Thorsten Grundmeier

02.11.2007



Sehr geehrte Fachwerkgemeinde,

ich möchte einen alten Holzfußboden instandsetzen. Dabei möchte ich auf einen Vorschlag von - wenn ich mich recht entsinne - Herrn Florian Kurz zurückgreifen, eine Kreuzlattung als Lagerhölzer einzusetzen. Meine Fragen dazu:
Welche Balkenmaße sind zu verwenden, ich dachte an 10x10 und darauf 8x6?
Muss die obere Balkenlage auf der unteren verschraubt/genagelt werden?
Kann die untere Balkenlage einen Abstand von ca. 1m haben (aus Kostengründen benötige ich dann weniger Material und Arbeit), die obere dann ca, 50-60cm Abstand?
Es handelt sich um ein Kinderzimmer, ein Wohn- und Esszimmer.

Vielen Dank für Ihre Hilfe
Thorsten Grundmeier



2 dünne Hölzer sind kein dickes



Ich kann nicht so recht nachvollziehen, welche Vorteile 2 dünne Latten übereinander bringen sollen.

Der Boden wird mit Sicherheit mehr schwingen, möglicherweise auch beträchtlich knarren. Um so komplizierter die Konstruktion, um so mehr mögliche Fehlerquellen tun sich auf.

Vorschlag: Kanthölzer 18 x 10 nivelliert im Abstand (lichtes Maß) von 50cm verlegen, darauf die Dielung.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Lagerhölzer



Hallo Herr Böhme,

mal abgesehen von 2 Lagen Lagerhölzer, die jetztigen sind 10x10cm, reicht das nicht aus? Ich finde 18x10 sehr mächtig und überdimensioniert.
Die Idee bei 2 Lagen ist, dass es weniger durchschwingt und federt und keine Kokosstreifen zur Dämpfung benötigt werden, dies scheint Ihrer Meinung nach aber wohl nicht der Fall zu sein.
Ich habe zudem gelesen, dass Lärche und besonders das Kernholz genommen werden soll, alle Holzanbieter in meiner Region (Lüneburg) sagten, dass sie keine reinen Kernhölzer anbieten, wo finde ich denn einen Anbieter, wenn dies notwendig sein sollte?
Ich möchte den Fußboden auch noch isolieren, ist es geeignet, einen Blindboden zwischen die Lagerhölzer einzuziehen und darin die Dämmung einzubringen, oder ist es auch ok, Perlite einfach bis an die Oberkante der Lagerhölzer einzuschütten?

Gruß
Thorsten Grundmeier



Wie ist denn...



...der Untergrund beschaffen?

EG, OG, Estrich, Balken, Unterkellert etc.?

Zu der Frage Holzstärke: Ist es nicht logisch und sofort nachvollziehbar, daß 2 Hölzer der Gesamtstärke X wesentlich weniger belastbar sind und wesentlich mehr schwingen, als ein Holz gleicher Gesamtstärke? Warum wohl verwendet man Balken, statt aufeinander gelegte Bretter?

Im Zweifelsfall empfehle ich einen Biegeversuch mit verschieden dimensionierten Latten.

Grüße

Thomas



Lagerhölzer



Hallo Herr Böhme,

es handelt sich um einen unterkellerten Raum mit Betonboden (Estrich), sowie 2 nichtunterkellerten Räumen, einer mit Sand, einer mit einer Betonrohdecke und ca. 60cm Luft zum jetzigen Holzfußboden.

Aufeinandergelegte Hölzer schwingen vermutlich stärker als ein dicker Balken, auf wenn ich ja an eine Konterlattung dachte, also nicht parallel verlegte Lagerhölzer.
Reicht nicht auch ein Lagerholz der Stärke 10 x 14, so kann ich noch mit Dachlatten einen Blindboden einziehen, darunter Luft lassen, über dem Blindboden bis zur Lagerholzkante mit Perlite oder ähnlichen dämmen. Was halten Sie davon?

Danke
Thorsten Grundmeier



Warum umständlich?



Balken in den statisch erforderlichen Dimensionen (wie lang liegen die Balken denn frei?).

An die Balken wird seitlich im unteren Drittel eine Dachlatte genagelt, darauf der Fehlboden, Rieselschutz, Dämmschüttung.

Auf die Balken die Dielung schrauben, fertig.

Grüße

Thomas



Danke für die Tips



Hallo Herr Böhme,

danke für die guten und prompten Tips.


Gruß
Thorsten



Bodenaufbau Lagerholzkonstruktion



Hallo Herr Böhme,

unsere Diskussin einer Lagerhölzerkonstruktion mit einer Kreuzlattung aus 2 "dünnen Latten" habe ich nun in einem Prospekt von Berthold auf Betonboden gefunden. Angeblich mindert dies Wärmebrucken, Trittschall und das bei einer Lattung von 4x6! Was halten Sie von einem siolchen Aufbau, der dann in meinem Fall aber auf Gehwegplatten erfolgen soll?

Vielen Dank
Thorsten Grundmeier



Wie schon gesagt,



halte ich nichts davon. Das die kreuzweise Lattung Wärmebrücken minimieren oder verhindern kann, vermag ich nicht zu erkennen. Trirrschall wird sicher etwas weniger übertragen, was aber im EG wohl bedeutungslos ist und auch anderweitig besser dämmbar wäre.

Ich beziehe meine Erfahrungen oft durch Beobachtung alter Bauwerke, wo ich sehe, welche Konstruktionen sich bewährt haben. Solch dünne Dachlatten hat früher niemand unter Böden gebaut.

Grüße

Thomas



Worum geht es den eigentlich?



Ich komme hier irgendwie nicht mehr mit! Geht es hier um einen Aufbau auf einem Betonboden oder um einen tragenden Holzfußboden?

@Thomas für die Belastbarkeit eines Balkens ist neben den stofflichen Eigenschaften sein Widerstandsmoment wichtig.

W=(Breite*Höhe²)/6

Bei 2 in gleicher Richtung übereinander gelegten Balken addiert sich ihr Widerstandsmoment nur(ist praktisch wie nebeneinander gelegt). Wenn aber dieses Sandwich durch einen Balken gleicher Abmessung ersetzt wird, so macht sich das Quadrat der Höhe bemerkbar und das Widerstandsmoment steigt wesentlich stärker. Um aus mehreren einzelnen Balken technisch einen kräftigen Balken zu machen, müssen sie schubfest miteinander verbunden werden. Dies bedeutet dass sich die Oberseite des unteren Balkens nicht relativ zur Unterseite des oberen Balkens bewegen können darf. Ein Beispiel dafür sind Leimholzbalken.

Kleines Beispiel noch: Wenn man 2 gleiche Kanthölzer übereinander legt so verdoppelt sich deren Widerstandsmoment. Nimmt man jedoch, wie du gemeint hast, einen Balken der in seinen Abmessungen den beiden übereinander gelegten Kanthölzern entspricht, so vervierfacht!!! sich das Widerstandsmoment und damit auch die Tragfähigkeit.

Nun aber genug der Schulmeisterei!

Gruß Marko



Irgendwie habe ich das Gefühl,



daß eine Skizze oder ein Bild von den Gegebenheiten Klarheit schaffen würde, ihr zwei redet glaub aneinander vorbei, oder?

Gruß Patrick.



So schön wie Marko...



...hätte ich das vielleicht nicht darlegen können. Aber die Zusammenhänge sind mir schon bekannt.

Ich habe halt die offensichtliche Aufbauhöhe des Unterbaues genommen (8+10cm), und statt dessen 18cm vorgeschlagen. Das ist die gleiche Menge Holz und der gleiche Preis, aber ein deutlich höheres Widerstandsmoment.

Da ja nun eine Kreuzlattung der Ausgang war, addieren sich die Widerstandsmomente nicht einmal, sondern die untere und die obere Latte federn jeweils entsprechend ihrer Dimensionierung. Das war mir zu mickrich.

Da ja offensichtlich noch ein Hohlraum unter der Lattung bleibt (60cm bis Dielung), wird auch die untere Latte nicht auf dem Boden aufliegen, sondern auf Lagersteinen zu liegen kommen.

Grüße

Thomas



Lagerhölzer



Hallo zusammen,

vielen Dank für Ihre Beiträge. Um Klarheit zu schafeen,. beschreibe ich kurz meine Ausgangsidee eines Holzfußbodenaufbaus auf Lagerhölzern:

1. Im Moment ist eine ca. 5cm starke Estrichschicht auf eine Kiesmischung (8/16) in einem nichtunterkellerten Zimmer entstanden. Nun habe ich noch ca. 20-25cm Aufbauhöhe, die ich mit entsprechenden Lagerhölzern als Kreuzlattung (so meine Ursprungsidee) auf Gehwegplatten oder Betonsteinen aufbringen möchte. Zwischen den Lagerhölzern soll eine Dämmung eingebracht werden (oder eventuell auf den Estrich - da bin ich mir nicht sicher).
ISt diese Konstruktion nun zu empfehlen oder reicht die von Herrn Böhme vorgeschlagene "einfache" Lagerholzkonstruktion aus, wobei ich hier dann auf Grund der größeren Balkenmaße noch einen Blindboden einziehen kann und darin dann die Isolierung?
Eine grundsätzliche Frage sei noch gestattet: Schadet ein Luftraum unterhalb der Lagerholzkonstruktion (Tauwasserbildung)? Durch den Estrich wird das Wasser nur schwer abwandern.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Grundmeier



Ruhig mal selber suchen!



Nur als Beispiel

---Forenreferenz-----------
Bodenaufbau auf Betonplatte -
Hallo zusammen,ich bin gerade dabei einen Anbau an unserem Haus neu zu bebauen.Heißt,die alten Wände wurden abgerissen und neu aufgebaut (Ytong).Wände stehen auf einem 80 cm tiefen Fundament.Die restliche Bodenplatte besteht auch 20-25 cm starkem Beton.Was nun genau darunter ist (Kies,ect) weiß ich nicht.Da dieser Anbau unser neues Wohnzimmer geben soll,stehe ich nun vor der Frage was für ein Bodenaufbau optimal wäre.Nachbar hat mir Fermacell Schüttung (zwecks Ausgleich) und Fermacell Trockenestrich Platten incl 20 mm Isolierung empfohlen.Laut ersten Input aus dem I-Net ist das doch sehr kostenintensiv.Meine Frage ist nun,gibt es optimale Alternativen zu diesem Vorschlag ?
Ich habe aus anderen Beiträgen auch rausgelesen zwecks Feuchtigkeit aus dem Boden (Schwitzwasser),das es sinnvoll ist eine Dampfsperre einzubringen.Ist das sinnvoll bzw. ist das in meinem Fall nötig ?
Ich hoffe ich konnte euch gut erklären was mein Anliegen ist und bedanke mich schon im voraus für eure Aufmerksamkeit. mehr ...
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So etwas wurde schon öfter behandelt! Nutze doch mal die Suchfunktion im "Forum" rechts. Gib dort Begriffe wie Bodenaufbau, Schüttung usw. ein. Findest du bestimmt tolle Lösungen.

Gruß Marko