Lärche vor Vergrauung schützen

13.06.2012



Hallo,

ich bin auf der suche nach einem Produkt dass meine neues Gartenhäuschen (lärche - Stülpschalung ) vor der Vergrauung schützen soll auf folgende Produkte gestossen
ich kenn mich damit gar nicht aus und weiss auch nicht wo der Unterschied liegt

alles natürlich im Farbton Lärche da man ja ohne Pigmente kein Schutz vor der Vergrauung hat

OSMO - Holzschutz Öl Lasur
OSMO - Einmal Lasur HSPlus

VOLVOX - pro Aqua

OLI-NATURA Projektöl

Vielen dank Ihr lieben



Vergrauungsschutz ?



Weshalb überhaupt ein Vergrauungsschutz? Lärchenholz kann ganz natürlich vergrauen und benötigt keine teuren, umständlich (Gerüststellung)aufzubringenden Schutzanstrich.
Mit einer ungleichmäßigen Vergrauung auf Grund von Dachüberständen / Fensterbanküberständen bzw. unterschiedlicher Bewitterung der Hausseiten muss man leben.
Alterungsprozesse sind natürlich, Anstriche/Lasuren auf Vollholz sind "Botox" für die Fassade.

Dazu ein Text aus der sehr empfehlenswerten Seite "holzfragen.de"

"Eine Vergrauung an der Holzoberfläche ist eine natürliche Erscheinung, bei der unter besonderer Beteiligung des UV-Lichtspektrums photochemische, physikalische (Auswaschungen) und biologische Prozesse (Mikroorganismen, Pilze ud Bakterien) ablaufen. Dabei verändert sich die chemische Zusammensetzung an der Holzoberfläche. Es verbirgt sich grundsätzlich nichts Schadhaftes dahinter, wenn die Grundbedingungen eines konstruktiven Holzschutzes gewährleistet sind:
•staufreier Ablauf des Regenwassers
•Gefälle und Tropfkanten
•Fugen und Verkleidungsrückseiten sind luftig
•Schutz vor seitlichem Spritzwasserschutz
•Kontrolle und Säuberung auf Schmutzablagerung

Eine natürliche Vergrauung ist vor allem an älteren und ältesten Holzbauwerken zu finden. Allein dies ist ein Beleg für die Behauptung, eine Holzvergrauung ist unter den o.a. Bedingungen absolut nichts Schadhaftes.

Vergrauung heißt aber nicht eintönig grau. Je nach Wetter und Sonnenausrichtung hat die Vergrauung ein sehr verschiedenes, reiches Farbspiel. Eine natürliche Vergrauung als Uni-Farbton gibt es nicht"



Hallo serpi,



ich finde: Eine Stülpschalung aus Lärche ist eine gute Wahl.

Aber das schöne an dieser Wahl ist doch, daß dieses Holz ohne Holzschutz auskommt, da Lärche ein einheimisches Nutzholz ist, das am ehesten durch eingelagerte Harze und Öle vor Verrottung geschützt ist.
Dieses Holz dunkelt braungrau nach und entwickelt eine pittoreske Patina, die seinesgleichen sucht.

Eine Farbe draufzuklatschen, die auf Dauer den frischen Holzschnitt lügt, finde ich fehl am Platz.

Und ob fies giftig oder teuer öko ist da doch egal.

Mein Fachwerkhaus zeigt Eichenbalken, glücklicherweise seit jeher unbehandelt...das schimmert silbrig.
Einige Nachbarn erklären mir die Welt: "Da muß Farbe drauf!"...dazu sag ich nichts.

Aber Dir sage ich, was ich dazu denke: Mit Farbe drauf ist es verhunzt und es senkt den Wert des Gebäudes. Wer sich heutzutage noch für ein Fachwerkhaus interessiert, der will was unverbasteltes, konstruktiv logisches und über die Zeit sich selbsterhaltendes Bauwerk haben. Also nichts, wo man jedes Frühjahr mit Silikonspritze und Farbeimer nacharbeiten muß.

meine Ansicht und danach wurde ja gefragt...Gruß J.



hups Pickartz,



Sie waren schneller, aber im Grunde ergänzen sich unsere postings doch ganz prima...

Gruß J.



Meine Erfahrung



Hallo,
ich habe vor ca. 6 Jahren einen Anbau an mein damaliges Heim in Holzrahmenbauweise erstellt und mit Lärchenholz verkleidet.
Auf Anraten eines Bekannten, der zig Jahre im Holzhandel tätig war, habe ich diese Bretter nicht behandelt und Wind und Wetter ungeschützt überlassen.
Einige Stellen sind bereits etwas vergraut, die überwiegenden Flächen sind nur nachgedunkelt.

Mein Fazit:

Mir gefällt es so von der Optik und vor allem dass da keine Chemie dran ist.

Ich mach es auch bei meinem neuen Domizil, bzw. dem Anbau den ich demnächst erstellen werde, genau wieder so!
KEIN Schutzanstrich bei Lärchenholz!

Gruß
Volker





Hallo Serpi,

auch ich möcht mich hier dem gesagten Anschließen. Viele bestehen explizit auf Lärche, nicht wegen deren Haltbarkeit, die meist übertrieben dauerhaft gebetet wird. Lärche zeigt relativ schnell ein schön silbriges Grau, und wenn die Bedingungen stimmen sogar relativ gleichmäßig.

Überleg Dir das mit den Pigmenten, auch wenn ich verstehen kann, daß Grau nicht jedermann Geschmack ist. Ich für meinen Teil habe zumindest entschieden, daß ich den Ärger mit meiner Frau auf mich nehme und die Fassade erstmal ergrauen lasse. ... Vielleicht gefällts Ihr ja am Ende doch ganz gut, und Pigmentieren kann man hinterher auch noch!

Übrigens zum Thema einheimische Lärche. ... Für manche Gegenden im Süden mag das stimmen. Weiter nördlich ist man jedoch meist total abhängig von Importware. Ich habe damals lange hier in der Region nach einem Sägewerk mit entsprechendem Angebot gesucht, aber keines gefunden. Am Ende kam die Lärche dann doch per LKW aus dem Schwarzwald. Dem Internet sei Dank!

Gruß aus Berlin,



Stülpschalung aus Lärche vergrauen oder ölen



Als Anbieter für Naturfarben muss ich da natürlich noch mein Pfündchen für eine ölhaltige Lasur in die Waagschale werfen.

O.K., natürliche Vergrauung ist schön und ich habe selbst oft schon hier im Forum dies als den "Königsweg" beschrieben.

Aber Geschmäcker sind halt nun mal unterschiedlich. Ich finde es nicht so gut, dass hier vier Beiträge völlig an der Frage vorbeigehen und den Fragesteller nur zur eigenen Geschmacksentscheidung "umbiegen" wollen.

Wenn ein Holzbraun gewünscht ist, dann darf man das ruhig akzeptieren. Dafür gibt es auch Lösungen mit Naturfarben, die mit Sicherheit kein "Botox" für die Holzfassade sind.

Auch in früheren Jahrhunderten bestand das Anliegen, ein wenig Farbe auf das Holz zu bringen. Nicht alles hat man vergrauen lassen.

Zudem handelt es sich um eine Stülpschalung. Lärche hin oder her - hier wurde in der Konstruktion schon mal ein Kompromiss gemacht, der auch bei Lärche das eine oder andere Brett schneller vergammeln lässt als es einem lieb sein kein.

Wenn Farbe, dann würde ich grundsätzlich zu einer ölhaltigen raten. Also nicht auf Wasserbasis ("Aqua", etc.).
Noch besser wäre, wenn keine Alkydharze verwendet werden und wenn die Naturöle noch Naturöle bleiben und nicht mit Paraffinen versetzt werden, bzw. chemisch modifiziert werden.

Die Tropfkante bei der Stülpschalung wird durch die Bewitterung besonders stark angegriffen. Es ist dann von Vorteil, wenn das Holz nicht nur eine Schutzschicht hat, sondern die Holzfaser auch mit Öl getränkt ist.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





... gut dann leg ich mal nach!

Im ersten genannten Osmo Produkt ist ein Holzschutzmittel gegen alleilei Gewächs verquirlt. Ich sags nur, weil man das leicht überseit. Überleg Dir ob Du das haben willst, weil glaube bei Lärche nicht unbedingt notwendig. Schau Dir als Alternative mal die Terrassenöle von Osmo an, die wirken in meinen Augen im Ergebniss natürlicher als die Einmallasuren. Vorsichtig mit dem Auftrag mußt Du trotzdem sein! Die Oberfläche wirkt für meinen Geschmack bei vielen Osmo Produkten relativ unnatürlich. Meist ist es schwer die Maserung zu erhalten.

Schau Dir mal als Alternative z.B. die Produkte von Leinöl pro an. Dort bekommst Du zb. kaltgepresstes Leinöl für die Grundierung und wenn Du magst auch die passenden Lasuren.

Übrigens können auch Pigment nicht komplett Vergrauung verhindern. Das Ganze läuft nur langsamer. Zudem waschen oder kreiden die in den Lasuren enthaltenen Pigmenten mit der Zeit aus. Ohne die nötige Pflege wirst Du die Vergrauung also nicht dauerhaft aufhalten. Zudem wird mit jedem Pflegeanstrich die auf dem Holz verbelibende Pigmentierung dichter und evl.ungleichmäßiger. Vorher bestenfalls noch sichtbare Maserung verschwindet! Ein Vergrauungsschutz läßt sich übrigens auch selbst durch leichte Weißpigmentzugabe herstellen.

Gruß aus Berlin,



Die



Vergrauung ist doch gerade das schöne an der Sache.
Fängt man einmal an mit streichen, muß man regelmäßig ran.



hallo



natürlich ist Holzoptik immer Geschmackssache, aber im Aussenbereich natürlich vergrautes Holz ist doch gerade der Clou....und Lärche ist da genau richtig. Verwittertes Holz ist etwas anderes und weist wahrscheinlich auch auf konstruktive Fehler hin. Meine Erfahrung im Denkmalschutz ist, dass bei neuen Holzkonstruktionen besonders gern ein der natürlichen Vergrauung vorgreifender grauer Anstricht gewünscht wird und, wie ich meine, zurecht!
Gruß laiendruide



Also sind Bäume immer --



-- natürliche Gewächse, welche keine Ahnung von Gestaltung
im menschlichen Sinne haben. -- Sie bilden ohne den Menschen zu fragen , immer eine eine graubraune Rinde an ihren Stämmen aus - und haben stets grüne Blätter oder Nadeln. -- Zum Glück ist es den Menschen noch nicht gelungen, in die Natur zu gehen um die Farbe der Rinden der Bäume
farblich umzugestalten. -



nur ölen ? und was ist das schlechte an einer stülpschalung



Zitat

Zudem handelt es sich um eine Stülpschalung. Lärche hin oder her - hier wurde in der Konstruktion schon mal ein Kompromiss gemacht, der auch bei Lärche das eine oder andere Brett schneller vergammeln lässt als es einem lieb sein kein.


wieso ein Kompromiss ich dachte Stülpschalung ist immer noch besser wie Normale nut und Feder verbindung

....mir erscheint aber meine Lärche trotzdem sehr trocken..teilweise blätter sie ab...

wie wäre es wenn ich mich mit der Vergrauung abfinde uns sie einfach nur Öle ?



Stülpschalung und Wetterschutz und Holzlasur



Natürlich gibt es noch unterschiedliche Details zu einer Stülpschalung, die wir noch nicht kennen. Grundsätzlich würde ich aber eine Boden-/Deckelschalung - also eine vertikale Schalung vorziehen.

Wenn Dein Farbwunsch und die Stülpschalung feste Größen sind, dann macht eine ölhaltige Naturharzlasur Sinn, da an der Tropfkante der Stülpschalung ein Farbauftrag stärker abwittert. Die ölgetränkte Holzfaser kann der Bewitterung besser standhalten. Eingedrungene Feuchte unter einem Kunstharzfilm würde das Holz vor sich hingammeln lassen.

Wenn Du die Vergrauung willst, dann lass natürlich vergrauen ohne weiteren Schutz. Optimal wäre hier die Boden-, Deckelschalung. Kann aber gut sein, dass Dein Holz dadurch noch mehr arbeitet und entsprechend abfasert.

Wenn Du mit farblosen Öl arbeitest, dann gibt das dem Holz etwas mehr Schutz im Oberflächenbereich. Bei einer farblosen Ölharzlasur auch einen Schutzfilm auf der Oberfläche. Dadurch wird das Quellverhalten reduziert, das Holz arbeitet nicht so starkt. Es wird aber optisch dunkler werden als bei der natürlichen Vergrauung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



ein gutes Wetterschutzöl



aus natürlichen Rohstoffen verhindert zwar nicht komplett das Vergrauen, sorgt jedoch dafür, dass dieser Prozess langsamer und vor allen Dingen gleichmäßiger abläuft.
Als unschön empfunden wird in der Regel nicht die gänzlich vergraute Fassade sondern die fleckige Fassade durch ungleichmäßiges altern während der ersten Jahre.
Durch eine Pigmentierung kannst Du dem ganzen schon einen "Schubs" in die gewünschte Farbrichtung geben. (Geht bei biofa sogar nach TROX Farbfächer)