Laie sucht Rat: Neueindeckung mit Dachpfannen und Aufdachdämmung auf Bitumenschindeln

02.08.2014 Kaine



Hallo zusammen ich bin neu hier und suche Rat.

das haus meiner Eltern ist mit Bitumenschindeln vor ca 30 Jahren gedeckt worden und diese lösen sich langsam in Ihre Bestandteile auf, d.h. es kommen erste Undichtigkeiten.

Jetzt fragte ich einen Freund der Bausachverständiger ist, ob die Schindeln und Schalung bleiben können oder nicht. Seine Antwort war: Wenn keine Aufdachdämmung drauf kommt müssen die nicht runter, kommt Dämmung aufs Dach müssen Sie runter. Da die Schindeln diffusionsdicht sind.

So nun kommt der erste Dachdecker schaut sich das an und sagt:

Schindeln bleiben drauf, darauf kommt eine Folie (diffusionsoffen), Konterlattung und dann die Dachpfannen.

Ich persönlich tendiere eher zur Meinung meines Freundes, der eigentlich sehr recht genau bei diesen Sachen ist, bin aber nicht der Hausbesitzer.

Kann mir hier mal jemand erklären und veranschaulichen, was auf lange Sicht passieren kann, sodass meine Eltern das auch kapieren?

Wenn ich das richtig verstanden habe, kann sich unter den Bitumenschindel Feuchtigkeit durch tau bilden.

Gruß

Dirk



Hallo Dirk,



Wo hat denn Dein Freund seinen Bausachverständigen gemacht?

Bei einer Aufdachdämmung ist es wichtig, dass die Diffusionsoffenheit nach Außen hin zunimmt.
Es soll also keine Feuchtigkeit durch Dampfdruck in die Dämmung gelangen können, nach Außen hin aber Feuchtigkeit entweichen können.
Deswegen kannst Du die Schindeln drauf lassen,
darauf eine Dampfsperre, dann die Dämmung, eine Winddichtigkeitsbahn (diffusionsoffen), Konterlattung und Eindeckung.

Solltest Du aber eine Zwischensparrendämmung vorziehen, die leichter bei den Anschlüssen der Dampfsperre auszuführen ist, so müssen die Schindeln weichen.

Viele Grüße



So langsam kriege ich den Einblick



Also es liegt wohl nicht an meinem Freund, sondern an mir, dem Laien.

Zunächst mal der Aufbau des Daches von innen nach außen:

Dampfsperre
Mineralwolle
Schalung aus Fichte
Dachpappe
Bitumenschindeln

jetzt soll darauf laut Dachdecker:

diffusionsoffene Folie
Aufdachdämmung
Lattung
Dachziegel

Das Problem bzw. Risiko liegt in der Dampfsperre, die:
a. 33 Jahre alt ist (Risiko)
b. im Bereich des ungenutzten Spitzbodens bzw, Trempels teilweise defekt ist.

Über andere Bereiche kann ich nichts sagen, die liegen seit 33 Jahren hinter einer Holzdecke.

So, nehme ich mir jetzt den U-Wert Rechner und gehe von einer vollkommen intakten Dampfsperre aus, ist alles bestens.

Gehe ich von einer defekten Dampfsperre habe ich auf einmal Tauwasser im Bereich meiner Schalung. So spricht der Rechner von u-wert.net.

Wenn ich das richtig sehe, muß man sich entscheiden,ob:
a. man die teilweise defekte Dampfsperre wieder in Takt bringt oder
b. die Schindel und die Pappe runterhaut

Gruß

Dirk