Der liebe Boden

20.02.2007



Hallo Forum, schön dass es Dich gibt.
Ich habe ein Frage, die mir sher am Herzen liegt.
Wie bekomme ich meinen Holzboden weiss und versiegelt.
Es sind alte Holzdielen, die intakt sind aber völlig abgelaufen. Hat mir jemand einen Tip.
Albert





Eine ähnliches Problem habe ich auch.
Ein Freund sagte mir in Dänemark werden die Dielen nach dem Abschleifen mit weißer Wandfarbe (tatsächlich einfache Dispersionfarbe) angestrichen und nach dem Antrocknen abgewischt/abgezogen bis der gewünschte "Weißegrad" erreicht ist. Nach dem Durchtrocken wird dann mit wasserlöslichen Parkettlack (klar) versiegelt.
ich habe dazu leider nix ergooglen können, mein Dänisch ist auch nicht so gut :D. Ich habe mir ein Muster gemacht und das sieht sehr gut aus. Ich bin mir nur über die Dauerhaftigkeit nicht so im klaren.
Kennt Jemand diese Art der Bodendielenbehandlung?

p.s. Weißer Lack ist auch nach Rücksprache mit Caparol und Brillux nicht zu empfehlen da dieser an unbelichteten Stellen vergilbt



Hallo



Vielleicht nimmt man einfach weisse Beize, wenn es die gibt und kann dann darüberlackieren.
Albert



@ Heike, ----



--- Dein beschriebenes dänisches Verfahren zur Dielungs - Weißung, finde ich gar nicht mal so abwegig.
Da auch ich für neue Ideen stets offen bin, schlage ich
hiermit vor, einen stark begangenen Dielenbereich ( ca. 1 qm )
zu Testzwecken entsprechend zu behandeln.
Kann mir sehr gut vorstellen, daß die poröse Dispersions-Wandfarbe sehr gut von einem Aqua-Parkettlack durchdrungen
und verfestigt wird.
Allerdings glaube ich auch, daß die Schichtdicke der Farbe
nicht sehr groß sein sollte -- eher eine Lasurähnliche
Grundlage .
Noch ein Beispiel ( vielleicht ein wenig hinkend )
Wir wollten in unserer Küche keinen Fliesenspiegel haben.
Also haben wir die Wand mit normaler Wandfarbe weiß gestrichen - anschließend einen Teil der weißen Farbe
abgetönt und die weiße Wand mit einem zusammengeknüllten
"gelben Sack" gestempelt.
- Anschließend haben wir die Fläche 2 x mit Remmers
Parkettlack ( Wasserbasis ) versiegelt.
- Hält sehr gut und sieht auch noch nach 5 Jahren sehr gut aus.
( Nur ist bisher noch niemand darauf herumgelatscht *grins*)
- Hoffentlich kommt mein Foto einigermaßen rüber.
-
Probieren geht über studieren ! -
Grüße - A. Milling



danke soweit erstmal



Ich habe auch mal schnell ein Foto meiner beider Muster gemacht.
Das rechte ist mit "LOBADUR WS GLOBAL" von Fa. Loba in weiß behandelt das linke mit der Methode Wandfarbe + Parkettsiegel.Das rechte war mir nicht weiß genug, laut Hersteller darf/kann man aber das Pigment nicht dünner auftragen. Darum hatte ich nach Alternativen gesucht. Ich werde mir jetzt wirklich mal ein begehbares Muster herstellen und das in den Flur legen und warten...

(leider hatte ich kein neues Dielenbrett mehr für das rechte Muster, es sieht deshalb etwas gammliger aus)

http://img404.imageshack.us/img404/9287/dieleweisszi6.jpg

Ich hoffe das mit dem Bild ist so ok, kann es nicht einbinden.



Holzboden



Variante 1: Wenn der Boden komplett abgeschliffen wird, kann man von PNZ ein kalkweißes Color-Öl verwenden !
Variante 2: einzA Lawidur 2K-PU Buntlack Seidenglanz- hält 50 Jahre, aber ein Holzboden ist es in meinen Augen dann nicht mehr!
Infos unter www.pnz.de und www.einza.de
Andreas, dein Fliesenspiegelbeispiel hinkt nicht arg, wird seit Jahrzehnten von den Malern ausgeführt,auch wenn nicht immer Parkettlack dazu verwendet wird, meistens das billigere Capaplex oder Kronengrund die den Farbton aber verstärken !



Kalk



Könnte man den Boden nicht auch kalken?
Albert





@Thomas Lingl
Ist dieser einzA PU-Lack wirklich vergilbungsfrei? Ich werde da sonst morgen mal anrufen und auch nach Schichtdicke fragen. Vielleicht läßt der Lack ich weiß sich ja relativ dünn aufrollen und dann anschließend mit der klaren Variante spachteln.
Vielleicht bleibt so die Lebendigkeit des Holzes vorhanden und gleichzeitig die Vorteile des Lackes.
Öl, Wachse, Kalk u.Ä. kommt außerden bei mir nicht in Frage da sie zum einen nicht weiß genug sind und m. W. auch nur nebelfeucht gewischt werden dürfen. Morgen kann ich mal ein Foto von etwa 3 jahre alter Dielung hier posten, die mit OSMO Dekorwachs und Hartwachsöl behandelt sind. Die sehen trotz recht geringer Nutzung nicht so doll aus, gelb und dreckig/fleckig)



Ist das so schwierig



Sind weisse Dielenbretter nicht "in" oder warum weiss man darüber so wenig?
Albert



@Heike



Vergilben tut alles, das eine früher, das andere später !
Wenn du schon die harte Variante wählen willst, kannst du auch gleich den einzA Flüssigkunststoff weiß nehmen !
Ich glaub aber, das egal welches einzA-Produkt du verwendest,von der "Lebendigkeit des Holzes" nicht mehr viel bleibt! Das spachteln kannst du dir normalerweise sparen, die Fugen reißen über kurz oder lang auf alle Fälle! Und wenn du schon ein Wachs-oder Ölprodukt auf den Dielen hast,kannst du diese Produkte sowieso nur einsetzen wenn der Boden restlos von dem Wachs oder Öl befreit ist!
Bilder kannst du problemlos einstellen wenn du dich hier anmeldest!





@Thomas
bzgl. alles vergilbt irgendwann: Ich denke weiße Wandfarbe oder wasserlösliche Acryllacke mit Titanweiß werden nicht vergilben, höchstens durch Nikotin oder Teer.
Die Dielen die ich weiß haben möchte sind momentan nicht gewachst/geölt sondern noch mit Ochsenblutfarbe lackiert, das Abschleifen kommt demnächst. Die weiß gewachsten sind in dem Büro in dem ich arbeite.
Ich finde zudem das das Lackieren von Holz es nicht gleich "tot" macht und es dadurch wie Kunststoff aussieht. Holzfenster sind ja auch deckend lackiert sehen aber 100mal besser als die Kunststoffvariante aus. Bei Holztüren die schon 10x überlackiert wurden gebe ich dir recht, da ist kein Unterschied mehr zu MDF oder Plastik zu erkennnen



Zweischicht



Hi !

Mein Nachbar hat eine ganz interssant aussehende Variante gemacht, war aber wohl eher zufällig aus vorhandenen Restmaterialien und Spaß am Experimentieren entstanden.
Rohes Fertigparkett mit weißem 2K PUR Füller gesprizt, Oberfläche geschliffen dabei gnadenlos vorgegangen, teilweise schimmert das rohe Holz wieder durch. Zum Schluß mit 2K PUR Klarlack glänzend gesprizt. Dann erst verlegt, Kanten vorher dem lackieren leicht gebrochen, Fugen sind also sichtbar. Das ist weiß, deckend, versiegelt und trotzdem lebendig.

Viele Grüße,
Karsten



Weiße Böden sind tatsächlich nicht "in"



weil Sie in nicht übertreffbarem Maße pflegeanfällig sind.

Falls denn nicht anders geht, gilt noch immer, daß jeglicher Dispersionskram sehr große Moleküle hat, nicht in die Poren eindringen kann und somit wie eine Folie auf der Fläche aufliegt. Das geht schon bei Fenstern gern schief (Wasser dringt über die Eckverbindungen ein, kann nicht mehr durch die diffusionsdichte Schicht entweichen, Holz fault). Auch der Wasserlack ist ja nichts anderes.

Nun ist die Wasserbelastung im Innnenbereich natürlich geringer, andererseits die mechanische um so größer. An Schadstellen wird das Ganze schnell abplatzen.

Ich würde mir erstens überlegen, ob wirklich völlig Widersprüchliches in einen nicht materialgerechten Mix verquirlt werden muß. Falls doch, wäre die Standölfarbe von Kreidezeit eine Alternative: die Bindung an das Holz ist deutlich besser, die Schicht bleibt flexibel und ist diffusionsoffen.

Lack vergilbt allenfalls an BELICHTETEN Stellen, und weiße Beize gibt es nicht (das wäre Wasser pur).

Grüße

Thomas





Das Lack an belichteten Stellen vergilbt ist ja noch schlimmer, dann kommt der ja sowieso nicht in Frage.

Ich werde tatsächlich mal eine Musterplatte machen und die im Flur auslegen und abwarten. Das weiße Böden sehr pflegeintensiv sind ist klar, aber sauberer sind dunklere Böden deshalb nicht :D

LG,

Heike





Habe gerade mit einem Techniker von einzA telefoniert, der PU-Lack vergilbt nicht, bzgl. "man kann noch erkennen das es Holz ist" war der Techniker aber skeptisch.
Er hat aber auch gesagt das weiße Lacke (Alkydharz/Kunstharz) tatsächlich an UNBELICHTETEN Stellen vergilben, und das in der Regel reversibel.



Ich habe geschrieben:



"Lack vergilbt allenfalls an BELICHTETEN Stellen", d.h. wenn er überhaupt vergilbt.

Der empfohlene Kreidezeitlack hat diesbezüglich noch keine Schwachstellen gezeigt.

Ein Lack wurde erfunden, um das Holz zu verstecken. Er bildet eine füllende, deckende Schicht auf dem Holz. Es ist ausgeschlossen, dann noch die Holzmaserung sehen zu können.

Grüße

Thomas



@Heike



Vergilbung reversibel ?



Na ja, ---- Zum Aschermittwoch ---



@ Heike, Vergilbungen in der Unterwäsche sind meist reversibel - doch bei deckend lackierten Flächen wohl kaum !
-
@ TWB -- Klarlack und eine deckende Lackierung haben wohl
gleichermaßen eine Daseinsberechtigung. --
Mit diesem Beitrag , Herr Restauratio , haben Sie sich
gleichzeitig in beide Beine geschossen!
- Gute Besserung wünscht -A. Milling



Das "reversibel" habe ich glatt überlesen.



Ich kenne den Vergilbungsprozess nur durch (UV)Licht- (Energie-)eintrag bei bestimmten organischen Stoffen. Manche Papiere, Hölzer, Öle gilben.

Ich kann mir nicht vorstellen, wieso ein Lack unter Lichtabschluß gilben sollte, noch, wie so etwas reversibel sein soll.

Manche Bodenöle behindern die UV-Aufnahme durch weiße Pigmente, gleichzeitig kommen bei solchen Ölen weniger gilbende Bestandteile vor (z.B. Natural Bodenöl mit UV-Blocker und Natural Heißöl weiß). Da bleibt die Holzoptik gewahrt.

Die Behandlung mit OSMO Dekorwachs und Hartwachsöl war wohl nicht die beste Variante. Das Dreckbindevermögen der Wachse kommt auf dem weißlichen Untergrund "blendend" zum tragen - ein wachsfreies Bodenöl (fachgerecht aufgetragen) sähe nach 3 Jahren mit Sicherheit besser aus.


Grüße

Thomas



Unverwundet



bestreite ich die Daseinsberechtigung von Lacken auf Holzböden, insbesondere Weichholzböden, auch weiterhin und mache auf die Probleme lackierter Weichholzböden aufmerksam.

Wieso hätte ich mir in's Bein geschossen?

Abendliche Grüße

Thomas



@Thomas Lingl



sorry, meinte nicht vergilben, sondern hier speziell die sog. Dunkelgilbung:

"ist eine Erscheinung bei Lacken auf der Bindemittelbasis trocknender Öle mit ihren Doppelbindungen im Molekül, wie z.B. Linolensäure in Leinöl-Alkydharzen: Unter Lichtabschluss, wie hinter Bildern und Gardinen, neigen derartige Lacke zur Gelbfärbung. Bei Tageslichteinwirkung geht die Verfärbung wieder zurück: Es handelt sich um einen sog. "reversiblen" Vorgang."





Danke Heike,
jetzt ist die Sache erklärt !
Keine Lust zur Registrierung ? Die Frauenquote würde steigen ! :-)
Gruß-Thomas



Bitte nicht vergessen - @ Herr Restauratio Champion TWB ---



--- was Sie 3 oder 4 Antworten zuvor geschrieben haben !
- Zitat von Ihnen : Ein Lack wurde erfunden, um das Holz zu verstecken. Er bildet eine füllende, deckende Schicht auf dem Holz. Es ist ausgeschlossen, dann noch die Holzmaserung sehen zu können. - Ende des Zitates -
- Na, dann wollen wir mal damit beginnen, alle auf der Welt
existierenden , wertvollen Möbelstücke deckend zu lackieren.
- Wollen wir das wirklich - Herr Böhme ??-
Außerdem gibt es außer simplen Fußböden noch andere
Holzoberflächen, welche NICHT nur mit Öl behandelt werden
möchten und können.
Nun, und die Einscheibenmaschine und das Thermopadverfahren
sind eben nur auf Fußböden anwendbar.
-
Wünsche mir tatsächlich einmal ein persönliches Gespräch
zu fachlichen Belangen. ( ehrlich )
-
Gruß - A. Milling



Warum so aufgeregt?



@ Andreas Milling

Es ging doch den ganzen Thread lang um deckende weiße Lacke auf Fußböden, und alles was ich hier geschrieben habe, bezog sich auf DECKENE WEISSE Lacke auf FUSSBÖDEN!

Selbst mir ist bekannt, daß hölzerne Gegenstände wie z.B. Möbel zuweilen mit lackierten Oberflächen hergestellt wurden und werden und daß die Gründe dafür sich nicht darin erschöpfen, daß eine Thermopadmaschine halt da nicht draufpasst :-)

Ich schätze Lackoberflächen an den rechten Stellen durchaus; hier eine Schellackmattpolitur aus eigener Werkstatt.

"Champion" ? Bislang war ich ganz erfolgreich darin, solchen Titeln auszuweichen. Wettbewerbe aller Art sind für mich uninteressant.

Lackierte Grüße

Thomas



Fachsimpelei...



...vielleicht vom 1.-4. 3. auf der Hausmesse im Ostragehege?

Ansonsten bin ich meist in der Dresdener Werkstatt anzutreffen und einem Tee nie abgeneigt.

Grüße

Thomas



TripTrap Holzbodenöl



Hi Heike,
ich habe meinen alten Fichtendielenboden geschliffen und dann mit TripTrap Lauge gelaugt und anschließend mit Holzbodenöl weiß geölt. Das ist ein super toller boden geworden. Wie ich finde auch nicht so sehr pflegeaufwendig. Er wird mit Holzbodenseife weiß gewicht. Der einzige Mehraufwand ist, dass man den Lappen in einem 2. Eimer mit Wasser auswaschen muß. Was die Empfindlichkeit betrifft kann ich dir nur sagen, dass ich neulich ein volle Rotweinglas auf den Boden geschmissen habe. Direkt weg gewischt und es ist nichts mehr zu sehen. Im Internet findest Du auf der Seite von Trip Trap nähere Infos dazu.



Weißer Boden



experimentieren ist ja immer ganz lustig. Vorschlag für ein weiteres Experiment: Mit Sadolin weiß (Birke) mindestens drei Arbeitsgänge Lasur aufbringen, die mittlere mit Kreide zusätzlich versetzen. Darauf dann den Lack als Oberflächenversiegelung.
Das Ergebnis müßte durchscheinend, halbtransparent, sein, mit einiger Tiefe.
Bisher habe ich mit Sadolin als acrylhaltiger Lasur allerdings nur Erfahrungen im Außenbereich auf Multiplex-Paneelen gesammelt.

Grüsse



@ Heike



Danke für die Info zum Dunkelgilb. Das war mir neu.

Grüße

Thomas