Lärche, Dreck, Firnisöl, wachs, Lärchenboden

15.03.2005



Hilfe,
ich habe mir vor 5 Jahren von einem Holzfachgeschäft einen Lärchenfußboden 100 M2, gebürstet und geölt einreden lassen u. noch einen teuren Korkboden druntergelegt. Jetzt nach 5 Jahren sieht er an den vielbenutzten Stellen fürchterlich aus und ist vom Dreck ganz dunkel, obwohl in der Wohnung keine Schuhe getragen werden. Wo niemand geht ist der Boden hell wie beim Verlegen. Auch ist er voll mit Kratzern, (Bügelbrett,etc.) Was kann ich tun? Wäre Firnisöl zu empfehlen? Für Lack ist das Holz zu weich und gebürstet. Gibt es Firnisöl in mehreren Farben? Greift Firnisöl auf dem anderen Öl? Hat jemand eine Idee?



Fußbodenhartöl /-wachs



würde ich empfehlen. Vielleicht muss der Boden noch mal leicht abgeschliffen werden.

Viele Grüße





Herr Schöne,
ich brauche einen Holzanstrich, der das Holz zuersteinmal ein wenig einfärbt um die Schadstellen abzudecken und dann einen Schutz bietet, der der Benützung ohne Verfärbungen standhält und nicht wieder nach kurzer Zeit wie eine Bahnhofshalle ausschaut. Das Tripp-Trapp Holzpflegeöl ist wirkungslos.



Lärchenboden



Hallo
eine alte Handwerkregel sagt:
Buche nur in den Ofen und Lärche nicht auf den Boden!
Die Lärche harzt immer etwas mehr oder weniger nach - desshalb bleibt der "Dreck" da gerne hängen! Und je rauer die Oberfläche desto schneller geht der Dreck rein!
Lärche - wenn überhaupt - als Terrassen oder Balkonbelag - aussen!!
evtl.: http://kreidezeit.de/
und Marseiller Seife suchen!
dann Grundieren und hartölen!
Das "harzen" bekommt man schlecht in den Griff!

grüsse aus Franken

Florian Kurz



Sg Hr. Kurz,



Vielen Dank für die Antwort. Der Ratschlag bzgl. Holzverwendung kommt für mich jetzt etwas zu spät. Im Holzfachgeschäft war in den Schauräumen ein Lärchenboden, der immer wie neu ausschaute, obwohl hunderte von Menschen m. Straßenschuhen drübergingen. Ich bin in einem alten Bauernhaus mit Holzfußböden aufgewachsen. Wir haben den Vorhaus u. Küchenboden, wo Vater u.Kinder sogar m. Stallstiefeln gingen, mit einem total dunklen Firnisöl eingerieben und dort konnte man jeden Dreck immer irgendwie aufreiben und wegwischen. Was bedeutet "harzen"? Womit soll ich grundieren? Was ist Hartöl? Ist das die Ölform, die am besten den Dreck abschottet?



Fußboden



Hallo
haben Sie bei KREIDEZEIT reingeschaut??
da gibts die besprochene "Marseiller Seife" und auch die Öle die ich erwähnt habe! Grundieröl dringt schnell ein; und Hartöl macht ne "harte" Oberfläche- der Dreck kommt von oben und von unten!!
"Harzen" bedeutet, dass die Lärche einen hohen Harzanteil im Holz hat, der immer (mehr oder weniger) austritt. Der geht auch durch richtigen Lack - ich habe das selbst bei mir zu Hause an einem Holzteil an einer Treppe - das Harz geht durch den lack!!
Evtl: Schleifen und dann ölen!
Ein gutes Finish mit einem guten Wachs kann man auch machen, aber da habe ich nicht so die Erfahrung - da gibts gutes und schlechtes - wie überall im Leben

Und der Boden Ihrer Kindheit war mE kein Lärchenboden - das hätten die nicht gemacht!!

Und der Hinweis, dass der Ratschlag zur Holzauswahl für Sei zu spät war, kann ich so nicht gelten lassen - hätten Sie mich einfach gefragt :-)
bin 1692 geboren - wie lange gibt es den Boden schon!

Musterböden in Bau und sonstwo Märkten - "Vorsicht Falle"

Also

Kopf hoch!
an einem "dreckigen Boden" ist noch keiner gestorben!
eher an einem giftigen!!!

Florian Kurz



Sg. Herr Kurz, danke f. die Antwort!



Habe gerade nachgefragt. Der Holzboden im über 300 Jahre alten Bauernhaus ist aus Lärche. Erklärbar ist das damit, dass im Mölltal/Kärnten nur Fichten- u.Lärchenwälder wachsen und Zirbe nur f. Möbel verwendet wird. Der Bauer nimmt sein Holz aus Kostengründen aus dem eigenen Wald, weil es im Mölltal all die Jahrhunderte eher nur arme Bauern gab. Eingelassen wurde der Boden mit gefärbtem Firnisöl.
Ich bin Bj. 1962 und mein Fußboden ist Bj. 1999 und immer wieder sagen mir Besucher, wie abgenutzt er schon sei, also wie blöd es war, für einen nunmehr so häßlichen Boden soviel Geld auszugeben. Leider hatte ich damals noch kein Internet und so habe ich dem Holzbodenspezialisten "Hochholdinger" in Wien vertraut. Ich sehe mir nun die Kreidezeit-Homepage an.



holzboden



Hallo
Ich bin auch nicht so alt, wie beschrieben, obwohl ich manchmal so fühle: 1692 - nee korrigiert: Ich bin Bj. 1962!
evtl hilft auch das Buch: Natürliche Farben AT-Verlag CH -ISBN 3-85502-523-1 weiter! Gibts sicher auch in einer Bibliothek!
Ich habe auch Holzböden im Haus - ziehe aber die Strassenschuhe immer aus!
Ich denke, dass wir das schon hinbekommen!
Lassen Sie sich nicht von Bekannten und irgendwelchen optischen "Mängeln" beeinflussen!
Der Boden ist schon "der Richtige" - nur das "händeln" ist halt etwas mühsam und gewöhnungsbedürftig.
herzliche Grüsse
Florian Kurz



Lärche ist sehr gut



Ich habe bei mir Lärche verlegt. Direkt vom Holzgroßhändler sägerauh gekauft (5 m x ca 30 cm x 55 mm). Danach mit Hilfe eines Tischlers gehobelt und Nuten gefräßt. Die Dielen verlegt, geölt und gewachst mit Fußbodenhartöl/-wachs von Kreidezeit. Bis jetzt habe ich in keinster Weise Probleme mit Harz etc.. Viele empfehlen sogar Lärche, weil es mit zunehmender Zeit ähnlich hart wird, wie Eiche (keine Ahnung warum). Die Aststellen etc. finde ich und alle anderen sehr schön. Aber Harzprobleme habe ich nicht.

Also ich würde die Dielung leicht abschleifen, Ölen und wachsen.

Viele Grüße



Vielen Dank für die Infos,



Da ich schon das Putzen meines tollen Naturbodens - auf allen Vieren kriechend - sehr mühsam finde, warte ich jetzt, bis ich wieder einen neuen starken Freund habe, der mir dann beim Bodenrenovieren (Möbelverschieben) hilft.
Liebe Grüße



Ergänzung



Hallo,

ich glaube nicht, das Ihr Problem ursächlich mit dem harzen des Holzes zusammenhängt. Vielmehr denke ich, das die Qualität des Öles bei der Erstbehandlung unzureichend war, sprich es war wohl nicht hart genug.
Sie können natürlich mit pigmentiertem Öl arbeiten, jedoch besteht dann eben auch bei Abnutzung immer die Gefahr, das die ursprüngliche Farbe des Holzes wieder durchkommt und es schwierig ist diese Stellen zu kaschieren. Deshalb rate ich zu einer Behandlung ohne Pigmente.
Um den jetzigen Ölanstrich los zu werden kann der Boden mit einer Sodalauge behandelt werden. Wenn Sie den Boden abschleifen ohne vorher zu laugen kann es passieren, daß sich die Schleifpads ziemlich schnell mit dem Öl zusetzen und Sie einen ziemlich hohen Verschleiß an Pads haben.
Eventuell vorhandene Harzgallen können mit Terpentinöl (bitte keinen Terpentinersatz verwenden) gründlich ausgewaschen werden.
Bei Bedarf die Dielung schleifen, wobei das nach 5 Jahren noch nicht nötig sein dürfte, und dann das ganze mit einem guten Hartöl oder Hartwachs (evtl auch Hartwachsöl) behandeln.
Ich habe selbst meine Böden mit Öl und Wachs behandelt. Unter anderem eine sehr preiswerte Kieferdiele im Eingangsbereich, wo auch bei Schmuddelwetter mit den Dreckschuhen drübergelaufen wird. Dort sieht man zwar Kratzer im Boden, einfach aufgrund des verwendeten Holzes, der Boden sieht aber nach 3 Wintern noch gut aus. Die Pfeleg erolgt ausschließlich mit Carnaubawachs-Emulsion. Eichtig ist, beim wischen keine fettlösenden Substanzen einzusetzen.
Bei Interesse kann ich Ihnen gern ein Angebot für die benötigten Produkte machen, wir versenden auch nach Östereich.

Mit bunten Grüßen



Vielen Dank für die vielen Tipps!



Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann ist Bodenhartöl strapazfähiger als Firnis. Vor dem Neubehandeln des Bodens muss ich ihn mit "Sodalauge" vorreinigen, dann abschleifen und dann mit "Hartölgrundierung" behandeln, danach mit "Hartöl" und zum Schluss noch schutzbehandeln mit einem "Hartwachs". Danke auch f. den wertvollen Tipp, dass ich keine fettlösenden Reinigungsmittel verwenden darf. Noch im Frühling werde ich das Vorzimmer nach dem Schema behandeln. Ich habe übrigens keine Harzprobleme, das Holz ist, glaub ich gut getrocknet u. wunderschön, nur ein paar Astlöcher lockern sich. Ihre "Tipps" waren sehr hilfreich für mich und ich hab jetzt mit meinem Boden ein besseres Gefühl. Vielen Dank!!