort haben sie intensiven Kontakt. Ich habe die Vorteile und Nachteile von Parkett/Laminat unter spezieller Berücksichtigung von LEGO-Spielsteinen, Sandkisten, Holzspielzeug etc. einzuschätzen gelernt.
Unabhängig davon benötige ich für beide Bodenbeläge einen planen Boden. Ich bin für jeden Vorschlag offen.
Du hast immer fachkundig bei Holzbalkendecken auskunft gegeben, welche Lösung würdest Du bei einer Stahlträgerkonstruktion bevorzugen?

Gruß
Markus



Hallo Marcus,



ich gehe davon aus, daß die Wärmedämmung vernachlässigbar ist (Obergeschoß?). Wie wichtig ist Euch der Trittschall?

Wie hoch ist die gesamte Aufbauhöhe (incl. Bodenbelag). 12,5cm?

Grundsätzlich ist eine Diele dem Parkett vorzuziehen, da sie, entsprechende Stärke vorausgesetzt, ohne Hilfskonstruktionen wie OSB-Platten auskommt, sich also der möglicherweise höhere Dielenpreis durch Ersparnisse bei Verlegeaufwand, OSB-Platten etc. wieder einspielt. Die Nutzschicht von Fertigparkett beträgt 2,5-4mm, die einer 24er Dielung mindestens 8mm. Klarer Vorteil, oder?

Vielleicht möchtet Ihr auch einmal in diese Richtung denken?

Grüße

Thomas



Hallo Thomas



Der Abstand Stahlträger Oberkante Dielenbrett beträgt 10cm.
Trittschalldämmung ist zu vernachlässigen, da die Räume sich im Erdgeschoß befinden und nur der unbewohnte Keller darunter liegt.
Über Dielenbretter hatten wir auch schon nachgedacht.
Dielenbretter sind noch ein Stück teurer als Parkett.
Hinzu kommt folgendes:
Der Flur/Wohnzimmer/Essbereich gehen fließend inander über und ich will den gleichen Bodenbelag verwenden. Der Abstand der Stahlträger im Esszimmerbereich beträgt bis zu 75cm. Damit der Boden nicht so schwingt bzw. sich durchbiegt benötige ich nach m.M. eine erhebliche Dielenstärke. Damit geht ein Dielenfußboden nunmehr echt ins Geld. (Hinweis: Deinen Beitrag

---Forenreferenz-----------
Also, -
das kann mann auch mit dem Taschenrechner lösen:

25mm OSB-Platten kosten heute (in ganzen Hub) bei SAXONIA in Dresden 16,67€/m² (noch ohne Verschnitt, Transport etc., gesamt ca. 18€). Darauf sollte dann noch ein brauchbarer Teppich, der billige Kram aus dem Baumarkt setzt zuweilen mehr Gift frei, als gut ist. Das kostet ab wenigstens 30€ aufwärts für eine halbwegs gute Auslegware, die ist nach 10 Jahren Kinderzimmer jedenfalls auch hinüber. Verlegekosten OSB vielleicht 15€ (da sage keiner, ich mache das selbst und es kostet nichts; die eigene Zeit ist egal wofür verwandt, das Wertvollste, das wir haben). Nach 10 Jahren wird das Zeug herausgerissen, aufatmend, weil wir den Teppich der Milben wegen nie mochten und das OSB nie so ganz aufhörte, nach Leim (Eau d' IKEA) zu riechen. Entsorgungskosten: heute für Teppich in vielen Kommunen umsonst, aber später? Demontage, Transport und Entsorgung OSB 20-30€/m². Damit haben wir 83- 93€/m² ausgeben, stehen endlich wieder bei 0 und greifen tief in die hoffentlich gut gefüllte Tasche für die Traumdielung!

Dann fallen also (noch einmal)an: ca 25€ für's Verlegen, rund 10€ für eine hochwertige Öloberfläche. Bleiben also rund 50-60€ für eine Dielung, um zur vorhergehenden Variante aufzuschließen. Dafür gibt es eine gute Lärche / Douglasie, ab 20€ mehr auch schon eine astigere Sortierung raumlanger Eichendielen.

Mit dem Geld für's Provisorium + Entsorgung lässt sich also auch gleich eine gute, und mit etwas Zulage eine sehr gute Dielung bezahlen, die statt 10 Jahren viele Jahrzehnte lebt. Aus ökonomischer Sicht ist so ein Provisorium purer Unsinn. Sonderlich wohngesund ist es auch nicht. Allenfalls dann, wenn das Bauen als Selbstzweck betrachtet wird, geht's als Hobby durch, dann braucht es keine Begründung.

Grüße

Thomas mehr ...
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Thomas habe ich gelesen)
Trotzdem, auch wenn es in einem Fachwerkhaus-Forum komisch aufschlägt, ich muss/will nicht für die Ewigkeit bauen. Nachfolgende Generationen sollen ruhig das Haus nach ihren Vorstellungen weiterentwickeln.



So teuer kann's nicht werden...



nach meinen Tabellen genügt auch für die 75cm Abstand eine Dielenstärke von 24mm. Die billigste Kieferndiele kostet in Dresden (28mm stark, 19,5cm breit, Längen bis 5,10m, mit Nut/Feder über Hirn für Endlosverlegung) rund 30 Euro. Natürlich ist das irgendwie ein Industrieprodukt und Eiche ist härter als Kiefer; trotzdem gefällt mir der Gedanke:"Wir legen jetzt eine billige Kieferndiele, und wenn sich die Kinder ausgetobt haben, schaun wir, ob geschliffen oder neu verlegt wird" wesentlich besser (und nicht nur, weil ich mit Dielenverlegen Geld verdiene :-)

OSB, Trittschallmatte und Laminat kommt auch nicht billiger.

Es wären also nivellierte Lagerhölzer ca. 70mm hoch zu verlegen (besser Lärche als imprägnierter Kram), dazwischen z.B. Liapor-Schüttung, und darauf die Dielung geölt. Das Ganze ist diffusionsoffen und dauerhaft (und wenn das LEGO auf den Boden geräumt wird, werdet Ihr Euch nicht entschließen können, die Dielen herauszureißen. Manche Schäden kann man auch mögen, wenn Sie eine Geschichte erzählen).

Grüße

Thomas