Mineralischer Dämmputz in Fensterlaibungen ??

22.03.2009



Hallo zusammen,
wir haben unser Haus von innen mit Hanf gedämmt. Dampfbremse DB+.
Nun fehlen noch die Fensterlaibungen. Es stehen ca. 2 cm Platz zur Verfügung, der Untergrund sind Backsteine (uneben). Calciumsilikatplatten wären schön, sind aber zu teuer. Isolierputz auf Kalkbasis ließ sich besch.. verarbeiten.
Ein gutes und bezahlbares Ergebnis haben wir mit minealischem Dämmputz von Quickmix (Dämmputz-B DP-B)erreicht. Spricht aus eurer Sicht etwas gegen den Einsatz? Streichen würde ich diese heikle Stelle dann mit Kalkfarbe, um etwaigem Schimmel keine Grundlage zu bieten.

Danke für Tipps!
Sebastian



Was kommt



nach der DB+?
ein Schichtaufbau der neuen Wandöberfläche wäre von Vorteil.
wie sind die Fenster nach RAL abgedichtet oder anders?

Grüsse Thomas



Keine Dampfbremse in der Laibung



Hallo Thomas,

die DB+ ist nur über dem Hanf verarbeitet und endet derzeit auf dem hölzernen Ständerwerk. Im Bereich der Laibungen (oder Leibungen?) hoffte ich auf die Dampfbremse verzichten zu können indem ich diffusionsoffen arbeite.
Die Fenster sind eingeschäumt.

Ein Handwerker empfahl mir, statt der teuren Calciumsilikatplatten günstige Widiplatten zu verwenden. Diese wäre allerdings fast dampfdicht. Zur Schimmelvermeidung sollte sie dann mit Lehmputz überzogen werden.

Gruß
Sebastian



Was kommt auf



die DB+?
Lehmbauplatte, Rigpis, Fermacell oder Ziegelgewebe?
Dass Du derzeit keine Dämmung in der Laibung hast ist mir schon klar, aber meine Frage war, mit was Du die Wand verkleidest, da Du auch mit diesem Material die Leibung ausführen solltest. Wenn's geht stell mal Bilder rein

Grüsse Thomas



Was ist "teuer"



Um wieviele laufende m Fensterlaibungen sind es denn....
Die 2cm Laibungsplatte kostete mal bei Epasit 22 Eur/ qm.
Das sind doch normalerweise eher piehnatz.



Funktionalität zu Ungunsten des Preises?



Leider wird hier an der falschen Stelle geknausert.
Gerade in diesen Bereichen ist auf akkurate Detailausführung und Anbindegenauigkeit zu achten.
Handelt es sich bei Eurem Bau um ein Fachwerkhaus oder ein massives Gebäude?
Hier sollte es aber eine genaue Ausführungsanleitung geben!
Oder habt Ihr Euch diese Dämmvariante und Aufbaulösung selbst erarbeitet?
Und zu Eurem angesprochenen "Handwerker" kann man leider nur sagen, dass er ein Standartausführer ohne großen baulichen Horizont ist. Die Wediplatten werden dort sicherlich nicht lange in Funktion bleiben und dahinter zu Baulichen Mängeln führen.
Vielleicht ein Bild vom jetzigen Detail?

Handwerklicher Gruß,
Udo



Hier sind die Bilder



Hallo zusammen,

@Thomas: Die Wände bestehen aus Fermacellplatten welche mit Lehm verputzt werden.
@Markus: Mir war bisher nur die Restone Masterclima bekannt und die kostet das Doppelte des von dir gennaten Preises. Hast du die Epasit schon verarbeitet? Ich war gerade auf deren Homepage, bekomme aber statt der Info-Pdfs nur den Error404.
@Udo: Die Lösung zur Wanddämmung stammt vom Hanf-Hersteller Hock. Und für die Laibungen gibt es eben noch keine gute Lösung. Im Übrigen scheint es mir, dass gerade im Naturbausektor erheblich mehr Fachwissen in Süddeutschland beheimatet ist. Liegt vielleicht daran, dass Naturbau doch kostenträchtig ist und die Einkommen hier in Schleswig-Holstein....

Gruß,
Sebastian



Evtl. Holzweichfaserplatte



Hallo Sebastian,

Da Du nicht sehr viel Platz hast wird's eng mit den Möglichkeiten.

Die Leibung könnte man mit einer Holzweichfaserplatte auskleiden (z.B.Laibungsplatte von Pavatex oder gleichwertig) und mit Lehm verputzen.
Aber ich denke, dass Udo bestimmt auch noch eine gute Idee hat.

Wnn mich nicht alles täuscht, fehlt hier die Luftdichtung am Anschluss Fensterrahmen zur Wand (nur Schaum ?)
Hier sollte zumindest für eine Luftdichtung gesorgt werden.
Unser Fensterbbauer verwendet immer Dichtbänder von Kontex oder gleichwertige.
Unsere Fensterbau Fraktion kann das aber besser erklären.

Grüsse Thomas



Lösungsansatz Fensterleibung?



Danke für die Bildbereitstellung.
Trotzdem ist schlecht sichtbar, wie stark und in welcher Lösungsvariante der Aufbau genau getätigt wurde.
Desweiteren erscheint mir die Aufbaustärke zum Fensterbauteil als sehr gering.
@ Thomas K.
Da gebe ich Deiner Aussage mit Recht, dass der umlaufende Winddichtungsstreifen fehlt!

Nach welchen Prämissen hat Hock Euch die Dämmlösung erarbeitet bzw. geboten?
Übernehmen die auch die Gewährleistung hinsichtlich falscher Ausführungslösungen und eintretender Bauschäden?
Welcher präzise Wandaufbau ist Bestand und welcher wurde wie nachgerüstet?
Was ist das für ein aufgekämmter Spachtel unter der Fensterbrüstung?
Thermische Wandberechnung?
Fensterbanklösung?
Warum nicht gleich eine beputzbare Dämmplatte als Lösung gesucht und eingesetzt?
Wie und mit was wird zukünftig dieser Raum geheizt?
Wurde die Dämmlösung durch die Decken- und Bodenkonstruktion mit hindurchgeführt? Auch was seitliche Wandanbindungen betrifft?

Also es werden immer mehr Fragen, statt Lösungsansätze für die eigentliche Leibung.
Man könnte sich vorstellen eine in Lehm gebettete Heraklithplatte aufzukleben und zu dübeln, doch der Aufbauabstand zum Bauteil selbst erscheint als zu gering.
Eine nachträgliche Lehmputzoberfläche ist in der Komplexität der gesamten Wandgestaltung trotzdem möglich.

Grüße in den Lösungsraum,
Udo



Das Platzproblem



in den Fensterleibungen ist immer ein Problem.
Vermutlich wurde das Fenster nicht nach RAL eingebaut
Die Winddichtung könnte man auch mit einer sog. Altbaudichtmasse mit Hohlkernschnur in den Griff bekommen.

Die Dampfbremse sollte auf jedenfall mit dem Mauerwerk verklebt werden. Als Dämmung würde ich wie schon geschrieben eine Holzweichfaserplatte verwenden und diese mit Lehm verputzen.

Ich sehe es einfach so, dass hier der Planer,die ausführende Handwerkerfirma und vorallem diejenigen, die diesen Wandaufbau vorgeschlagen haben in der Pflicht sind.
Wenn solche Massnahmen schon vorgeschlagen werden, sollten solche Details vorher schon feststehen dies gilt auch für evtl. Rahmenverbreiteungen der Fenster.

Wie heisst es so schön, das ist eben wie im richtigen Leben :0)

Grüsse Thomas



Fachleute



Moinmoin aus Kiel und erstmal sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde.

@Thomas: Die Idee mit den Holzweichfaserplatten hatte ich auch, siehe Foto. Ich fands aber eher schwierig mit der Verarbeitung (der Untergrund ist sehr uneben). Und die Frage der Dampfbremse (nötig oder nicht) konnte nicht abschließend geklärt werden.
Was den Schaum betrifft: Ich dachte der wäre luftdicht? Dichtbänder sind bei uns schwer einzusetzen, eben aufgrund der Unebenheiten.

@Udo: Danke für dein Willkommen. Der Energieberater hat nur ein Standartgutachten gefertigt für entsprechend kleines Geld. Mehr könnte ich mir finanziell nicht erlauben ;-((
Ebenso geht es mit dem Hanfhersteller Hock, auch da handelt es sich um eine Lösung von deren Website. Mein Wandaufbau ist 36 cm Backstein, 6 cm Hanf, Dampfbremse db+, 1 cm Fermacell, 3 - 5 mm Lehmputz. Keine Dämmkeile an Innenwänden und Decken. Auch hier war Kostenersparnis der Entscheidungsgrund gegen vollflächige Dämmplatten.
Geheizt wird mit einer Randleistenheizung die in der Dämmebene integriert ist.

Was Ansprüche gegen planende und ausführende Firmen betrifft: gehen alle gegen mich ;-))
Wie ich schon oben erwähnte, fehlt hier im Norden das Geld für aufwändige Lösungen und so fehlt es auch an Fachberatern. Statt dessen verschwinden hier in Kiel ganze Straßenzüge schöner alter Stadthäuser hinter glatten und dichten Styroporschichten....

Grüße, Sebastian



Randleistenheizung in der Dämmebene?



Wie ist das zu verstehen?
Die Dichtbänder um die Fenster sollten natürlich auf einen entsprechend hergerichteten Untergrund (mineralischer Glattspachtel zum korrekten aufkleben!!) ausgeführt werden.
Statt des Schaumes hätten auch Kompribänder eingesetzt werden können, die sich an die Unebenheiten des Einbauortes funktional anpassen.

In der Fensterleibung brauch die Winddichtungsebene aus unserer Sicht nur auf den Untergrund gebracht werden (Eckfuge), denn auch der Dämmplatte selbst ist diese ja dann nicht verputzbar (Putz-Haftung).
Wenn diese im Untergrund liegt wird sich gleichzeitig durch die Auflage der Dämmplatte angedrückt und geschützt.
Wie soll nun der Leibungsverputz über das Eckholz geführt werden?
Hier ist ein Putzträger (min. 8 mm Heraklith!!) erforderlich.
Und wie sieht es dann mit der Rechtwinkligkeit von der Leibung zum Fensterbauteil aus? Putz muss ja bekannlich auch noch drauf und integriertes Gewebe um die Ecke?

Weitere Fragen sind offen.

Grüße Udo Mühle



Schaum ist nicht luftdicht



das kann nur über Fensterdichtbänder und Anschlussdichtmasse gewähleistet werden.
Die Dampfbremse DB+ sollte zumindest bis in die Fensterlaibung reingezogen werden und die Unterkonstruktion voll abdecken und mit dem Mauerwerk verklebt werden.
Vor dem anbringen der Holzweichfaserplatte sollte man die Unebenheiten in der Laibung ausgleichen, wie Udo geschrieben hat.

Grüsse Thomas



Und wie ist das nun mit Dämmputz?



Hallo Thomas, hallo Udo,

soweit klar mit der Dampfbremse. Ich würde dennoch gerne zur Ursprungsfrage zurück kommen: Gibt es Erfahrungswerte oder Gründe gegen eine Verarbeitung der Leibungen mit mineralischem Dämmputz? Wenn ich vor Anbringen der Dämmplatte ohnehin für einen glatten Untergrund sorgen, also irgendeine Masse aufbringen muss, kann ich doch auch gleich Dämmputz auftragen und auf die Dämmplatte verzichten, so mein Gedanke.

Gruß, Sebastian



LTM 81 vielleicht!



Man könnte sich vorstellen mit dem LTM 81 zu arbeiten.
Doch dann bleibt immer noch der Übergangspunkt: Holzständer, Winddichtpapier DB+ und Übergang zu der späteren Plattenebene.
Hier dann stets mit Gewebe und 2-lagig arbeiten.
Wichtig sind immer die Aufbauhöhen bzw. Schichtstärken und die Fluchtigkeiten.

Grüße Udo



Stimme hier



mit Udo überein, der Knackpunkt ist der Übergang Unterkonstruktion/Holz, Putz und Holz vertragen sich halt ohne Putzträger nicht.
Die einzigste Möglichkeit, wenn schon mit Dämmputz, wäre die Leibung mit Ziegelgewebe auskleiden und mit gewünschtem Dämmputz verputzen, bleibt aber dann immer noch die Ausbildung des luftdichten Anschlusses an Fensterlaibung und Sims.

Grüsse Thomas