Wie isoliere ich unsere Fensterlaibungen?

29.10.2007



Hallo,

wie kann man am besten Fensterlaibungen isolieren.
Problematik: Außen Fachwerk mit Kalksandstein ausgemauert - dann Hohlmauer - dann Steinwolle - anschließend Poronsteine.

Für Antworten schon jetzt ein recht herzliches Dankeschön



Dämmung Laibungen



Hallo Martin,
aus welchem Grund willst Du Fensterlaibungen dämmen?
(Nach meinem Verständnis ist eine Laibung die Innenfläche einer Fenster- bzw. Türöffnung)

Viele Grüße
Georg Böttcher





Hallo Georg,
vielen Dank für Dein Interesse.
Das Fachwerk sowie der Innenausbau sind komplett erneuert worden, . Das heißt im Moment schauen wir in die Hohlmauer.
Wie uns der Zimmermann sagte, wird mann ein Fachwerk niemals dicht bekommen, so das man die Fensterlaibungen mit Dampfstoppfolie, oder ähnlichem Isolieren müste. Da ich mir nicht sicher bin ob Dampfstoppfolie, Schaum, Hanf... genügend vor Feuchtigkeit schützen, wollte ich mir auf diesen Weg Rat holen, um nicht etwas falsch zu machen.

Gruß

Martin



Tach auch ..



..es kann durchaus sinnvoll sein , Innenlaibungen zu dämmen :
Wärmedurchgang wird verhindert , auch "schräg" durch Fensterrahmenanschluss an Mauerwerk . Wenn Ihr jetzt ne "Hohlmauer" gebaut habt wie du schreibst , ist die dann wohl kalt . Also Dämmplatte in die Laibung befestigen und anputzen.
Übers ausmauern von Fachwerken mit Kalksandstein ist hier ansonsten genug zu finden ..
Gruss Jürgen Kube



Isolieren?



So sieht es derzeitig aus

Gruß
Martin



Fensterlaibungen



Ja, wie fang ich an Martin...

Also ich glaube die Dämmung der Fensterlaibungen ist erst einmal das kleinste Problem, was hier auf dem Foto zu sehen ist.
Ich hoffe für Dich, das Dein Sichtfachwerk keine Schlagregenbelastung erhält.

Eine Sichtfachwerkfassade ist nicht regensicher; Wasser wird in diesem Fall nach innen eindringen bzw. auch nach innen abtrocknen.
Ein Austrocknen der Fachwerkfassade, also des eingedrungenen Wassers bzw. der Luftfeuchte ist im Winter nur bedingt möglich; das Fachwerk kühlt durch die fehlende Wärmezufuhr von innen (dämmendes Innenmauerwerk!) aus. Kondenswasser an der Innenseite DES FACHWERKES kann entstehen. Die Dämmung aus MIWO nimmt kaum Feuchte auf.
Übrigens ist die Dämmwirkung der Miwo- Einlage stark anzuzweifeln, wenn sie überall so verlegt ist wie am Fenster sichtbar. Die Matten sind anscheinend lose eingelegt; der Spalt zwischen den Wänden ist größer als die Mattendicke.
Gelinde gesagt ist dieser Wandaufbau eine Katastrofe.
Ich erkläre es Dir im Vergleich mit einer Klinkerwand:
Stell Dir vor, statt einer Fachwerkwand wäre da eine reine Klinkerwand.
Dann wäre die Dämmung fest und fugenlos auf die Innenwand geklebt, die Anker zur Klinkerschale hätten Plastescheiben, damit eindringendes Wasser nicht in die Dämmung gelangen kann. Und das Wasser, was eindringt (auch eine reine Klinkerwand ist nicht regendicht!) soll an der Innenseite der Klinkerwand herunterlaufen; am Wandfuß sind Entwässerungs- und Belüftungsöffnungen angelegt, damit dieses Wasser unten ablaufen kann.
Selbst als reine Klinkerwand wäre Dein Wandaufbau eine mängelbehaftete Konstruktion.
Also: Deine Wand hat im Prinzip denselben Aufbau, aber:
- keine fugenlose Dämmung mit durchgehendem Luftspalt
zwischen Dämmung und Fachwerk
- keine Entwässerungs- und Belüftungsöffnungen,
- statt Klinker eine gemischte Holz- Stein- Konstruktion,
die naturgemäß viel weniger regendicht ist,
- wasserempfindliches Holz als Baumaterial im
feuchtebelasteten Bereich.
Ich sehe diesen Wandaufbau als erheblich mängelbehaftet an.


Zur Laibung:
Jürgen Kube hat recht, das Fenster steht hier im kalten Bereich, also muß die Laibung gedämmt werden. Das kann mit dem Ausstopfen des Spaltes zwischen Außen- und Innenwand und einer Dämmplatte zur Bekleidung der Laibung erfolgen.

Viele Grüße
Georg Böttcher

p.s. Ich hoffe, Du kommst mit den vertragsrechtlichen Konseqenzen klar!



laienfrage



und nur aus interesse: hätte da zwischen miwo und Poroton nicht auch eine Dampfbremse gehört?



Fensterlaibungen



An Bettina:
Das ist keine laienhafte Frage.
Eine Dampfsperre wird eingesetzt, um den Eintritt von warmer, feuchter Luft und Wasserdampf aus dem Innenraum in die auf der kalten Seite liegende Dämmung und die Materialien der Hülle (Fachwerk) zu vermeiden.
Das brauche ich hier nicht, da die innere Schale selbst einen genügende Dämmung besitzt und Wasser gut aufnehmen und speichern kann. Außerdem sollte eine Wand dieser Art mit Putz winddicht sein. Feuchte wird in der massigen Wand gepuffert; nomale Nutzungsverhältnisse vorausgesetzt.
Im Gegenteil, die Wand sollte von außen eindringende Feuchte vom Fachwerk kapillar fortleiten können. Das kann sie nicht, weil zwischen Fachwerk und Wand entweder Luft oder nicht kapillares Dämmmaterial liegt. So kann auch keine Trocknung des Fachwerkes nach innen erfolgen, selbst ohne Dampfsperre.

Viele Grüße
Georg Böttcher



danke,



wieder was gelernt. der nächste pfusch-am-bau-fall kommt bestimmt! gibt zwar immer Gutachten (und gegengutachten und gegengegengutachten... :-))) ), aber ist doch immer nützlich, wenn man wenigstens so ein bißchen durchblick hat.





Vielen Dank für die vielen Hinweise. In unserem Fall gibt es ja wohl nur noch Schadensbegrenzung. Was würdet Ihr an unserer Stelle tun, damit wir weitermachen können? Wir wollen die Räumlichkeiten ja auch schnellstmöglich nutzen.
Grüße
Martin



Fensterlaibungen



Hallo Martin,
ich hoffe, ich habe Dich nicht zusehr frustriert.
Abgesehen von den vorgeschlagenen Lösungen zu den Laibungen ist am Wandaufbau selber nachträglich wohl nichts mehr zu machen; Du wirst damit leben müssen.
Als Folge wird ein etwas höherer Wärmedurchgang durch die Außenwand in Folge der Verlegefehler in der Dämmschicht zu erwarten sein; für die Fachwerkwand ist das aber eher von Vorteil.
Wichtig ist, Schlagregenbelastung und Spritzwasser von der Wand fernzuhalten, damit möglichst kein Wasser eindringen kann.
Vor allem die Grundschwelle solltest Du ab und an genauer anschauen, ob hier Schäden auftreten.
Den Planer und die ausführende Firma kannst Du für die nicht fachgerechte Ausführung belangen. Falls schon eine Abnahme erfolgt und die Rechnungen bezahlt sind, ist das nur schwer vor Gericht im Wege einer Zivilklage durchzusetzen.

Viele Grüße
Georg Böttcher