Lärche behandelt

01.03.2015 dispatchers

Lärche behandelt

Hallo,
ich habe an meinem Haus (alt gekauft) Lärchenholz das einmal gestrichen wurde, kann ich den Anstrich jetzt einfach "abbröseln" lassen oder muss ich es jetzt regelmässig behandeln (oberer Bildbereich)?

Der gestrichene Balken unterhalb der Dachverkleidung: muss ich diesen wieder streichen? Ich würde es eigentlich gerne "ergrauen" lassen, falls das auch nachträglich möglich ist.



Diese Diagonalverschalung...



ist ja fürchterlich... Da würde ich nichts dran machen wollen und zu gegebener Zeit durch eine senkrechte Verbretterung in ortstypischer Form ersetzen. Wenn's zwischendurch zu sehr bröselt, mit der Drahtbürste nachhelfen.

Den Balken würde ich schleifen, aber auch einen Schutzanstrich aus einer Leinölfarbe oder -lasur geben. Es gibt auch graue Öllasuren...

Grüße

Thomas



Holz streichen, ja oder nein?



Zum Streichen gehen die Meinungen auseinander.
Wenn du es einmal machst muß es immer wieder gemacht werden.

Wenn dir die Vergrauung gefällt würde ich nicht streichen.

Der Holzabbau durch Verwitterung soll etwa 0,1 mm im Jahr betragen, da kannst du ausrechnen wielange es hält

Bei Lärche und Eiche ist die Haltbarkeit in beiden Fällen weitestgehend gleich.
Es gibt hier von der Holzforschung Austria und infoholz.at div Untersuchungen die dies belegen.

Holzschindeldächer und Dächer aus Lärchenbrettern werden nie gestrichen und die werden viel mehr belastet.

Wenn Feuchtigkeit durch Risse etc unter den Anstrich ins Holz eindringt, kann bei stark verzögerter Austrocknung Fäulnis begünstigt werden-
Anstriche können also auch eine lebensdauerverkürzende Wirkung haben.

Also wenn du Farbe liebst und die Nachbehandlung machst: streichen

Wenn die natürliche Farbtonänderung dir gefällt und du Arbeit und Kosten sparen willst: nicht streichen.

Bei denkmalgeschützen Objekten und maßhaltigen Bauteilen ist die Situation natürlich anders.

Und wenn streichen: Farbe oder Lasuren auf Ölbasis nehmen oder auch die Holzfarbe von KEIM mit sehr dauerhaften und lichtechten Pigmenten.

Bei meinen eigenen neuen Lärchenfenstern habe ich spezielle Farben mit UV-Blockern verwendet, da ich den natürlichen Lärchenfarbton unverändert erhalten will.

Andreas Teich



Leinölfarben und -lasuren...



verringern die Feuchteaufnahme des Holzes, ohne aber die Abgabe von Wasserdampf zu verhindern. Sie verkürzen also nicht nur nicht die Haltbarkeit des Holzes, sie werden sie aller Voraussicht nach verlängern. Der Idee von KEIM, mit Silikat auf Holz zu gehen, stehe ich skeptisch gegenüber.

Der Vergleich mit Holzschindeln ist, auch wenn er schon ein paar mal gebracht wurde, schlicht unpassend.

Grüße

Thomas